Wie kann man beim Heizen Gas sparen?

Das größte Sparpotenzial liegt beim Heizen, denn darauf entfallen rund 85 % des Gasverbrauchs in deutschen Haushalten. Schon 1 °C weniger Raumtemperatur spart etwa 6 % Energie. Eine neue Gasheizung mit Brennwertkessel senkt den Verbrauch um zusätzliche 10 bis 30 %.

In deutschen Haushalten entfallen durchschnittlich 85 % des Gasverbrauchs auf Heizzwecke. Somit liegt beim Heizen auch das größte Einsparpotenzial. Folgende Energietipps können dabei helfen:

  1. Achten Sie stets auf eine angemessene Raumtemperatur, damit keine wertvolle Wärme verschwendet wird. 1 Grad Celsius weniger entspricht bereits einer Energieeinsparung von 6 Prozent. An folgenden Temperaturen können Sie sich orientieren:
    Wohnzimmer 20 – 22 °C
    Badezimmer 22 – 24 °C
    Küche 16 – 18 °C
    Schlafzimmer 15 – 18 °C
    Flur und Diele 15 – 16 °C

    Empfohlene Richtwerte. Jedes Grad darüber kostet rund 6 % mehr Heizenergie.

  2. Unser zweiter Tipp schließt direkt an die Raumtemperatur an. Nutzen Sie moderne Raumthermostate für eine einfache und effiziente Steuerung der Heizung;
  3. Regelmäßiges Entlüften sowie regelmäßige Wartungen;
  4. Dämmung sowie Isolierung prüfen und eventuell erneuern;
  5. Stoßlüften statt Dauerlüften mit gekippten Fenstern.

Kann ich auch mit einer neuen Heizung Gas sparen?

Ihre Zentralheizung oder Warmwasserheizung ist in die Jahre gekommen? Ein moderner Brennwertkessel spart gegenüber einem alten Heizkessel zehn bis 30 % Energie, abhängig von Alter und Zustand der Altanlage. Bevor Sie sich für einen reinen Gaskessel entscheiden, sollten Sie die Rechtslage kennen, die sich im Sommer 2026 geändert hat: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat das Gebäudeenergiegesetz abgelöst. Bundestag und Bundesrat haben es am 10. Juli 2026 beschlossen, in Kraft ist es seit dem 29. Juli 2026. Die Vorgabe, dass eine neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss, ist damit entfallen; die Bindung an die kommunale Wärmeplanung ebenfalls.

Ein neuer Gaskessel darf in bestehenden Gebäuden also weiterhin eingebaut werden. Er muss aber ab 2029 mit einem steigenden Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoffe wie Biomethan oder Wasserstoff betrieben werden: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040 (die sogenannte Bio-Treppe). Diese Brennstoffe sind teurer als Erdgas, und auf jede Kilowattstunde fossiles Gas fällt zusätzlich der CO₂-Preis an, der 2026 im nationalen Emissionshandel zwischen 55 und 65 € je Tonne liegt. Rechnen Sie beides mit ein, wenn Sie die Investition über 15 bis 20 Jahre Laufzeit vergleichen.

Für eine neue Gaszentralheizung im Einfamilienhaus werden inklusive Einbau meist 9.000 bis 15.000 € genannt (Marktübersichten von Heizungsportalen, Stand: 2026); eine Schornsteinsanierung oder ein hydraulischer Abgleich kommen gegebenenfalls hinzu. Eine staatliche Förderung gibt es für den reinen Gaskessel nicht.

Fördermöglichkeiten neuer Heizungen: Die Heizungsförderung läuft über die KfW als Zuschuss 458, seit dem 21. Juli 2026 zu neuen Konditionen: 30 % Grundförderung, ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % für den Austausch alter fossiler Heizungen (er sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte) und ein Einkommensbonus von 10 bis 40 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 50.000 € (Freibetrag 10.000 € je Kind). Insgesamt sind höchstens 80 % der förderfähigen Kosten möglich, die für die erste Wohneinheit auf 28.000 € begrenzt sind. Gefördert werden ausschließlich klimafreundliche Heizungen, also Wärmepumpen, Biomasseanlagen, Solarthermie, Brennstoffzellen und der Anschluss an ein Wärmenetz.

Ein reiner Gaskessel ist nicht förderfähig. Ob und in welchem Umfang der erneuerbare Teil einer Hybridanlage gefördert wird, etwa die Wärmepumpe in einer Wärmepumpen-Gas-Kombination, klären Sie vor der Auftragsvergabe direkt bei der KfW, denn die Bedingungen wurden im Juli 2026 neu gefasst. Wer seine Gasheizung nur repariert oder einzelne Bauteile tauscht, bleibt ohnehin außerhalb der Förderung. Für die Gebäudehülle, also Dämmung und Fenster, ist weiterhin das BAFA zuständig.

Rechtsstand: Gebäudemodernisierungsgesetz, verkündet am 28. Juli 2026 und in Kraft seit dem 29. Juli 2026; Förderkonditionen nach KfW-Zuschuss 458 in der seit 21. Juli 2026 geltenden Fassung, abgerufen am 10. September 2026. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel.

Wie kann man in der Küche Gas sparen?

Auch in der Küche liegt ein großes Potential zum Gaskosten sparen vor, insbesondere was das Gas Sparen bei Warmwasser betrifft. Nicht selten wird in der Küche schließlich Warmwasser mit einer zentralen Gasheizung oder mit einer Gastherme bereitgestellt. Das warme Wasser für den Abwasch kann dabei schnell zu einem hohen Gasverbrauch führen.

  1. Töpfe und Pfannen immer nur auf die passende Herdplatte stellen;
  2. Deckel auf die Töpfe setzen;
  3. Mit möglichst wenig Flüssigkeit kochen;
  4. Mit einem Dampfgarer kochen;
  5. Den Geschirrspüler direkt an die Warmwasserleitung anschließen.

Wie kann man im Bad Gas sparen?

Genau wie in der Küche wird auch im Badezimmer warmes Wasser genutzt, was zu einem erheblichen Potenzial zum Gas Sparen führt. Wenn Sie die folgenden Tipps zum Gas und Gaskosten Sparen im Bad beherzigen, werden Sie Ihre Gaskosten so niedrig wie möglich halten können. Wie viel Ihres Jahresverbrauchs überhaupt auf die Warmwasserbereitung entfällt und ab wann sich eine andere Technik rechnet, zeigt die Seite zum Gasverbrauch für Warmwasser.

  1. Duschen statt Baden;
  2. Umrüsten auf einen Sparduschkopf;
  3. Kleine Vorgänge (wie das Händewaschen oder Rasieren) können auch mit kaltem Wasser erfolgen;
  4. Die Heizung möglichst herunterregeln;
  5. Im Badezimmer Stoßlüften.

So identifizieren Sie Ihren Gasverbrauch

Wenn Sie Gas sparen möchten, ist es nötig, dass Sie Ihren aktuellen Gasverbrauch kennen. Nur wer ziemlich genau weiß, wie viel Gas für die Heizung und die Warmwasserbereitung eigentlich verbraucht wird, kann den Gasverbrauch auch senken. Ihren Gasverbrauch können Sie schnell und einfach entweder mit unserem Verbrauchsrechner berechnen, oder indem Sie der Anleitung anbei folgen.

  1. Lesen Sie Ihren Gaszähler in regelmäßigen Abständen ab und notieren Sie den Zählerstand;
  2. Rechnen Sie die Angaben des Zählerstands in Kubikmetern in Kilowattstunden um — direkt hier im Rechner oder mit der Formel darunter:

    Gas-Umrechner: m³ in kWh

    Formel: Gasmenge in m³ × Zustandszahl × Brennwert = Gasverbrauch in kWh

    Gasverbrauch in m³

    Zustandszahl

    Brennwert

    Beide Werte (Zustandszahl und Brennwert) finden Sie auf Ihrer letzten Gasrechnung. Voreingestellt sind typische Durchschnittswerte für Deutschland.

    Ihr Gasverbrauch in kWh

    kWh

    m³ × × kWh/m³

    Geben Sie Ihren Gasverbrauch in m³ ein, um die Umrechnung in kWh zu sehen.

    Hinweis: Die Brennwerte schwanken regional zwischen ca. 9 und 12 kWh/m³ (L-Gas vs. H-Gas), die Zustandszahl liegt in Deutschland typischerweise zwischen 0,89 und 0,97. Für genaue Werte konsultieren Sie bitte Ihre Gasrechnung oder kontaktieren Sie Ihren Netzbetreiber.

    Gasverbrauch Kubikmeter × Brennwert × Zustandszahl = Gasverbrauch kWh
    Alle Informationen zum Brennwert und der Zustandszahl finden Sie auf Ihrer Gasrechnung.

  3. Teilen Sie den Jahresverbrauch in kWh durch Ihre Wohnfläche, dann erhalten Sie den Vergleichswert in kWh/m². Wenn Sie auch Ihr Warmwasser mit Gas erzeugen, ziehen Sie vorher rund 600 bis 800 kWh pro Person und Jahr ab. Zur Einordnung: Ein Richtwert für Heizen ohne Warmwasser liegt bei 140 kWh je Quadratmeter und Jahr. Im Folgenden ein Rechenbeispiel:

    Gasverbrauch = Wohnfläche in m² × Richtwert in kWh/m²
    Beispiel ohne Warmwasser: 140 m² × 140 kWh/m² = 19.600 kWh
    Beispiel mit Warmwasser für 2 Personen: 19.600 kWh + 2 × 700 kWh = 21.000 kWh

Ihr Gasverbrauch im Vergleich zum Durchschnitt

Damit Sie die Ergebnisse Ihres persönlichen Gasverbrauchs besser einschätzen können, hilft ein Blick auf die Richtwerte für Deutschland. Der Heizverbrauch skaliert dabei fast linear mit der Wohnfläche.

40 m² 5.600 kWh
60 m² 8.400 kWh
80 m² 11.200 kWh
100 m² 14.000 kWh
120 m² 16.800 kWh
140 m² 19.600 kWh

Heizen ohne Warmwasser. Der Richtwert entspricht durchgehend 140 kWh je Quadratmeter und Jahr – Sie können also auch einfach Ihre Wohnfläche mit 140 multiplizieren.

Wird in Ihrem Haushalt ebenfalls Warmwasser mit Gas geheizt, so spielt die Anzahl der Personen für den zusätzlichen Gasverbrauch eine Rolle. Durchschnittlich kann man von dem folgenden Verbrauch abhängig von der Personenanzahl ausgehen:

1 Person 600 – 800 kWh
2 Personen 1.200 – 1.600 kWh
3 Personen 1.800 – 2.400 kWh
4 Personen 2.400 – 3.200 kWh

Zusätzlich zum Heizverbrauch, und nur wenn das Warmwasser ebenfalls mit Gas erzeugt wird. Pro Person sind rund 600 bis 800 kWh im Jahr zu rechnen.

Deshalb ist Gasverbrauch reduzieren so wichtig

Gas sparen bleibt auch nach dem Abklingen der Energiepreiskrise ein wichtiges Thema, denn die Großhandelspreise sind 2026 wieder gestiegen: Der europäische Referenzpreis TTF lag im September 2026 über 79 € je Megawattstunde, so hoch wie zuletzt Ende 2022 (Stand: September 2026). Was das für Ihre Rechnung bedeutet, steht in unserer Einschätzung zur Gaspreisentwicklung. Neben dem Sparen lohnt sich parallel ein Tarifvergleich nach Postleitzahl, um einen günstigeren Tarif für den eigenen Verbrauch zu finden.

Da viele Haushalte Gas nicht nur für Heizwärme, sondern auch zur Warmwasserbereitung und zum Kochen nutzen, ist es besonders sinnvoll, sich mit den Sparpotenzialen von Gas auseinanderzusetzen, um den Gasverbrauch zu senken und bei Gaskosten sparen zu können.

Neben einer persönlichen Kosteneinsparung, die mit einem geringeren Verbrauch einhergeht, hat das Gas sparen weitere Vorteile für Sie und andere: Sie schonen auch die Umwelt aufgrund des geringeren Ressourcenverbrauchs fossiler Brennstoffe. Warum Gas für die Umwelt schädlich ist:

  • Gas ist ein fossiler Brennstoff und setzt beim Verbrennen klimaschädliches Kohlendioxid (CO₂) frei;
  • Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas und extrem klimaschädlich;
  • Kohlendioxid (CO₂) und Methan tragen erheblich zur Klimaerwärmung bei.
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