Smart Meter Definition

Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler mit erweiterten Funktionen. So ist dieser mittels des so genannten Smart Meter Gateway Kommunikationssystems dazu in der Lage, alle 15 Minuten den Stromverbrauch zu erfassen und die dann gesammelten Daten an den Betreiber des Stromnetzes und den Energielieferanten zu versenden.

Stromzähler im Vergleich

Besonders deutlich werden die Möglichkeiten, die ein Smart Meter bietet, in Abgrenzung zu den digitalen Stromzählern, wie sie bislang üblich waren, und zu analogen Stromzählern.

Generell sollte man sich zuerst den Unterschied zwischen analogen und digitalen Zählern verdeutlichen:

  1. 1 Analoger Zähler: Sind mit einer sichtbar rotierenden Scheibe ausgestattet, welche sich je nach Verbrauch dreht. Der Energieverbrauch wird demnach analog dargestellt.
  2. 2 Digitaler Zähler: Der Energieverbrauch wird im Unterschied zu den analogen – den alten Zählern – in einem digitalen Display dargestellt.

Digitale Zähler werden wiederum in moderne und intelligente Stromzähler eingeteilt. Der Smart Meter zählt zu den intelligenten Stromzählern, auch als Smarte Stromzähler bekannt.

Smart Meter einbauen lassen

Verbraucher brauchen sich nicht selbstständig um den Einbau von intelligenten Messsystemen kümmern. Denn diese Aufgabe liegt in den Händen von Messstellenbetreibern – wie bereits auch bei den analogen und modernen Zählern.

In der Regel ist der Messstellenbetreiber auch gleichzeitig der örtliche Netzbetreiber. Hinter dem Namen Messstellenbetreiber verbirgt sich nichts anderes als der verantwortliche Betreiber für Messeinrichtungen, d. h. Strom- und Gaszähler.

Kurz zusammengefasst:

  • Messstellenbetreiber installiert, betreibt und wartet die Zähler
  • In der Regel ist der grundzuständige Messstellenbetreiber gleichzeitig der örtliche Netzbetreiber
  • Der zuständige Messstellenbetreiber bzw. Netzbetreiber kann aus der Strom- bzw. Gasrechnung entnommen werden
  • Der Verbraucher kann selbstständig den passenden Messstellenbetreiber wählen

Preise für Messstellenbetreiber

Preise, Stand: 2024

Seit Januar 2025 müssen alle Stromanbieter dynamische Stromtarife anbieten, die sich an den Schwankungen der Strompreise orientieren. Voraussetzung dafür ist ein intelligentes Messsystem, das den Verbrauch in Echtzeit erfasst. Bis Ende 2025 sollen mindestens 20 % der Haushalte mit Smart Metern ausgestattet sein. Haushalten mit einem Smart Meter wird empfohlen, dynamische Tarife zu prüfen, um Einsparungen zu erzielen.

Was verbirgt sich hinter der Debatte “Smart Meter Einbau verweigern”?

Im Zuge der Digitalisierung in der Energiewende hat der Bundestag Verbraucher dazu verpflichtet, den Einbau von intelligenten Messsystemen ohne Widerspruchsrecht zu dulden. Sie können den Einbau somit nicht ablehnen, obwohl auch gute Gründe gegen die Installation eines intelligenten Stromzählers vorliegen. Was spricht dafür, den Smart Meter Einbau verweigern zu wollen?

  • Smarte Stromzähler erfassen auf 15 Minuten genau den Energieverbrauch. Diese Messdaten verraten genau, wann und welches Elektrogerät (z.B. Waschmaschine, Föhn oder Herd) benutzt wurde. Die vorliegenden Verbrauchsdaten können einfach von Drittpersonen eingesehen werden und verletzen damit die Privatsphäre von Verbrauchern.
  • Intelligente Messsysteme (Smart Meter) können aus der Ferne aus abgeschaltet werden. Sowohl der Energieanbieter als auch mögliche Hacker haben damit die Kontrolle über die Energieversorgung.

Diese Smart Meter gibt es

In den meisten Fällen wird das Smart-Meter-Modell vom Messstellenbetreiber bestimmt, was daran liegt, dass dieser in der Regel die Verantwortung für die Installation und den Betrieb trägt.

Allerdings können einige Messstellenbetreiber ihren Kunden unter Umständen eine Auswahl an Smart-Meter-Modellen anbieten. Für ein besseres Verständnis haben wir daher einige der Anbieter und ihre Eigenschaften für Sie in der Übersicht:

Was kostet ein Smart Meter?

Die Smart Meter Kosten sind mit der jährlichen Gebühr gedeckt, die Sie an Ihren Messtellenbetreiber bezahlen. Wenn Sie verpflichtet sind, einen intelligenten Stromzähler einbauen zu lassen (ab einem jährlichen Stromverbrauch von 6.000 kWh), liegt die Gebühr im Fall eines Einfamilienhauses bei maximal 20 Euro .

So verläuft der Smart Meter Rollout

Per Gesetz wird die schrittweise Einführung von intelligenten Stromzählern vorgeschrieben. Damit ist das Startsignal für die Digitalisierung der Energiewende in Deutschland gelegt.

Der stufenweise Einbau der smarten Stromzählern in Deutschland, sprich die Verteilung, die unter Smart Meter Rollout bekannt ist, betrifft zuallererst Kunden mit einem hohen Energieverbrauch. Folgende Gruppen sind vom gesetzlichen Zwang zum Einbau von intelligenten Messsystemen betroffen:

Smart Meter Rollout

2015

Gesetz für die Digitalisierung der Energiewende

2017

Smart Meter Rollout für Verbraucher über 10.000 kWh

2020

Smart Meter Rollout für 6.000 kWh - 10.000 kWh

2032

Smart Meter Pflicht für alle Verbraucher

Rollout Deutschland: Datenerhebung und -sicherheit

Die Smart Meter Pflicht in Deutschland hat gute Gründe. Der Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix steigt und eine Weiterentwicklung der Stromnetze ist unausweichlich. Intelligente Stromzähler haben den Vorteil, dass sie alle 15 Minuten die Zählerstandsgänge oder Lastgänge ermitteln und an das Smart Meter Gateaway übermitteln.

Das eingebaute Kommunikationssystem wiederum verarbeitet die Daten und überträgt diese automatisch an den Messstellenbetreiber, welche für die Verwaltung der Daten zuständig ist. Personenbezogene Messwerte müssen von Messstellenbetreibern unverzüglich gelöscht werden, sobald diese nicht mehr benötigt werden.

Für den Schutz und die Sicherheit aller Daten kommt die Technik "Privacy by Design" ins Spiel. Das ist in etwa mit einem Briefverteilungszentrum vergleichbar. Der Post ist zwar der Name des Absenders und Empfängers bekannt, jedoch bleibt der Briefinhalt verborgen.

Smart Meter Rollout in Europa

Deutschland ist bei diesem Thema, ähnlich wie bei der Digitalisierung, später dran als andere europäische Länder. In den EU-Ländern Schweden, Italien oder den Niederlanden sind die sogenannten Smart Meter deutlich stärker verbreitet.

Jedoch sind laut Verbraucherzentrale die erhofften Einsparungen nicht so hoch, wie erhofft. Das liegt vor allem an dem individuellen Nutzungsverhalten der Verbraucher in den einzelnen Ländern. Nichts desto trotz trägt das Smart Meter Rollout in der EU einen Teil zur geplanten Energiewende bei, hin zu einem bewussteren Verbrauch und besser steuerbarer Energienutzung.

Die Vorteile, die Smart Meter bieten

Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Strommix steigt kontinuierlich, sodass die Entwicklung des Stromnetzes unabdingbar ist. Erneuerbare Energien kennzeichnen sich dadurch aus, dass diese nicht konstant die gleiche Menge an Strom produzieren können, was unter anderem mit den Wetterverhältnissen zusammenhängt.

Um den bestmöglichen Ausgleich zu garantieren, sprich, dass die Energie dort ankommt, wo diese am dringendsten gebraucht wird, kommen Smart Meter ins Spiel. Die intelligenten Messsysteme stellen eine Verbindung zwischen dem Verbrauchenden und Erzeuger her - eine durchgehende Kommunikation ist damit gesichert. Weitere Vorteile von intelligenten Messsystemen:

  • Verbraucher haben eine bessere Kostenkontrolle und Übersicht
  • Smart Meter ermöglichen die Reduzierung des Energieverbrauchs
  • Energieanbieter lesen den Verbrauch aus der Ferne ab
  • Energieverbrauch wird in Echtzeit dargestellt
  • Stromfresser im Haushalt können bestimmt werden

Wichtig beim Umzug

Bei einem Umzug oder wenn der Stromvertrag gekündigt wird, muss ebenso an die Stromzähler Abmeldung gedacht werden. Weitere Gründe, die zur Abmeldung eines Stromzählers führen können, ist die Stilllegung eines alten oder unnötig gewordenen Zählers. Weitere wissenswerte Artikel zu Themen wie Energieverträge, Tarife und Energiepreisen, erhalten Sie in der folgenden Rubrik: