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Strompreiszusammensetzung: Die Komponenten des Strompreises

Taschenrechner Geld

Der Strompreis ist in Bewegung.

Wer einen Preisvergleich über Stromrechner macht, erfährt neben diverser Prämien und Rabatte meist in klein gedruckter Form wieviel er für die Kilowattstunde (kWh) an den Stromanbieter zu zahlen hat. Von dieser Summe geht aber nur ein kleiner Teil an den Energielieferanten selbst. Der Großteil des Arbeitspreises setzt sich aus Steuern, Abgaben und diversen Umlagen zusammen. Hinzu kommt noch das Netzentgelt. Im Folgenden erfahren Sie, wie sich Ihr Strompreis zusammensetzt und was mit Ihren Ausgaben für Energie passiert.


Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Bei der Wahl des günstigen Tarifs sind für Verbraucher zwei Komponenten auf der Stromrechnung wichtig: der Arbeitspreis und der Grundpreis. Vor allem letzterer variiert stark von Anbieter zu Anbieter - monatlich von einem bis mehr als 20 Euro - und finanziert die Serviceleistungen jener. Je höher der Grundpreis, desto besser der Service. Der Arbeitspreis divergiert vergleichsweise wenig, da nur ein Bruchteil vom Energieanbieter selbst bestimmt werden kann. Welche Serviceleistungen Verbraucher von Ihrem Anbieter erwarten können, kann man unter folgender Servicenummer in Erfahrung bringen:
089 1208 9219.

Die Komponente Arbeitspreis unterteilt sich in drei Teile, welche sich wiederum aus unterschiedliche Elemente zusammensetzen. Diese drei Teile sind (1) Strombeschaffung, Vertrieb und Gewinnmarge, (2) Regulierte Netzentgelte, und (3) Steuern, Abgaben und Umlagen (siehe Abbildung 1).

1. Strombeschaffung und Vertrieb

2016 entfielen mit 21,8% des Arbeitspreises etwas mehr als ein Fünftel an die Anbieter. Energieanbieter, die Strom nicht selbst erzeugen, kaufen diesen an der Strombörse EEX und vertreiben ihn gewinnbringend an den Verbraucher weiter. Je nach Herkunft des Stroms zahlen Stromanbieter an der Börse ab ca. 3 Cent pro Kilowattstunde (kWh) - mit großen Schwankungen nach Witterung, Jahres- und Tageszeit. Die Anbieter erwirtschaften einen Gewinn in dem sie ein paar Cent/kWh draufschlagen. Im Jahr 2016 verlangten Sie für Ihren Teil des Arbeitspreises im Durchschnitt 6,26 Cent/kWh, welche oben genannte 21,8% des gesamten Arbeitspreises von 28,80 Cent/kWh ausmachen. Da ca. 3 Cent dafür an der Börse bezahlt werden müssen, bleiben den Anbietern effektiv oft weniger als 10% vom Arbeitspreis als Gewinn.

2. Regulierte Netzentgelte

2016 entfielen mit 24,3% des Arbeitspreises rund ein Viertel für die Netznutzung an die Netzbetreiber. Seit 2006 wird dieses Netzentgelt (inkl. Messung, Abrechnung und Messstellenbetrieb), das jeder sogenannte Netznutzer an den Netzbetreiber zahlen muss, gesondert im Arbeitspreis dargestellt. Man kann sich darunter eine Gebühr ähnlich einem Ticket für das Benutzen von Bus und Bahn vorstellen. Diese Gebühr wird staatlich reguliert, da Strom- und Gasnetze natürliche Monopole sind.

Um eine übersichtliche Stromrechnung stellen zu können, verlangt der Stromlieferant diese Gebühr vom Verbraucher - jede Zählerstelle entrichtet ein Netzentgelt - und zahlt sie an den Netzbetreiber weiter. In einigen europäischen Ländern stellen Stromanbieter und Netzbetreiber separate Rechnungen an den Verbraucher.

Prognose für 2017 Für eine Prognose wie sich der Strompreis 2017 entwicklen wird, rufe Sie sie die Expertenhotline 089 1208 9219. Eines ist nahezu sicher: der durchschnittliche Strompreis wird auch in diesem Jahr steigen.

Nach der Einführung der Regulierung sanken die Netzentgelte. Erst seit 2012 steigen sie wieder an. Verantwortlich dafür ist vor allem der notwendige Ausbau der Übertragungs- und Verteilernetze und der sogenannten smart grids, die auf eine witterungsbedingte unterschiedlichen Auslastung ausgelegt sind. Grundsätzlich werden mit dem Netzentgelt der die Integration erneuerbarer Energie über smart grids, der Netzausbau, sowie sämtliche Wartungsarbeiten an existierenden Netzen finanziert.

Durchschnittliche Zusammensetzung des Strompreises 2016 für einen Haushalt in Deutschland mit 3.500 kWh Jahresverbrauch

 

* durchschnittliches Netto-Netzentgelt inkl. Entgelte für Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung, kann regional deutlich variieren. Quelle: BDEW, Stand: 11/2016

3. Steuern, Abgaben und Umlagen

 

2016 entfielen mit 53,9% des Arbeitspreises für Strom mehr als die Hälfte an den Staat. Von diesen 53,9% beansprucht die EEG-Umlage, mit der der Staat die Energiewende weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern (Ökostrom) finanziert, knapp die Hälfte (22,1%). Mehrwertsteuer (16%), Konzessionsabgabe (5,8%), Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)-Aufschlag (1,5%), §19 StromNEV-Umlage (1,3%), die Offshore-Haftungsumlage (0,1%) und die Umlage für abschaltbare Lasten (0,1%) addieren zusammen auf 53,9% des Arbeitspreises (siehe Abbildung 1). Letztere wurde 2016 nicht erhoben.

EEG-Umlage

Im Rahmen der energiepolitischen Wende - der Energiewende - finanziert der Staat mit der Erneuerbaren Energie (EEG)-Umlage den Ausbau von Ökostrom-Kapazitäten. Grundsätzlich müssen alle Stromverbraucher diese Umlage bezahlen. Einige werden durch sie aber auch vergütet: die Betreiber von Erneuerbare Energien-Anlagen bzw. Ökostromproduzenten, deren Strom vom Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) wiederum an der Strombörse verkauft. wird. Alternativ können die Produzenten den Strom auch direkt am Markt verkaufen. Weil die Vergütungen an die Betreiber dieser Anlagen aber die Einnahmen aus dem Verkauf des Ökostroms durch den ÜNB übersteigen würden, wird der Differenzbetrag durch die EEG-Umlage laut Bundesnetzagentur auf alle Stromverbraucher umgelegt.

Konzessionsabgabe

Mit der Konzessionsabgabe wird die Benutzung der öffentlichen Straßen und Wege der Gemeinde zur Verlegung von Strom- und Gasleitungen beglichen. Verbraucher, die einen anderen Anbieter als den Grundversorger gewählt haben, zahlen einheitlich 0,11 Cent/kWh. Bezieher der Grundversorgung zahlen sie entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde.

KWK-umlage

Mit der KWK-Umlage wird die Erzeugung von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gefördert. Der Netzbetreiber zahlt für den so erzeugten Strom einen Zuschlag an den Anlagenbetreiber. Auf Basis des Kraft-Wärme-Kopplung Gesetz (KWKG) beträgt die KWK-Umlage für Endverbraucher 2017 0,463 Cent/kWh.

§ 19 StromNEV-Umlage

Nach § 19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) haben bestimmte Endverbraucher - meist stromintensive Unternehmen - die Möglichkeit, von Ihrem Netzbetreiber niedrigere Netzentgelte zu erhalten. Die entgangenen Erlöse werden als § 19 StromNEV-Umlage auf alle Endverbraucher umgelegt.

Offshore-Haftungsumlage

Betreiber von Offshore-Windparks, die vor allem durch lange andauernde Netzunterbrechungen Schaden nehmen können, werden mit den Erträgen aus der Offshore-Haftungsumlage entschädigt.