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GEWERBESTROM UND GEWERBEGAS

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Fakten zu Industriestrom: Definition, Preis, Vergleich, Abnahmemengen

Industriestrom wird von Energieanbietern für Unternehmen mit einem hohen jährlichen Stromverbrauch angeboten. Neben Industriestrom gibt es die Stromtarife für Privathaushalte und Stromtarife für Gewerbetreibende/Selbstständige. Der Industriestrom zeichnet sich dadurch aus, dass es im Durchschnitt kostengünstiger ist, kann jedoch auch erst ab einer Abnahmemenge von 100.000 kWh pro Jahr - Werte können abweichen - bezogen werden kann.


Was ist Industriestrom?

Industriebetriebe be- und verarbeiten Rohstoffe und Halbfabrikate mithilfe von Maschinen. Diese verarbeitenden Industriebetriebe haben dementsprechend höheren Energiebedarf als dienstleistende Gewerbebetriebe.

Um in Sachen Stromversorgung jeder Branche gerecht zu werden, bieten viele Energieversorger sogenannte Industriestrom Tarife an. Diese unterscheiden sich von klassischen Stromtarife für Privat- und Gewerbekunden im Preis und in der Abnahmemenge.

  • Industriestrom
  • Richtet sich an Unternehmen der Industrie
  • Abnahmemenge in der Regel ab 100.000 kWh pro Jahr
  • Deutlich günstiger als Strom für Privat- und Gewerbekunden
  • Industriestrom wird mit RLM-Zählern gemessen
  • Einbau von RLM-Zählern ab 100.000 kWh/Jahr ist Pflicht

Wer bekommt Industriestrom?

Industriestrom kann von Unternehmen, Gewerbebetrieben und Industriebetrieben ab einem Jahresstromverbrauch von 100.000 kWh bezogen werden. Ab dieser Stromgrenze müssen alle Betriebe auch einen sogenannten RLM-Zähler (Registrierende Leistungsmessung) einbauen.

Der Einbau der RLM-Zähler wird von der Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) vorgeschrieben und erfolgt über die Netzbetreiber. Anders als bei SLP (Standard-Lastprofil-Zähler), die Privat- und Gewerbekunden verfügen, erfolgt die Abrechnung über die RLM-Zähler monatlich.

Obwohl die meisten Energieversorger Industriestrom ab einer Verbrauchsgrenze von 100.000 kWh pro Jahr anbieten, gibt es keine gesetzlichen Richtlinien. Das bedeutet, andere Stromverbrauchsgrenzen für Industrie können ebenso ihre Gültigkeit haben.

Industriestrom über RLM: Was versteht man darunter?

Wie kann die gelieferte Energie aus einem elektrischen Versorgungsnetz erfasst werden? Um die entnommene Energie eines Haushaltes, Gewerbes oder Industrieunternehmen zu messen, werden zur Hilfe Stromzähler genutzt. Stromzähler, auch als Elektrizitätszähler bezeichnet, sind Messgeräte, die die verbrauchte Energie in Kilowattstunden (kWh) angeben.

Alle Haushalte und Gewerbebetriebe, deren jährlicher Stromverbrauch unter 100.000 kWh liegt, verfügen über einen sogenannten SLP-Zähler. Die Standard-Lastprofil-Zähler dienen zur Bestimmung des erwarteten Strombedarfs von kleineren Verbrauchern. Mit dieser Methode wird der zeitliche Verlauf des Stromverbrauchs abgebildet. Auf diese Weise weiß der Energieanbieter stets, wie der Jahresverbrauch des jeweiligen Unternehmens ausfallen wird.

Ab einem Jahresverbrauch von 100.000 kWh erhalten Unternehmen einen RLM-Zähler. Bei diesem Zählertyp werden für jede Viertelstunde die jeweilige Durchschnittsleistung gemessen und an den Stromlieferanten weitergegeben. Der Stromversorger errechnet monatlich die tatsächliche Leistung und den sich daraus ergebenden Verbrauch.

Wie ist der aktuelle Preis Industriestrom?

Der aktuelle Preis Industriestrom liegt bei 18,55 Cent pro Kilowattstunde (de.statista, 2020). Es handelt sich dabei um einen durschnittlichen Industriestrompreis inklusive Stromsteuer. Deutlich ist zu erkennen, dass der Industriestrompreis über die Jahre stets gestiegen ist.

2019 betrug der Industriestrompreis 18,44 Cent/kWh und 2018 bezahlten Industriekunden für eine Kilowattstunde 17,96 Cent. 2000 war ein besonders “günstiges” Jahr. Der Preis Industriestrom Kosten betrug lediglich 6,05 Cent/kWh.

Den größten Anteil am Strompreis für Industrie bildet die EEG-Umlage. Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland finanziert. In Europa zahlen Industriekunden in Ländern wie Malta, Irland und Vereinigtes Königreich die höchsten Strompreise.

Preisentwicklung Industriestrom 2020 → 18,55 Cent/kWh
2019 → 18,44 Cent/kWh
2018 → 17,96 Cent/kWh
2017 → 17,09 Cent/kWh
2016 → 15,55 Cent/kWh
2015 → 15,23 Cent/kWh
2014 → 15,32 Cent/kWh

Wie setzt sich Industriestrom zusammen?

Der Preis des Industriestroms setzt sich aus drei verschiedenen Bestandteilen zusammen, die jeweils einen unterschiedlichen Anteil am gesamten Energiepreis haben. Die EEG-Umlage, Erneuerbare-Energie-Umlage, bildet einen signifikanten Anteil. Diese Umlage wird an den Staat abgeführt mit dem Ziel, weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern.

Weitere Bestandteile des Industriestroms bilden die Beschaffung, Netzentgelt und Vertrieb, sowie Stromsteuer und Sonstige Abgaben und Umlagen. Der Unterschied zu Energiepreisen von Privathaushalten liegt darin, dass Industriekunden weniger Steuern, Abgaben und Umlagen an den Staat abführen müssen.

  • Zusammensetzung Industriestrompreis
  • Beschaffung, Netzentgelt, Vertrieb
  • Konzessionsabgabe
  • EEG-Umlage
  • KWKG-Umlage
  • §19 StromNEV-Umlage
  • Offshore-Netzumlage
  • Umlage für abschaltbare Lasten
  • Stromsteuer

Warum ist Industriestrom günstiger?

Der Strompreis setzt sich aus einer Vielzahl von Bestandteilen zusammen. In der Regel entfallen mehr als 50 % des Strompreises auf Abgaben an den Staat (Steuern und gesetzliche Umlagen).

Der Staat gewährt produzierenden Unternehmen und Betreibern von Eigenversorgungsanlagen Entlastungen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen können daher von zahlreichen Ausnahmeregelungen in Bezug auf Steuern, Abgaben und Umlagen profitieren.

Je nach Voraussetzungen des Unternehmens können Preisbestandteile wie Stromsteuer, EEG-Umlage, §19-StromNEV-Umlage, KWKG-Umlage und Netzentgelte komplett entfallen. Damit erklären sich auch die günstigen Industriestrompreise in Deutschland.

  • Mögliche Entlastungen für mittlere und große Unternehmen
  • Entlastung nach dem Stromsteuergesetz (StromStG)
  • Entlastungen nach dem Energiesteuergesetz (EnergieStG)
  • Ökosteuer-Spitzenausgleich
  • Beantragung von Strom- und Energiesteuererstattungen bzw. -vergütungen
  • Energiesteuertransparenzverordnung (EnSTransV)
  • Konzessionsabgabe
  • Besondere Ausgleichsregelung nach EEG
  • Begrenzung der KWKG-Umlage
  • Letztverbrauchergruppe C

Wie wird sich Industriestrompreis entwickeln?

Wie sich der Industriestrompreis entwickelt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Unter anderem kann die Erhöhung der Preisbestandteiles Vertrieb, Erzeugung und Transport wesentlich zum Strompreis beitragen.

Die EEG-Umlage spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Diese kann, wenn sie weiterhin in die Höhe schießt, die Industriestrom Kosten zum negativen beeinflussen. Generell wird schon seit Jahren eine steigende Trendkurve beobachtet. Industriekunden wird daher empfohlen, die Entwicklung der Industriestrompreise aufmerksam zu verfolgen. Für höhere Stromrechnungen sollte immer ausreichend Budget zur Seite stehen.

Industriestrom: Grund zur Freude

... Corona Pandemie haben die Nachfrage nach Strom deutlich reduziert.

Energieintensive Unternehmen können sich freuen. Der durchschnittliche Industriestrompreis ist im Vergleich zu Juni 2019 um 4,9 % gesunken, exklusive Stromsteuer. Die Gründe sind offensichtlich. Die Corona Pandemie und Konjunkturrückgang haben die Nachfrage nach Strom deutlich reduziert.

Weiterhin gibt es jedoch Preisunterschiede innerhalb von Bundesländern. Industriekunden in alten Bundesländern zahlen durchschnittlich weniger Cent pro Kilowattstunde als Kunden in neuen Bundesländern.

Wie kann man Industriestrom Vergleich durchführen?

Industriekunden sollten sich nicht vollkommen allen Strompreisen ausliefern lassen. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, seine Energiekosten deutlich zu reduzieren und diese unter Kontrolle zu halten.

 An erster Stelle steht die Auswahl eines kostengünstigen Energieanbieters. In Deutschland herrscht der freie Energiemarktwettbewerb, sodass es unendlich viele Energieversorger mit unterschiedlichen Stromtarifen gibt. Eine Industriestrom Vergleich der Stromtarife von Stromanbietern kann sich definitiv lohnen.

 Eine weitere Möglichkeit besteht im Lastmanagement. Unter Lastmanagement versteht man die Beeinflussung der eigenen Nachfrage - der sogenannten Netzlast. Lastmanagement kann gezielt zur Optimierung von Energiekosten beitragen.

 Hohes Sparpotential erzielen zudem Energieeffizienzmaßnahmen. Diese können sich in modernen LED-Beleuchtungsanlagen, Beleuchtungskonzept und Lichtanlagen mit Sensoren äußern.

Wie wird Industriestrom abgerechnet?

Die Abrechnung des Industriestroms erfolgt bei Großabnehmern über sogenannte RLK-Zähler. Zu Großabnehmern zählen alle Gewerbe- und Industriekunden, die einen jährlichen Stromverbrauch von über 100.000 kWh haben.

RLM-Zähler messen jede 15 Minuten den Stromverbrauch und erstellen Lastprofile. Energieversorger können mit dieser Methode die richtige Menge an Energie für Energiekunden liefern. In vielen Fällen erfolgen Abrechnungen außerdem in Megawattstunden. 1 Megawatt beträgt 1000 Kilowatt.

Gewerbe eröffnet? Unter 0891 20840 871 erhalten Sie Angebote für Gewerbestrom- und Gewerbegastarife. Auf Wunsch wird die Anmeldung übernommen - Kostenloser Energiemarie by Selectra Service, Mo-Fr. 8-19 Uhr.

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