Stromsperre: Wie sie umgangen & der Anbieter gewechselt wird

Eine Stromsperre tritt ein, wenn Sie Ihre Stromrechnung nicht bezahlt haben und die Stromsperre Ankündigung von Seiten des Stromanbieters ignoriert haben. In Deutschland werden so jährlich in hundrettausend Haushalten die Stromabschaltung durchgeführt. Wie kann eine Stromsperre umgangen oder verhindert werden? Und: Können Sie den Stromanbieter wechseln trotz Stromsperre? Hier finden Sie Antworten und erfahren außerdem, wann eine Stromsperre unzulässig ist und wie Sie eine Stromsperre aufheben können.


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Ab wann droht Stromsperre?

Eine Stromsperre kann unterschiedliche Gründe haben und es kann jeden treffen. Eine Stromsperre droht aus folgenden drei Gründen:

  1. Wenn Sie Ihren Strom nicht bezahlt haben und über 100€ im Verzug sind
  2. Bei Stromdiebstahl
  3. Wenn es aus Sicherheitsgründen notwendig ist, ein Gebäude vom Stromnetz zu nehmen, z.B. wegen defekter Leitungen

Stromsperre Ankündigung

Wenn Sie Strom nicht bezahlt haben und Sie mit über 100 Euro in Verzug sind, darf Sie der Energieversorger die Stromsperre grundsätzlich durchführen. Dennoch gibt es einige Voraussetzungen, an die er sich halten muss. Diese sind im Stromsperrung Gesetz, nämlich unter § 19 in der Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV).

Die erste Voraussetzung ist die Stromsperre Ankündigung: Es muss Ihnen vier Wochen vorher gesagt werden, dass Ihnen eine Stromsperre droht. Die zweite Vroausetzung: Drei Tage vorher müssen Sie noch einmal informiert werden. Das macht Sinn, denn so haben Sie noch einmal die Chance, die offene Forderung zu bezahlen und damit eine Stromsperre zu verhindern.

Die meisten Energieversorger gewähren sogar noch längere Fristen, um die offenen Forderungen zu bezahlen. Wenn Sie dem Energieversorger nicht in Aussicht stellen, diese zu bezahlen und die Fristen ablaufen, darf er mit der Stromabschaltung fortfahren.

Wann ist eine Stromsperre unzulässig?

Stromsperre
Eventuell ist die Stromsperre unzulässig.

Die vorherigen Voraussetzungen treffen nicht auf Sie zu? Dann ist die Stromsperre eventuell unzulässig. Wenn Ihr Energieversorger die Stromabschaltung trotzdem durchsetzen will, wenden Sie sich am besten an die Verbraucherzentrale, eine Schuldnerberatungseinrichtung oder - wenn Ihr Budget das zulässt - an eine Anwaltskanzlei.

Eine Stromsperre kann außerdem unzulässig sein, wenn sie nicht verhältnismäßig ist. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Schwangere, Minderjährige, schwer kranke oder ältere Personen in einem Haushalt leben und Sie dem Stromanbieter nicht viel schulden.

Wenn Schwangere, Minderjährige, Kranke oder Ältere betroffen sind, teilen Sie das Ihrem Energieversorger mit - Er weiß dann Bescheid und kann diese Fakten bei weiteren Schritten berücksichtigen. Notieren Sie sich bei Gesprächen mit dem Energieversorger zur Sicherheit immer, wann sie stattgefunden haben, mit wem Sie gesprochen haben und worüber geredet wurde.

Die Stromsperre aufheben: Kosten

Stromsperre Kosten
Kosten bei einer Stromsperre

Mit einer Stromsperre entstehen zusätzliche Kosten: die Kosten für die Stromabschaltung sollten nicht höher sein als 50 Euro. Auch wenn Sie die Stromsperre aufheben wollen, sollte der Betrag nicht mehr betragen. Beide Beträge müssen Sie bezahlen, unter Umständen sogar vor dem Wiederanschluss an die Stromversorgung.

Im Gegensatz dazu berechnen Energieversorger manchmal auch Kosten, die sie nicht berechnen dürften. Mahnkosten von ca. 2,50 bis 5 Euro sind zulässig, manche Gerichte erlauben auch höhere. Es dürfen Ihnen aber in jedem Fall nur die Kosten für zwei bis drei Mahnbescheide berechnet werden.

Wenn Ihnen der Energieversorger mehr Mahnbescheide wegen ein und derselben Forderung geschickt hat, darf er für die zusätzlichen Briefe nichts verlangen. Inkassokosten müssen nicht bezahlt werden, es sei denn, Sie haben die Mahnungen des Energieversorgers ignoriert und/oder der Energieversorger hat den Zahlungsrückstand mithilfe eines externen Inkassobüros gerichtlich geltend gemacht.

  • Kosten für Sperre und Entsperrung: jeweils nicht höher als 50€
  • Mahnkosten von für zwei bis drei Mahnbescheide: ca. 2,50 bis 5€ sind zulässig
  • Gegebenenfalls Inkassokosten

Stromsperre - Anbieterwechsel

Ihnen wurde der Strom abgestellt und nun möchten Sie den Anbieter wechseln? Damit Sie in Zukunft eine weitere Stromsperre verhindern können, sollten Sie in der Tat einen Anbieterwechsel in Betracht ziehen. Es gibt in Deutschland über 1.000 Energielieferanten mit unterschiedlichen Strompreisen und Stromtarifen. Bei der richtigen Wahl können Ihre Energiekosten gesenkt werden. Wenn Sie sich über Vertragslaufzeiten, Kündigungsfrist und Preise alternativer Anbieter informieren möchten, können Sie uns gerne anrufen:

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Stromanbieter wechseln trotz Stromsperre?

Manche Verbraucher versuchen, eine drohende Stromsperre zu verhindern, indem sie den Stromanbieter wechseln. Funktioniert das? Grundsätzlich ja: Die Stromsperre wird vom Netzbetreiber durchgeführt und kann nur von einem Stromanbieter, nämlich dessen Kunde Sie sind, in Auftrag gegeben werden. Wenn Sie also vor Ablauf der Mahnungsfrist einen neuen Stromanbieter finden, kann ihr alter Anbieter die Stromabschaltung nicht mehr durchsetzen. Die Schulden beim alten Anbieter müssen Sie natürlich dennoch bezahlen.

Einen neuen Stromanbieter zu finden, ist bei drohender oder bereits vollzogener Stromsperre jedoch nicht leicht. Energieversorger prüfen oft die Schufa von Neukunden und lehnen sie dann wegen der offenen Schulden beim alten Stromanbieter ab. Eine Möglichkeit ist es, einen Stromanbieter zu finden, bei dem per Vorauskasse gezahlt werden kann - solche Versorger verzichten eher auf eine Schufa-Auskunft.

So können Sie die Stromsperre umgehen

Damit Sie die Stromsperre umgehen können, schützen Sie sich am besten vor Zahlungsrückständen und bezahlen pünktlich Ihre Abschläge. Die Abschlagszahlungen sollten weder viel zu niedrig noch viel zu hoch sein: Wenn sie zu niedrig sind, erwartet Sie einmal jährlich eine hohe Nachzahlung. Wenn sie zu hoch sind, können Sie sich zwar einmal pro Jahr über ein Guthaben freuen. Das bringt Ihnen aber wenig, wenn das Geld im restlichen Jahr fehlt.

Sollte es zu einer Stromsperre Ankündigung kommen, weil Sie die Stromrechnung nicht bezahlt haben, bezahlen Sie sie so rasch wie möglich nach. Kann die Stromrechnung nicht bezahlt werden, können Sie ebenfalls mit dem Energieversorger in Kontakt treten und Ihre Lage besprechen. Allenfalls besteht die Möglichkeit einer Stundung, um die offene Forderung hinauszuschieben, oder einer Ratenzahlung. Beachten Sie, dass solche Vereinbarungen nicht von allen Energieversorgern ausgemacht werden und selbst wenn, dann wahrscheinlich nur einmalig.

Achtung bei der Ratenzahlung Vereinbaren Sie eine Ratenzahlung, die Sie auch einhalten können. Energieversorger lassen in der Regel mit sich reden, was die Höhe der Raten betrifft.

Leistungen und Darlehen Jobcenter

Wenn Sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt beziehen, können Sie Ihre Abschläge auch direkt vom Sozialleistungsträger überweisen lassen und damit eine Stromsperre verhindern. Dafür genügt ein formloser Antrag bei der Behörde.

Wenn Sie eine Minirente oder nur geringes Einkommen beziehen, können Sie einen Antrag auf Übernahme der Energieschulden stellen. Wird der Antrag bewilligt, erhalten Sie ein Darlehen vom Jobcenter, um die Stromsperre zu umgehen. Das Darlehen müssen Sie ab dem Folgemonat zurückzahlen. Eventuell haben Sie auch Anspruch auf staatliche Hilfen wie Wohngeld oder Grundsicherung. Es lohnt sich, das herauszufinden.

Stromsperre verhindern: Stromverbrauch berechnen

Es gibt weitere Tricks, eine Stromsperre zu verhindern. Eine Möglichkeit ist es, einen Überblick über den eigenen Stromverbrauch zu gewinnen, zum Beispiel, indem Sie sich in regelmäßigen Abständen den aktuellen Zählerstand notieren oder den Stromverbrauch einzelner Elektrogeräte in Ihrem Haushalt berechnen.

Stromfresser erkennen
Stromsperre verhindern: Stromfresser erkennen

Berechnen Sie den Stromverbrauch einzelner Elektrogeräte in Ihrem Haushalt, können Sie Stromfresser identifizieren. Typische Stromfresser sind alte Heizwärmepumpen, Kühl- und Gefriergeräte und alte Wäschetrockner oder Waschmaschinen. Diese Haushaltsgeräte auszutauschen ist zwar teuer, wird Ihnen aber längerfristig dabei helfen, den Energieverbrauch zu reduzieren.

Günstigere Alternativen lassen sich in anderen Bereichen wie bei der Heizung, der Beleuchtung oder bei der Nutzung von Multimedia-Geräte wie Fernseher, Spielekonsolen, DVD-Player und Computer finden. Mit kleinen Änderungen Ihrer Gewohnheiten kann bereits viel Energie und damit auch Kosten gespart werden.

Zum Beispiel durch das Absenken der Heiztemperatur, mit dem Austausch alter Glühbirnen durch Energiesparlampen oder mit der Anschaffung von Steckerleisten. In unserem Artikel Was sind die größten Stromfresser im Haushalt? erfahren Sie, wie Sie Stromfresser ermitteln, eliminieren und zukünftig vermeiden können. In unserem Artikel Energiesparen im Haushalt erhalten Sie weitere Energiespartipps.

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