Umzugskosten berechnen: Einflussfaktoren

Eine vorbestimmte Pauschale, die für jeden Umzug angesetzt werden kann, gibt es leider nicht. Dafür gibt es zu viele Faktoren, die die Umzugskosten bestimmen und die wiederum individuell variieren können.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Hauptfaktoren, die die Höhe Ihrer Umzugskosten maßgeblich beeinflussen:

Einflussfaktor Erklärung
Art des Umzugs Beauftragen Sie ein Umzugsunternehmen oder fragen Sie Bekannte und Freunde nach Hilfe?
Größe des Umzugs Je größer die Wohnfläche und je mehr Umzugsgut, desto höher die Umzugskosten.
Distanz Die Distanz zwischen alter und neuer Wohnung. Je größer die Distanz, desto höher die Kosten.
Umzugsmaterial Je mehr Umzugskartons und Verpackungsmaterial Sie benötigen, desto höher fallen die Umzugskosten aus.
Mietkaution & Maklerprovision Die Höhe der Mietkaution und der Maklerprovision können die Gesamtkosten des Umzugs steigern.
Zusätzliche Kosten Versicherungsschutz (z. B. Transportversicherung) oder ein Nachsendeauftrag sind zusätzliche Kosten.

Gut zu wissen

Nicht alle Umzugskosten fallen während des Umzugs an. Es gibt Kosten, die vor und nach dem eigentlichen Umzug unerwartet aufkommen können. Es lohnt sich daher, einen Kostenplan über alle drei Phasen hinweg zu erstellen.

Umzugskosten vor dem Umzug

Um Ihre Umzugskosten zu berechnen und einzuplanen, ist es wichtig zu wissen, welche Kosten wann anfallen. So können Sie sich einen zielgenauen Kostenplan erstellen. Noch vor dem eigentlichen Umzugstag entstehen die folgenden Positionen:

Kostenposten Erklärung
Mietkaution Je nach Miete der neuen Wohnung, jedoch höchstens drei Kaltmieten.
Schönheitsreparaturen Je nachdem, welche Schäden oder Mängel renoviert werden müssen. Wenn nur gestrichen werden muss, kommen etwa 40 Cent pro Quadratmeter zusammen.
Renovierung der neuen Wohnung Bei einer unrenovierten Wohnung, die instandgesetzt werden muss, sind die Kosten vom Aufwand abhängig.
Halteverbotsschilder Können für etwa 200 € gekauft oder alternativ gemietet werden.
Verpackungsmaterial und Umzugskartons Der Preis fällt je nach Material unterschiedlich aus, generell ab ca. 1,94 € pro Kiste.
Lagerraum mieten Zwischen 10 und 20 € pro Monat.
Maklerprovision Bei einer Vermietung liegt die Maklerprovision für den Vermieter in der Regel zwischen 1,5 und 2 Kaltmieten. Für den Mieter darf die Provision höchstens 2 Kaltmieten betragen.

Mit einer guten Vorbereitung lassen sich viele unnötige Kosten vermeiden. Diese Themen sollten Sie im Vorfeld im Blick haben:

  • Nachsendeauftrag frühzeitig bei der Post beantragen ;
  • Sonderurlaub für den Umzug bei Ihrem Arbeitgeber beantragen ;
  • Sondermüll fachgerecht entsorgen ;
  • Strom und Gas abmelden und rechtzeitig ummelden ;
  • Umzug ins Ausland frühzeitig organisieren und zusätzliche Formalitäten prüfen.

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Umzugskosten während des Umzugs

Während des Umzugs entstehen vor allem die Kosten für das beauftragte Umzugsunternehmen sowie gegebenenfalls für den Versicherungsschutz. Hinzu kommen Ausgaben für Verpflegung und ein kleines Trinkgeld für die Helfer.

Kostenposten Richtwert
Versicherungsschutz Generell 2,5 Promille der Versicherungssumme
Verpflegung für Umzugshelfer Etwa 6 € pro Helfer
Trinkgeld für Mitarbeiter des Umzugsunternehmens Ungefähr 10 € pro Helfer
Umzugsunternehmen Variiert je nach beauftragtem Unternehmen, Region und weiteren Faktoren

Wie viel kostet ein Umzugsunternehmen?

Umzugsunternehmen können preislich sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welches Unternehmen Sie auswählen. Ebenso entscheidend sind Faktoren wie die Distanz zwischen alter und neuer Wohnung, die Größe der Wohnfläche und die Anzahl des Umzugsgutes. Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte für ein durchschnittliches Umzugsunternehmen:

Wohnungsgröße Lokaler Umzug (ca. 50 km) Regionaler Umzug (ca. 150 km) Fern-Umzug (ca. 500 km)
Klein: 40 m² 800 € 875 € 1.175 €
Mittel: 60 m² 1.000 € 1.075 € 1.375 €
Groß: 90 m² 1.300 € 1.400 € 1.675 €
Sehr groß: 120 m² 1.625 € 1.700 € 2.000 €

Zusätzliche Umzugskosten einplanen

Es gibt Kosten, die gar nicht vom Umzugsunternehmen selbst stammen, sondern von Behörden oder (bei Bedarf) Subunternehmen. So kann Sie beispielsweise die Einrichtung einer Halteverbotszone ca. 130 € kosten. Darüber hinaus können folgende Zusatzleistungen anfallen:

  • Verpacken der Güter: etwa 275 € ;
  • Verpackungsmaterial: zwischen 100 und 150 € ;
  • Demontage und Montage: zwischen 100 und 200 € ;
  • Lagerung: etwa 50 € pro Woche ;
  • Reinigung der Wohnung: zwischen 200 und 400 €.

Faustregel Je mehr Zusatzleistungen beim selben Umzugsunternehmen gebucht werden, desto kostengünstiger wird in der Regel die Gesamtrechnung – einzelne Leistungen sind einzeln fast immer teurer.

Umzugskosten-Aufteilung – Beispiel 60 m² lokaler Umzug

Beispielrechnung für einen lokalen Umzug (60 m², ca. 50 km): Gesamtkosten rund 2.080 € (Transport 1.000 €, Verpacken 275 €, Reinigung 300 €, Demontage/Montage 150 €, Halteverbotszone 130 €, Verpackungsmaterial 125 €, Versicherung & Trinkgeld 100 €). Werte können je nach Unternehmen, Region und Umfang stark variieren.

Umzugskosten nach dem Umzug

Auch nach dem Umzug entstehen noch Kosten. Das hat mit verschiedenen Aktivitäten zu tun, die nach dem Einzug in die neue Wohnung noch durchgeführt werden müssen – vom Behördengang bis zur Einrichtung.

Kostenposten Richtwert
Einwohnermeldeamt Variiert je nach Gemeinde; etwa 20 € für einen neuen Personalausweis, weitere Kosten möglich.
Kfz-Ummeldung Etwa 25 €
Hundesteuer Ungefähr 30 € jährlich, je nach Kommune unterschiedlich.
Neue Möbel Müssen neue Möbel für die Wohnung gekauft werden, ist dies leider nicht pauschal einzuschätzen.

Nach dem Einzug warten zudem noch einige Formalitäten, die Sie nicht vergessen sollten:

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Umzugskosten steuerlich absetzen

Nicht alles an einem Umzug sind reine Ausgaben. Wussten Sie, dass Sie Ihre Umzugskosten bei der nächsten Steuererklärung absetzen und somit einen Teil Ihrer Ausgaben zurückbekommen können? Je nach Anlass des Umzugs gelten dabei unterschiedliche Regeln.

Berufsbedingter Umzug

Ein berufsbedingter Umzug kann in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Hierbei müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie ziehen um, weil Sie Ihren Arbeitsplatz gewechselt haben ;
  • Der Umzug findet statt, weil Sie von der neuen Wohnung aus einen deutlich kürzeren Arbeitsweg haben ;
  • In bestimmten Fällen erkennt das Finanzamt auch verbesserte Arbeitsbedingungen an.

Privater Umzug

Bei einem privaten Umzug können Sie Ihre Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen. Sie können 20 % und bis zu 4.000 € der Umzugskosten pro Jahr absetzen. Wichtig ist, dass Sie nach dem Umzug alle Rechnungen und Quittungen aufheben, um diese bei der Steuererklärung vorlegen zu können.

Rechnungen verloren?

Wer keine Belege mehr hat, kann alternativ die Umzugskostenpauschale in der Steuererklärung geltend machen – so geht zumindest ein Teil der Ausgaben nicht verloren.

Umzugspreise vergleichen und Umzugskosten senken

Zur Umzugsplanung gehört auch die Kostenplanung. Je genauer Sie Umzugspreise vergleichen und Kosten kontrollieren, desto mehr können Sie sparen. Mit den folgenden zehn Tipps holen Sie mehr aus Ihrem Budget heraus:

  1. Bei wenigen Gegenständen können Sie Ihre Güter als Beiladung transportieren lassen. Sie teilen sich also die Transportfläche mit anderen Personen und senken so die Kosten deutlich ;
  2. Wählen Sie den richtigen Tag für Ihren Umzug. Umzüge sind am Wochenende fast immer teurer als unter der Woche – die günstigsten Tage sind in der Regel Dienstag und Mittwoch ;
  3. Vergleichen Sie mit ausreichend Vorlauf Preise und Unternehmen, um das günstigste Angebot zu erhalten ;
  4. Einige Energieanbieter verschenken Umzugskartons, wenn Sie Ihren Strom- oder Gasvertrag in die neue Wohnung mitnehmen ;
  5. Fragen Sie Freunde und Bekannte nach unbenutztem Umzugsmaterial, das eventuell vom letzten Umzug übrig geblieben ist ;
  6. Sortieren Sie rechtzeitig Ihre Gegenstände aus und verkaufen Sie alles, das nicht mitumziehen soll, z. B. über Online-Portale oder auf dem Flohmarkt, statt es wegzuwerfen ;
  7. Vereinbaren Sie unbedingt einen Besichtigungstermin mit dem Umzugsunternehmen, um einen individuellen Festpreis zu bekommen ;
  8. Bei sehr niedrigem Einkommen können Ihnen Bürgergeld oder Jobcenter unter die Arme greifen. Es müssen jedoch triftige Gründe vorliegen – informieren Sie sich rechtzeitig über Ihre Optionen ;
  9. Nutzen Sie die Umzugs-Checkliste von Energiemarie, um nichts aus den Augen zu verlieren ;
  10. Suchen Sie sich – falls möglich – eine Wohnung in einer Stadt mit günstigen Mieten.

Nicht am Energievertrag sparen

Sparen Sie nicht am falschen Ende: Wer sich nicht rechtzeitig um Strom und Gas kümmert, landet beim Einzug automatisch beim Grundversorger – und der ist fast immer teurer als ein selbst gewählter Tarif.

Häufige Fragen zu den Umzugskosten

Die wichtigsten Fragen rund um die Kosten eines Umzugs haben wir hier für Sie kompakt beantwortet:

Ein umfassender Umzugsservice, der das Verpacken, den Ab- und Aufbau von Möbeln sowie den Transport umfasst, kostet in der Regel zwischen 1.200 und 2.000 €. Weniger Aufwand bedeutet natürlich einen niedrigeren Preis: Ein kleiner Umzug mit wenig Mobiliar ist bereits ab rund 500 € möglich. Bei einem Umzug ins Ausland steigen die Preise je nach Distanz deutlich an.

Kleine Lieferwagen können für etwa 60 bis 90 € pro Tag gemietet werden, während größere Fahrzeuge zwischen 120 und 200 € pro Tag kosten. Für Lastwagen müssen Sie mindestens 200 bis 220 € pro Tag einplanen. Zusätzlich sollten Sie etwa 5 € pro Umzugshelfer und Stunde kalkulieren.

Die mit einem privaten Umzug verbundenen Aufwendungen können jedes Jahr als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden. Möglich ist eine jährliche Steuerermäßigung von bis zu 4.000 €. Bei einem berufsbedingten Umzug lassen sich die Kosten zusätzlich als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe ansetzen, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Mietkaution darf laut § 551 BGB maximal drei Nettokaltmieten betragen. Sie kann in drei gleichen monatlichen Raten gezahlt werden und muss vom Vermieter getrennt vom eigenen Vermögen verzinst angelegt werden. Alles zum Thema Rückzahlung erfahren Sie im Ratgeber Mietkaution Rückzahlung.