CO₂-Zertifikate: Die wichtigsen Fragen und Antworten
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Was sind CO₂-Zertifikate? Hintergrund & Definition
Das Kyoto-Protokoll, welches 2005 in Kraft getreten ist, gilt als weltweit erster verbindlicher Vertrag, um den Klimawandel einzudämmen. Darin wurde die erlaubte Menge an CO₂-Emissionen festgelegt und bestimmt, dass CO₂ nur noch mit einer Berechtigung im Sinne von Emissionsrechten ausgestoßen werden darf.
Als wichtiges Instrument zur Umsetzung dieser zwei Regelungen wurde der sogenannte Emissionshandel eingeführt. Hierzu zählt auch der Handel mit CO₂-Zertifikaten.
Der Emissionshandel findet im regulierten Markt statt. Somit berechtigt ein im Emissionshandel erworbenes CO₂-Zertifikat ein Unternehmen, innerhalb einer bestimmten Periode eine Tonne Kohlendioxid zu produzieren.
Wie funktionieren CO₂-Zertifikate?
Dieses Verschmutzungsrecht ist jedoch nicht kostenlos und soll daher Unternehmen dazu animieren, weniger CO₂ Emissionen auszustoßen – je weniger CO₂ ein Unternehmen ausstößt, desto höher sind seine ökonomischen Ersparnisse und natürlich auch die positiven Auswirkungen auf die Umwelt.
CO₂-Zertifikate erteilen den Unternehmen nicht nur Emissionsrechte. Die Idee hinter den CO₂-Zertifikaten ist es, die ausgestoßene Emissionsmengen in einem nächsten Schritt wieder auszugleichen. Um dies zu ermöglichen, werden die Einnahmen der CO₂-Zertifikate für die Verwirklichung von spezifischen Klimaschutzprojekten eingesetzt. Deshalb spricht man im Bezug auf die CO₂-Zertifikate im regulierten Markt ebenfalls von einem obligatorischen CO₂ Ausgleich.
Sicherstellung der Qualität
CO₂-Zertifikate im regulierten Markt unterliegen strengen Qualitätsstandards, welche die Einhaltung bestimmter Kriterien für den tatsächlichen Ausgleich von Treibhausgas-Emissionen sicherstellen. Auf Englisch werden diese Zertifikate Certified Emission Reduction Units beziehungsweise CERs genannt.
Wie kann ich CO₂ Zertifikate kaufen?
2013 wurde eine EU-weite CO₂-Zertifikat Obergrenze (Cap) von 2.084.301.856 angelegt, welche seither jährlich bis 2020 um 1,74 % beziehungsweise um 38.264.246 CO₂-Zertifikate reduziert wurde. Um das Ziel im Rahmen der Klima- und Energiepolitik zu erreichen, die EU-Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 um mindestens 40 % zu senken, gilt seit 2021 eine Reduzierung der Obergrenze von 2,2 Prozent. Eine gesonderte Obergrenze gilt für den Luftverkehrssektor.
CO₂-Zertifikate kaufen kann man deshalb nur begrenzt. Damit soll bei den Unternehmen klimafreundliches Verhalten gefördert und schneller umgesetzt werden. CO₂-Zertifikate kaufen und verkaufen kann man im freien Handel an Energiebörsen wie zum Beispiel der Leipziger EEX.
CO₂-Zertifikate kaufen: Obligatorische Kompensation
Die obligatorische Kompensation, welche im Rahmen des Kyoto Protokolls auf regulierter Ebene stattfindet, bezeichnet die Pflicht, CO₂-Zertifikate kaufen zu müssen. In Deutschland wurde sie mit der ab dem 01.01.2021 eingeführten CO₂ Steuer verschärft. Waren vorher nicht alle Unternehmen verpflichtet, CO₂-Zertifikate zu kaufen, müssen nun Unternehmen aus allen Sektoren, die bei der Herstellung von Waren oder dem Anbieten von Dienstleistungen CO₂ ausstoßen, die CO₂ Steuer bezahlen.
CO₂-Zertifikate kaufen privat: Freiwillige Kompensation
CO₂-Zertifikate kaufen müssen jedoch nicht alle. Nebst der obligatorischen CO₂ Kompensation gibt es nämlich auch eine freiwillige CO₂ Kompensation. Die freiwillige Kompensation erlaubt allen, das heißt, Unternehmen, öffentlichen oder privaten Organisationen, wie auch Privatpersonen, für den Ausgleich ihres CO₂ Fußabdruckes CO₂-Zertifikate kaufen und verkaufen zu können. CO₂-Zertifikate kaufen kann also grundsätzlich jeder.
Da das CO₂-Zertifikate Kaufen oder Verkaufen auf dieser Basis jedoch nicht im Rahmen des offiziellen Emissionshandels stattfindet, unterliegen diese Art von Zertifikaten auch nicht den offiziellen Qualitätsstandards. Dementsprechend handelt es sich dabei nur um Verified Emission Reduction Units beziehungsweise um VERs, die zwar verifiziert sind, nicht aber zertifiziert.
Verlässliche Standards sichern Qualität
Da theoretisch jeder ein Klimaschutzprojekt gründen und den Geldgebern ein CO₂-Zertifikat ausstellen könnte, gibt es im freiwilligen Markt eine Vielzahl an CO₂-Zertifikate Anbieter. Falls Sie ein solches CO₂-Zertifikat kaufen möchten, sollten Sie auf verlässliche Standards wie auf den Gold Standard, den VER Standard oder den Verified Carbon Standard achten, da sich diese größtenteils an den Kriterien des regulierten Marktes orientieren.
Wo CO₂-Zertifikat kaufen? Wieso nicht bei Selectra?
Wussten Sie, dass sich auch Selectra im Rahmen der freiwilligen CO₂ Kompensation einsetzt? Bei Selectra können Sie als Privatperson nämlich als Zusatz zu Ihrem Strom- und/oder Gasvertrag ein sogenanntes CO₂-Abo kaufen, mit dem Selectra durch den Kauf von CO₂-Zertifikaten Klimaschutzprojekte finanziell unterstützt. Das funktioniert folgendermaßen:
- Ihre jährliche Menge an auszugleichenden CO₂-Emissionen wird geschätzt ;
- Ein monatlicher Preis wird berechnet, den Sie zu bezahlen haben ;
- Dieser Beitrag nutzt Selectra für den Kauf von CO₂-Zertifikaten, die Klimaschutzprojekte unterstützen ;
- Sie erhalten jährlich ein CO₂-Emissionszertifikat, das den erfolgreichen Ausgleich belegt.
Selectra hat zwischen 2019 und 2021 das Ghandi Projekt in Indien finanziel unterstützt. Das Ghandi Projekt hat das Ziel, kohlenstoffarme Elektrizität mit erneuerbaren Energien, genauer gesagt mit Windkraft, zu produzieren. Bereits 21 Windturbinen wurden dafür entwickelt!
Die Projekte, welches der CO₂-Zertifikate Anbieter Selectra unterstützt, verfügen über eine Verified Carbon Standard Zertifizierung, eine der strengsten Anforderungen für freiwillige CO₂-Ausgleichsprogramme. So können Sie sicher sein, dass sich das CO₂-Zertifikate Kaufen auch lohnt.
Was ist der CO₂-Zertifikatepreis?
Anfänglich wurden im europäischen Emissionshandel viele CO₂-Zertifikate kostenlos vergeben, weshalb der CO₂-Zertifikatepreis gleich null entsprach. Vor allem Branchen aus den Industriesektoren, die wichtig für die Volkswirtschaft waren, konnten davon profitieren.
Die kostenlosen CO₂-Zertifikate deckten in der Regel die Menge an Emissionen ab, die die effizienteste Anlage in der Branche produzierte; nur die darüber hinaus produzierten Emissionen mussten mit gekauften Zertifikaten abgedeckt werden.
CO₂-Zertifikatepreis für die obligatorische Kompensation: Der CO₂-Zertifikatepreis für die obligatorische Kompensation wurde im nationalen Emissionshandel für das Jahr 2021 auf 25 € pro Tonne festgelegt und soll jährlich um weitere 5 € pro Tonne CO₂ erhöht werden. Ab 2025 sollen die Emissionszertifikate in Deutschland versteigert werden können, wobei bislang ein Preismaximum von höchstens 65 € pro Tonne CO₂ bestimmt wurde. Ab 2027 soll sich der CO₂-Zertifikatepreis dann frei am Markt bilden.
Der CO₂-Zertifikatepreis für die freiwillige Kompensation hängt vom CO₂-Zertifikate Anbieter und von der Art des Klimaschutzprojektes ab. CO₂-Zertifikate Anbieter bieten CO₂-Zertifikate für eigene Klimaschutzprojekte an, aber auch solche für andere. Wie bereits erwähnt, sollten Sie bei der freiwilligen Kompensation und beim CO₂-Zertifikate Kaufen vor allem auf die Qualitätsstandards achten, die jeweils transparent und übersichtlich dargestellt sein sollten. Generell gilt: Der günstigste CO₂-Zertifikatepreis führt nicht immer zum wirkungsvollsten Projekt!
CO₂-Zertifikate Preisentwicklung
Die CO₂-Zertifikate Preisentwicklung im europäischen Emissionshandel hat mit den anfänglich kostenlosen CO₂-Zertifikaten zu tun. Die Auswirkungen davon waren nämlich, dass zu viele CO₂-Zertifikate in den Umlauf kamen und das ursprüngliche Preisniveau von rund 30 € bis 2013 rasant abstieg - mit unter drei € pro Tonne CO₂ auf rund das Zehnfache. Dann stabilisierte sich der CO₂-Zertifikatepreis auf einem niedrigen Niveau.
Der tiefe CO₂-Zertifikatepreis führte dazu, dass der Kauf günstiger war als der Anreiz, CO₂ Emissionen zu vermeiden. Um dem entgegenzusteuern, wurde 2013 die Obergrenze für CO₂-Zertifikate festgelegt. Außerdem wurde bestimmt, dass nicht genutzte Emissionsrechte verfallen. Obwohl der CO₂-Zertifikatepreis danach wieder zunahm und zwischenzeitlich bei mehr als 25 € pro Tonne CO₂ lag, ist er 2020 durch die Corona-Krise wieder eingebrochen und hat im März 2020 wieder nur 15 € betragen.
Seit diesem letzten Rückschlag geht der CO₂-Zertifikatepreis aber wieder im Trend bergauf. Mit der Mitte Dezember 2020 angekündigten Verschärfung der Klimaziele für 2030 hat er über 32 € pro Tonne CO₂ und neuestens (Stand Oktober 2021) sogar ein neuen Höchstand von über 60 € pro Tonne CO₂ erhalten.
Gründe für den hohen CO₂-Zertifikatepreis
Die Verschärfung des EU-Klimaziels für 2030 sieht die Reduzierung der CO₂-Emissionen um mindestens 55 % vor. Dies führt zu einer stärkeren Verknappung der CO₂-Zertifikate, was den CO₂-Zertifikatepreis bzw. die CO₂-Zertifikate Preisentwicklung nach oben erklärt. Verstärkt wird dieser Effekt aufgrund der bis Ende Januar 2021 in der EU gestoppten Versteigerung von Emissionsrechten. Der Zustand der Wirtschaft generell scheint hingegen weniger Einfluss auf den CO₂-Zertifikatepreis zu haben.
CO₂-Zertifikat verkaufen privat und Geld verdienen
Ab dem 1. Januar 2022 können alle Besitzer von Elektroautos und Wallboxen durch CO₂-Zertifikate Geld verdienen. Dabei ist es vollkommen egal ob der Wagen gekauft oder geleast ist. Reich wird man zwar nicht davon, aber eine dreistellige Summer im Jahr ist sehrwohl möglich zu erhalten. Das beste dabei ist, dass man kaum was dafür machen muss. Sie wollen wissen wie es geht?
- Sie müssen die Zulassung beim Umweltbundesamt beantragen. Scannen Sie dazu einfach Ihr Fahrzeugschein ;
- Laden Sie das gescannte Dokument in einer Plattform hoch, welche THG-Quoten vermarkten ;
- Geben Sie Ihre Bankdaten an.
Aufgepasst! Wenn Sie ein gebrauchtes Elektroauto gekauft haben für das bereits eine Prämie ausgezahlt wurde, können Sie diese nicht ein zweites Mal anfordern.
Welche Plattformen gibt es und wie viel wird gezahlt?
| Plattform | Details & höhe der Auszahlung |
|---|---|
| emobia | Diese Plattform richtet sich direkt an private Auto-Besitzer. Tarif: 350 € |
| Mobilityhouse | 50 € Rabatt für den Kauf einer Wallbox. Kaufen auch die Wallbox-Quote. Gezahlt werden 320 € einmalig |
| Fainergy | Provision aus dem Verkauf geht an gemeinnützige Zwecke - 6 % pro Elektroauto. Spendenanteil kann beliebig vom Verkäufer erhöht werden. Gezahlt werden mind. 300 € |
Stand: November 2022
CO₂-Zertifikate Kritik
Trotz der Ziele, mithilfe der CO₂-Zertifikate einen CO₂ Ausgleich zu schaffen, wird das Prinzip der CO₂-Zertifikate kritisiert. Eine CO₂-Zertifikate Kritik ist, dass die Finanzierung von Klimaschutzprojekten im Gegenzug zu Emissionsrechten nicht zu einer eigentlichen Reduzierung der CO₂-Emissionen führt.
Außerdem soll der mögliche Erwerb von Emissionsrechten keinen Anreiz für klimafreundliches Verhalten sein, sondern eher eine einfache Alternative, um Änderungen zu vermeiden oder um diese hinauszuzögern. Weitere Kritikpunkte sind:
- Die Gesamtmenge an verfügbaren CO₂-Zertifikaten wurde zu hoch angesetzt ;
- Die reduzierte Obergrenze basiert auf derselben fehlerhaften Schätzung ;
- Der CO₂-Zertifikatepreis ist zu niedrig und es gibt noch immer keinen festgelegten Mindestpreis ;
- Durch das Erfüllen von anderen Umweltmaßnahmen erhalten Unternehmen Emissionsrechte gutgeschrieben ;
- Die CO₂ Steuer des nationalen Emissionshandels wurde zu spät eingeführt und ist zu niedrig.
In der Tat sind CO₂-Zertifikate keine Gesamtlösung für die Eindämmung des Klimawandels. Denn obwohl die ausgestoßenen CO₂ Emissionen mit CO₂-Zertifikaten ausgeglichen werden können, bleibt die Menge an ausgestoßenen Emissionen in der Atmosphäre die gleiche. In dem Sinne handelt es sich bei den CO₂-Zertifikaten nur um einen Schritt in die richtige Richtung.
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