Das Wichtigste in Kürze
  • Die ideale Wohnzimmer-Temperatur liegt zwischen 20 und 22 °C, im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 °C, im Bad sind 22 bis 24 °C angenehm.
  • Jedes Grad weniger senkt den Heizenergieverbrauch um rund 6 % – für einen 80-m²-Gas-Haushalt sind das je nach Tarif etwa 70 bis 120 € pro Jahr.
  • Unter 16 °C steigt das Schimmel-Risiko stark – Sparen darf nie auf Kosten der Bausubstanz oder Gesundheit gehen.
  • Vermieter müssen tagsüber (6–24 Uhr) mindestens 20 °C im Wohnzimmer und 22 °C im Bad ermöglichen – sonst droht eine Mietminderung.
  • Programmierbare Thermostate senken den Heizverbrauch zusätzlich um bis zu 10 %, weil sie Nachtabsenkung und Abwesenheit automatisch regeln.

Welche Raumtemperatur ist ideal? Tabelle pro Zimmer

Die optimale Raumtemperatur richtet sich nach der Nutzung: Wo Sie sich lange aufhalten und wenig bewegen, brauchen Sie es wärmer – wo Sie schlafen oder durchqueren, darf es kühler sein. Die folgenden Richtwerte sind in deutschen Energieratgebern und beim Umweltbundesamt etabliert und gelten als guter Kompromiss zwischen Komfort, Gesundheit und Heizkosten.

Wichtig: Die Werte beziehen sich auf die Lufttemperatur in der Mitte des Raumes, etwa 1,5 Meter über dem Boden gemessen. Direkt am Fenster oder an einer Außenwand kann es spürbar kühler sein, ohne dass das Thermostat falsch eingestellt ist.

Empfohlene Raumtemperaturen pro Zimmer in der Wohnung
Raum Komfort-Temperatur Spar-Temperatur Thermostat-Stufe
Wohnzimmer 20–22 °C 19 °C 3
Kinderzimmer (Spielen) 20–22 °C 20 °C 3
Bad 22–24 °C 20 °C 3–4
Arbeitszimmer / Homeoffice 20–22 °C 19 °C 3
Küche 18–20 °C 17 °C 2–3
Schlafzimmer 16–18 °C 16 °C 2
Flur / Treppenhaus 15–18 °C 15 °C 1–2
Keller / Abstellraum 12–15 °C 12 °C *

Richtwerte für die Heizperiode in deutschen Wohnungen. Quellen: Umweltbundesamt, Stiftung Warentest, Verbraucherzentrale.

Für Babys und Kleinkinder gelten leicht abweichende Werte: Tagsüber sollte das Kinderzimmer beim Spielen etwas wärmer als das Wohnzimmer sein, zum Schlafen reichen aber auch hier 18 °C. Senior:innen, kranke oder bewegungseingeschränkte Menschen empfinden 20 °C oft schon als kühl – planen Sie hier eher 22 °C ein, vor allem im Wohn- und Schlafbereich.

Wie viel sparen Sie pro Grad weniger?

Die einfachste Faustregel im deutschen Energiemarkt lautet: 1 °C weniger Raumtemperatur spart rund 6 % Heizenergie. Diese Zahl stammt von Stiftung Warentest und der Verbraucherzentrale und ist im Heizungsbau weitgehend Konsens. Wenn Sie statt 22 °C nur 20 °C heizen, sinkt Ihr Verbrauch also um etwa 12 %.

Was das in Euro bedeutet, hängt von Wohnungsgröße, Heizungsart und Tarif ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Jahresersparnisse für einen 80-m²-Haushalt mit durchschnittlichem Verbrauch:

Jahresersparnis pro Grad weniger Raumtemperatur nach Heizungsart
Heizungsart Typischer Jahresverbrauch (80 m²) Ersparnis pro °C Ersparnis bei 2 °C weniger
Gasheizung 12.000 kWh ca. 70–90 € ca. 140–180 €
Ölheizung 1.200 Liter ca. 70–100 € ca. 140–200 €
Fernwärme 12.000 kWh ca. 90–110 € ca. 180–220 €
Wärmepumpe 3.500 kWh Strom ca. 60–80 € ca. 120–160 €
Stromdirektheizung 10.000 kWh ca. 180–220 € ca. 360–440 €

Berechnung auf Basis durchschnittlicher Brennstoff- und Strompreise in Deutschland (2026). Ihre tatsächliche Ersparnis hängt von Tarif, Dämmung und Heizverhalten ab. Den aktuellen Stand finden Sie im Strompreisvergleich und Gaspreisvergleich.

Eine weitere wirksame Stellschraube ist der Wechsel des Energieanbieters. Wenn Sie noch in der teuren Grundversorgung sind, kann ein Stromanbieter-Wechsel oder ein günstigerer Gastarif oft mehrere Hundert Euro pro Jahr bringen – zusätzlich zu jeder eingesparten Heiz-Kilowattstunde. Mehr Tipps finden Sie im Ratgeber Heizkosten berechnen und sparen.

Komfort vs. Kosten: wann sich Sparen nicht lohnt

Heizen ist immer eine Abwägung zwischen Wohlfühlen, Heizrechnung und Bausubstanz. Bis zu einem gewissen Punkt sparen Sie ohne Komforteinbußen – darunter wird es ungesund, unwirtschaftlich oder gefährlich für die Wohnung. Drei Schwellen sollten Sie kennen.

Schwelle 1: Gesundheit – nicht unter 18 °C in Wohnräumen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für genutzte Wohnräume mindestens 18 °C. Darunter steigt das Risiko für Atemwegserkrankungen, Kreislaufprobleme und – bei kalten Wänden – auch das Schimmel-Risiko. Für ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Kranke sollten Sie ohnehin 20 °C nicht unterschreiten.

Schwelle 2: Schimmel-Risiko unter 16 °C

Kalte Wände sind die Hauptursache für Schimmel in deutschen Wohnungen. Wenn die Wandoberfläche unter den Taupunkt sinkt, kondensiert Luftfeuchtigkeit aus – und Schimmelsporen finden ideale Bedingungen. Als Faustregel gilt: Räume nicht dauerhaft unter 16 °C heizen und immer regelmäßig stoßlüften (drei- bis viermal täglich für 5–10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster).

Besonders heikel sind Schlafzimmer mit Außenwand: Wer dort nur 14 °C heizt und nicht ausreichend lüftet, riskiert binnen einer Heizperiode sichtbaren Schimmelbefall – die Sanierungskosten übersteigen die Heizkostenersparnis schnell um ein Vielfaches.

Schwelle 3: Aufheizen kostet mehr als Halten

Ein hartnäckiger Mythos lautet: „Lieber durchheizen, das ist günstiger als jedes Mal aufzuheizen." Stimmt das? Nein – aber nur bedingt. Bei kurzer Abwesenheit (bis 8 Stunden) lohnt sich das Absenken auf etwa 17–18 °C. Bei sehr gut gedämmten Häusern oder Wärmepumpen, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten, kann ein konstanter Betrieb effizienter sein als starke Absenkungen.

Faustregel: Klassische Gas- und Ölheizungen profitieren von Nachtabsenkung, moderne Wärmepumpen eher nicht. Wenn Sie unsicher sind, prüfen Sie die Empfehlung in Ihrer Anlagendokumentation oder lassen Sie die Heizlast Ihres Gebäudes einschätzen.

Mindesttemperatur im Mietrecht: was Vermieter leisten müssen

Als Mieter:in haben Sie Anspruch auf eine warme Wohnung. Die deutsche Rechtsprechung hat dafür klare Mindesttemperaturen entwickelt – auch wenn diese nicht in einem einzigen Gesetz stehen, sondern aus zahlreichen Gerichtsurteilen abgeleitet sind. Vermieter müssen die Heizungsanlage so betreiben, dass folgende Werte tagsüber problemlos erreichbar sind:

  • Wohn- und Arbeitsräume : mindestens 20 °C tagsüber (6–24 Uhr) ;
  • Bad und Dusche : mindestens 22 °C tagsüber ;
  • Küche : mindestens 20 °C tagsüber ;
  • Schlafzimmer : mindestens 18 °C tagsüber ;
  • Nachts (24–6 Uhr) : 16–18 °C in allen Wohnräumen.

Erreicht die Heizung diese Werte trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht, liegt ein Mietmangel vor. Sie können dann – nach schriftlicher Mängelanzeige beim Vermieter – eine Mietminderung verlangen. Die Höhe richtet sich nach der Schwere des Mangels: Bei einer komplett ausgefallenen Heizung im Winter kann sie 50 % und mehr betragen, bei unzureichender Wärmeleistung typischerweise 10–20 %.

So gehen Sie bei zu kalten Räumen vor

1. Messen : Lufttemperatur in Raummitte, 1,5 m über dem Boden, bei normalem Heizverhalten.
2. Dokumentieren : mehrere Tage protokollieren, Uhrzeit und gemessene Werte notieren.
3. Mängelanzeige : schriftlich (am besten Einschreiben) an den Vermieter mit Frist zur Behebung.
4. Mietminderung : erst nach erfolgloser Frist und im angemessenen Rahmen.

Umgekehrt müssen Sie als Mieter:in ausreichend heizen und lüften, um Schäden an der Mietsache zu vermeiden. Wer monatelang gar nicht heizt und dadurch Schimmel verursacht, haftet selbst für den Schaden. Mehr Hintergrund zur Heizpflicht und zu Modernisierungen finden Sie im Ratgeber zum Heizungsgesetz.

Nachtabsenkung und Abwesenheit: richtig herunterregeln

Die größten Einsparungen erzielen Sie nicht durch dauerhaft kühle Räume, sondern durch gezielte Absenkung, wenn Sie sie nicht brauchen. Drei typische Situationen:

Nachts: 4–5 °C herunter reicht

Senken Sie nachts auf etwa 17–18 °C ab. Stärkere Absenkungen sind selten sinnvoll, weil das morgendliche Wiederaufheizen sonst zu viel Energie zurückholt. Im Schlafzimmer können Sie ohnehin durchgängig auf 16–18 °C bleiben.

Tagsüber unterwegs: auf 17–18 °C absenken

Wenn Sie tagsüber arbeiten oder mehrere Stunden außer Haus sind, lohnt eine Absenkung auf 17–18 °C. Bei klassischen Heizungen ist diese Strategie unumstritten – bei Wärmepumpen prüfen Sie die Herstellerempfehlung. Programmierbare Thermostate nehmen Ihnen das ab und sparen laut Verbraucherzentrale rund 10 % Heizenergie.

Mehrere Tage weg: 15 °C, aber nie ausschalten

Bei Urlaub oder Geschäftsreisen reichen 15 °C in allen Räumen. Drehen Sie die Heizung aber niemals komplett ab – die Wände kühlen sonst zu stark aus, der Wiederaufwärm-Aufwand übersteigt die Ersparnis, und im Winter droht Frostschaden an den Wasserleitungen. Die Stellung „Schneeflocke" (≈ 5 °C) ist nur sinnvoll, wenn das Gebäude für längere Zeit gar nicht bewohnt wird.

Vergessen Sie nicht, vor und nach der Absenkphase kurz und kräftig zu lüften: drei- bis viermal täglich für 5–10 Minuten bei voll geöffnetem Fenster. Dauerhaft gekippte Fenster sind die größte Energiefalle und fördern Schimmel an den Laibungen.

Thermostat richtig einstellen: was bedeuten die Zahlen 1–5?

Klassische Heizkörperthermostate zeigen statt Temperaturen die Zahlen 1 bis 5 (manchmal auch ein Sternchen). Jede Stufe entspricht dabei ungefähr einer Solltemperatur, die das Thermostat im Raum zu halten versucht.

Thermostat-Stufen und entsprechende Raumtemperaturen
Stufe Solltemperatur Typische Nutzung
Schneeflocke (*) ca. 5 °C Frostschutz, unbewohnte Wohnung
1 ca. 12 °C Keller, Abstellraum
2 ca. 16 °C Schlafzimmer, Flur
3 ca. 20 °C Wohnzimmer, Küche, Kinderzimmer
4 ca. 24 °C Badezimmer
5 ca. 28 °C Maximalstellung – nur kurz zum Schnellaufheizen

Die Werte zwischen den Stufen entsprechen jeweils etwa 4 °C Unterschied. Zwischen 2 und 3 liegen also rund 16–20 °C.

Häufiger Fehler: das Thermostat auf Stufe 5 drehen, um schneller aufzuheizen. Das funktioniert nicht – der Raum erwärmt sich nicht schneller, sondern wird nur über den Zielwert hinaus geheizt. Stellen Sie stattdessen direkt die gewünschte Stufe ein.

Wenn ein Heizkörper trotz aufgedrehtem Thermostat nicht warm wird, ist meist Luft im Heizkörper. Einmal pro Heizperiode entlüften (oben am Heizkörper, mit Vierkantschlüssel und Auffangbehälter) und der Wirkungsgrad ist wieder optimal. Für tiefergehende Probleme – etwa kalter Heizkörper unten, warm oben – lohnt ein Blick auf den hydraulischen Abgleich Ihrer Anlage.

Programmierbare oder smarte Thermostate kosten 25–80 € pro Heizkörper und amortisieren sich bei normaler Nutzung in ein bis zwei Heizperioden. Sie regeln Tag- und Nachtabsenkung automatisch und reagieren beim Lüften (Fenster-offen-Erkennung) eigenständig. Wer mehrere Räume mit unterschiedlichen Nutzungsprofilen hat, profitiert besonders. Wenn Sie ohnehin eine neue Heizung planen, sollten Sie das Thema gleich mitdenken – mehr dazu im Überblick Welche Heizung ist die richtige?.

Häufige Fragen zur Raumtemperatur

Schimmel entsteht nicht an einer bestimmten Temperatur, sondern dort, wo feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft. Als Faustregel gilt: Räume nicht dauerhaft unter 16 °C heizen, regelmäßig stoßlüften und Möbel mit Abstand zur Außenwand stellen. Besonders gefährdet sind Schlafzimmer, Bäder ohne Fenster und Wohnungen mit schlecht gedämmten Außenwänden.

Tagsüber sollte das Babyzimmer beim Spielen 20–22 °C warm sein, zum Schlafen reichen 18 °C. Wichtiger als das letzte Grad ist eine ausreichende Luftfeuchtigkeit (40–60 %) und gleichmäßige Temperatur. Wenn Sie unsicher sind, prüfen Sie es im Nacken Ihres Kindes: warm und trocken bedeutet richtig, kalt oder feucht bedeutet zu kühl beziehungsweise zu warm.

In Deutschland muss die Heizungsanlage tagsüber (6–24 Uhr) mindestens 20 °C in Wohnräumen und 22 °C im Bad erreichen können. Schafft die Heizung das trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht, ist das ein Mietmangel – Sie können nach schriftlicher Mängelanzeige eine Mietminderung verlangen. Nachts (24–6 Uhr) sind 16–18 °C ausreichend.

Bei klassischen Gas- und Ölheizungen lohnt sich die Nachtabsenkung auf 17–18 °C fast immer. Bei modernen Wärmepumpen mit niedriger Vorlauftemperatur kann ein gleichmäßiger Betrieb effizienter sein – prüfen Sie die Herstellerempfehlung. Komplett ausschalten sollten Sie nie: Frostschäden und der hohe Wiederaufheiz-Bedarf machen die Ersparnis schnell zunichte.

Pro Grad weniger Raumtemperatur sinkt der Heizenergieverbrauch um etwa 6 %. Für einen typischen 80-m²-Gas-Haushalt sind das je nach Tarif rund 70 bis 90 € pro Jahr, bei Strom-Direktheizung 180–220 €. Wer zwei Grad senkt, verdoppelt die Ersparnis. Vergleichen Sie zusätzlich Ihren Tarif: ein Wechsel im Strompreisvergleich oder Gaspreisvergleich bringt oft mehrere Hundert Euro zusätzlich.

Fazit: Komfort, Kosten und Gesundheit im Gleichgewicht

Die optimale Raumtemperatur ist immer ein Kompromiss zwischen Wohlfühlen, Heizrechnung und Bausubstanz. Wer sich an die Richtwerte – 20 °C im Wohnzimmer, 17 °C im Schlafzimmer, 23 °C im Bad – hält und nachts auf 17–18 °C absenkt, kombiniert Komfort mit deutlicher Energieersparnis. Unter 16 °C wird es schwierig: Schimmel und Gesundheitsrisiken übersteigen schnell jede Einsparung.

  1. Stellen Sie pro Raum die Komfort-Temperatur ein und drehen Sie nicht auf Stufe 5 zum Aufheizen ;
  2. Senken Sie nachts und bei Abwesenheit gezielt ab – idealerweise mit programmierbaren Thermostaten ;
  3. Lüften Sie 3- bis 4-mal täglich stoßweise, statt Fenster zu kippen ;
  4. Vergleichen Sie Ihren Tarif: ein Wechsel beim Stromanbieter oder Gasanbieter spart oft mehr als jedes Grad.