Fernwärme: Definition, Kosten und Anbieter wechseln

Fernwärme entsteht im Rahmen der Kraft-Wärme-Kopplung und wird durch unterirdische, gut isolierte Rohrleitungen an die Verbrauchsstellen weitergeleitet. Obwohl sie als umweltfreundliche Heizungsart gilt und ebenfalls mit erneuerbaren Energien kombiniert werden kann, ist die Fernwärme Heizung im Vergleich zu anderen Heizungsarten teuer. Was sind die Fernwärme Kosten? Was ist besser: Fernwärme oder Gas? In diesem Artikel erhalten Sie die Fernwärme Kosten pro Kilowattstunde, den Kosten Rechner für die Wärmeleistung sowie Informationen zum Fernwärme Anbieter wechseln und einen Vergleich zwischen Fernwärme und Gas.


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Was ist Fernwärme?

Was ist Fernwärme?

Fernwärme ist genauso wie die Ölheizung oder andere Heizungsarten eine Art der Wärmeversorgung von Gebäuden. Im Rahmen einer Kraft-Wärme-Kopplung bei der Stromerzeugung wird dafür die entstandene Abwärme als Fernwärme genutzt.

Diese Technik ist sehr effizient, da sie den gleichen Brennstoff für zwei Anwendungsbereiche verwendet Damit wird nicht nur der Brennstoffbedarf reduziert, sondern auch die CO2-Emissionen. In Verbindung mit erneuerbare Energie können CO2-Emissionen sogar noch mehr verringert werden.

Fernwärme Heizung

Fernwärme Heizung

Die entstandene Fernwärme wird von den Energieversorgern oder über eine Sammelstelle über Rohrleitungen an die Verbrauchsstellen transportiert. Die Rohrleitungen sind in der Erde verlegt und decken in der Regel einzelne Stadtteile ab.

Obwohl die Rohrleitungen gut isoliert sind, ist der Wärmetransport mit Energieverlusten verbunden; je weiter die Distanz zur Verbraucherstelle, desto größer die Verluste. An der Verbrauchsstelle angekommen, kann die Fernwärme direkt bezogen werden. Ist Fernwärme als Heizung gut oder schlecht? Anbei Vor- und Nachteile für den Verbraucher:

  • Umwelfreundliche Heizungsart
  • Es besteht kein Bedarf für die Lagerung von Brennstoffen
  • Vergleichsweise geringe Anschaffungskosten
  • Finanzielle Förderung senkt Kosten
  • Energieverluste beim Transport vom Versorger zum Verbraucher
  • Hohe Betriebskosten im Vergleich zu anderen Heizungsarten
  • Häufiger Zwang zum Anschluss an das Fernwärmenetz
  • Lange Vertragslaufzeit bis zu 10 Jahren

Laut einer BDEW Studie zum Heizungsmarkt setzten 2019 aus insgesamt 40,6 Millionen Wohnungen 13.9 Prozent Fernwärme als Heizungsanlage ein. Damit kommt der Energieträger nach Erdgas (48.2%) und Heizöl (25.6%) an dritter Stelle. Regionale Unterschiede sind auszumachen und, obwohl Fernwärme vor allem in weniger dicht besiedelten Regionen sehr effizient wäre, ist sie dort weniger verbreitet.

Fernwärme Kosten

Fernwärme Kosten

Sie haben sich für eine Fernwärme Heizung entschieden? Dann benötigen Sie einen Fernwärmeanschluss und dafür den Einbau eines Fernwärmetauschers. Der Fernwärmetauscher passt die Temperatur der Wärme aus dem Primärnetz des Energieversorgers an das Sekundärnetz des Verbrauchers an, damit sie genutzt werden kann.

Für den Neuanschluss an das Fernwärmenetz und den Einbau des Fernwärmetauschers wird vom Energieversorger normalerweise eine einmalige Gebühr berechnet, welche zwischen 3.000 und 8.000 Euro ausfallen kann. Wartungskostsen fallen danach keine an.

Laufende Kosten für den Betrieb werden dann in der Regel in den monatlichen Fernwärme Kosten miteinberechnet. Diese Fallen je nach Anbieter und Region unterschiedlich aus; in Ballungsgebieten mit vielen Abnehmern ist der Unterhalt des Fernwärmenetzes für den Fernwärmelieferanten günstiger, was für den Verbraucher in niedrigeren Kosten resultiert. Die Fernwärme Kosten setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen:

Fernwärme Kosten: Komponenten
Komponente Erläuterung
Arbeitspreis Beim Arbeitspreis handelt es sich um den Verbrauchspreis, der vom monatlichen Wärmeverbrauch abhängig ist. Angegeben wird der Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunden (kWH). Im Arbeitspreis enthalten sind Vertriebs- und Beschaffungskosten des Energieversorgers, wie auch die staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen sowie die Netzentgelte.
Grundpreis Der Grundpreis ist ein Fixpreis, der die monatliche Grundgebühr und die vertraglich vereinbarte maximale Wärmeleistung des Energieversorgers bezeichnet. Er ist verbrauchsunabhängig und macht üblicherweise einen deutlich kleineren Anteil an der Gesamtrechnung aus: Durchschnittlich macht der Grundpreis einen Anteil von etwa 25 Prozent aus, der Arbeitspreis ungefähr 75 Prozent.
Dienstleistungspreis Einige Energieversorger fügen der monatlichen Abschlagszahlung ebenfalls Zahlungen für die Abrechnung und Messung der benötigten Wärmeleistung hinzu.

Fernwärme Kosten kWH

Die durchschnittlichen Fernwärme Kosten pro Kilowattstunde liegen bei 9 Cent. Laut Heizspiegel 2018 kamen die durchschnittlichen Heizkosten damit auf 860 Euro. Je nach Gebäudegröße, Fernwärme Anbieter und Energieverbrauch wurden daraus Kosten zwischen 8.30 und 19.10 Euro pro Quadratmeter ausgemacht. Im Vergleich zu anderen Heizungsarten gerät die Fernwärme Heizung damit nach den Elektroheizungen auf den zweithöchsten Platz und positioniert sich damit sogar über der Ölheizung.

Angabe der Fernwärme Kosten in MWh Üblich ist die Angabe der Fernwärme Kosten in Megawattstunden. Eine Megawattstunde entspricht Tausend Kilowattstunden beziehungsweise einer Million Wattstunden. Dementsprechend liegen die aktuellen Fernwärme Kosten bei 89 Euro je MWh.

Fernwärme Kosten Rechner

Mit dem Fernwärme Kosten Rechner können Sie herausfinden, ob die vereinbarte Wärmeleistung, für die Sie im Grundpreis Ihres Fernwärme Anbieters bezahlen, überdimensioniert ist oder nicht. Dafür dividieren Sie einfach die verbrauchte Wärmemenge in Kilowattstunden aus Ihrer letzten Abrechnung durch die bestimmte Wärmeleistung in Kilowatt. Das Resultat beschreibt die Nutzungsdauer und sollte einen Wert von 1.800 Stunden annehmen.

Fällt der Wert darunter, ist Ihre Wärmeleistung vermutlich zu hoch und Ihre Fernwärme Kosten fallen ebenfalls unnötigerweise zu hoch aus. In diesem Falle sollten Sie die Wärmeleistung senken lassen, um eine bessere Kosteneffizienz zu erreichen. Da der Fernwärme Kosten Rechner jedoch nur eine Einschätzung erlaubt, sollte der effektive Wärmebedarf von einem Fachmann in einer Verbraucherzentrale ermittelt werden. Diese kann die verschiedenen Einflussfaktoren besser berücksichtigen.

Förderung der Fernwärme Heizungsanlage

Förderung der Fernwärme Heizungsanlage

Dank der Förderung der Fernwärme Heizungsanlage können die Kosten gesenkt werden. Der Umstieg auf eine Fernwärme Heizung wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wie auch vom Bund, Länder, Kommunen und Fernwärme Anbietern unterstützt, wobei die Höhe der Förderung unterschiedlich ausfallt.

Die Förderung erfolgt entweder durch einen direkten Zuschuss oder als Förderkredit und kann von Haus- und Wohnungseigentümern beantragt werden. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass die Anträge vor Installation der neuen Heizungsanlage eintreffen.

Fernwärme Anbieter wechseln

Wie bereits erwähnt, sind die Fernwärme Kosten zu einem großen Teil von Ihrem Fernwärme Anbieter abhängig. Sie haben bemerkt, dass Ihre Heizkosten zu hoch ausfallen und möchten deshalb Ihren Fernwärme Anbieter wechseln? Das Problem dabei ist, dass es sich bei den Fernwärme Anbietern jeweils um lokale Monopole handelt. Das heißt: In Ihrem Wohngebiet stehen keine andere Fernwärme Anbieter zur Auswahl und ein Wechsel ist grundsätzlich nicht möglich.

Eine bestehende Möglichkeit ist in diesem Falle, Ihren Fernwärme Anbieter Vertrag zu kündigen. Im Vergleich zu Strom- oder Gas-Tarifen mit einer üblichen Erstvertagslaufzeit von 12 Monaten beträgt diejenige eines Fernwärme Vertrages bis zu zehn Jahre. Auch danach ist die automatische Vertragsverlängerung mit maximal fünf Jahren sehr lange. Prüfen Sie Ihren Vertrag, um die Möglichkeiten einer Kündigung zu bestimmen; allenfalls wurden auch kürzere und vorteilhaftere Kündigungsfrsiten vereinbart.

Anschlusszwang verhindert Kündigung In manchen Kommunen besteht für Hauseigentümer ein Anschlusszwang an das Fernwärmenetz. Grundlage dafür sind die Kommunalordnungen der Bundesländer, die im Sinne des Gemeinwohls und des öffentlichen Bedürfnisses die Fernwärme mit dem Benutzungszwang fördern. In solchen Fällen ist eine Kündigung nicht möglich.

Fernwärme oder Gas?

Fernwärme oder Gas?

Auf der Suche nach der passenden Heizungsart taucht früher oder später die Frage Fernwärme oder Gas? auf. Dies ist durchaus berechtigt, denn beide Heizungsarten haben Ihre Vor- und Nachteile. Anbei ein Vergleich verschiedener Aspekte:

  Anschluss: Bei der Gasheizung sind Sie nicht unbedingt auf einen Gasanschluss angewiesen, denn mit Flüssiggas besteht ebenfalls die Möglichkeit, Gas aus einem Tank im eigenen Zuhause zu beziehen. Dafür wird jedoch Platz benötigt und es müssen gewisse Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

 Umweltfreundlichkeit: Erdgas an sich gilt als nicht besonders umweltfreundlich. Doch mithilfe von Biogas kann dem entgegengewirkt oder die gesamte Heizungsanlage, genau wie die der Fernwärme, mit erneuerbarer Energie kombiniert werden. Diese Variante wird auch bei der Gasheizung staatlich gefördert, was Kosten senkt.

 Kosten: Obwohl der Preis von Erdgas Schwankungen unterliegt, hat die Gasheizung dennoch niedrigere Betriebskosten als die Fernwärme. Bei den Anschaffungskosten sieht es jedoch wieder ein wenig anders aus, denn aufgrund der benötigten Brennsysteme und Gastanks können diese bei der Gasheizung durchaus höher anfallen.

 Anbieter Wechsel: Sind Sie mit Ihrem Anbieter nicht zufrieden oder sind Ihnen die Preise zu hoch, ist der Anbieter Wechsel bei einem Gasvertrag einfach. Die Kündigungsfrist beträgt meist drei Monate und es stehen ihne viele Alternativen zur Auswahl. Fernwärme Verträge binden Sie bis zu zehn Jahre, die Auswahl ist beschränkt und unter Umständen haben Sie gar nicht erst die Möglichkeit, zu kündigen.

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