Smart Meter Einbau verweigern, geht das? Alle Infos hier!

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Blauer Zähler stellt Smart Meter dar: Intelligentes Messsystem/intelligenter Stromzähler

Der Smart Meter Einbau ist für Haushalte ab einem jährlichen Stromverbrauch von 6.000 kWh verpflichtend und kann nicht verweigert werden. Die Kosten sind gesetzlich gedeckelt, liegen im Fall eines Einfamilienhauses bei maximal 20 Euro jährlich und beinhalten den Einbau, den Betrieb, die Wartung und die Datenübertragung. Für Haushalte mit einem erhöhten Verbrauch (mehr als 10.000 kWh jährlich) oder einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung wie Solaranlagen, Wallboxen und Wärmepumpen kann die Gebühr bis zu 50 Euro im Jahr betragen.

Smart Meter Definition

Smart Meter oder auch intelligenter Stromzähler

Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler mit erweiterten Funktionen. So ist dieser mittels des so genannten Smart Meter Gateway Kommunikationssystems dazu in der Lage, alle 15 Minuten den Stromverbrauch zu erfassen und die dann gesammelten Daten an den Betreiber des Stromnetzes und den Energielieferanten zu versenden.

Stromzähler im Vergleich

Besonders deutlich werden die Möglichkeiten, die ein Smart Meter bietet, in Abgrenzung zu den digitalen Stromzählern, wie sie bislang üblich waren, und zu analogen Stromzählern.

Generell sollte man sich zuerst den Unterschied zwischen analogen und digitalen Zählern verdeutlichen:

  1. Analoger Zähler: Sind mit einer sichtbar rotierenden Scheibe ausgestattet, welche sich je nach Verbrauch dreht. Der Energieverbrauch wird demnach analog dargestellt.
  2. Digitaler Zähler: Der Energieverbrauch wird im Unterschied zu den analogen – den alten Zählern – in einem digitalen Display dargestellt.

Digitale Zähler werden wiederum in moderne und intelligente Stromzähler eingeteilt. Der Smart Meter zählt zu den intelligenten Stromzählern, auch als Smarte Stromzähler bekannt.

Smart Meter? Intelligenter Zähler? Moderner Zähler? Analoger Zähler?
Smart Meter/Intelligente ZählerModerner ZählerAnaloger Zähler
  • Smart Meter = Intelligenter Zähler
  • Digitaler Zähler, da sie über digitale Displays verfügen
  • Intelligentes Messsystem, da sie mit dem Internet verbunden sind
  • Sie verdanken ihre Internetfähigkeit dem Kommunikationsmodul Smart Meter Gateway
  • Digitaler Zähler, da moderne Zähler über digitale Displays verfügen
  • Anders als smarte Stromzähler verfügen moderne Zähler über kein Kommunikationsmodul
  • Moderne Zähler sind nicht internetfähig
  • Analoge Zähler sind auch als Ferraris-Zähler bekannt
  • Analoge Zähler haben eine Drehscheibe und eine mechanische Zählanzeige.
  • Anders als bei intelligenten Stromzählern und modernen Zählern wird der Zählerstand nicht auf einem Display angezeigt
Digitaler StromzählerDigitaler StromzählerAnaloger Stromzähler

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Smart Meter einbauen lassen

Verbraucher/innen brauchen sich nicht selbstständig um den Einbau von intelligenten Messsystemen kümmern. Denn diese Aufgabe liegt in den Händen von Messstellenbetreibern – wie bereits auch bei den analogen und modernen Zählern.

In der Regel ist der Messstellenbetreiber auch gleichzeitig der örtliche Netzbetreiber. Hinter dem Namen Messstellenbetreiber verbirgt sich nichts anderes als der verantwortliche Betreiber für Messeinrichtungen, d. h. Strom- und Gaszähler.

Kurz zusammengefasst:

  • Messstellenbetreiber installiert, betreibt und wartet die Zähler
  • In der Regel ist der grundzuständige Messstellenbetreiber gleichzeitig der örtliche Netzbetreiber
  • Der zuständige Messstellenbetreiber bzw. Netzbetreiber kann aus der Strom- bzw. Gasrechnung entnommen werden
  • Der Verbraucher kann selbstständig den passenden Messstellenbetreiber wählen

Preise für Messstellenbetreiber

Wichtige Info: Verbrauchende haben die Möglichkeiten, den zuständigen Messstellenbetreiber frei zu wählen. Das bedeutet, der Messstellenbetreiber muss nicht zwangsweise der Netzbetreiber für die zuständige Region sein. Wenn Sie Ihren Messtellenbetreiber selbst aussuchen, gelten jedoch nicht die gesetzlichen Preisobergrenzen.

Messstellenbetreiber im Preisvergleich
Wettbewerbliche MessstellenbetreiberJahresgebührEinbaugebühr
inexogy99,96 Euro130 Euro
ComMetering84 Euro199 Euro
SolandeoNach VereinbarungInklusive

Derzeit gibt es nur wenige alternative Messstellenbetreiber, die Angebote für Haushaltskunden haben. Dies liegt zum einen daran, dass der Pflichteinbau von intelligenten Messsystemen noch nicht weit vorangeschritten ist. Zum anderen gibt es bis zum Frühjahr 2024 immer noch wenige variable und dynamische Stromtarife für Haushalte.

Was verbirgt sich hinter der Debatte “Smart Meter Einbau verweigern”?

Im Zuge der Digitalisierung in der Energiewende hat der Bundestag Verbraucher/innen dazu verpflichtet, den Einbau von intelligenten Messsystemen ohne Widerspruchsrecht zu dulden. Sie können den Einbau somit nicht ablehnen, obwohl auch gute Gründe gegen die Installation eines intelligenten Stromzählers vorliegen. Was spricht dafür, den Smart Meter Einbau verweigern zu wollen?

  • Smarte Stromzähler erfassen auf 15 Minuten genau den Energieverbrauch. Diese Messdaten verraten genau, wann und welches Elektrogerät (z.B. Waschmaschine, Föhn oder Herd) benutzt wurde. Die vorliegenden Verbrauchsdaten können einfach von Drittpersonen eingesehen werden und verletzen damit die Privatsphäre von Verbraucher/innen.
  • Intelligente Messsysteme (Smart Meter) können aus der Ferne aus abgeschaltet werden. Sowohl der Energieanbieter als auch mögliche Hacker haben damit die Kontrolle über die Energieversorgung.

Diese Smart Meter gibt es

In den meisten Fällen wird das Smart-Meter-Modell vom Messstellenbetreiber bestimmt, was daran liegt, dass dieser in der Regel die Verantwortung für die Installation und den Betrieb trägt.

Allerdings können einige Messstellenbetreiber ihren Kunden unter Umständen eine Auswahl an Smart-Meter-Modellen anbieten. Für ein besseres Verständnis haben wir daher einige der Anbieter und ihre Eigenschaften für Sie in der Übersicht:

Kostal Smart Energy Meter

  • Fokus auf benutzerfreundliche Schnittstellen und einfache Installation
  • Smart Metering-Lösungen, die auf die Integration von Energieerzeugung und -verbrauch ausgerichtet sind
  • Hochwertige Messdaten und Zuverlässigkeit in der Datenerfassung
  • Integration von Smart Metering-Funktionen in die Überwachungs- und Steuerungssysteme für PV-Anlagen

Fronius Smart Meter

  • Smart Meter von Fronius sind speziell für die nahtlose Integration in PV-Anlagen von Fronius entwickelt worden
  • Ermöglichen Echtzeitüberwachung
  • Erfassen detaillierte Daten zum Energieverbrauch und zur Energieerzeugung, die dann für Analysen und Berichte genutzt werden können

Huawei Smart Meter

  • Innovatives Angebot von Smart-Meter-Systemen mit Fokus auf IKT-Integration
  • Cloud-basierte Datenverwaltung und -analyse für umfassende Einblicke in den Energieverbrauch
  • Skalierbare und flexible Architektur für die Anpassung an verschiedene Netzwerkanforderungen

Sungrow Smart Meter

  • Smart Meter von Sungrow sind darauf ausgelegt, nahtlos in Sungrow PV-Anlagen integriert zu werden
  • Sie sind so konzipiert, dass sie mit verschiedenen Anlagenkonfigurationen kompatibel sind und sowohl für kleine Hausanlagen als auch für große gewerbliche Anlagen geeignet sind
  • Können fernüberwacht und -gesteuert werden, was es den Anlagenbetreibern ermöglicht, ihre PV-Anlage und ihren Energieverbrauch aus der Ferne zu verwalten

Was kostet ein Smart Meter?

Die Smart Meter Kosten sind mit der jährlichen Gebühr gedeckt, die Sie an Ihren Messtellenbetreiber bezahlen. Wenn Sie verpflichtet sind, einen intelligenten Stromzähler einbauen zu lassen (ab einem jährlichen Stromverbrauch von 6.000 kWh), liegt die Gebühr im Fall eines Einfamilienhauses bei maximal 20 Euro.

So verläuft der Smart Meter Rollout

Per Gesetz wird die schrittweise Einführung von intelligenten Stormzählern vorgeschrieben. Damit ist das Startsignal für die Digitalisierung der Energiewende in Deutschland gelegt.

Der stufenweise Einbau der smarten Stromzählern in Deutschland, sprich die Verteilung, die unter Smart Meter Rollout bekannt ist, betrifft zuallererst Kund/innen mit einem hohen Energieverbrauch. Folgende Gruppen sind vom gesetzlichen Zwang zum Einbau von intelligenten Messsystemen betroffen:

Smart Meter Rollout

1

2015

Gesetz für die Digitalisierung der Energiewende

2

2017

Smart Meter Rollout für Verbraucher/innen über 10.000 kWh

3

2020

Smart Meter Rollout für 6.000 kWh - 10.000 kWh

4

2032

Smart Meter Pflicht für alle Verbraucher/innen

Was ist der Normalverbrauch?

In der Regel verbraucht ein Zwei-Personen-Haushalt jährlich um die 2.500 kWh Strom, bei einem 4-Personen-Haushalt wird von circa 5.000 kWh ausgegangen, jedoch hängt dieser Verbrauch auch von Faktoren wie Bauweise und Energienutzung ab.

Rollout Deutschland: Datenerhebung und -sicherheit

Smart Meter Rollout Deutschland: Sicherheit persönlicher Daten gewährleistet?

Die Smart Meter Pflicht in Deutschland hat gute Gründe. Der Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix steigt und eine Weiterentwicklung der Stromnetze ist unausweichlich. Intelligente Stromzähler haben den Vorteil, dass sie alle 15 Minuten die Zählerstandsgänge oder Lastgänge ermitteln und an das Smart Meter Gateaway übermitteln.

Das eingebaute Kommunikationssystem wiederum verarbeitet die Daten und überträgt diese automatisch an den Messstellenbetreiber, welche für die Verwaltung der Daten zuständig ist. Personenbezoge Messwerte müssen von Messstellenbetreibern unverzüglich gelöscht werden, sobald diese nicht mehr benötigt werden.

Für den Schutz und die Sicherheit aller Daten kommt die Technik "Privacy by Design" ins Spiel. Das ist in etwa mit einem Briefverteilungszentrum vergleichbar. Der Post ist zwar der Name des Absenders und Empfängers bekannt, jedoch bleibt der Briefinhalt verborgen.

Smart Meter Rollout in Europa

Weltkugel steht für Smart Meter Rollout Europa

Deutschland ist bei diesem Thema, ähnlich wie bei der Digitalisierung, später dran als andere europäische Länder. In den EU-Ländern Schweden, Italien oder den Niederlanden sind die sogenannten Smart Meter deutlich stärker verbreitet.

Jedoch sind laut Verbraucherzentrale die erhofften Einsparungen nicht so hoch, wie erhofft. Das liegt vor allem an dem individuellen Nutzungsverhalten der Verbraucher/innen in den einzelnen Ländern. Nichts desto trotz trägt das Smart Meter Rollout in der EU einen Teil zur geplanten Energiewende bei, hin zu einem bewussteren Verbrauch und besser steuerbarer Energienutzung.

Die Vorteile, die Smart Meter bieten

Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Strommix steigt kontinuierlich, sodass die Entwicklung des Stromnetzes unabdingbar ist. Erneuerbare Energien kennzeichnen sich dadurch aus, dass diese nicht konstant die gleiche Menge an Strom produzieren können, was unter anderem mit den Wetterverhältnissen zusammenhängt.

Smart Meter bilden die Basis für dynamische Verträge

Die EU-Kommission will zukünftig dynamische Verträge fördern. So sollen z.B. Verbraucher/inenn mit Wärmepumpe profitieren. Voraussetzung für das Funktionieren dieser dynamischen Verträge ist allerdings der flächendeckende Ausbau von Smart Meter.

Um den bestmöglichen Ausgleich zu garantieren, sprich, dass die Energie dort ankommt, wo diese am dringendsten gebraucht wird, kommen Smart Meter ins Spiel. Die intelligenten Messsysteme stellen eine Verbindung zwischen dem Verbrauchenden und Erzeuger her - eine durchgehende Kommunikation ist damit gesichert. Weitere Vorteile von intelligenten Messsystemen:

  • Verbraucher/innen haben eine bessere Kostenkontrolle und Übersicht
  • Smart Meter ermöglichen die Reduzierung des Energieverbrauchs
  • Energieanbieter lesen den Verbrauch aus der Ferne ab
  • Energieverbrauch wird in Echtzeit dargestellt
  • Stromfresser im Haushalt können bestimmt werden

Wissenswertes zu smarten Stromzählern

Einfache Stromzähler gibt es bereits seit über 140 Jahren, wobei das erste Modell zum Strommessen im Jahr 1881 von Thomas Alva Edison erfunden wurde. Hingegen kommen Intelligente Zähler erst seit den 1990er Jahren zum Einsatz.

Bei analogen und modernen Stromzählern, die über kein internetfähiges Modell verfügen, muss der Stromzählerstand entweder vom Stromanbieter/Netzbetreiber oder Kunden selbstständig abgelesen werden. Die Ablesung des Stromzählers findet einmal im Jahr statt und hat den Zweck, den Stromverbrauch des vergangenen Jahres zu erfassen.

Anhand des ermittelten Wertes wird die Jahresabrechnung erstellt und festgehalten, ob eine Nachzahlung ansteht oder Kund/innen eine Gutschrift zusteht. Der Zählerstand wird stets mit der Zählernummer durchgegeben. Kennen Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch? Falls nicht, können Sie diesen ganz einfach mit einem Tarifrechner bestimmen, Tarife vergleichen und zum Geld sparen einen Anbieterwechsel vornehmen.

Hier geht's zum Energiemarie Verbrauchsrechner

Wichtig beim Umzug

Bei einem Umzug oder wenn der Stromvertrag gekündigt wird, muss ebenso an die Stromzähler Abmeldung gedacht werden. Weitere Gründe, die zur Abmeldung eines Stromzählers führen können, ist die Stilllegung eines alten oder unnötig gewordenen Zählers. Weitere wissenswerte Artikel zu Themen wie Energieverträge, Tarife und Energiepreisen, erhalten Sie in der folgenden Rubrik:

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