Sie sind hier

Den deutschen Energiemarkt verstehen

Stromnetze

Mit der Liberalisierung entfachte die Konkurrenz unter den Stromanbietern

Es gibt kaum einen Wirtschaftszweig, der einem schnelleren und radikaleren Wandel unterlegen ist, als die deutsche Energiewirtschaft. Verantwortlich dafür zeichnen zwei politische Projekte der vergangenen zwei Jahrzehnte: (1) die Liberalisierung des Energiemarktes, u.a. um Verbrauchern einen Wechsel des Stromanbieters zu ermöglichen, und (2) die energiepolitische Wende hin zu dezentraler Versorgung mit erneuerbarer Energie - über smart grids und smart meter. Welche Akteure bestimmen 2017 den Energiemarkt und was ändert sich für Verbraucher?

Die Liberalisierung des deutschen Energiemarktes

Bestimmend für die Entwicklung sowohl des Energiemarkts als auch der Ausformung der Energiewende war neben der Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011, als Berlin beschloss, endgültig der Atomenergie abzuschwören, eine Reihe von politischen Entscheidungen in den 1990er Jahren, deren Konsequenzen ebenso weitreichend sind wie jene des Atomausstieg: es gilt mit dem Umstieg auf erneuerbare Energieträger den Verlust von Gigawatt-Kapazitäten zu kompensieren.
Die Weichen für eine Neuordnung der Energiewirtschaft wurden spätestens mit der Liberalisierung des Marktes 1996 von der EU gelegt und entsprangen der Idee eines gemeinsamen Energiebinnenmarktes mit einheitlichen Regeln (wie er bereits in den 1950er Jahren mit der Kohle- und Stahlunion angedacht wurde). Ziel des Binnenmarktes ist nicht nur

  • die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sondern auch
  • die Sicherstellung des Funktionierens des Energiemarktes,
  • die Förderung der Energieeffizienz,
  • die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen, sowie
  • die Förderung grenzüberschreitender Energienetze.

Primäres politisches Ziel der Liberalisierung war allerdings die Zerschlagung des monopolisitischen Elektrizitätssektors, um Konkurrenz unter Stromanbietern zu Gunsten des Verbrauchers zu entfachen. Hic est Wettbewerb: Innerhalb weniger Jahre kamen dutzende neue Energieanbieter auf den Markt, neue Geschäftsmodelle wurden entwickelt, neue Dienstleister und Arbeitsplätze geschaffen. Laut dem Statistik Portal statista gibt es im Jänner 2017 bundesweit 1.190 Stromlieferanten. Von 2012 bis 2014 hat die Hälfte der Deutschen meist über Stromrechner der Vergleichsportale ihren Stromanbieter gewechselt, ergab eine Studie von pwc (2015).

Senken Sie Ihre Stromkosten durch einen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Rufen Sie uns unter 089 12089219 (zum Ortstarif) an und lassen Sie sich kostenlos beraten. Gerne übernehmen wir auch den Wechsel für Sie - selbstverständlich kostenlos!

Neue Akteure am Energiemarkt

Mit dem liberalisierten Energiemarkt entstanden auch neue Themengebiete und Möglichkeiten. Folgende Kapiteln widmen sich den neuen Teilnehmern am Energiemarkt sowie auch den neu entstandenen Trends und Berufssparten.

Energieanbieter in Deutschland

Aus der Überlegung heraus, dass nur große Konzerne am liberalisierten Energiemarkt überleben können, schlossen sich ab 1998 viele kleine Verbundunternehmen zu 4 großen Stromanbietern zusammen: RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall Europe. (Letzterer ist vergleichsweise klein, jedoch deutlich größer als die Nummer 5 der Rangliste, wie Sie der folgenden Tabelle entnehmen können). Als Antwort darauf fusionierten einige Stadtwerke, denen man allgemein den Untergang prophezeit hatte, und erleben heute gewissermaßen eine Renaissance. Viele dieser ursprünglich regionalen Anbieter liefern Strom und Gas nun auch deutschlandweit. Ein Preisvergleich über Stromrechner zeigt, dass diese nicht unbedingt teurer sind also die großen 4.

Stromanbieter gereiht nach Stromabgabe 2010 und Marktanteil
Stromanbieter (inkl. konsolidierter Tochterunternehmen) Stromabgabe 2010 an Letztverbraucherin Mrd. kWh Marktanteil in % 2010
RWE 86,1 15,90
EnBW 68,9 12,70
E.ON 59,7 11,00
Vattenfall Europe 23,6 4,40
EWE 11 2,00
RheinEnergie 10,7 2,00
MVV Energie 9,1 1,70
N-Ergie 7,6 1,40
Pfalzwerke AG 5,9 1,10
Stadtwerke München 5,2 1,00

Quelle: bdew.com, 2017

Ökostrom in Deutschland

Windräder Feld

Immer mehr Strom wird durch Windenergie erzeugt.

Ein weiterer Trend, welcher neue Akteure am Energiemarkt hervorbrachte, ist die Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen. Neben Wasserkraft, die sich ja bereits vor vielen Jahrzehnten etabliert hatte, sind das jetzt vor allem Wind- und Sonnenenergie (Photovoltaik). Von diesem Trend zu Ökostrom, forciert durch das Erneuerbaren-Energie-Gesetz von 2002, profitieren naturgemäß die sogenannten Ökostromanbieter.

2017 gibt es allerdings kaum einen Stromanbieter, der noch kein Ökostromprodukt in seiner Produktpalette führt. Das ist umso erstaunlicher, sind 50% der Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom doch in Besitz von Privatpersonen und Landwirten, die ihren Strom entweder selbst profitabel einspeisen oder von Projektierern erfolgreich auf den Markt bringen lassen. Große Mengen des dort verkauften Ökostroms werden demnach nicht von Lieferanten selbst produziert, sondern an der europäischen Strombörse EEX in Leipzig erworben. Stromanbieter sind längst nicht mehr zwingend auch Stromerzeuger.

 

Quelle: Feudel

Regulierungen und Steuern für Stromanbieter und Verbraucher

Liberalisierung bedeutet immer auch eine Vielzahl an Regulierungen. Folglich bedurfte die Liberalisierung des Energiemarkts der Schaffung einer Regulierungsbehörde zur Gewährleistung des freien Wettbewerbs zwischen den Energie- und Stromanbietern. Wichtigster Schritt dieser Behörde, der Bundesnetzagentur, war das sogenannte Unbundling, welches die Entflechtung alter Strukturen - jener zwischen Lieferanten und Netzbetreiber - beschreibt.

Stromnetze

Übertragungsnetze müssen allen Teilnehmern zugänglich gemacht werden.

Um sich keinen Marktvorteil verschaffen zu können, mussten Netzbetreiber, die bis dato häufig auch Lieferanten waren, ihre Übertragungsnetze allen Teilnehmern zugänglich machen - diskriminierungsfrei. Viele Stromanbieter wie E.ON verkauften daraufhin ihre Netze (teilweise an ausländische Unternehmen), um der Regulierung zu entsprechen. 2017 gibt es laut dem Statistikservice statista bundesweit 920 Netzbetreiber. Die meisten davon sind lokale und regionale Netze, die bis zum Unbundling meist nur von ein und demselben Erzeuger/Lieferanten genutzt wurden.
Ein komplexes Regelwerk ermöglicht somit einen Wettbewerb, der Stromanbieter zwingt effizienter zu wirtschaften, was sich wiederum in fallende Preise für Konsumenten niederschlagen soll. Als wichtiges Bindeglied zwischen Anbieter und Konsumenten haben sich Tarifrechner und Preisvergleiche der Vergleichsportale und Stromrechner etabliert.

Wir vergleichen für Sie die Preise und finden einen günstigeren Energieanbieter. Rufen Sie uns unter 089 12089219 an und lassen Sie sich kostenlos beraten.

Preisvergleich mit Stromrechnern

Steckdose Münzen Scheine

Unter 089 12089219 Anbieter wechseln und sparen.

Der Verbraucher ist vor die Wahl zwischen Hunderten um Kundschaft werbende Stromlieferanten gestellt. Dieser Preiskampf hat neue, nicht zu unterschätzende Akteure auf den Markt gerufen: Vergleichsportale und Stromrechner. Mehr als die Hälfte aller Deutschen hat sich im Jahr 2016 über diese zu alternativen Stromanbietern informiert und den Anbieter gewechselt. Sie vereinfachen den Wechsel nicht nur, sie fördern ihn maßgebend und nehmen sogar Einfluss auf die Angebote der Lieferanten. Wenn Sie eine telefonische Beratung sowie einen unkomplizierten Wechsel am Telefon bevorzugen, rufen Sie uns unter
089 12089219 an.
Je nach ausgewähltem Strom- oder Gasprodukt bindet sich der Kunde über maximal 1 Jahr an einen Energielieferaten. So will es das Gesetz. Jedes Jahr ist also ein Wechsel, zu dem Anbieter und Stromrechner die Kunden mit diversen Angeboten animieren, möglich. Bei der Kundenakquise ziehen Anbieter mit Neukundenbonus, Einmalbonus und Sofortbonus alle Register, mit dem einfachen Ziel die Topplätze der Preisvergleiche einzunehmen und so Kunden, die nach einem Jahr wieder ihren Stromanbieter wechseln können, für sich zu gewinnen.
Die Stromrechnung wird so im ersten Bezugsjahr relativ niedrig gehalten. Wenn der Kunde also nach den ersten 12 Monaten nicht wieder gewechselt hat, wird die Rechnung, obwohl der Strompreis selbst gleich blieb, im darauffolgenden Jahr empfindlich teurer. Denn plötzlich fällt der Bonus weg und übrig bleiben Arbeitspreis und Grundpreis. Der Arbeitspreis ist der Gesamtpreis (die Gesamtrechnung) inkl Netzgebühren, Steuern, Abgaben und Umschlägen. Der Grundpreis beträgt je nach Anbieter und unabhängig vom Verbrauch bis zu 20 und mehr Euro/Monat. Auf diesen muss beim Wechsel des Anbieters besonders geachtet werden.

Wir vergleichen für Sie die Preise und finden einen günstigeren Energieanbieter. Rufen Sie uns unter 089 12089219 an und lassen Sie sich kostenlos beraten.

Der Strompreis in Deutschland

Sparschwein Glühbirne

Strompreis ist in den letzten 5 Jahren gesunken.

Unabhängig diverser Angebote für Neukunden, sind die Strompreise in Deutschland seit der Marktliberalisierung bis 2016 stark gestiegen. Obwohl die Preise für Strombeschaffung und Vertrieb in den Anfangsjahren der Liberalisierung stetig stiegen, scheinen sie nun ihr Niveau halten zu können und haben in den letzten 5 Jahren sogar leicht abgenommen. Für den stärksten Anstieg und somit hauptverantwortlich für allgemein hohe Arbeitspreise - jene deutscher Haushalte nehmen europaweit einen Spitzenplatz ein - zeichnen Mehrwertsteuer und EEG-Umlage.
Seit der Liberalisierung gibt es auch eine Stromsteuer, die 1999 im Rahmen des "Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform" eingeführt wurden. Seit 2003 beträgt sie 2.05 Cent/kWh. Der Arbeitspreis beinhaltet weiters noch eine Konzessionsabgabe, einen Kraft-Wärme-Koppelung (KWK)- Aufschlag, eine Offshore-Haftungsumlage sowie die sog. §19 StromNEV-Umlage. Ab 2006 wird außerdem das Netzentgelt (inkl. Messung, Abrechnung und Messstellenbetrieb), das jeder sogenannte Netznutzer an den Netzbetreiber zahlen muss, gesondert im Arbeitspreis dargestellt.

Senken Sie Ihre Stromkosten durch einen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Rufen Sie uns unter 089 12089219 (zum Ortstarif) an und lassen Sie sich kostenlos beraten. Gerne übernehmen wir auch den Wechsel für Sie - kostenlos und unkompliziert in nur einem Anruf!

Stromkunden zahlen den Arbeitspreis also zu rund ¼ an den Anbieter für Strombeschaffung/Vertrieb, zu einem weiteren Viertel an den Netzbetreiber an den Staat und an die Netzbetreiber für die Netznutzung und zur Hälfte an den Staat für Steuern, Abgaben und Umlagen. Nähere Informationen über zu erwartende Strompreisveränderungen im Jahr 2017 können Sie in unserem Artikel über die Entwicklung des Strompreises in Deutschland nachlesen.

Ihre Stromrechnung ist zu hoch?Finden Sie mit unserer Hilfe einen günstigeren Anbieter. Rufen Sie uns unter
089 12089219 (zum Ortstarif) an und lassen Sie sich kostenlos beraten.

Ausblick auf den Energiemarkt 2.0

Die Energiewirtschaft und der Energiemarkt begann sich mit der Liberalisierung grundlegend zu ändern. Sie schuf die Rahmenbedingungen für eine staatlich eingeleitete, marktgesteuerte Energiewende von fossiler Energie zu erneuerbaren Energieträgern und Ökostrom. Die Realisierung dieser Wende benötigt demnach nicht nur Investitionen von seiten der Stromanbieter, allen voran der “4 Großen” und der Stadtwerke, sondern weiterhin massive staatliche Subventionen, die über Steuern und Umlagen finanziert werden, um Ökostrom langsam an den Markt heranzuführen. Erneuerbare Energie soll über Marktkräfte und staatliche Regulierung ebenso günstig werden wie es einstmals fossile Energie war.

Welche Akteure bestimmen 2017 den Energiemarkt?

Neben Vergleichsportalen, die als Vermittler zwischen Erzeugern, Anbietern und Kunden fungieren, sind auf der Seite der Erzeuger und Anbieter viele neue Akteure hinzugekommen. Nicht nur die Zahl der Anbieter ist rasant gewachsen, auch jene derer, für die der Markteintritt aufgrund der Einspeisevergütung erneuerbarer Energie wie Photovoltaik attraktiv wurde: Privatpersonen, Landwirte, Projektierer, Fonds und Banken.

Senken Sie Ihre Stromkosten durch einen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Rufen Sie uns unter 089 12089219 (zum Ortstarif) an und lassen Sie sich kostenlos beraten. Gerne übernehmen wir auch den Wechsel für Sie - selbstverständlich kostenlos!

Baum Windräder Erde

Auch zukünftig wird der Ausbau Erneuerbarer Energien zunehmen.

Vom Ausbau Erneuerbarer könnten aber vor allem die Stadtwerke, die als Erzeuger ihren Strom nun bundesweit verkaufen können und mit den 4 Großen in Konkurrenz treten, profitieren. Als Eigenerzeuger können sind sie zudem von Großhandelsmarkt relativ unabhängig agieren. Um ihre Position zu stärken, haben sich bereits viele Stadtwerke zu regionalen und überregionalen Kooperationen zusammengeschlossen. Ihre Herausforderung: Durch die lokale Einspeisung erneuerbarer Energien müssen die Übertragungsnetze in smart grids ausgebaut werden.

Für die vier großen Energieversorger bedeutet die energiepolitische Wende Einbußen ihrer Marktposition und damit verbundene finanzielle Verluste. Zurückzuführen ist das vor allem auf den Atomausstieg, verfügte der Marktriese E.ON fast die Hälfte der installierten Kernkraftkapazität. Ähnliches gilt für die 3 anderen. Sie alle müssen rasch neue Geschäftsmodelle entwickeln, um ihre Führungsposition zu behalten. Reagiert haben sie bereits mit der Gründung von Tochterunternehmen, die am Markt als Diskonter auftreten und den Kundenstamm sichern sollen. Gleichzeitig versuchen sie sich am Ausbau Ihrer Erneuerbaren-Kapazitäten und forschen an alternativen Speichertechnologien.

Was ändert(e) sich für den Verbraucher?

Der Strompreis im liberalisierten Strommarkt wird zu einem immer größer werdenden Teil von Steuern, Abgaben und Umlagen bestimmt, mit denen der Staat die Energiewende vorantreiben kann. Gleichzeitig soll Wettbewerb den Preis für Beschaffung und Vertrieb senken. Im Schnitt zahlt der Verbraucher heute aber mehr für Strom und Gas als noch vor der Liberalisierung und der Energiewende.

Senken Sie Ihre Stromkosten durch einen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Rufen Sie uns unter 089 12089219 (zum Ortstarif) an und lassen Sie sich kostenlos beraten. Gerne übernehmen wir auch den Wechsel für Sie - selbstverständlich kostenlos!

Obwohl die Kosten für Strom seit der Liberalisierung im Schnitt anstiegen, wurden Stromrechnungen teils günstiger; allerdings nur für Kunden, die regelmäßig, d.h. jährlich ihre Stromanbieter wechseln. Während der Arbeitspreis für Strom also zulegte, können Endverbraucher über Preisvergleiche ihre Energie von Diskontern dank diverser Rabatte und Boni vergleichsweise günstig erwerben. Der Wettbewerb, wie er über Preisrechner der Vergleichsportale ausgetragen wird, stellt auch sicher, dass der immer stärker nachgefragte Ökostrom günstig bleibt.
Mit einem Paradoxon wird aber die gesamte Energiewirtschaft zu kämpfen haben: Wie Energie gewinnbringend verkaufen, wenn Energie eigentlich effizienter genutzt und vor allem gespart werden soll? Wie schaffen Energieanbieter den Spagat zwischen dem Bewerben von Energiesparmaßnahmen und der Steigerung der Verkaufszahlen. Mit Stromverkauf alleine wird langfristig wohl kein Geschäft zu machen sein.