Was ist ein Balkonkraftwerk?
Bei einem Balkonkraftwerk handelt es sich um eine kleine Photovoltaikanlage, die einfach auf dem Balkon oder auf der Terrasse montiert und mit einem Stecker an das eigene Stromnetz angeschlossen wird. Der durch die Sonneneinstrahlung produzierte Strom kann in der Folge für den eigenen Bedarf – jedoch nur unmittelbar – genutzt werden. Die Förderung eines Balkonkraftwerkes hängt von Ihrem Wohnort und den dort geltenden Förderprogrammen ab.
Sie brauchen keine große Fläche oder kein Dach für die Installation eines Balkonkraftwerkes: Schon ein Balkongeländer oder ein kleiner Bereich der Terrasse reicht aus, um ein Balkonkraftwerk mit Solarplatten zur Stromerzeugung zu installieren. Dementsprechend können auch Bewohner einer Wohnung und insbesondere Mieter umweltfreundlich eigenen Strom erzeugen!
Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?
Um zu verstehen, wie ein Balkonkraftwerk funktioniert, werfen wir einen Blick auf den Aufbau dieser Mini-Photovoltaikanlage: Balkonkraftwerke bestehen aus einzelnen Solarmodulen sowie aus einem Wechselrichter. Die Energie der Sonnenstrahlen wird in den Solarmodulen in Gleichstrom umgewandelt und der Wechselrichter wandelt diesen Gleichstrom im Anschluss in Wechselstrom um.
Über eine Haussteckdose wird der erzeugte Solarstrom des Balkonkraftwerkes in das eigene Stromnetz eingespeist. Angeschlossene Geräte werden jetzt bevorzugt mit dem Strom des Balkonkraftwerkes versorgt. Wenn dieser Strom nicht ausreichen sollte, wird regulärer Strom aus dem Stromnetz genutzt.
Unmittelbare Nutzung von Solarstrom aus Balkonkraftwerken
Selbst erzeugter Strom aus dem Balkonkraftwerk wird in der Regel unmittelbar im Haushalt verbraucht. Ohne Zusatzspeicher haben Balkonkraftwerke selbst keine Speichermöglichkeit – seit 2024/2025 bieten Hersteller wie Anker, Zendure und EcoFlow allerdings spezielle Balkonspeicher an, die hinter dem Zähler zwischengeschaltet werden. Der Stromzähler steht still, wenn eigener Solarstrom genutzt wird, und überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist. Eine Einspeisevergütung wird für Balkonkraftwerke in der Praxis nicht beantragt, da der Aufwand die geringen Erlöse übersteigt. Steuerlich gilt seit 2023 für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp der MwSt-Nullsatz beim Kauf, und die Einnahmen sind einkommensteuerfrei – das schließt Balkonkraftwerke ausdrücklich ein.Wann lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Ein typisches Balkonkraftwerk-Komplettset 2026 (zwei Module mit je 410–445 Wp plus 800-VA-Wechselrichter) kostet zwischen 400 € und 800 €, je nach Hersteller, Montagezubehör und Lieferumfang. Mit zusätzlichem Balkonspeicher beginnen Sets ab rund 1.000 €. Dank des MwSt-Nullsatzes für Photovoltaik wird beim Kauf keine Mehrwertsteuer mehr erhoben. Wann sich ein Balkonkraftwerk amortisiert, hängt vom Kaufpreis, von der Sonneneinstrahlung und vom aktuellen Strompreis ab – realistisch sind 5 bis 8 Jahre bei einer 800-W-Anlage mit rund 30 % Eigenverbrauch.
Sollte man sich also ein Balkonkraftwerk kaufen? Wie so häufig lautet die Antwort: Es kommt darauf an. Wenn Sie langfristig Geld sparen und Ihre Stromkosten senken wollen sowie wenn vorteilhafte Voraussetzungen für die Montage eines Balkonkraftwerkes erfüllt sind, lohnt sich die Investition nach wenigen Jahren. Wichtig ist, dass der eigene Balkon oder die Terrasse nach Süden, Südosten oder Südwesten ausgerichtet ist, um möglichst viel Solarenergie zu erzeugen.
Übrigens: Wenn Sie genaue Werte wünschen, können Sie mit dem Tool PVGIS (Photovoltaic Geographical Information System) online und kostenlos den Ertrag Ihres Balkonkraftwerkes berechnen.
Das passende Balkonkraftwerk: Hilfe bei der Kaufentscheidung
Wenn Sie sich für ein Balkonkraftwerk interessieren, stehen Ihnen verschiedene Modelle zur Auswahl. So können Balkonkraftwerke aus einem, aus zwei oder auch aus vier Solarmodulen bestehen. Je nach Platz eignen sich entsprechend unterschiedliche Anlagen für Ihren Balkon oder für Ihre Terrasse.
Die Leistung der Solarmodule eines Balkonkraftwerkes wird in Watt Peak (oder: Wp) angegeben. Moderne Module liegen typischerweise zwischen 400 und 450 Wp pro Stück; übliche Sets erreichen so rund 800 bis 2.000 Wp Modulleistung. Hierbei gilt: Je höher der Watt-Peak-Wert, desto höher die potenzielle Stromernte. Entscheidend für die rechtliche Einordnung ist allerdings nicht die Modulleistung, sondern die Wechselrichter-Leistung – seit dem Solarpaket I (Inkrafttreten am 16. Mai 2024) sind 800 VA erlaubt (zuvor 600 W).
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Das beste Balkonkraftwerk im Balkonkraftwerk Test
Hilfe bei der Kaufentscheidung kann ein Blick auf einen Balkonkraftwerk Test bieten. Wir stellen Ihnen im Folgenden drei Balkonkraftwerke vor, sodass Sie einen schnellen Vergleich anstellen und das passende Balkonkraftwerk kaufen können. Es gibt sowohl von diesen Anbietern verschiedene Modelle als auch zahlreiche weitere Hersteller.
| Balkonkraftwerk Hersteller | Eigenschaften | Kosten |
|---|---|---|
| 🔌 Greenakku Balkonkraftwerk (SelfPV) |
|
💶 ab 478 €(SelfPV 370 Watt Peak) |
| 🔌 Yuma Balkonkraftwerk (Yuma Balcony Eco) |
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💶 ab 649 €(Yuma Balcony Eco 365 Watt Peak |
| 🔌 Alpha Solar Balkonkraftwerk (JA Solar) |
|
💶 ab 459 € (JA Solar Silber 345 Watt Peak) |
Was muss man beim Balkonkraftwerk Kaufen beachten?
Beim Kauf eines Balkonkraftwerkes sollten Sie neben den Testergebnissen und der Leistung noch ein paar generelle Informationen zur Anlage und Versicherung einer Photovoltaikanlage beachten. Die wichtigsten Punkte, die mit in die Kaufentscheidung eines Balkonkraftwerkes hineinfließen, sehen Sie im Folgenden:
- Wichtiges rund um das Balkonkraftwerk
- Montage: Die meisten Balkonkraftwerke lassen sich ohne Spezialwerkzeug auf Geländer, an der Brüstung, an der Wand oder am Dach montieren.
- Balkonkraftwerk mit Speicher: Spezielle Balkonspeicher (z. B. von Anker SOLIX, Zendure SolarFlow oder EcoFlow) kosten 2026 je nach Kapazität rund 500 bis 1.500 € zusätzlich und lassen sich nachträglich zwischen Modul und Wechselrichter integrieren.
- Wechselrichter Balkonkraftwerk: Ein Balkonkraftwerk braucht immer einen Wechselrichter, der den Gleichstrom der Solarmodule in nutzbaren Wechselstrom umwandelt. Seit dem Solarpaket I darf seine Ausgangsleistung bis zu 800 VA betragen.
- Balkonkraftwerk Steckdose: Eine herkömmliche Schuko-Steckdose ist seit dem Solarpaket I ausdrücklich zulässig – ein spezieller Wieland-Stecker ist nicht mehr verpflichtend. Wichtig bleibt, dass der Wechselrichter über einen integrierten NA-Schutz nach VDE-AR-N 4105 verfügt.
- Reinigung: Beachten Sie die Reinigungshinweise Ihrer Photovoltaik-Module.
Wenn Sie grünen Ökostrom beziehen wollen, aber unsicher in Bezug auf den Kauf eines Balkonkraftwerkes sind, können Sie nachhaltig produzierten Strom aus erneuerbaren Energien wie Solarenergie, Windkraft und Wasserkraft bei verschiedenen Ökostromanbietern beziehen. Sprechen Sie gerne mit den Energieexperten von Energiemarie, um sich beraten zu lassen.
Welche Art Balkonkraftwerk ist erlaubt?
Seit dem Solarpaket I (in Kraft getreten am 16. Mai 2024) sind in Deutschland Balkonkraftwerke mit einer Wechselrichter-Ausgangsleistung von bis zu 800 VA erlaubt. Maßgeblich ist die Leistung am Ausgang des Wechselrichters, da dieser die Einspeisung ins Hausnetz begrenzt. Die Modulleistung (Wp) ist in der Praxis nicht gedeckelt – üblich sind heute Sets mit 800 bis 2.000 Wp Modulleistung, deren Wechselrichter auf 800 VA limitiert ist.
Auch die Anzahl der Balkonkraftwerke pro Haushalt ist nicht mehr starr begrenzt: Solange die Gesamtleistung des Wechselrichters 800 VA nicht überschreitet, dürfen mehrere kleinere Anlagen kombiniert werden. Wer eine größere Anlage installieren möchte, benötigt weiterhin eine Elektrofachkraft und eine reguläre PV-Anmeldung. Auch in Bezug auf die spätere Entsorgung von Photovoltaikanlagen und Modulen sind die geltenden Regeln zu beachten.
Mietrecht und WEG seit Oktober 2024: Mit der Novelle des § 554 BGB und des Wohnungseigentumsgesetzes (in Kraft seit 17. Oktober 2024) haben Mieter und Wohnungseigentümer einen Rechtsanspruch auf Zustimmung zur Installation eines Steckersolargeräts. Vermieter beziehungsweise die Eigentümergemeinschaft können die Zustimmung nur noch in eng begrenzten Ausnahmefällen verweigern.
Muss ein Balkonkraftwerk angemeldet werden?
Mit dem Solarpaket I hat sich die Anmeldung eines Balkonkraftwerks deutlich vereinfacht. Seit 16. Mai 2024 entfällt die separate Meldung beim Netzbetreiber. Es genügt eine einmalige Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur – das Formular wurde auf rund fünf Pflichtfelder verschlankt und ist in wenigen Minuten erledigt. Die Registrierung muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen und ist kostenlos.
Was passiert, wenn ich mein Balkonkraftwerk nicht anmelde? Die Registrierung im MaStR ist gesetzlich vorgeschrieben; bei Verstößen drohen Bußgelder. Da die Anmeldung kostenlos und unkompliziert ist, sollten Sie diesen Schritt nicht überspringen.
Folgende Angaben benötigen Sie für die MaStR-Registrierung:
- Persönliche Daten des Anlagenbetreibers (Name, Adresse).
- Standort und Inbetriebnahmedatum des Balkonkraftwerks.
- Modul- und Wechselrichter-Leistung (Wp beziehungsweise VA) sowie Hersteller.
Schritte beim Balkonkraftwerk Anmelden
Die Anmeldung eines Balkonkraftwerks umfasst seit dem Solarpaket I nur noch zwei Schritte:
- Inbetriebnahme: Sie können das Balkonkraftwerk direkt anschließen und betreiben – eine vorherige Genehmigung des Netzbetreibers ist nicht mehr erforderlich.
- Registrierung im Marktstammdatenregister: Innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme melden Sie die Anlage online bei der Bundesnetzagentur unter marktstammdatenregister.de an.
- Zählertausch durch den Netzbetreiber: Übergangsweise dürfen alte Ferraris-Zähler (auch ohne Rücklaufsperre) bis zum Tausch durch den Netzbetreiber weiter genutzt werden. Den Tausch auf einen modernen Zweirichtungszähler beauftragt der Netzbetreiber von sich aus – Sie müssen nicht aktiv werden.