Sie sind hier

Stromsperre - Was nun?

Münzen Scheine Steckdose

Zahlungsverzug: Hunderttausenden wird in Deutschland jährlich der Strom abgedreht.

Rechnung nicht bezahlt - Stromsperre. Die deutschen Energieversorger kappen jährlich hunderttausenden Haushalten den Strom. Erfahren Sie hier, wie Sie eine Stromsperre verhindern können, was Sie tun können, wenn Ihnen der Strom schon abgestellt wurde und wie Sie die Kosten so gering wie möglich halten können - in jeglicher Hinsicht.

  1. Stromsperre - Was nun?
    1. Gründe für eine Stromsperre
    2. Wann darf der Strom nicht abgestellt werden?
    3. Die Stromsperre aufheben: Kosten
  2. Wie eine Stromsperre verhindern?
  3. Wie den Stromverbrauch unter Kontrolle halten?
  4. Geld sparen durch Anbieterwechsel
  5. Stromanbieter wechseln trotz Stromsperre?

Stromsperre - Was nun?

Gründe für eine Stromsperre

Eine Stromsperre kann aus drei Gründen durchgeführt werden: Bei einem Zahlungsverzug von über 100€, bei Stromdiebstahl und wenn es aus Sicherheitsgründen notwendig ist, ein Gebäude vom Stromnetz zu nehmen. Das kann zum Beispiel wegen defekter Leitungen der Fall sein. Wenn Sie eine Stromrechnung nicht bezahlt haben, darf der Energieversorger Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen vom Stromnetz abtrennen. Die erste Voraussetzung ist, dass Sie mit über 100 Euro in Verzug sind. Die zweite Bedingung ist eine Ankündigung: Es muss Ihnen vier Wochen vorher gesagt werden, dass Ihnen eine Stromsperre droht. Drei Tage vorher müssen Sie noch einmal informiert werden - Das macht Sinn, denn so haben Sie noch einmal die Chance, die offene Forderung zu bezahlen und damit eine Stromsperre zu verhindern. Wenn Sie dem Energieversorger nicht in Aussicht stellen, die offenen Forderungen zu bezahlen, darf er Sie vom Stromnetz nehmen.

Wann darf der Strom nicht abgestellt werden?

Glühbirnen aufgereiht

Eventuell darf Ihr Energieversorger Sie nicht vom Netz nehmen.

Diese Voraussetzungen treffen nicht auf Sie zu? Dann darf der Energieversorger Sie eventuell nicht vom Netz nehmen. Wenn er das trotzdem tun will, wenden Sie sich am besten an die Verbraucherzentrale, eine Schuldnerberatungseinrichtung oder - wenn Ihr Budget das zulässt - an eine Anwaltskanzlei. Eine Stromsperre kann außerdem unberechtigt sein, wenn sie nicht verhältnismäßig ist. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Schwangere, Minderjährige, schwer kranke oder ältere Personen in einem Haushalt leben und Sie dem Stromanbieter nicht viel schulden. Wenn Schwangere, Minderjährige, Kranke oder Ältere betroffen sind, teilen Sie das Ihrem Energieversorger mit - Er weiß dann Bescheid und kann diese Fakten bei weiteren Schritten berücksichtigen. Notieren Sie sich bei Gesprächen mit dem Energieversorger zur Sicherheit immer, wann sie stattgefunden haben, mit wem Sie gesprochen haben und worüber geredet wurde.

Die Stromsperre aufheben: Kosten

Mit einer Stromsperre entstehen zusätzliche Kosten: die Kosten für die Sperre und die Kosten für die Entsperrung. Sie sollten jeweils nicht viel höher sein als 50 Euro. Diese Beträge müssen Sie bezahlen. Das kann sogar vor dem Wiederanschluss an die Stromversorgung von Ihnen verlangt werden. Im Gegensatz dazu berechnen Energieversorger manchmal auch Kosten, die sie nicht berechnen dürften. Mahnkosten von ca. 2,50 bis 5 Euro sind zulässig, manche Gerichte erlauben auch höhere. Es dürfen Ihnen aber in jedem Fall nur die Kosten für zwei bis drei Mahnbescheide berechnet werden - Wenn Ihnen der Energieversorger mehr Mahnbescheide wegen ein und derselben Forderung geschickt hat, darf er für die zusätzlichen Briefe nichts verlangen. Inkassokosten müssen nicht bezahlt werden, es sei denn, Sie haben die Mahnungen des Energieversorgers ignoriert und/oder der Energieversorger hat den Zahlungsrückstand mithilfe eines externen Inkassobüros gerichtlich geltend gemacht.

Wie eine Stromsperre verhindern?

Am besten schützen Sie sich vor Zahlungsrückständen, indem Sie pünktlich Ihre Abschläge bezahlen. Die Abschlagszahlungen sollten weder viel zu niedrig noch viel zu hoch sein: Wenn sie zu niedrig sind, erwartet Sie einmal jährlich eine hohe Nachzahlung. Wenn sie zu hoch sind, können Sie sich einmal pro Jahr über ein Guthaben freuen - Das bringt Ihnen aber wenig, wenn das Geld im restlichen Jahr fehlt. Ein Tarifwechsel oder Anbieterwechsel kann Ihre Energiekosten auch senken - Es gibt in Deutschland über 1000 Energielieferanten mit unterschiedlichen Preisen und Angeboten. Ein Wechsel könnte Ihnen viel Geld sparen. Wenn Sie sich über die Preise von alternativen Anbietern informieren möchten, können Sie uns gerne anrufen, und zwar unter der Nummer
089 120 89 219 - Wir beraten Sie von Montag bis Freitag (jeweils von 8 bis 19 Uhr), kostenlos und zum Ortstarif.

Wenn Sie Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt beziehen, können Sie Ihre Abschläge auch direkt vom Sozialleistungsträger überweisen lassen - ein guter Tipp für alle, die gerne mal vergessen, ihre Rechnungen zu bezahlen. Ein formloser Antrag bei der Behörde genügt. Wenn Sie eine Minirente oder nur geringes Einkommen beziehen, haben Sie eventuell Anspruch auf staatliche Hilfen wie Wohngeld oder Grundsicherung. Es lohnt sich, das herauszufinden.

Wenn Sie schon in Verzug sind oder wissen, dass Sie eine Rechnung nicht bezahlen können, nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Energieversorger auf. Eventuell ist eine Ratenzahlung möglich.

Wenn Sie eine Rechnung nicht bezahlt haben oder schon im Vorhinein wissen, dass Sie eine Rechnung nicht bezahlen können, kontaktieren Sie Ihren Energieversorger. Eventuell lässt sich eine Ratenzahlung vereinbaren - bei Jahresendabrechnungen ist das in der Regel möglich, bei Abschlagszahlungen eher weniger. Wichtig: Vereinbaren Sie eine Ratenzahlung, die Sie auch einhalten können. Energieversorger lassen in der Regel mit sich reden, was die Höhe der Raten betrifft. Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und alle, die Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt beziehen, können einen sogenannten Antrag auf Übernahme der Energieschulden stellen. Wenn er bewillig wird, erhalten Sie ein Darlehen, das Sie ab dem Folgemonat zurückzahlen müssen.

Wie den Stromverbrauch unter Kontrolle halten?

Es gibt einige Tricks, hohe Nachzahlungen zu verhindern. Eine Möglichkeit ist es, einen Überblick über den eigenen Energieverbrauch zu gewinnen, zum Beispiel, indem Sie sich in regelmäßigen Abständen den aktuellen Zählerstand notieren. Es kann außerdem sinnvoll sein, Stromfresser in Ihrem Haushalt zu identifizieren und gegebenenfalls auszutauschen. Typische Stromfresser sind zum Beispiel alte Heizwärmepumpen, Kühl- und Gefriergeräte und alte Wäschetrockner oder Waschmaschinen. Diese Haushaltsgeräte auszutauschen ist teuer. Eine günstigere Variante ist es, bei der Beleuchtung zu sparen: Sie macht acht bis zwölf Prozent Ihres Stromverbrauchs aus. Sie können also auf Dauer viel Energie - und damit Geld - einsparen, wenn Sie alte Glühbirnen durch Energiesparlampen oder LED-Leuchten austauschen. Sie könnten sich außerdem überlegen, sich Steckerleisten zuzulegen - So können Sie Multimedia-Geräte wie Fernseher, TV-Receiver, Spielekonsolen, DVD-Player und Computer mit einem Knopfdruck vom Strom nehmen, wenn sie sie gerade nicht benötigen. Der Stand-By-Modus kostet viel Strom und wird so verhindert.

Geld sparen durch Anbieterwechsel

Mann Stromrechnung

Die Stromabrechnung muss keine böse Überraschung sein.

Es gibt in Deutschland über 1000 Stromlieferanten, darunter Grundversorger genauso wie alternative Anbieter. Alternative Anbieter sind im Regelfall günstiger. Ein Wechsel kann sich durchaus auszahlen. Wenn Sie sich über Vertragslaufzeiten, Kündigungsfrist und Preise alternativer Anbieter informieren möchten, können Sie uns gerne kontaktieren, und zwar unter unserer Servicenummer
089 120 89 219 - Unsere Mitarbeiter stehen Ihnen montags bis freitags, jeweils von 8 bis 19 Uhr zur Verfügung
.

Stromanbieter wechseln trotz Stromsperre?

Manche Verbraucher versuchen, eine drohende Stromsperre zu verhindern, indem sie den Stromanbieter wechseln. Das kann durchaus funktionieren - Die Stromsperre wird vom Netzbetreiber durchgeführt. Und nur ein Stromanbieter, dessen Kunde Sie sind, darf eine Sperre beim Netzbetreiber in Auftrag geben. Wenn Sie also einen neuen Anbieter finden, kann ihr alter Anbieter Sie nicht mehr vom Netz nehmen lassen. Die Schulden beim alten Anbieter müssen Sie natürlich dennoch bezahlen.

Einen neuen Stromanbieter zu finden, ist bei drohender Stromsperre nicht leicht. Energieversorger prüfen oft die Schufa von Neukunden und lehnen sie dann wegen der Schulden beim alten Stromanbieter ab. Eine Möglichkeit ist es, einen Stromanbieter zu finden, bei dem per Vorauskasse gezahlt werden kann - solche Versorger verzichten eher auf eine Schufa-Auskunft.