Arbeitspreis Strom: das Wichtigste in Kürze
- Was der Arbeitspreis ist Angabe in Cent pro kWh
- Der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde
- Unterschied zum Grundpreis Angabe in Euro pro Monat oder Jahr
- Der Grundpreis fällt verbrauchsunabhängig an
- Gesamtpreis laut Bundesnetzagentur Stand 1. April 2025, Verbrauch 2.500–5.000 kWh
- 40,05 ct/kWh
- Gesamtpreis laut Statistischem Bundesamt 2. Halbjahr 2025, anderer Erhebungszeitraum
- 40,55 ct/kWh
- Neukundentarife bei EnergieMarie All-in-Referenzwert, Stand August 2026
- 37,00 ct/kWh
- So rechnen Sie
- Arbeitspreis × Verbrauch + Grundpreis = Jahreskosten
Alle genannten Werte sind Gesamtpreise, nicht Arbeitspreise. Ein amtlicher Durchschnitt allein für den Arbeitspreis wird in Deutschland nicht veröffentlicht; wie Sie ihn aus dem Gesamtpreis herleiten, zeigt der Abschnitt „Wie hoch ist der Arbeitspreis Strom?“.
Was wird unter dem Arbeitspreis Strom verstanden?
Der Arbeitspreis Strom ist die variable Größe Ihrer Stromrechnung. Er wird in Cent pro Kilowattstunde (kWh) angegeben und fällt nur für den Strom an, den Sie tatsächlich verbrauchen. Wer weniger verbraucht, zahlt beim Arbeitspreis weniger, anders als beim pauschal berechneten Grundpreis.
Zusammen ergeben beide Bestandteile den Betrag, den Sie Ihrem Anbieter schulden, und damit auch die Höhe Ihres monatlichen Abschlags. Haushaltsstrompreise werden in Deutschland üblicherweise brutto angegeben, also inklusive Mehrwertsteuer.
Arbeitspreis und Grundpreis: der Unterschied
Der Arbeitspreis hängt von Ihrem Verbrauch ab, der Grundpreis nicht. Das ist der gesamte Unterschied, und er entscheidet darüber, welcher Tarif für Ihren Haushalt der günstigere ist.
| Merkmal | Arbeitspreis | Grundpreis |
|---|---|---|
| Abrechnung | Pro verbrauchter Kilowattstunde | Pauschal pro Monat oder Jahr |
| Vom Verbrauch abhängig | Ja | Nein |
| Übliche Angabe | Cent pro kWh | Euro pro Monat oder Jahr |
| Deckt ab | Beschaffung, Netzentgelte, Steuern und Umlagen je kWh | Zählermiete, Abrechnung, Kundenservice |
| Wen er stärker belastet | Haushalte mit hohem Verbrauch | Haushalte mit niedrigem Verbrauch |
Daraus folgt eine praktische Faustregel: Ein Tarif ohne Grundpreis lohnt sich nur bei sehr niedrigem Verbrauch, weil der Anbieter die Fixkosten dann über einen höheren Arbeitspreis wieder hereinholt. Bei durchschnittlichem Verbrauch ist die Kombination aus moderatem Grundpreis und niedrigem Arbeitspreis meist günstiger.
Woraus setzt sich der Arbeitspreis Strom zusammen?
Die Bundesnetzagentur unterteilt den Strompreis in vier Bestandteile. Nur der erste davon wird im Wettbewerb gebildet; die übrigen drei sind reguliert oder gesetzlich festgelegt.
| Bestandteil | Was er enthält | Wer ihn festlegt |
|---|---|---|
| Wettbewerbliche Komponente | Energiebeschaffung, Vertriebsaufwendungen, Gewinnmarge | Der Anbieter |
| Infrastrukturkomponente | Netzentgelte und Messstellenbetrieb | Reguliert |
| Steuerliche Komponente | Stromsteuer und Umsatzsteuer | Der Gesetzgeber |
| Abgaben und Umlagen | Konzessionsabgabe und Netzumlagen | Der Gesetzgeber |
Einteilung nach der Bundesnetzagentur. Quelle: Bundesnetzagentur, Preise und Abschläge.
Weil drei der vier Bestandteile staatlich gesetzt oder reguliert sind, kann ein Anbieter nur einen begrenzten Teil des Arbeitspreises beeinflussen. Wie sich die Anteile im Detail verteilen, zeigt unser Artikel zur Strompreiszusammensetzung.
Wie hoch ist der Arbeitspreis Strom?
Auf diese Frage gibt es keine amtliche Zahl. Weder die Bundesnetzagentur noch das Statistische Bundesamt veröffentlichen einen Durchschnitt allein für den Arbeitspreis; beide weisen den Gesamtpreis aus, also Arbeitspreis und Grundpreis zusammengerechnet.
Was die amtlichen Zahlen ausweisen
Die Bundesnetzagentur nennt für Haushalte mit einem Jahresverbrauch zwischen 2.500 und 5.000 kWh einen Gesamtpreis von 40,05 ct/kWh (Stand: 1. April 2025). Das Statistische Bundesamt kommt für das 2. Halbjahr 2025 auf 40,55 ct/kWh. Für Neukundentarife setzt EnergieMarie derzeit 37,00 ct/kWh an (Stand: August 2026); Neuverträge liegen typischerweise unter dem Marktdurchschnitt, in den auch ältere und Grundversorgungstarife einfließen.
Quellen: Statistisches Bundesamt, Durchschnittspreise Erdgas und Strom; Bundesnetzagentur (siehe oben).
So leiten Sie Ihren Arbeitspreis her
Ihren eigenen Arbeitspreis müssen Sie nicht schätzen; er steht auf Ihrer Stromrechnung, getrennt vom Grundpreis ausgewiesen. Aus einem Gesamtpreis lässt er sich so herleiten:
- Gesamtpreis (Beispiel) Bundesnetzagentur, 2.500–5.000 kWh
- 40,05 ct/kWh
- Angenommener Grundpreis Beispielwert, Ihr Vertrag kann abweichen
- 120 € pro Jahr
- Bei 2.500 kWh entspricht das 120 € ÷ 2.500 kWh
- 4,80 ct/kWh
- Rechnerischer Arbeitspreis 40,05 − 4,80
- 35,25 ct/kWh
Beispielrechnung zur Veranschaulichung. Der Grundpreis ist ein angenommener Wert, kein Durchschnitt; den tatsächlichen entnehmen Sie Ihrem Vertrag.
Dieselbe Rechnung mit Ihren eigenen Zahlen macht der folgende Rechner. Ändern Sie den Arbeitspreis und beobachten Sie, wie sich Jahreskosten und monatlicher Abschlag verschieben.
Stromkosten-Rechner: Ihre Jahresrechnung schätzen
Jahresverbrauch Ihren Jahresverbrauch finden Sie auf Ihrer letzten Stromrechnung. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht rund 2.500 kWh pro Jahr.
Arbeitspreis Der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde, ohne Grundpreis. Vorbelegt mit dem Arbeitspreis-Anteil, der sich aus dem Neukunden-Gesamtpreis abzüglich des Grundpreises ergibt; passen Sie ihn an Ihren Tarif an.
Grundpreis Der monatliche Fixbetrag, den Sie unabhängig vom Verbrauch zahlen. Auf der Rechnung oft als Jahresbetrag angegeben — dann durch 12 teilen.
Geschätzte Stromkosten
€
pro Jahr
Monatlicher Abschlag
€
rund im Monat
So setzt sich Ihre Jahresrechnung zusammen
- Arbeitspreis (Verbrauch):
- €
- Grundpreis (fix):
- €
Vorbelegt mit dem Neukunden-Gesamtpreis von 37,00 ct/kWh, aufgeteilt in Arbeits- und Grundpreis. Stand: August 2026.
So funktioniert die Berechnung
Formel: (Jahresverbrauch in kWh × Arbeitspreis in ct/kWh ÷ 100) + (Grundpreis pro Monat × 12). Das Ergebnis sind Ihre jährlichen Bruttokosten; der monatliche Abschlag ist dieser Betrag geteilt durch 12.
Annahmen: Ausgangswert ist der Neukunden-Gesamtpreis von Energiemarie (37,00 ct/kWh, Stand: August 2026). Dieser Wert enthält bereits Arbeits- und Grundpreis. Für die Voreinstellung wird deshalb der Grundpreis von 12,00 €/Monat herausgerechnet; übrig bleibt der Arbeitspreis-Anteil. Beide Felder können Sie an Ihren Tarif anpassen. Alle Angaben verstehen sich brutto, also inklusive Umsatzsteuer, Netzentgelten, Steuern und Abgaben — so, wie sie auf Ihrer Rechnung stehen.
Genauigkeit: Das Ergebnis ist eine Schätzung mit rund ±10 % Abweichung. Für eine genaue Zahl setzen Sie Ihren tatsächlichen Arbeits- und Grundpreis aus dem Vertrag ein.
Wann sollten Sie dem Ergebnis nicht vertrauen? Bei Tarifen mit mehreren Preisstufen (z. B. Hoch- und Niedertarif bei Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe), bei separaten Zählern für steuerbare Verbrauchseinrichtungen oder wenn ein Neukundenbonus im ersten Jahr die Kosten verzerrt. In diesen Fällen weicht die reale Rechnung stärker ab.
Sie sind unsicher? Das Team von Selectra hilft Ihnen kostenlos telefonisch weiter und prüft Ihren Tarif mit Ihnen gemeinsam. Alternativ finden Sie Arbeits- und Grundpreis schwarz auf weiß in Ihrer letzten Jahresabrechnung.
Der Arbeitspreis macht den größten Teil Ihrer Rechnung aus. Ein günstigerer Tarif senkt jede kWh — und damit Ihre Jahreskosten.
Stromtarife vergleichenArbeitspreis bei dynamischen Stromtarifen
Bei einem dynamischen Stromtarif ist der Arbeitspreis nicht mehr fest, sondern folgt stündlich dem Börsenpreis. Der Grundpreis bleibt dagegen unverändert.
Fest bleibt auch der größte Teil des Arbeitspreises: Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen bewegen sich nicht mit dem Markt. Nur der Beschaffungsanteil schwankt; er ist es, der eine Stunde teuer oder günstig macht. Wie sich beide Anteile heute verteilen, zeigt die Strompreis-Ampel stundengenau.
Für Haushalte, die Verbrauch gezielt verschieben können (Wärmepumpe, Wallbox, Speicher), kann das den effektiven Arbeitspreis spürbar senken. Wer seinen Verbrauch nicht verlagern kann, fährt mit einem festen Arbeitspreis meist ruhiger.
So finden Sie Tarife mit günstigen Arbeitspreisen
Vergleichen Sie nie den Arbeitspreis allein. Zwei Tarife mit identischem Arbeitspreis können sich über ein Jahr um dreistellige Beträge unterscheiden, sobald Grundpreis und Vertragsbedingungen auseinandergehen. Achten Sie auf:
- den Gesamtpreis für Ihren tatsächlichen Jahresverbrauch, nicht den Arbeitspreis isoliert;
- die Höhe des Grundpreises, besonders bei niedrigem Verbrauch;
- Preisgarantie und Vertragslaufzeit;
- die Kündigungsfristen, damit Sie nicht ungewollt verlängern.
Ein Wechsel wirkt beim Arbeitspreis am stärksten, wenn Ihr Verbrauch hoch ist; dort multipliziert sich jeder gesparte Cent mit jeder Kilowattstunde.
Energieanbieter wechseln mit Selectra
Ein Selectra-Berater vergleicht die Angebote und begleitet Sie beim Wechsel.
Mo.–Fr. 8:00–19:00 Uhr