Energie aus Biomasse: Definition & Beispiele von Energieträgern

Was ist Biomasse? Unter Biomasse versteht man alle organischen Stoffe wie Pflanzen, Bäume, Biomüll und Altholz. Biomasse wird in der Bioenergie in Strom, Wärme und Kraftstoff umgewandelt und ist der “Alleskönner” unter den Erneuerbaren Energien. Biomasse Definition, Energieträger der Biomasse, Bafa Förderung Biomasse und wie eine nachhaltige Produktion der Biomasse gewährleistet werden kann, erfahren Sie hier.


Was ist Biomasse?

Die weit gefasste Biomasse Definition lautet: Zur Biomasse gehören alle Lebewesen auch kürzlich abgestorbenes Materials. Die Gemeinsamkeit der Biomasse liegt in ihrer organischen Herkunft. Wird Biomasse zur Energieerzeugung verwendet, so fallen unter Biomasse, neben Pflanzen und tierischen Abfällen, auch Abfallstoffe beispielsweise der holzverarbeitenden Industrie oder Papier- und Zellstoffindustrie.

Unter Erneuerbaren Energien zählt Bioenergie aus Biomasse als das Allround-Talent. Denn die Verwendung der Biomasse kann Strom, Wärme und Kraftstoffe liefern. Übrigens stellt Wärme aus Bioenergie die relevanteste Wärmequelle aller Erneuerbaren Energien.

Abgrenzung Biomasse zu fossilen Brennstoffen

Obwohl Biomasse genauso wie fossile Brennstoffe gespeicherte Sonnenenergie enthält, liegt der größte Unterschied darin, dass Biomasse noch aktiv am Kohlenstoffkreislauf teilnimmt.

Aktive Teilnahme am Kohlenstoffkreislauf bedeutet, dass (1) Pflanzen Kohlendioxid (CO2) durch den Photosyntheseprozess aufnehmen und als Ergebnis Sauerstoff in die Atmosphäre abgeben. (2) Lebewesen, die keine Photosynthese betreiben, den Sauerstoff veratmen und so CO2 produzieren.

  Wenn also Biomasse verbrannt wird, entsteht kein zusätzliches CO2. Denn das organische Material gibt nur den CO2 frei, welches während des Wachstums aus der Atmosphäre entnommen wurde.

  Fossiler Brennstoff speichert demgegenüber CO2, der der Erde aus vergangen Jahrhunderten entnommen wurde. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoff entsteht daher zusätzlich CO2, der zu einer Störung der heutigen Atmosphäre führt.

Ist Biomasse Erneuerbare Energie?

Biomasse gehört gemeinsam mit Windenergie, Wasserenergie, Erwärme und Solarenergie zu Erneuerbaren Energien. Erneuerbare Energie zeichnet sich durch ihre Erneuerbarkeit und Unendlichkeit aus. Anders als Energie aus fossilen Brennstoffen, belasten Erneuerbare Energien weder das Klima noch die Umwelt.

Bioenergie sticht im Vergleich zu Energie aus Sonne, Wasser und Wind mit ihrer hervorragender Eigenschaften Energie zu speichern heraus. Bioenergie kann daher immer eingesetzt werden, wenn temporär die Versorgung durch Sonnenenergie-, Wind- oder Wasserkraftanlagen stockt.

Was gehört alles zur Biomasse?

In Deutschland ist das Holz der wichtigste Bioenergieträger. Der Holzrohstoffverbrauch nimmt kontinuierlich zu und hat ein Volumen von 130 Mio. Kubikmeter pro Jahr (Stand 2015). Ganz allgemein kann Biomasse in drei Gruppen von Bioenergieträgern eingeteilt werden:

Bioenergieträger Holz

In den vergangen zwanzig Jahren kann ein kontinuierlicher inländischer Holzrohstoffverbrauch beobachtet werden. Jeder vierten Haushalt heizt mittlerweile mit Holz. Das meiste Holz stammt direkt aus dem Wald. Daneben kommt Energieholz aus der Landschaftspflege, Gebrauchtholz, Holzreste aus Sägewerken. In Bayern stellt das Energieholz einen Anteil von rund 23 % aller Bioenergieträger dar.

Energieholz wird in erster Linie zur Wärmeerzeugung eingesetzt. Ein geringer Anteil fällt auf den Strom aus Biomasse ab. Holz zur Wärmeerzeugung kann in Scheitholz, Holzpellets oder Hackschnitzeln vorliegen.

  1. Scheitholz: Scheit- oder Kaminholz stellen die klassische Form von Brennholz dar. Dieses Holz kommt größtenteils direkt aus dem Wald. Zur Wärmeerzeugung werden in Privathaushalten Kaminöfen, Grundöfen oder Scheitholzvergaserkessel eingesetzt.
  2. Holzpellets: Pellets werden aus Sägemehl, Nebenprodukt der Holzindustrie, hergestellt. Es handelt sich um kleine, zylindrische Presslinge, die unter hohem Druck in eine feste Form gepresst werden. Verwendung zum Beispiel in Biomasse Heizkraftwerk.
  3. Hackschnitzel: Holzhackschnitzel sind zerkleinertes Holz. Sie werden aus Industrierestholz, Waldholz, Sägenebenprodukten und Kurzumtriebsplantagen mit Hilfe maschineller Werkzeuge hergestellt.

Agrarische Bioenergieträger

Agrarische Bioenergieträger bzw. Energiepflanzen können in Wärme, Strom oder Kraftstoff umgewandelt werden. Je nach Art der Energiepflanze unterscheidet sich ihr Einsatzbereich. Es ist zu beobachten, dass Pflanze, deren Verwendungsformen in der Nahrungs- und Futtermittelproduktion liegen, zunehmend an Bedeutung als Energiepflanzen gewinnen.

Abfälle und Reststoffe biogenen Ursprungs

  1. Mais: Mit der sogenannten Maissilage wird durch Vergärung Biogas hergestellt. Wiederum kann Biogas für Wärme- und Stromerzeugung als auch als Kraftstoff eingesetzt werden. Biogas wird in Biogasanlagen hergestellt und in Blockheizkraftwerken (BHKW) weiter verwertet.
  2. Zuckerrüben: Zuckerrüben dienen der Erzeugung von Bioethanol. Bioethanol ist ein Biokraftstoff und kann in Verbrennungsmotoren (Autos) eingesetzt werden.
  3. Raps: Aus Rapsöl wird Biodiesel hergestellt. Biodiesel ist ein Biokraftstoff. Rapspflanze gilt als wichtigster landwirtschaftlicher Bioenergieträger.
  4. Getreide: Getreidepflanzen werden zu Biogas vergärt. Getreidestroh wird verbrannt. Getreidekörner können verbrannt und zu Biogas oder Ethanol vergoren werden. Bei Getreide als Energieträger werden keine hochwertigen Nahrungsgetreide verwenden. Als mögliche Arten kommen Triticale oder Auswuchsgetreide in Frage.
  5. Hanf: Hanfplanzen wachsen schnell und benötigen weder Pestizide noch Herbizide. Hanfreste können in Biogasanlagen zu Biogas verarbeitet werden und anschließend in Biogaskraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt.

Abfälle und Reststoffe biogenen Ursprungs

Bioabfälle haben ein großes energetisches Potential und können auf verschiedenen Wegen verwertet werden. Unter Bioabfall gehört nicht nur Biogut, das in der Bioabfalltonne gesammelt wird, sondern ebenfalls Gartenabfälle, Landschaftspflegeabfälle, Gülle und Altholz.

  1. Abfälle aus der Biotonne: Bioabfälle aus Privathaushalten werden zur Erzeugung von Biogas eingesetzt.
  2. Altfett: Aus Altfett wird Biodiesel erzeugt. Biodiesel findet seine Verwendung z.B. als Biokraftstoff in der Automobilbranche
  3. Gülle und Festmist: In Deutschland gibt es rund 7500 Biogasanlagen, die Biogas produzieren, das anschließend zur Erzeugung von Wärme und Strom verwendet wird.
  4. Altholz: Die Verwertung und Beseitigung von Altholz wird in Deutschland durch die Altholzverordnung geregelt. Somit können aus Alt- und Gebrauchtholz Hackschnitzel hergestellt werden, die in Verbrennungsanlagen Wärme produzieren.

Biomasse Energie: Nachhaltige Produktion & Tipps zu mehr Nutzung

Die Biomasse Energie ist der “Alleskönner” unter Erneuerbaren Energien. Biomasse findet sich in Holz, Bioabfall, Waldrestholz und in Energiepflanzen. Doch wie kann Biomasse nachhaltig angebaut und genutzt werden und so auf Dauer zur Energieversorgung beitragen?

Energie aus Biomasse

Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.

Nachwachsende Rohstoffe zu denen auch die Biomasse gehört, stehen nicht automatisch für eine nachhaltige Energiegewinnung. Biomasse kann erst dann nachhaltig sein, wenn sie die folgenden ökologische, ökonomische und soziale Komponente umfasst.

  1. Ökologische Nachhaltigkeit der Bioenergie: Die richtige Handhabung der Biomasse kann bei der Verbrennung weniger schädlichen CO2 als konventionelle Energielieferanten produzieren. Biomasse hat außerdem das Potential zur Artenvielfalt beizutragen. Vorausgesetzt ist Erhöhung der Bandbreite der angebauten Energiepflanzen.
  2. Ökonomische Nachhaltigkeit der Bioenergie: Biomasse muss wirtschaftlich tragfähig sein und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen - insbesondere im ländlichen Raum.
  3. Soziale Nachhaltigkeit der Bioenergie: Soziale Komponente steht im engen Bezug mit der ökonomischen Nachhaltigkeit. Bioenergie ist dann nachhaltig, wenn sie neue Arbeitsplätze im Mittelstand schafft und Menschen nicht in die großen Städte pendeln müssen.

Ihr Beitrag zu mehr Energie aus Biomasse

Wollen Sie dazu beitragen, dass mehr Energie aus Biomasse genutzt wird? Es gibt ganz einfache Tipps, wo Sie ansetzen können. Beginnen Sie zuerst mit Ihrem Bioabfall. Trennen Sie stets Bioabfall gründlich ab? Entsorgen Sie Ihre Speisereste im Idealfall separat und tragen Sie damit einen wertvollen Beitrag zu mehr Biogas.

Beziehen Sie Ökostrom von einem Ökostromanbieter. Achten Sie bei Ihrem Energieanbieterwechsel, dass der zukünftige Versorger auch Strom aus Biomasse liefert. Auch beim Heizen können Sie Ihren Gas auf Biogas umstellen. Bereits viele Energieversorger bieten Biogas an. Wenn Sie im Besitzes eines Hauses sind, so können Sie auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, Ihre Heizung auf Holz umzustellen.

Ökostrom anmelden Unsere Energieexperten suchen für Sie den passenden Ökostromtarif und übernehmen für Sie sogar die Anmeldung unter 0893 80388 95. Der kostenlose Energiemarie by Selectra Service steht für Sie von Montag bis Freitag von 8:00 bis 19:00 Uhr zur Verfügung.

Ebenfalls können Sie Ihr Auto auf Biogas umstellen. Ist Ihr Auto auf Gas umgerüstet, so können Sie selbst den Anteil an Biogas im Tank bestimmen. Biogas, das für Autos eingesetzt wird, heißt übrigens Biomethan. Biomethan ist im Durchschnitt kostengünstiger als das Tanken mit Benzin oder Diesel.

Biomasse Vor- und Nachteile

Oftmals erfährt Biomasse heftige Kritik. Besonders wird der Biomasse unterstellt, dass landwirtschaftliche Flächen zur Nahrungsmittelherstellung immer mehr den Energiepflanzen weichen. Im Folgenden werden daher Biomasse Vor und Nachteile kritisch betrachtet.

  • Biomasse kann vielseitig eingesetzt werden: Wärme-, Strom- und Kraftstofferzeugung.
  • Verfügbarkeit der Rohstoffe ist dauerhaft: Biomasse kann relativ schnell nachwachsen.
  • Energie aus Biomasse zeigt eine deutlich bessere CO2 Bilanz als Energie aus fossilen Energieträgern.
  • Der Anbau der Biomasse: In Deutschland steht keine unbegrenzte Ackerfläche zur Verfügung.
  • CO2 Bilanz der Biomasse ist im Vergleich zu anderen regenerativen Energiequellen schlecht. Bei der Verbrennung von Biomasse entsteht deutlich mehr CO2 als bei Sonnen- oder Windenergie.

Staatliche Hilfe: “Bafa Förderung Biomasse”

Privatpersonen, Kommunen, Freiberufler und Unternehmen können Fördergelder von BAFA - das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle - erhalten, wenn sie in ihren Heizungsanlagen erneuerbare Wärme nutzen.

Am 01.01.2020 traten geänderte Richtlinie in Kraft und seit dem 02.01.2020 können Anträge über das elektronische Antragsformular beim BAFA gestellt werden. BAFA fördert sowohl in Neubauten als auch in bestehenden Gebäuden die Nutzung der Heizungsanlagen mit Erneuerbaren Energien - BAFA Biomasse.

Bei Biomasseanlagen wird die Installation von Kesseln zur Verbrennung von Biomassepellets, Pelletöfen mit Wassertasche, Kombinationskesseln zur Verbrennung von Biomassepellets oder Hackschnitzeln und Scheitholzvergaserkessel gefördert.

BAFA Antrag Biomasse

Sie können einen “BAFA Antrag Biomasse” auf Förderung eines regenerativen Wärmeerzeugers über das elektronische Antragsformular stellen. Beachten Sie, dass aufgrund des erhöhten BAFA Biomasse Antragsaufkommens die Bearbeitung des Auftrags mehr Zeit in Anspruch nehmen kann.

Ihr BAFA Antrag Biomasse: Bafa Antrag

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