Was ist Ökostrom?
Ökostrom einfach erklärt
Ökostrom ist Elektrizität, welche aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Zur Erzeugung können zum Beispiel: Wasserkraft, Windkraft, Sonnenkraft, Erdwärme oder Biomasse als Energiequelle benutzt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichem Strom, der oft aus fossilen Brennstoffen oder Kernenergie erzeugt wird, verursacht Ökostrom bei der Produktion deutlich weniger schädliche Umwelteinflüsse und trägt zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei.
Ökostrom Vergleich: Teurer als normaler Strom?
Der Ökostrom Preisvergleich zeigt: Ökostrom ist in den meisten Fällen nicht teurer, sondern sogar günstiger als "normaler" Strom.
Der günstigste Preis für Ökostrom in Berlin-Mitte liegt bei einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh (3-Personen-Haushalt) Stand März 2026 bei 87 € im Monat. Sowohl bei Ökostrom als auch bei Normalstrom kann der Preis jedoch stark schwanken. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Wohnort
- Stromverbrauch
- Boni
- Preisgarantie
- Tarif
Bei rund 940 Stromlieferanten für Haushaltskunden ist es unmöglich alle Preise aufzulisten, daher zeigen wir Ihnen in der folgenden Liste lediglich Durchschnittswerte für Haushalte in 10115 Berlin-Mitte an. Die Preise sind aus unserem Tarifrechner entnommen, beziehen sich auf das erste Vertragsjahr und zeigen den günstigsten Ökostrom-Tarif vs. den günstigsten herkömmlichen Strom-Tarif.
Preisunterschied Ökostrom Normalstrom März 2026
| Jährlicher Stromverbrauch |
Günstigster Ökostrompreis |
Günstigster normaler Strom |
|---|---|---|
| 3.500 kWh / 3-Personen-Haushalt |
|
|
Preisangaben für 10115 (Berlin Mitte), Quelle: Strompreis Tarifrechner
Preisvergleich Mythos: Ökostrom ist teurer als "normaler" Strom
Im Gegenteil: Ökostrom-Tarife sind meist günstiger als herkömmlicher Strom. Besonders groß ist der Preisunterschied, wenn Sie noch von der Grundversorgung beliefert werden. Strompreise der Grundversorgung sind teurer als die anderer Energieanbieter.
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Wie erkenne ich echten Ökostrom?
Sobald Strom ins Netz eingespeist wird, vermischt er sich mit dem Strom aus allen anderen Quellen — egal ob aus Wind, Sonne, Kohle oder Erdgas. Physikalisch lässt sich also nicht nachverfolgen, welche Elektronen aus einer Windkraftanlage stammen und welche aus einem Kohlekraftwerk. Damit Ökostrom dennoch zertifiziert werden kann, gibt es in Deutschland zwei Mechanismen: Herkunftsnachweise und freiwillige Ökostrom-Label.
Herkunftsnachweise (HKN): die gesetzliche Grundlage
In Deutschland werden Herkunftsnachweise vom Umweltbundesamt (UBA) über das Herkunftsnachweisregister (HKNR) ausgestellt und entwertet. Jede kWh Ökostrom, die ein Anbieter verkauft, ist über einen solchen Nachweis abgesichert: Der Anbieter weist nach, dass eine entsprechende Menge Strom aus erneuerbaren Quellen produziert wurde.
Das Problem: Herkunftsnachweise können separat vom physischen Strom gehandelt werden. Ein Anbieter darf günstigen Strom aus dem freien Markt beziehen und ihn mit HKN aus alten norwegischen Wasserkraftwerken zu „Ökostrom" umetikettieren — ohne dass dadurch eine einzige neue Anlage gebaut wird. Wer wirklich zur Energiewende beitragen will, sollte deshalb auf zusätzliche Label achten.
Die drei wichtigsten Ökostrom-Label in Deutschland
Anerkannte Label gehen über den reinen Herkunftsnachweis hinaus und verlangen, dass Anbieter aktiv in neue erneuerbare Anlagen investieren:
- ok-power: Verlangt, dass ein Drittel des verkauften Stroms aus Neuanlagen (jünger als 6 Jahre) und ein weiteres Drittel aus jungen Anlagen (6–12 Jahre) stammt. Beteiligungen an Atom- oder Braunkohlekraftwerken sind ausgeschlossen ;
- Grüner Strom Label (GSL): Das älteste deutsche Ökostromsiegel, getragen von Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden. Jeder zertifizierte Anbieter investiert pro verkaufter kWh einen festen Betrag in den Bau neuer EE-Anlagen ;
- TÜV SÜD EE01 / EE02: EE01 zertifiziert 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen plus einen festgelegten Neuanlagen-Anteil. EE02 ist die strengere Variante mit zeitgleicher Stromerzeugung und höheren Investitionsauflagen.
Vorsicht vor reinem „Marketing-Ökostrom”
Markenname und Wortwahl wie Naturstrom, green oder klimaneutral sagen nichts über die ökologische Qualität eines Tarifs aus. Erst ein anerkanntes Label (ok-power, Grüner Strom Label oder TÜV SÜD EE01/EE02) garantiert, dass der Anbieter aktiv in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert.Warum lohnt sich der Wechsel zu Ökostrom?
Ökostrom zu beziehen ist weit mehr als ein symbolischer Akt: Mit jedem Vertrag finanzieren Sie direkt die Energiewende — und zahlen dabei in den meisten Fällen weniger als in der Grundversorgung.
Für Sie als Verbraucher: meistens günstiger
Wie unser Preisvergleich oben zeigt, sind zertifizierte Ökostromtarife in den meisten deutschen Städten günstiger als die Grundversorgung. Wer noch beim Grundversorger ist, kann durch einen Wechsel zu einem Ökostromtarif schnell mehrere hundert Euro pro Jahr sparen — ohne Komfortverlust und mit derselben Netz-Versorgungssicherheit.
Für die Umwelt: jede kWh zählt
- CO₂-Reduktion: Jede kWh Ökostrom ersetzt im Mittel rund 0,38 kg CO₂, die sonst durch fossile Kraftwerke entstanden wären ;
- Ressourcenschonung: Erneuerbare Energien wie Wasser-, Wind- und Sonnenkraft sind unerschöpflich und schonen Kohle-, Uran- und Erdgasvorkommen ;
- Weniger Luftschadstoffe: Ohne Verbrennung entstehen auch kein Feinstaub, keine Stickoxide und keine Schwefeldioxide — ein direkter Gewinn für die Gesundheit, vor allem in dicht besiedelten Gebieten ;
- Vorbereitung auf eine klimaneutrale Zukunft: Deutschland hat sich gesetzlich verpflichtet, bis 2045 klimaneutral zu sein. Ökostrom ist ein zentraler Baustein, um dieses Ziel zu erreichen.
Für Deutschland und Europa: Unabhängigkeit und Arbeitsplätze
- Energiesouveränität: Jede kWh aus Wind, Sonne oder Wasser in Deutschland reduziert die Abhängigkeit von Gas-, Kohle- und Uranimporten aus politisch instabilen Regionen ;
- Arbeitsplätze vor Ort: Planung, Errichtung und Wartung von Wind-, Solar- und Biomasse-Anlagen schaffen Tausende von Stellen — viele davon in ländlichen Regionen ;
- Erreichen der Klimaziele: Deutschland will bis 2030 mindestens 80 % seines Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen. Jeder Haushalt, der zu echtem Ökostrom wechselt, trägt direkt dazu bei ;
- Innovation und Infrastruktur: Die Nachfrage nach Ökostrom finanziert Netzausbau, Speichertechnologien und Wasserstoffprojekte — und sichert Europas technologische Spitzenposition.
Welche Ökostromanbieter gibt es in Deutschland?
Der deutsche Ökostrommarkt umfasst sowohl spezialisierte Pure-Play-Anbieter, die ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen verkaufen, als auch große Energieversorger, die neben ihrem Standardstrom auch zertifizierte Ökostromtarife anbieten. Die folgende Übersicht zeigt acht der etabliertesten Anbieter — sortiert nach Spezialisierungsgrad auf Ökostrom — mit jeweiligem Label und Profil.
| Anbieter | Zertifizierung | Besonderheit |
|---|---|---|
| NATURSTROM | Grüner Strom Label Gold | Ökostrom-Pionier seit 1998 ; reinvestiert einen festen Cent-Betrag pro verkaufter kWh in den Bau neuer EE-Anlagen. |
| EWS Schönau | Grüner Strom Label Gold | Genossenschaft aus dem Schwarzwald, gegründet aus dem Bürgerprotest gegen Atomkraft („Schönauer Stromrebellen") ; konsequent atomstromfrei. |
| Green Planet Energy | Grüner Strom Label Gold | Genossenschaft, hervorgegangen aus Greenpeace Energy ; bietet auch zertifiziertes Bio-Erdgas und grünen Wasserstoff. |
| Polarstern | Grüner Strom Label Gold | Sozial-ökologischer Anbieter (B-Corp-Zertifizierung) ; Pionier für Mieterstrom in Mehrfamilienhäusern. |
| Bürgerwerke | Grüner Strom Label Gold | Genossenschaftlicher Zusammenschluss von über 100 Bürgerenergie-Gemeinschaften ; Strom kommt direkt aus Anlagen der Mitglieder. |
| LichtBlick | TÜV-zertifizierter Ökostrom | Größter unabhängiger Ökostromanbieter Deutschlands ; breites Produktangebot inkl. Wallboxen und Wärmestrom. |
| E.ON Ökostrom | TÜV SÜD EE01 | Ökostromtarif eines der größten Energieversorger Europas ; bundesweit verfügbar mit zahlreichen Bonus-Optionen. |
| Vattenfall Natur | TÜV SÜD | Ökostromtarif des schwedischen Großversorgers ; Strom aus europäischer Wasserkraft mit Herkunftsnachweisen. |
Übersicht etablierter Ökostromanbieter — Reihenfolge nach Spezialisierungsgrad, kein Ranking. Die Liste ist nicht vollständig ; aktuelle Tarife und Verfügbarkeit für Ihre Postleitzahl finden Sie über unseren Strompreisvergleich.
Häufig gestellte Fragen zu Ökostrom
Ökostrom ist Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Wasser-, Sonnen- oder Bioenergie erzeugt wird. Im Unterschied zu konventionellem Strom verursacht er bei der Produktion deutlich weniger Treibhausgasemissionen und greift nicht auf endliche Ressourcen wie Kohle, Erdgas oder Uran zurück.
Nein, in den meisten Fällen ist Ökostrom heute sogar günstiger als die Grundversorgung. Wer noch beim Grundversorger ist, kann durch einen Wechsel zu einem zertifizierten Ökostromtarif mehrere hundert Euro pro Jahr sparen — ohne Komfortverlust und mit derselben Netz-Versorgungssicherheit.
Ein bloßer Herkunftsnachweis (HKN) garantiert noch nicht, dass Ihr Anbieter in neue erneuerbare Anlagen investiert — diese Nachweise lassen sich auch separat aus dem Ausland einkaufen. Achten Sie deshalb auf anerkannte Label wie ok-power, Grüner Strom Label oder TÜV SÜD EE01/EE02. Diese verpflichten den Anbieter, einen festen Anteil pro verkaufter kWh in den Bau neuer EE-Anlagen zu reinvestieren.
Spezialisierte Anbieter wie Naturstrom, EWS Schönau, Green Planet Energy, Polarstern und Bürgerwerke verkaufen ausschließlich zertifizierten Ökostrom. Daneben bieten auch Großversorger wie LichtBlick, E.ON und Vattenfall Ökostromtarife an. Eine kuratierte Übersicht mit Zertifizierungen finden Sie weiter oben auf dieser Seite.
Ja — der Wechsel ist in der Regel kostenlos und unkompliziert. Der neue Anbieter kümmert sich um die Kündigung beim alten Versorger, eine Unterbrechung der Stromversorgung gibt es nicht. Strom kommt weiterhin aus derselben Steckdose, nur die Abrechnung läuft über einen neuen Vertrag. Im Schnitt dauert ein Anbieterwechsel drei bis sechs Wochen.
Ja — sofern das Geld in den Ausbau neuer erneuerbarer Anlagen fließt. Bei Tarifen mit ok-power-, Grüner-Strom-Label oder TÜV-Zertifizierung wird ein Teil pro kWh nachweislich in den Bau zusätzlicher EE-Kapazitäten reinvestiert. Bei reinen HKN-Tarifen ohne Label kann der zusätzliche Klimaeffekt dagegen sehr gering bis null ausfallen.