Braunkohle Deutschland: Abbau, Ausstieg & Briketts

Braunkohle ist noch immer der wichtigste einheimische, fossile Energieträger in Deutschland und hat im Jahre 2018 rund 21 Prozent des Primärenergieverbrauches abgedeckt. Bis 2038 soll sich das jedoch ändern, denn: Der Braunkohle Ausstieg wurde im Hinblick der Energiewende festgelegt und der Ausbau erneuerbarer Energien bestimmt. In diesem Artikel erfahren Sie mehr zum Thema Braunkohle Entstehung, Braunkohle Deutschland, Abbau und Austieg. Sie wollen mit Braunkohle heizen? Hier erhalten Sie ebenfalls Informationen zu Braunkohle Briketts und wo Sie sie kaufen können.


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Was ist Braunkohle und wie entsteht sie?

Was ist Braunkohle und wie entsteht sie?

Die Braunkohle ist ein braun-schwarzes Sedimentgestein, das als fossiler Brennstoff zur Energieerzeugung verwendet wird. Dafür wird es heutzutage meist im Tagebau abgebaut und in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Die Braunkohle Entstehung ist auf das Teritär und das Miozän zurückzuführen, Erdzeitalter vor etwa 65 bis 2 Millionen beziehungsweise 25 bis 5 Millionen Jahren und hat mit dem Prozess der Inkohlung zu tun.

Dafür hat sich als Erstes organisches Material aus abgestorbenen Pflanzen (Bäume, Sträucher, Gräser) in Mooren als Torf angesammelt. Im Laufe vieler Millionen Jahre wurden die entstandenen Torfmoore mit Meeres- und Flussablagerungen bestehend aus Sand und Kies überdeckt und hohen Drücken und Temperaturen ausgesetzt. Im Prozess der Inkohlung entstand zuerst Braunkohle, dann Steinkohle und schließlich Grafit.

Heizwert Braunkohle Der durchschnittliche Heizwert von Braunkohle beträgt rund 9.000 kJ/kg beziehungsweise 2,2 kWh/kg.

Braunkohle setzt sich chemisch zusammen aus 40 Prozent Kohle, 55 Prozent Wasser und aus 5 Prozent nichtbrennbaren Bestandteilen wie Asche. Die wasser- und aschfreie Braunkohle, auch Reinkohle genannt, besteht größtenteils aus Kohlenstoff (zwischen 58 und 73 Prozent); weitere wesentliche Bestandteile sind Sauerstoff (zwischen 21 und 36 Prozent) und Wasserstoff (zwischen 4.5 und 8.5 Prozent). Neben geringen Anteilen diverser Spurenelemente kann der Schwefelgehalt von Braunkohle bis zu 3 Prozent betragen.

Unterschied Braunkohle Steinkohle

Was ist der Unterscheid Braunkohle - Steinkohle? Der Inkohlungsprozess ist bei der Steinkohle ausgeprägter. Das Resultat zeigt sich in einer anderen chemischen Zusammensetzung der Kohle: Steinkohle enthält einen höheren Kohlenstoffanteil, einen höheren Schwefelgehalt und weniger Wasser.

Außerdem hat Steinkohle mit rund 32.000 kJ/kg einen höheren Heizwert als Braunkohle. Unterschiede sind auch qualitativ auszumachen, zum Beispiel durch eine grobere und porösere Grundmaße. Schließlich wird Steinkohle nicht wie Braunkohle im Tagebau sondern im Tiefbau abgebaut.

Braunkohle Abbau

Braunkohle ABbau

Früher fand der Braunkohle Abbau im Tiefbau statt, womit verschiedene Kohlesorten abgebaut werden konnten. Mit zunehmender Mechanisierung der Prozesse verschob sich der Abbau jedoch in den Tagebau. Die wirtschftliche Férderung wird mithilfe von Großgeräte realisiert.

Der Braunkohle Abbau und die Nutzung der Braunkohle erfolgen stets auf der Basis des Bergrechtes, welches die Grundlage für alle bergbaulichen Tätigkeiten darstellt und mit Genehmigungsverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Der Braunkohle Abbau beinhaltet folgende Schritte:

  1. Zuerst wird mit Schaufelradbaggern die oberste Bodenschicht selektiv abgetragen.
  2. Danach werden darunter liegende Schichten, bestehend aus Kiesen, Sanden und Tonen abgetragen, um die darunterliegende Braunkohle freizulegen. Die Braunkohleschichten befinden sich in etwa 280 - 450 Meter Tiefe.
  3. Dann erfolgt der eigentliche Braunkohle Abbau. Die Braunkohle wird über Förderbänder oder mit Förderbrücken zum nahegelegenen Kraftwerk transportiert und entweder unmittelbar eingesetzt oder vorerst in Kohlebunkern zwischengelagert.
  4. Nach dem Abbau kommen Absetzer zum Einsatz, welche für die Rekultivierung der abgetragenen Flächen zuständig sind. Kies, Sand und Tonen gelangen über Förderbänder bis zum Abwurfsausleger und verteilen sich von dort wieder auf die zuvor ausgekohlten Bereiche des Tagebaus.

Für den Braunkohle Abbau sind große Flächen in Form von Wäldern oder Feldern notwendig. Diese werden nach Inanspruchnahme durch den Bergbaubetrieb wieder rekultiviert, indem Flächen aufgeforstet und wieder bewirtschaftet werden. Verbliebene Restlöcher werden ebenfalls mit Wasser gefüllt und somit zu Seen für den turistischen Zweck umgestaltet. Je nachdem müssen für die Lagerstätte von Braunkohle ebenfalls Dörfer umgesiedelt werden, was nicht immer ganz konfliktfrei vonstatten geht.

Braunkohle Deutschland

Braunkohle Deutschland

Braunkohle ist in Deutschland noch der wichtigste einheimische, fossile Energieträger. Er ist reichlich vorhanden und kann subventionsfrei gewonnen werden. Die Braunkohle Förderung Deutschland findet in drei Revieren statt:

Im Rheinischen Revier in der Niederrheinischen Bucht, im Lausitze Revier und im Mitteldeutschen Revier. Die Jahresförderung der drei Reviere betrug 2018 rund 166.3 Millionen Tonnen. Damit ist Deutschland im internationalen Vergleich das größte Braunkohleförderland, gefolgt von China, Russland und den USA.

Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie basierten im Jahre 2018 rund 21 Prozent des Primärenergieverbrauches auf Stein- und Braunkohle. Bei der Bruttostromerzeugung machte Kohle sogar rund 35 Prozent aus, davon 22.5 Prozent Braunkohle und 12.9 Prozent Steinkohle.

Dies wird sich in Zukunft jedoch ändern: Mit der Umsetzung der Energiewende und dem Inkrafttreten des Kohleausstiegsgesetzes im Juli 2020 soll die Stromerzeugung aus Kohle Schritt für Schritt bis Ende 2038 beendet werden und erneuerbare Energien wie die Windenergie oder die Solarenergie weiter ausgebaut werden. Mehr zum Braunkohle Ausstieg erfahren Sie im nächsten Kapitel.

Braunkohle Ausstieg

Braunkohle Ausstieg

Der Braunkohle Ausstieg aus der Stromversorgung wurde am 3. Juli 2020 vom Bundestag und Bundesrat bestimmt und soll schrittweise bis Ende 2038 vollzogen werden. Da damit eine grundlegende Umstellung der Energieversorgung weg von fossilen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien einhergeht, wurde gleichzeitig ein Strukturstärkungsgesetz verabschiedet.

Zusammen mit der Strukturstärkung und dem Ausbau von Wind- und Sonnenenergie soll der Braunkohle Ausstieg verlässlich, sozialverträglich und rechtssicher durchgeführt werden können. Noch 2020 sollen erste Braunkohle Kraftwerke stillgelegt und die ersten Schritte zur Abschaltung von Steinkohle Kraftwerken geplant werden. Der Braunkohle Ausstieg basiert auf mehreren Gründen:

  Der erste und wahrscheinlich wichtigste Grund ist, dass bei der Verbrennung von Braunkohle klimaschädliche CO2-Emissionen entstehen. Obwohl die Menge an CO2-Emissionen im Laufe der Zeit mit besseren Wirkungsgraden der Kraftwerke reduziert werden konnte, ist und bleibt der Ausstoß der schädlichen Treibhausgase im Vergleich zu anderen Brennstoffen, vor allem im Vergleich zu erneuerbaren Energien, sehr hoch.

  Der Braunkohle Abbau und deren Verarbeitung in Kraftwerken verursacht tiefgreifende Eingriffe in die Natur: Wälder werden abgeholzt, womit Flora und Fauna verloren geht, Felder werden zerstört und Dörfen werden abgerissen. Obwohl beanspruchte Flächen wieder beforstet und kultiviert werden, sollten negative Einflüsse mit einer vorausschauenden Umweltplanung reduziert werden. Daraus entsteht die Forderung nach umweltschonenden Alternativen.

Emissionsbilanz verbessern Mit dem schrittweisen Kohleausstieg werden die CO2-Emissionen in den nächsten zehn Jahren um voraussichtlich zehn Millionen Tonnen pro Jahr reduuziert. Je nach Brennstoff (Braun- oder Steinkohle), Auslastung und Wirkungsgrad des Kraftwerkes kann die Zahl variieren.

Braunkohle Briketts

Braunkohle Briketts

Braunkohle Briketts werden für die Heizung von Wohnräumen in Heizkessel, Kaminen oder Kachelöfen angewendet und zeichnen sich vor allem durch ihre langsame und gleichmäßig Verbrennung aus. Infrage kommen Braunkohle Briketts außerdem in Dauerbrandöfen, bei denen die Glut besonders lange hält.

Das problematische bei Braunkohle Briketts ist, dass sie bei der Verbrennung Schadstoffe wie zum Beispiel Schwefeldioxid, Stickoxide und Feinstaub ausstossen. Dies führt nicht nur zu unangenehmen Gerüchen sondern belastet auch die Umwelt. Hier die Vor- und Nachteile von Braukohle Briketts im Überblick:

  • Langsame und gleichmäßige Verbrennung
  • Langanhaltende Wärme im Haushalt
  • Selteneres Nachlegen
  • Fossiler Brennstoff (endlich)
  • Bei Verbrennung Ausstoss von Schadstoffen
  • Zum Abbau mit Eingriffen in die Natur verbunden
  • Unangenehme Gerüche durch Abgase bei Verbrennung

Generell werden Braunkohle Briketts nie komplett alleine zur Beheizung des Kamins verwendet. Meistens kommt als erstes Kaminholz zur Anwendung, um die Holzheizung schnell und einfach zu entfachen. Erst danach werden Braunkohle Briketts eingesetzt, um für eine langanhaltende Glutbildung zu sorgen. Die entstandene Glut kann sogar über die ganze Nacht hinweg aufrechterhalten werden, ohne dass nachgelegt werden muss.

Braunkohle kaufen

Sie wollen Braunkohle kaufen? Braunkohle Brikkets sind bei Brennstoffhändlern aber auch im Baumarkt erhältlich. Das Kilogramm kostet zwischen 30 und 40 Cent beziehungsweise zwischen fünf und sechs Cent pro Kilowattstunde.

Dementsprechend ist der Braunkohle Preis im Vergleich zu anderen Brennstoffpreisen wie der Ölpreis oder Gaspreis für den Betrieb der Heizung günstig. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Braunkohle Briketts keinen Weltmarktschwankungen unterliegt. Bei der Anschaffung einer Kohleheizung sieht es jedoch ein wenig anders aus: Da ist mit höheren Kosten als bei einer Gasheizung oder einer Ölheizung zu rechnen.

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