Die Windkraftanlage für Zuhause gehört heutzutage zu den Lösungen, mit denen man seine eigene erneuerbare Energie erzeugen und verbrauchen kann. Die KfW finanziert bis zu 100 % der Investitionskosten, vorausgesetzt ein Teil der produzierten Energie, wird ins öffentliche Stromnetz einggespeist. Windkraft beziehungsweise Windenergie gilt als eine der vielversprechendsten Erneuerbaren Energiequellen.
Wie viel kostet eine Windkraftanlage für Zuhause?
Die Kosten für private Windkraftanlagen variieren je nach Größe, Leistung und Standort.
- Anschaffungskosten: 3.000 € – 9.000 € pro kW, plus 1.500 € für Montage und Anschluss ;
- Betrieb und Wartung: Laufende Wartungskosten und mögliche Reparaturen ;
- Genehmigungskosten: Variieren je nach Bundesland ;
- Förderungen: KfW bietet zinsgünstige Darlehen (Kredit Nr. 270) für bis zu 100 % der Investitionskosten, sofern ein Teil der Energie ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird.
Ab wann ist die Windkraftanlage für Zuhause rentabel?
Die Rentabilität hängt von lokalen Windbedingungen, Strompreisen, Wartungskosten und Förderungen ab. Eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalyse wird empfohlen.
Experten-Tipp
„Kaufen oder leihen Sie im Vorfeld ein Anemometer (Windmessgerät) aus Fachgeschäften oder bei spezialisierten Dienstleistern."Beispielrechnung – Rentabilität einer privaten Windkraftanlage:
| Faktor | Wert |
|---|---|
| Anschaffungskosten | 6.200 € |
| Montage und Anschluss | 1.500 € |
| Gesamtkosten | 7.700 € |
| Jährliche Stromproduktion | 6.000 kWh |
| Strompreis | 0,30 €/kWh |
| Jährliche Ersparnis | 1.800 € |
| Jährliche Wartungskosten | 200 € |
| Jährlicher Nettogewinn | 1.600 € |
| Amortisationszeit | 4,81 Jahre |
Wie funktioniert Windkraft für Zuhause?
Eine Kleinwindkraftanlage hat eine Leistung von normalerweise 1–36 kW und erzeugt Energie durch Windkraft nach dem gleichen Prinzip wie größere Anlagen.
Arten von Windkraftanlagen für den Hausgebrauch
| Art | Beschreibung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Horizontale Windkraftanlagen | Traditionelle Windturbinen mit horizontaler Rotorachse | Hohe Effizienz, breite Anwendung, große Leistung | Benötigt freien Platz, komplexere Installation |
| Vertikale Windkraftanlagen | Windturbinen mit vertikaler Rotorachse (Savonius-Rotor, Darrieus-Rotor) | Platzsparend, funktioniert bei variierenden Windrichtungen, leise | Geringere Effizienz, weniger verbreitet, höherer Wartungsaufwand |
| Mikro-Windkraftanlagen | Kleine Windturbinen bis 1 kW, oft zur Ergänzung von Solar- oder Netzstrom | Einfach zu installieren, kostengünstig, gut für niedrigen Energiebedarf | Begrenzte Stromproduktion, abhängig von konstanten Windbedingungen |
| Hybrid-Windkraftanlagen | Kombination aus Wind- und Solarenergieanlagen | Nutzung verschiedener Energiequellen, kontinuierliche Energieproduktion | Höhere Anfangskosten, komplexere Installation und Wartung |
| Savonius-Rotor | Vertikale Windturbine auf Widerstandsprinzip-Basis | Einfacher Aufbau, gut für schwache Winde, leise | Niedriger Wirkungsgrad, für kleine Anwendungen |
| Darrieus-Rotor | Vertikale Windturbine auf Auftriebsprinzip-Basis | Höherer Wirkungsgrad als Savonius, gute Leistung bei mittleren Windgeschwindigkeiten | Komplexerer Aufbau, höherer Wartungsaufwand |
Kombination Windkraft und Photovoltaik
Kleinwindanlagen und Photovoltaikanlagen ergänzen sich aufgrund unterschiedlicher Witterungsbedingungen hervorragend. Während Solarenergieanlagen nachts keine Energie liefern, können Windkraftanlagen diese bereitstellen.
Hinweis
Ohne Platz für Windkraftanlagen können Haushalte alternativ Ökostrom beziehen oder ihre CO2-Emissionen durch Ausgleichszahlungen reduzieren.Was sind die Vor- und Nachteile Windkraft?
Argumente für Windkraft
- Windenergie schont die Umwelt
- Windenergie ist theoretisch immer verfügbar
- Schaffung neuer Arbeitsplätze
- Viele potenzielle Flächen, vor allem Offshore
- Schnelle Amortisierung der Investitionskosten
- Eigene Stromproduktion verringert Importkosten
Argumente gegen Windkraft
- Unzuverlässigkeit aufgrund Wetterabhängigkeit
- Laute Geräusche der Windkraftwerke
- Windenergie lässt sich nicht speichern
- Probleme beim Naturschutz für Zugvögel
Wie funktioniert Windkraft?
Der Rotor einer Windkraftanlage entnimmt dem Wind Energie und wandelt sie in Drehbewegung um. Ein Generator konvertiert diese mechanische Energie dann in elektrische Energie, ähnlich einem Fahrraddynamo.
Wichtige Faktoren:
- Die Windgeschwindigkeit ist in höheren Lagen besser und gleichmäßiger ;
- Der Stromertrag steigt um 1 % mit jedem zusätzlichen Meter Höhe ;
- Die Verdoppelung der Flügellänge steigert den Stromertrag um das Vierfache.
Amortisationszeit: Windkraftanlagen erzeugen bereits nach 3–7 Monaten so viel Energie, wie für Herstellung, Betrieb und Entsorgung aufgewendet wurde.
Windkraft Offshore und Onshore
- Offshore: Windkraftanlagen auf See können aufgrund höherer und stetigerer Windgeschwindigkeit doppelt so viel Strom produzieren wie Onshore-Anlagen ;
- Onshore: Windkraftanlagen an Land (Küsten, Bergen, Binnenland).
Windparks an Land sind die häufigste Nutzungsform. Offshore-Windparks machen weltweit nur 3,5 % aller installierten Windkraftanlagen aus. Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass bis 2035 etwa 80 % des Zubaus Onshore erfolgen werden.
Welche Rolle spielt die Windkraft in Deutschland?
Die Windkraft hat in Deutschland eine lange Geschichte. Ursprünglich dienten Windmühlen mechanischen Arbeiten wie Getreidemahlen. Mit der Erfindung von Generatoren im späten 19. Jahrhundert entstanden erste Windkraftanlagen zur Stromerzeugung.
Der große Aufschwung begann in den 1990er Jahren. Seitdem wurden zehntausende Windkraftanlagen installiert.
Windkraft als wichtigste Stromquelle (2023)
Im Jahr 2023 war Windkraft die wichtigste Stromquelle in Deutschland:
- 139,8 TWh Windstrom erzeugt ;
- 32 % der öffentlichen Nettostromerzeugung ;
- Zum Vergleich 1996: nur 2,03 TWh.
Stromerzeugungs-Mix 2023:
- Braunkohle: 77,5 TWh ;
- Erdgas: 45,8 TWh ;
- Steinkohle: 36,1 TWh ;
- Kernenergie: 6,72 TWh.
Windkraft-Strom Rekord: Im ersten Quartal 2024 wurden 121,5 Milliarden Kilowattstunden Windstrom erzeugt – ein Anstieg von 11,6 % gegenüber dem Vorjahr.
Der Ausbau von Windkraft Deutschland
Ende 2023 standen in Deutschland rund 28.677 Onshore-Windkraftanlagen. Die größten Windparks mit über 100 MW Leistung befinden sich in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Größte Onshore Windparks in Deutschland:
| Windpark | Bundesland | Installierte Leistung (MW) |
|---|---|---|
| Bürgerwindpark Reußenköge | Schleswig-Holstein | 255 |
| Windpark Holtriem | Niedersachsen | 207,2 |
| RH2-Werder/Kessin/Altentreptow | Mecklenburg-Vorpommern | 201,15 |
| Windpark Stößen-Teuchern | Sachsen-Anhalt | 183,1 |
| Windpark Hüselitz | Sachsen-Anhalt | 151,3 |
Offshore Windparks befinden sich vor allem an der Nordsee mit installierter Leistung zwischen 300–960 MW.
Wichtige Offshore Windparks in Deutschland:
| Windpark | Gewässer | Installierte Leistung (MW) |
|---|---|---|
| He dreiht | Nordsee | 960 |
| Borkum Riffgrund 3 | Nordsee | 900 |
| Hohe See | Nordsee | 497 |
| Baltic Eagle | Ostsee | 476 |
| Merkur Offshore | Nordsee | 396 |
Kann man mit Windkraft heizen?
Forscher der Universität Kiel haben eine Lösung vorgeschlagen: „Die überschüssige Energie zum Heizen mit elektrischen Heizungen nutzen."
Stadtwerke könnten den überschüssigen Strom zu günstigen Tarifen an Privathaushalte verkaufen. Das Konzept existiert schon länger, wurde aber bisher nicht umgesetzt.
Energieverschwendung durch Netzüberlastung: Windparks werden an besonders stürmischen Tagen abgeschaltet, da die hohe Stromproduktion das Netz überlasten könnte. Dadurch gehen jährlich etwa 3,1 Milliarden Kilowattstunden Energie verloren.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz arbeitet daran, das Stromnetz auszubauen, um Windkraft effektiver nutzen zu können.