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Strompreise Europa - Was kostet Strom in der EU?

Strompreise Europa

Die Mitgliedstaaten der EU haben einen Prozess der Liberalisierung und der Angleichung ihrer Strommärkte nach dem Vorbild der Kohle- und Stahlgemeinschaft eingeleitet, die den Grundstein für die Europäische Union legte. Dieser Prozess und die Ziele eines Energiebinnenmarktes in dieser Größenordnung sind weltweit einzigartig. Strompreise Europa - Welches Land zahlt mehr und welches weniger? Lesen Sie hier die Erklärung der Strompreise Europa.


Stromrechnung zu hoch? Wir helfen Ihnen bei der Berechnung Ihres Energieverbrauchs und finden passende Verbesserungsmaßnahmen, um Ihre Kosten zu senken. Rufen Sie Energiemarie by Selectra unter der 0893 80388 88 an und profitieren Sie von einem kostenlosen Service von Montag bis Freitag von 8:00 bis 19:00 Uhr.

Strompreise Europa - Wo wird mehr gezahlt?

In Europa übersteigen die Strompreise für Privatkunden schon lange den Preisen für Industrie- und Gewerbekunden. Der Abstand ist in den letzten Jahren sogar noch größer geworden. Die höchsten Haushaltsstrompreise werden seit vielen Jahren in Deutschland und Dänemark gezahlt. Der Preis pro Kilowattstunde ist mehr als dreimal so hoch wie in Bulgarien (9,97 Cent/kWh). Um die Plätze 3 und 4 konkurrieren Belgien und Irland. Auf dem fünften Platz steht Spanien.

EU-Länder mit den höchsten Stromrechnungen:

  1. Deutschland - 30,88 Cent/kWh
  2. Dänemark - 29,84 Cent/kWh
  3. Belgien - 28,29 Cent/kWh

Schon gewusst? Die offizielle Bezeichnung des Strompreises, welcher gerne im täglichen Gebrauch verwendet wird, ist der Verbrauchspreis, auch Arbeitspreis genannt. Der Verbrauchspreis ist der verbrauchsabhängige Preis, der in Cent pro Kilowattstunde angegeben wird. Dieser setzt sich aus den Strombeschaffungs- und Vertriebskosten des Energieanbieters zusammen, aber auch aus staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen sowie aus Netzentgelten der Netzbetreiber.

Der Energiepreis beinhaltet nur den Preis, den Sie für die Energie bezahlen, also die Kosten der Strombeschaffung & Vertrieb und den verbrauchsunabhängigen Grundpreis, der vom Energieanbieter im Sinne einer Grundgebühr festgelegt wird. Der monatliche Abschlag besteht schließlich aus dem Energiepreis und aus den staatlichen Kosten und den Netzgebühren. Er präsentiert also die Kosten, die Sie am Ende für Ihren Stromvertrag zu bezahlen haben.

Strompreise Europa vergleichen

Die Strompreise in Europa hängen von einer Reihe von Faktoren ab, wie zum Beispiel der geopolitischen Lage, der Besteuerung, den Netzkosten oder den Umweltschutzkosten. Die Preise für Strombeschaffung und -versorgung (Arbeitspreis) sind in Europa in den letzten 10 Jahren stabil geblieben. Der Durchschnitt ist von 12,3 Cent pro kWh im Jahr 2010 auf aktuell 13,2 Cent pro kWh gestiegen.

Steuern und Abgaben machen den größten Anteil aus. Ihr Anteil kletterte kontinuierlich von 25,6 % im Jahr 2010 auf 36,6 % im Jahr 2019. Diese Werte variieren stark von Land zu Land, mit Sätzen von bis zu 63,7 % in Dänemark und 52,3 % in Deutschland. Die niedrigsten Steuern werden in Malta mit 7 % gezahlt. Irland liegt ebenfalls am anderen Ende der Steuerskala und zahlt nur einen Steueraufschlag von 16,3 %.

Strompreise in Europa Tabelle

Laut der europäischen Strompreisstatistik haben Haushalte in Deutschland und Dänemark mit Abstand die höchsten Stromkosten, während die Menschen in Bulgarien am wenigsten zahlen. Setzt man die Kosten jedoch ins Verhältnis zum entsprechenden Kaufkraftstandard, ist Kroatien der Ort mit dem teuersten Strom, gefolgt von Rumänien und Polen. Deutschland liegt auf dem 6. Platz. Die Länder mit dem günstigsten Strom in Europa in Bezug auf die Kaufkraft sind Luxemburg, die Niederlande und Großbritannien.

💰 Strompreise in Europa Tabelle
Land Cent / kWh Steuern und Abgaben
Deutschland 30,88 52,6 %
Dänemark 29,84 67,8 %
Belgien 28,29 33,9 %
Irland 24,23 19,7 %
Spanien 24,03 21,4 %
Italien 23,01 39,5 %
Zypern 22,03 20,7 %
Portugal 21,54 47,3 %
Großbritannien 21,22 19,2 %
Österreich 20,34 39,2 %
Niederlande 20,25 25, 3%
Schweden 20,15 34,7 %
Norwegen 18,67 30,7 %
Luxemburg 17,98 21,8 %
Frankreich 17,65 35,4 %
Tschechien 17,48 18,2 %
Finnland 17,34 34,0 %
Griechenland 16,5 31,2 %
Slowenien 16,34 31,4 %
Lettland 16,29 33,9 %
Slowakei 15,77 18,7 %
Rumänien 13,58 22,6 %
Estland 13,57 22,5 %
Polen 13,43 22,1 %
Kroatien 13,21 23,5 %
Malta 13,05 4,8 %
Litauen 12,55 30,1 %
Ungarn 11,20 21,2 %
Bulgarien 9,97 16,7 %

Quelle: Electricity prices for household consumers, Eurostat, 2020

Wie hoch wären unsere Stromrechnungen mit der portugiesischen Steuer?

Die portugiesische Regierung hat 2020 beschlossen, die Mehrwertsteuer auf Strom- und Gasrechnungen mit fester Laufzeit von 23 % auf 6 % zu senken. Diese Maßnahme kam überraschend, da Portugal bisher zu den Ländern mit der höchsten Stromsteuer (47,3 %) in Europa gehörte. Wie würde unsere Stromrechnung mit der portugiesischen Stromsteuer aussehen?

In diesem Jahr liegt die jährliche Stromrechnung eines durchschnittlichen Verbrauchers in Deutschland bei 750 Euro, aber wenn wir die neue Mehrwertsteuer in Portugal anwenden würden, würde die Stromrechnung im Jahr etwa 380 Euro betragen, was eine Differenz von etwa 370 Euro bedeuten würde.

Der europäische Strom

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Die Öffnung der Energiemärkte Ende der 90er-Jahre hatte ein klares Ziel - der Aufbau eines einheitlichen Strommarktes zu schaffen. Dieses ehrgeizige Projekt zielt darauf ab, den Wettbewerb innerhalb der einzelnen Märkte in der Energieerzeugung und -versorgung zu fördern und so Monopole mit einer hohen Kostenstruktur zu beenden und sicherzustellen, dass europäische Akteure auf verschiedenen Märkten konkurrieren und so die Preise senken können.

Das andere Ziel, das zunehmend ins Spiel gebracht wird, ist die Veränderung des Energiemixes hin zu einer stärkeren Ausrichtung auf erneuerbare Energien, insbesondere Wind- und Solarenergie.

Bis zur Liberalisierung bestanden die lokalen Märkte aus lokalen Monopolen: EDF in Frankreich, EnBW in Baden-Württemberg, ENEL in Italien oder Endesa in Spanien. Diese Unternehmen kontrollierten die Erzeugung, die Übertragung, die Verteilung und die Versorgung mit Strom. Die Liberalisierung begann mit der Trennung der Aktivitäten der etablierten Unternehmen:

  1. Die Produktion wurde für den Wettbewerb geöffnet
  2. Transport und Vertrieb sind rechtlich getrennt und behalten ein "natürliches" Monopol, das dafür verantwortlich ist, dass die öffentlichen Netze ohne Diskriminierung den verschiedenen Anbietern zur Verfügung stehen
  3. Das Angebot wurde schrittweise für den Wettbewerb geöffnet.

Am 1. Januar 2014 wurde die vollständige Liberalisierung in ganz Westeuropa erreicht, aber das Fortbestehen regulierter Tarife (Frankreich, Spanien, Italien) schränkt den Wettbewerb weiterhin ein.

Ökostrom in Europa

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Die europäischen Staaten haben sich ein gemeinsames Ziel von 20 % erneuerbarer Energie im Energiemix bis 2020 gesetzt. Einige Staaten wie beispielsweise Italien (30 %) liegen an der Spitze, während andere, die historisch von fossiler oder nuklearer Energie abhängig sind, wie Frankreich und Rumänien, hinterherliegen.

Darüber hinaus folgen die Länder der Europäischen Union den Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die auf der COP 21, dem internationalen Gipfel zur Bekämpfung der globalen Erwärmung, der 2015 in Paris stattfand, geplant wurden.

Ranking der Stromanbieter in Europa

Dank seiner Flotte von Atomkraftwerken ist das französische Unternehmen EDF der führende Stromerzeuger in Europa. Es folgt Engie, welches zahlreiche Gaskraftwerke besitzt und seine Flotte für alternative Energieerzeugung ausbaut.

💡 Stromanbieter in Europa
Energieanbieter Umsatz 2019 Kundenzahl Produktion
ENEL 77,3 Milliarden Euro 60 Millionen 100 GW
EDF 68,98 Milliarden Euro 37 Millionen 139,5 GW
Engie 60,1 Milliarden Euro   116 GW
E.ON 41,48 Milliarden Euro 47 Millionen 67,7 GW
Iberdrola 36,44 Milliarden Euro 30 Millionen 44,866 GW
Endesa (zu 92% im Besitz von ENEL) 20,16 Milliarden Euro 18 Millionen 22,03 GW

Strompreis Europa - Evolution und PrognoseDer Anstieg des Strompreises in Deutschland ist Teil eines europäischen Kontextes steigender Strompreise aufgrund der Einführung von grüner Energie, des Anstiegs der Kosten für Kernenergie und des Anstiegs der Kosten für Öl- und Gasprodukte.

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