Das Wichtigste in Kürze
- Irland hat mit rund 40 Cent/kWh die teuersten Strompreise der EU, Deutschland folgt mit 39 Cent/kWh;
- Der EU-Durchschnitt liegt bei rund 29 Cent/kWh, der Welt-Durchschnitt nur bei etwa 15 Cent/kWh;
- Am günstigsten ist Strom in Ungarn (11), Malta (13) und Bulgarien (14 Cent/kWh);
- Spotpreise an der Strombörse werden in €/MWh gehandelt – Verbraucherpreise enthalten zusätzlich Netzentgelte, Steuern und Abgaben;
- Hauptgrund für hohe Preise: Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen, hohe Steuerquoten und Investitionen in die Energiewende.
Wie unterscheiden sich Spotpreis und Verbraucherpreis?
Der Spotpreis ist der Preis für Strom auf dem Großhandelsmarkt an einem bestimmten Tag. Alle Länder, die Mitglied von ENTSO-E sind und ihre Stromnetze miteinander verbunden haben, legen täglich an der Strombörse den Spotpreis für den kommenden Tag fest. Dieser Großhandelspreis hat jedoch nur indirekt mit dem Preis zu tun, den die Verbraucher letztendlich zahlen:
- Der Spotpreis wird in € pro MWh ausgedrückt, während der Preis für den Verbraucher in Cent pro kWh angegeben wird;
- Der Spotpreis ändert sich stündlich, während sich der Preis für den Verbraucher nur selten ändert;
- Der Preis für den Verbraucher enthält Steuern und Abgaben wie z. B. Netzentgelte in Höhe von 30–70 % des Gesamtbetrags, während der Spotpreis „nackt" ist.
Allerdings dient der Spotpreis in Deutschland als Grundlage für die Berechnung des Verbrauchspreises für dynamische Tarife, die seit 2025 jeder Stromanbieter in seinem Angebot haben muss.
Die Strompreise in Europa sind die teuersten weltweit
Europa ist der Kontinent mit dem teuersten Strom der Welt: Innerhalb der EU liegt der durchschnittliche Haushalts-Strompreis bei rund 29 Cent/kWh (siehe Grafik unten) und damit deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von etwa 15 Cent/kWh.
In Europa sind die Energiepreise durchweg höher als in Ländern wie den USA, vor allem wegen der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen. Laut einer Analyse von Bruegel waren die Großhandelspreise für Erdgas in Europa 2024 etwa fünfmal so hoch wie in den USA.
Diese Diskrepanz wird dadurch verstärkt, dass es in Europa keine großflächigen heimischen Gasvorkommen gibt, im Gegensatz zu den USA, die von riesigen Schiefergasvorkommen profitieren und zum größten Exporteur von verflüssigtem Erdgas (LNG) geworden sind.
Gründe für die hohen Energiepreise in Europa
Die hohen Energiekosten in Europa resultieren aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
- Energiebeschaffung: Importabhängigkeit bei Gas, Öl und Kohle treibt die Beschaffungskosten;
- Steuern und Abgaben: machen in Deutschland rund 34 % des Strompreises aus;
- Netzausbau und -instandhaltung: Übertragungs- und Verteilnetzentgelte steigen mit dem Ausbau für die Energiewende;
- CO₂-Bepreisung: EU-Emissionshandel und nationale CO₂-Preise verteuern fossilen Strom zusätzlich.
Im Vergleich dazu profitieren Volkswirtschaften wie die USA von niedrigeren Produktionskosten durch lokale fossile Brennstoffe, was ihre Strompreise besonders im Industriesektor senkt.
Chancen und Herausforderungen
Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft könnte die Situation in Europa mittelfristig entlasten. Eine geringere Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen würde die Beschaffungskosten senken – aktuell wirken die Mehrkosten für LNG-Importe jedoch noch preistreibend.
Langfristig könnte der Ausbau erneuerbarer Energien die Strompreise dämpfen. Diese Einsparungen müssen jedoch die massiven Investitionen in Erneuerbare-Technologien, Speicher und Netzinfrastruktur ausgleichen, die kurz- und mittelfristig die Fixkosten erhöhen werden.
Strompreise im EU-Vergleich: Irland und Deutschland an der Spitze
Innerhalb der EU sind die Strompreise extrem ungleich verteilt. Deutsche Haushalte zahlen mehr als dreimal so viel wie ungarische und liegen mit Irland an der Spitze des Rankings. Die folgende Grafik zeigt die durchschnittlichen Strompreise für Privathaushalte (mittlere Verbrauchsklasse, inklusive aller Steuern und Abgaben) im Jahresdurchschnitt 2024.
Strompreise in der EU – Jahresdurchschnitt 2024
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Europa in Zahlen (Green Deal), auf Basis von Eurostat. Strompreise für private Haushalte (mittlere Verbrauchsklasse, inkl. aller Steuern und Abgaben), Jahresdurchschnitt 2024.
Dieselben Werte als Tabelle, sortiert vom teuersten zum günstigsten Land:
| Rang | Land | Strompreis |
|---|---|---|
| 1 | Irland | 40 ct/kWh |
| 2 | Deutschland | 39 ct/kWh |
| 3 | Belgien | 35 ct/kWh |
| 4 | Dänemark | 33 ct/kWh |
| 5 | Österreich | 33 ct/kWh |
| 6 | Tschechien | 32 ct/kWh |
| 7 | Italien | 30 ct/kWh |
| — | EU-Durchschnitt | 29 ct/kWh |
| 8 | Rumänien | 29 ct/kWh |
| 9 | Zypern | 28 ct/kWh |
| 10 | Schweden | 27 ct/kWh |
| 11 | Polen | 27 ct/kWh |
| 12 | Spanien | 27 ct/kWh |
| 13 | Luxemburg | 27 ct/kWh |
| 14 | Frankreich | 26 ct/kWh |
| 15 | Niederlande | 26 ct/kWh |
| 16 | Lettland | 25 ct/kWh |
| 17 | Portugal | 24 ct/kWh |
| 18 | Griechenland | 24 ct/kWh |
| 19 | Estland | 23 ct/kWh |
| 20 | Finnland | 23 ct/kWh |
| 21 | Slowenien | 21 ct/kWh |
| 22 | Litauen | 20 ct/kWh |
| 23 | Slowakei | 19 ct/kWh |
| 24 | Kroatien | 17 ct/kWh |
| 25 | Bulgarien | 14 ct/kWh |
| 26 | Malta | 13 ct/kWh |
| 27 | Ungarn | 11 ct/kWh |
Private Haushalte, mittlere Verbrauchsklasse, inklusive aller Steuern und Abgaben. Jahresdurchschnitt 2024, Quelle Destatis auf Basis von Eurostat.
Am teuersten ist Strom in Irland mit rund 40 Cent/kWh, gefolgt von Deutschland mit 39 Cent/kWh und damit rund 34 % mehr als der EU-Durchschnitt von 29 Cent/kWh. Danach folgen Belgien, Dänemark und Österreich. Am günstigsten ist Strom in Ungarn (11 Cent/kWh), wo regulierte Tarife die Verbraucherpreise stark dämpfen.
Strompreise Europa: Interaktive Karte und Ranking
Die folgende Karte zeigt die durchschnittlichen Verbraucher-Strompreise in 43 europäischen Ländern – live erhoben von Selectra auf Basis nationaler Anbieter, Eurostat und ENTSO-E. Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Land, um den Preis pro kWh einzublenden.
Strompreise pro Land in Europa
Interaktive Karte der Strompreise nach Land in Europa, in Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh).
| Land | Preis (€/kWh) |
|---|---|
Wo steht Deutschland im Strompreis-Ranking?
- Im weltweiten Strompreisvergleich belegt Deutschland Platz 155 von 156 Ländern (sortiert vom günstigsten zum teuersten);
- In Europa liegt Deutschland auf Platz 43 von 43 – das sind 91 % über dem europäischen Durchschnitt von 20,70 Cent/kWh;
- In der EU rangiert Deutschland auf Platz 26 von 26 – das sind 61 % über dem EU-Durchschnitt von 24,56 Cent/kWh.
Den günstigsten Strom in Europa gibt es aktuell in Türkei (4,88 Cent/kWh), Ukraine (5,80 Cent/kWh) und Georgien (7,10 Cent/kWh). Innerhalb der EU sind die niedrigsten Tarife in Ungarn (10,94 Cent/kWh), Malta (12,98 Cent/kWh) und Bulgarien (13,20 Cent/kWh) zu finden.
Am oberen Ende der Skala liegen Dänemark (37,08 Cent/kWh), Irland (37,36 Cent/kWh) und Deutschland (39,51 Cent/kWh) – Deutschland gehört in Europa zu den teuersten Strommärkten überhaupt.
Europa ist nicht gleich Europäische Union
Europa ist ein Kontinent mit 43 Ländern – darunter auch Nicht-EU-Staaten wie die Türkei, Norwegen oder die Ukraine, die deutlich niedrigere Strompreise haben. Die EU umfasst dagegen nur 26 Mitgliedstaaten. Der durchschnittliche kWh-Preis liegt in der EU bei 24,56 Cent, im gesamten Europa nur bei 20,70 Cent. Der Unterschied erklärt sich durch das höhere Lebensniveau, höhere Steuerquoten und die fehlenden Erdöl- und Erdgasreserven der meisten EU-Länder.
Daten erhoben von Selectra auf Basis nationaler Anbieter, Eurostat und ENTSO-E. Halbjährliche Aktualisierung.
Häufig gestellte Fragen zu den Strompreisen in Europa
Irland hat mit rund 40 Cent/kWh die teuersten Strompreise in der EU, dicht gefolgt von Deutschland mit 39 Cent/kWh. Danach folgen Belgien (35 Cent/kWh), Dänemark und Österreich (je 33 Cent/kWh).
Hauptgründe sind hohe Steuern und Abgaben, die Importabhängigkeit bei Erdgas sowie die Kosten für den Netzausbau im Rahmen der Energiewende.
Innerhalb der EU ist Strom in Ungarn am günstigsten (11 Cent/kWh), gefolgt von Malta (13 Cent/kWh) und Bulgarien (14 Cent/kWh).
In diesen Ländern werden die Verbraucherpreise durch staatlich regulierte Tarife stark gedeckelt. Außerhalb der EU bieten die Türkei und die Ukraine noch niedrigere Strompreise – wie unser weltweiter Strompreisvergleich zeigt.
Im Jahresdurchschnitt 2024 lag der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte in der EU laut Destatis (Green Deal) bei rund 29 Cent/kWh, inklusive aller Steuern und Abgaben. Die Daten beziehen sich auf die mittlere Verbrauchsklasse (2.500–5.000 kWh pro Jahr).
Der hohe deutsche Strompreis hat drei Hauptursachen:
- hohe Steuer- und Abgabenquote (rund 34 % des Endpreises);
- steigende Netzentgelte durch den Ausbau für erneuerbare Energien;
- Importabhängigkeit bei Erdgas, das in Spitzenzeiten den Großhandelspreis bestimmt.
Verbraucher können die Kosten durch einen Wechsel aus der Grundversorgung deutlich senken.
Der Spotpreis ist der Großhandelspreis für Strom an der Strombörse, ausgedrückt in €/MWh und stündlich schwankend. Der Verbraucherpreis dagegen wird in Cent/kWh abgerechnet, ändert sich nur selten und enthält zusätzlich Netzentgelte, Steuern und Abgaben in Höhe von 30 bis 70 Prozent des Gesamtbetrags.
Deutsche Verbraucher zahlen mit am meisten – Strompreise jetzt vergleichen
Solange die EU-weiten Energiepreise hoch bleiben, ist der individuelle Strompreisvergleich für deutsche Haushalte der wichtigste Hebel, um die eigenen Kosten zu senken. Wer aus der Grundversorgung wechselt, kann jährlich mehrere Hundert Euro sparen.
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Dynamische Strompreise
Aktuelle Spotpreise an der Strombörse und wann sich dynamische Tarife lohnen.
Weiterführende Artikel zum Strompreis
- Strompreisvergleich Deutschland
- Strompreise weltweit im Vergleich
- Dynamischer Strompreis heute
- Dynamische Stromtarife im Überblick
- Zusammensetzung des Strompreises
- Netzentgelte 2026
- Steuern und Abgaben auf Strom
- Strommix in Deutschland
- Energieverbrauch in Deutschland
- Europäische Energiekrise
- Energiewende in Europa
- Gaspreise in Europa