Wann das Sonderkündigungsrecht für Sie zutrifft

Mit Sonderkündigungsrecht können Verträge (Strom-, Gas-, Internet-, Wohnungs- und Fitnessstudioverträge) vorzeitig beendet werden. Doch in welchen Fällen können Verbraucher vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen? Welche Gründe geben dem Verbraucher das Recht auf Sonderkündigungsrecht? Wie fertigt man eine Sonderkündigung an?


Was ist ein Sonderkündigungsrecht?

Mit einem Sonderkündigungsrecht können Verträge, die für eine bestimmte Laufzeiten und mit einer festgelegten Kündigungsfrist unterschrieben wurden, vorzeitig beenden werden. Gemäß § 314 BGB kann ein Vertrag oder Abo immer dann vorzeitig gekündigt werden, wenn die darin enthaltenen Regelungen für einen der beiden Vertragspartner nicht mehr zumutbar sind.

Wird vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht und der Vertrag außerhalb des ordentlichen Kündigungsrechts gekündigt, so spricht man auch von einer außerordentlichen Kündigung.

Generell können alle Verträge ohne die Einhaltung der vorgeschriebenen Kündigungsfrist und Mindestvertragslaufzeit gekündigt werden. Dabei gilt, dass einer der beiden Vertragspartner einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung vorlegen muss.

  • Sonderkündigungsrecht
  • Vertragspartner erkrankt schwer
  • Vertragspartner verstirbt
  • Vertragskonditionen wurden geändert
  • Vereinbarte Leistung wird nicht erbracht

Das Vorgehen beim Sonderkündigungsrecht

Gemäß § 314 Abs. 2 BGB müssen Vertragspartner, bevor sie ihren Vertrag außerordentlich kündigen, über die Mängel informieren und eine Frist zur Nachbesserung gewähren.

FALL BEISPIEL: Nehmen wird an, Ihre Versicherung kürzt die Leistungen, aber die monatlichen Beiträge bleiben gleich. In diesem Fall, lassen Sie an die Versicherung ein schriftliches Dokument zukommen mit der Aufforderung, den Vertrag mit vereinbarten Leistungen weiterlaufen zu lassen. Reagiert Ihre Versicherung nicht und bietet Ihnen keine Lösung an, so können vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Sonderkündigungsrecht Strom: Das gilt!

Sie haben bei jeder Preisänderung ein Sonderkündigungsrecht.

Energieverträge, ganz gleich ob Strom- oder Gasverträge, haben eine vertraglich festgelegte Laufzeit und eine bestimmte Kündigungsfrist. Möchte der Verbraucher in regelmäßigen Abständen, z.B. jährlich oder alle zwei Jahre, seinen Energieversorger wechseln, um Kosten zu sparen, so muss er stets die Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsfristen im Auge behalten.

Wird die Kündigungsfrist verpasst, die je nach Energieanbieter bei vier oder sechs Wochen vor Ende der Mindestvertragslaufzeit liegen kann, so verlängert sich der Energievertrag in der Regel um ein weiteres Jahr.

Erhöht allerdings der Energieversorger die Preise, so hat der Verbraucher in diesem Fall stets das Recht auf Sonderkündigung. Normalerweise läuft es so ab, dass der Versorger seine Kunden über eine bevorstehende Preiserhöhung per Brief informiert. In manchen Fällen genügt auch eine E-Mail, wenn der Kunden einer Online-Kommunikation zugestimmt hat.

Frist bei Sonderkündigungsrecht Strom Erhöht der Energieanbieter seine Preise, so kann der Kunde von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Das Sonderkündigungsrecht gilt in der Regel zwei Wochen ab Erhalt der Preisänderungsmitteilung.

Eine Preisänderungsmitteilung muss vom Anbieter einfach und verständlich formuliert sein. Das Schreiben muss dabei den Grund der Preiserhöhung enthalten und den Kunden über das Sonderkündigungsrecht informieren. Stimmen Sie als Kunde der Preiserhöhung nicht zu, so können Sie den Strom- oder Gasvertrag zu dem Zeitpunkt beenden, an dem die Preiserhöhung in Kraft tritt.

Auf der Suche nach dem passenden Stromtarif?Unsere Energieexperten helfen Ihnen bei der Tarifauswahl und übernehmen für Sie die Anmeldung unter 0893 80388 95. Der kostenlose Energiemarie by Selectra Service steht für Sie von Montag bis Freitag von 8:00 bis 19:00 Uhr zur Verfügung.

Sonderkündigungsrecht Mieterhöhung: Was tun?

Eine Mieterhöhung kann unterschiedliche Gründe haben. Zum einen kann bereits im Mietvertrag eine Staffel- oder Indexmiete festgelegt werden, zum anderen kann der Vermieter die Miete an allgemeine Preissteigerungen anpassen. Auch kann eine Mieterhöhung nach Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen erfolgen.

In einigen der genannten Fällen kann der Mieter dabei das Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen und seinen Mietvertrag vorzeitig kündigen - vorausgesetzt er ist nicht bereit die höhere Miete zu zahlen. Der Mieter kann dabei zwei Monate nach Eingang der Mieterhöhung von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

  • Sonderkündigungsrecht Mieterhöhung: Wann gilt das Recht?
  • Sanierungsmaßnahmen
  • Modernisierungsmaßnahmen
  • Tod des Mieters
  • Mietangleichung an ortsübliche Vergleichsmiete
  • Kein Sonderkündigungsrecht bei Nebenkostenerhöhung
  • Kein Sonderkündigungsrecht bei Vermieterinsolvenz
  • Kein Sonderkündigungsrecht bei Indexmietverträgen
  • Kein Sonderungskündigunsgrecht bei Staffelmietverträgen

Die vorzeitige Kündigung des Mietvertrags muss schriftlich erfolgen, Kündigungsgrund und Unterschrift enthalten. Übrigens, hat der Miete bereits einer Mieterhöhung zugestimmt, ist die Ausübung des Sonderkündigungsrechts nicht mehr möglich.

Sonderkündigungsrecht bei Umzug: Bei diesen Verträgen möglich!

1. Ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug gilt bei Strom- und Gasverträgen, wenn der Energieanbieter die neue Wohnadresse nicht mit Strom und Gas versorgen kann. Das kann unter anderem daran liegt, dass die Wohnadresse nicht im Versorgungsgebiet des Unternehmens liegt. Außerdem können Energieverträge mit Recht auf Sonderkündigung beendet werden, wenn der Energieanbieter eine Preiserhöhung für die neue Lieferadresse vornimmt.

2. Ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug in ein Senioren- oder Pflegeheim gilt ebenfalls. In diesen Fällen zeigen sich Energieversorger kulant und lassen eine außerordentlich Kündigung zu. Denn die Fortführung eines Strom- oder Gasvertrages in einem Seniorenheim ist mehr als überflüssig.

3. Ein gesetzlich garantiertes Sonderkündigungsrecht gibt es für Fitnessstudioverträge leider nicht. Begründet wird es mit der Art der Verträge, denn wer einen Fitnessstudiovertrag unterschreibt, geht ein sogenanntes Dauerschuldverhältnis ein. Oftmals können aber dennoch solche Verträge vorzeitig beenden werden, wenn zum Beispiel der Umzug berufsbedingt ist oder am neuen Wohnort keine Filiale des Fitnessstudios verfügbar ist.

4. Das Sonderkündigungsrecht bei Umzug von Internet- und Telefonverträgen kann nur dann umgesetzt werden, wenn am neuen Wohnort Verträge nicht zu gleichen Konditionen fortgeführt werden können. Wenn Sie ins Ausland ziehen, werden Sonderkündigungen immer akzeptiert.

Können Anbieter, die im Vertrag festgelegte Leistung am neuen Wohnort nicht liefern, so können Kunden den Vertrag unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten zum Ende des Kalendermonats kündigen. Die Frist beginnt allerdings erst am Tag des Umzuges, d.h. der Kunde zahlt weitere drei Monate nach Umzug.

Sonderkündigungsrecht Fitnessstudio Corona: Ausnahmesituation

Vertrag ist Vertrag.

Seit Beginn der Corona-Krise haben viele Kunden Schwierigkeiten mit ihrem Fitnessstudio. Unter anderem beschweren sich Betroffene darüber, dass eine fristgerechte Fitnessstudio-Kündigung nicht akzeptiert wird und der Vertrag sich um weitere Monate verlängert.

Generell gilt auch in Zeiten von Krisen: Vertrag ist Vertrag. Wer daher fristgerecht laufende Verträge zum jeweiligen Vertragsende kündigt, so sollte er/sie keine eigenmächtigen Vertragsverlängerungen seitens des Fitnessstudios akzeptieren.

Nehmen wir an, Sie haben Ihren Vertrag fristgerecht zum Ende des Monats Oktober gekündigt. Das Fitnessstudio entscheidet eigenmächtig den Vertrag bis Ende November zu verlängern und die Kündigung erst dann geltend zu machen - dazu hat das Fitnessstudio kein Recht!

Ist das Fitnessstudio aufgrund des Corona-Virus geschlossen? In diesem Fall müssen Sie nicht die vollen Beiträge bezahlen. Hier müssen Sie nur Beiträge für die Zeiten bezahlen, in denen Sie den im Vertrag versprochenenen Service nutzen konnten. Wenn Ihr Fitnessstudio Sie nicht mit einem gleichwertigen Programm (Online-Kurse) versorgen kann und selbst keine Beitragsverkürzung angeboten hat, so sollten Sie bei Ihrem Fitnessstudio unbedingt nachfragen.

Sonderkündigungsrecht Vodafone: Wann möglich?

Sie haben einen Handyvertrag von Vodafone? Sie haben einen Vodafone DSL-Vertrag? Generell können Sie Ihre Vodafone Verträge entweder zum Ende der Laufzeit, innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss (Widerrufsrecht) und wenn die zugesicherte Leistung nicht erbracht wurde (Sonderkündigung) kündigen.

Sonderkündigungsrecht tritt neben der nicht erbrachten Leistung auch bei Preiserhöhungen ein. Ebenfall kann eine Sonderkündigung angefertigt werden, wenn das Unternehmen Vodafone bei einem Umzug die neue Wohnadresse nicht versorgen kann.

  • Sonderkündigungsrecht Vodafone
  • Preiserhöhung während der Vertragslaufzeit
  • Im Vertrag festgelegte Leistung wird nicht erbracht
  • Anschluss aus technischen Gründen nicht möglich
  • Ausfall der Telefon- und Internetverbindung
  • Defekte Geräte und Vodafone weigert sich der Reparatur
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