Heizkosten berechnen und sparen: So einfach funktioniert’s

Fast 85 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines deutschen Haushaltes fällt auf die Heizung zurück. Ihre Heizkosten sind zu hoch und Sie wollen Ihre Heizkosten berechnen? Sind Sie sich über Ihre Heizkosten bewusst und vergleichen Sie sie mit den durchschnittlichen Heizkosten pro qm können Sie in einem nächsten Schritt auch Heizkosten sparen. Hier zeigen wir Ihnen, wie einfach es funktioniert.


Heizkosten berechnen

Heizkosten berechnen

Damit Sie Ihre Heizkosten berechnen können, brauchen Sie den Energieverbrauch Ihrer Heizung. Da dieser in Kilowattstunden (kWh) angegeben wird, müssen Sie zudem die Mengenangaben Ihrer Heizung in m³, Litern oder Kilogramm in Kilowattstunden umwandeln.

1 Liter Heizöl beziehungsweise 1 m³ Erdgas entspricht etwa 10 Kilowattstunden; bei Holz liegt der Heizwert bei etwa 5 Kilowattstunden pro Kilogramm. Das heißt, je nach Heizungsart können Sie das Volumen für die Umwandlung entweder mit 10 oder mit 5 multiplizieren.

Bei der Fernwärme ist es wenig sinnvoll, den Verbrauch von Fernwärme in Kubikmeter Gas umzurechnen, da keine zusätzlichen Verluste bei der Gasverbrennung anfallen. Anbei eine Anleitung für die Berechnung Ihrer Heizkosten je nach Art der Heizung.

Heizungsart Berechnung der Heizkosten
🔥 Gasheizung
  1. Lesen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Stände am Gaszähler und ermitteln Sie die Werte der Zeiträume zwischen den Ablesungen.
  2. Rechnen Sie Kubikmeter in Kilowattstunden um.
  3. Nun können Sie den Energieverbrauch in kWh mit dem aktuellen Gaspreis multiplizieren, um Ihre Heizkosten zu berechnen.
🛢 Ölheizung
  1. Da es bei Ölheizungen keine Zähler gibt, an denen Sie Ihren Energieverbrauch ablesen können, müssen Sie auf Ihre zugelieferten Brennstoffmengen achten.
  2. Wandeln Sie die Liter in Kilowattstunden um.
  3. Die Heizkosten erhalten Sie, indem Sie dann wiederum den erhaltenen Wert mit dem aktuellen Brennstoffpreis multiplizieren.
🌳 Holzheizung
  1. Auch bei Holzheizungen gibt es keine Zähler, an denen Sie Ihren Energieverbrauch ablesen können. Orientieren Sie sich auch hier an Ihren zugelieferten Brennstoffmengen.
  2. Wandeln Sie Kilogramm in Kilowattstunden um.
  3. Die Heizkosten erhalten Sie, indem Sie dann wiederum den erhaltenen Wert mit dem aktuellen Brennstoffpreis multiplizieren.
⛽ Wärmepumpe
  1. Dividieren Sie den Jahresverbrauch Ihrer Warmwasseraufbereitung mit der dazugehörigen Jahresarbeitszahl. Diese gibt an, wie viel Kilowattstunden warmes Wasser beziehungsweise Raumwärme Sie mit einer Kilowattstunde Strom erzeugen können.
  2. Tun Sie das Gleiche für den Jahresverbrauch Ihrer Heizung.
  3. Summieren Sie beide Werte und multiplizieren Sie das Resultat mit dem Preis Ihres Stromtarifs.
🏠 Fernwärme
  1. Die Kosten pro Monat setzen sich als Erstes aus dem Grundpreis zusammen. Dieser bezieht sich auf den Anlagenbau, wie auch dessen Wartung und Reparatur.
  2. Der zweite Anteil der Kosten macht der Arbeitspreis zusammen, welcher den Verbrauch in Cent pro Kilowattstunde angibt und am Wärmezähler abeglesen wird.
  3. Als Letztes berechnen einige Energieanbieter den Dienstleistungs- oder Messpreis. Er deckt die Kosten, die für Messungen und Abrechnungen anfallen.

Bei der Berechnung Ihrer Heizkosten sollten Sie beachten, dass Brennstoffkosten meist von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen. Profitieren wir in einem Jahr von tiefen Preisen, heißt das noch lange nicht, dass das auch in den nächsten Jahren der Fall sein wird. Heizöl schwankt sogar auch innerhalb eines Jahres: Somit fällt der Kauf von Heizöl in den Sommermonaten günstiger aus, da die Nachfrage geringer ist und viele Anbieter günstigere Preise realisieren.

Energieverbrauch berechnen: Formel für Heizung

Heizkosten berechnen mithilfe der Heizkostenabrechnung

Heizkostenabrechnung: Wie die Heizkosten berechnet werden

Die Heizkostenabrechnung ist in der Heizkostenverordnung (HKVO) geregelt. Diese ist seit 1981 gültig und dient dem Zweck, die Heizkostenabrechnung des Vermieters an den Mieter zu regeln. Einerseits, um den Mieter vor der Willkür des Vermieters zu schützen, andererseits, um dem Mieter zu helfen, einen besseren Umgang beim Heizen und Warmwasserverbrauch zu entwickeln.

Zwischen 50 - 70 Prozent der Heizkosten sind verbrauchsabhängig. Das heißt, Sie geben an, wie viel Energie in Form von Raumwärme oder Warmwasser verbraucht wurde. Der Verbrauch wird jährlich an den installierten Heizkostenverteiler oder, bei einer zentralen Warmwasseraufbereitung, am Warmwasserzähler abgelesen.

Ebenfalls unter die Aufteilung der Kosten fallen die Heiznebenkosten. Darunter gehören beispielsweise die Kosten für die Lieferung der Brennstoffe, die Pflege und Wartung der Heizungsanlage und der Betriebsstrom. Diese müssen in der Abrechnung einzeln aufgeführt werden. Der Rest der Grundkosten wird laut Verordnung entsprechend der bewohnten Wohnungsfläche und mithilfe eines Verteilschlüssels berechnet.

Heizkosten sparen

Laut Umweltbundesamt benötigen deutsche Privathaushalte mehr als zwei Drittel ihres jährlichen Energieverbrauches für die Raumwärme. Zusammen mit der Warmwasseraufbereitung macht das fast 85 Prozent des gesamten Energieverbrauches aus, während der Energieverbrauch von Strom lediglich einen Fünftel ausmacht. Entsprechend groß sind die Möglichkeiten, beim Heizen Kosten zu sparen.

Um erfolgreich Heizkosten sparen zu können, sollten Sie sich als Erstes über die verschiedenen Einflussfaktoren bewusst sein, welche bei der Enstehung der Heizkosten eine Rolle spielen:

  • ⃞ Wohnfläche
  • ✋ Heizverhalten
  • 🌤 Regionale Wetterunterschiede
  • 🏚 Zustand der Gebäudehülle
  • 🛢 Art der Heizung
  • 👵 Alter der Heizung
  • 🏢 Lage der Wohnung innerhalb des Gebäudes

Grundsätzlich kann gesagt werden: Je älter die Wohnung, desto mehr Heizenergie wird verbraucht und desto höher die Heizkosten. Unabhängig davon verbrauchen auch Wohnungen im Erdgeschoss oder unter dem Dach mehr Energie, genauso wie ältere Heizungsanlagen und Nutzer, die mit niedrigeren Raumtemperaturen nicht zurecht kommen.

Ihre Heizkosten sind zu hoch und Sie wollen Heizkosten sparen? In folgenden Unterkapiteln erhalten Sie Energiespartipps in den Bereichen Raumwärme und Warmwasseraufbereitung.

Raumwärme: Wie Sie richtig heizen

In Bezug auf die Raumwärme können Sie bereits mit kleinen Anpassungen Ihres Nutzverhaltens viel auswirken. Folgende Tipps sind kostenlos und helfen Ihnen, Kosten zu sparen:

  • Sinken Sie die Heiztemperatur und ziehen Sie sich wärmer an
  • Schließen Sie beim Heizen Türen und Fenster
  • Lassen Sie nachts die Vorhänge geschlossen, damit weniger Wärme nach außen gelangt
  • Entlüften Sie Ihren Heizkörper, sobald er anfängt zu gluckern
  • Lüften Sie Ihr Haus mehrmals täglich, aber mit mit weit geöffneten Fenstern

Bei folgenden Tipps ist zwar eine kleine Investiton notwendig, dennoch handelt es sich um wertvolle Veränderungen, die Ihnen zu zusätzlichen Erparnissen verhelfen:

  • Bauen Sie elektronische Thermostate ein, um Heizung Ihrem Bedarf anzupassen
  • Dichten Sie Ihre Fenster ab, damit keine Wärme nach aussen verloren geht
  • Für Hausbesitzer: Modernisieren und Warten Sie Ihr Heizsystem
  • Für Hausbesitzer: Isolieren Sie Ihre Heizungsrohre

Warmwasser: Worauf Sie achten sollten

Heutzutage ist das Warmwasser in unserem Haushalt nur schwer wegzudenken. Mit einem täglichen Verbrauch zwischen 25 und 50 Liter pro Person werden mittlerweile in einem durchschnittlichen deutschen Haushalt 14 Prozent des gesamten Energieverbrauchs für die Warmwasseraufbereitung benötigt.

Ein hoher Verbrauch an Warmwasser wirkt sich jedoch nicht nur negativ auf unsere Heizkosten aus, sondern erhöht auch die klimaschädlichen CO2-Emissionen. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihren Warmwasserverbrauch senken, Heizkosten sparen und der Umwelt Gutes tun. Hier einige Tipps dafür:

  • Nutzen Sie einen Sparduschkopf, bei welchem dem durchströmenden Wasser Luft beigemischt wird.
  • Duschen Sie lieber, als ein Bad zu nehmen
  • Waschen Sie Ihre Hände mit kaltem Wasser
  • Installieren Sie einen Durchlauferhitzer, um die Warmwassertemperatur zu regeln
  • Waschen Sie Ihre Wäsche mit 30 Grad
  • Für Hausbesitzer: Isolieren Sie Ihre Wasserleitungen

Heizkosten pro qm: Wieviel Heizkosten pro qm sind normal?

Gemäß dem Heizspiegel 2019 fallen in einem Heizungsarten Vergleich die durchschnittlichen Heizkosten pro qm mit der Wärmepumpe am niedrigsten aus. Dies ist der Fall, weil mit einer Kilowattstunde Strom das Mehrfache an Wärme erzeugt werden kann und weil Häuser mit Wärmepumpen einen besseren Effizienzstandard aufweisen.

An zweiter und dritter Stelle folgen die Heizkosten pro qm mit Erdgas und Heizöl. Die Heizkosten von Erdgas fallen etwas geringer aus als die von Heizöl, weil Häuser mit Erdgas-Heizung normalerweise moderner und somit ebenfalls besser gedämmt sind. Die Fernwärme hat insbesondere deshalb die höchsten Heizkosten, weil sie höhere Investitionsanteile beinhaltet.

Da große Häuser im Verhältnis zur Wohnfläche weniger Außenfläche haben als kleine Häuser, verbrauchen sie bei gleichwertigen Gebäudehüllen durchschnittlich weniger Heizenergie pro Quadratmeter. Dies wiederum führt zu geringeren Heizkosten. Anbei finden Sie einen Überblick zu den Heizkosten pro qm für verschiedene Heizungsarten. So können Sie die Frage Wieviel Heizkosten pro qm sind normal? besser beantworten.

Heizkosten Durchschnitt: Baualter des Gebäudes

Wie bereits erwähnt, verbrauchen ältere Gebäude im Durchschnitt mehr Heizenergie als neuere Gebäude, was wiederum zu einem höheren Heizkosten Durchschnitt führt. Das liegt daran, dass im Laufe der Jahre verschärfte gesetzliche Anforderungen zu energiesparenden Wärmedämmungen von Gebäuden eingeführt wurden. Kennen Sie das Baujahr Ihres Hauses, können Sie seinen energetischen Zustand noch genauer bestimmen.

In der folgenden Tabelle sehen Sie den Heizkosten Durchschnitt von Erdgas, Heizöl, Fernwärme und von der Wärmepumpe in einem Mehrfamilienhaus mit Einzelwohnungen von 70 Quadratmetern (Quelle: Heizspiegel 2019). Bei Wärmepumpen sind für die Baujahre bis 1983 zu wenig Daten vorhanden.

Hartz 4 Heizkosten

Sie sind Hartz 4 Empfänger? In diesem Falle haben Sie nach Paragraph 22 des Sozialgesetzbuches II (SGB) nicht nur Anrecht auf Arbeitslosengeld, sondern auch auf eine angemessene Unterkunft inklusive Nebenkosten und Heizkosten. Dafür müssen Sie jedoch nebst dem Hartz 4 Hauptantrag zusätzlich ein Formular zu den Kosten der Unterkunft und Heizung (KDU) ausfüllen und, falls der gewählte Brennstoff selber besorgt wird, einen Antrag auf Brennstoffbeihilfe stellen.

Unabhängig der gewählten Heizungsart wird das Jobcenter Ihre Heizkosten übernehmen, sofern es sich dabei um angemessene Kosten handelt, die sich am örtlichen Durchschnitt orientieren. Für die Beurteilung der Angemessenheit kann das Jobcenter zum Beispiel den aktuellen Heizspiegel zur Hilfe nehmen. Sollten Sich Ihre Kosten über dem Heizkosten Durchschnitt befinden, müssen Sie mit einer Kostensenkungsaufforderung rechnen.

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