Wie funktioniert Fracking?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Klimaschutz erklärt Fracking wie folgt:

Beim Hydraulic Fracturing (Fracking) werden durch Einpressen einer Flüssigkeit und dem damit einhergehenden Druckanstieg kontrolliert kleine Risse in dem Gestein erzeugt, in dem das Erdgas enthalten ist. Quelle: Fracking , BMWK, 2024

Dieses Verfahren wird zur Gewinnung von konventionellen und unkonventionellen Vorkommen an Erdgas und Erdöl aus der Geothermie, also den tief liegenden Gesteinsschichten der Erde gewonnen. Wie genau das Verfahren funktioniert, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Wie wird Erdgas gewonnen?

Erdgas kann mit verschiedenen Verfahren gewonnen werden. Zum einen gibt es herkömmliche Bohrungen, die in Erdgas-Vorkommen eingreifen und diese durch Rohre an die Erdoberfläche befördern. Durch Pipelines wird dieses Erdgas dann befördert.

Dies wird hauptsächlich bei konventionellen Erdgasvorkommen angewendet, da diese durch die Durchlässigkeit des Gesteins meistens von selbst durch die Gesteinsporen entweichen können und so meist kein Fracking notwendig ist.

Fracking bei konventionellen Erdgasvorkommen Auch bei konventionellen Erdgasvorkommen kann Fracking zum Einsatz kommen, jedoch nicht als Notwendigkeit zum Erreichen des Erdgases, sondern hauptsächlich zur Ertragssteigerung bei abflachendem Fördervolumen.

Ein weiteres Verfahren zur Förderung von Erdgas ist das Hydraulik-Fracking. Mit diesem Verfahren können schwer zu erreichende, unkonventionelle Erdgas-Vorkommen in tief liegenden Gesteinsschichten wie Schiefer und Kohleflöz erreicht werden.

Was sind unkonventionelle Erdgas-Vorkommen ? Unkonventionelle Erdgasspeicher sind solche, in denen Erdgas nicht in freier Gasphase im Gestein vorliegt oder bei welchen das Speichergestein nicht durchlässig genug ist, um es durch konventionelle Bohrungen zu erreichen. Unkonventionelle Gasvorkommen findet man vor allem in Ton-, Schiefer-, Mergelgestein (Schiefergas) oder Kohleflöz-, Sand- oder Kalkgestein.

Hydraulisches Fracking ist ein komplizierter Prozess, der im Gegensatz zu normalen Bohrprozessen mehr Aufwand und technischer Expertise bedarf. Der genaue Ablauf von Fracking funktioniert so:

  1. Ein bis zu 5 Kilometer tiefes, vertikales Loch wird in die Erdkruste gebohrt und mit einem Stahlrohr ausgefüllt. Dieses wird mit Zement ummantelt, um grundwasserführende Erdschichten abzuschirmen
  2. Im Anschluss wird horizontal in die gasführende Gesteinsschicht gebohrt
  3. Mit Sprengstoff werden kleine Brüche verursacht
  4. Mit hydraulischem Druck von bis zu 1000 bar wird anschließend eine Mischung aus Wasser, Sand und verschiedenen Chemikalien in die Horizontalbohrung eingespritzt
  5. Durch den enormen Druck des Wassers werden die kleinen Brüche aufgesprengt und das Gas wird freigesetzt
  6. Das Gas wird mit dem einem Teil des Frack-Wassers, Sands und der Chemikalien (Flowback) durch das Stahlrohr an die Erdoberfläche geleitet und kann weiterverarbeitet werden

Die Unterscheidung zwischen Fracking und regulären Erdgas Förderungsverfahren sehen Sie in der nachfolgenden Grafik dargestellt:

Wie unterscheiden sich konventionelles und unkonventionelles Fracking?

In Deutschland wird zwischen konventionellem Fracking und unkonventionellem Fracking unterschieden. Die Unterschiede erlauben eine Unterscheidung in der Gesetzgebung, welche im Kapitel zu Fracking Gas in Deutschland genauer erklärt wird. Unkonventionelles und konventionelles Fracking unterscheiden sich so:

Konventionelles und unkonventionelles Fracking Gas
Konventionelles Fracking Unkonventionelles Fracking
  • Erfolgt in tiefem Sandstein
  • Wird unterhalb der Grundwasservorkommen betrieben
  • Geringere Mengen an Frackflüssigkeit (Wasser und Sand)
  • Wird bei weniger durchlässigem Gestein oder bei der Gewinnung von Restvorkommen verwendet
  • Wurde zur Erdgasförderung vor allem in Niedersachsen verwendet
  • Erfolgt in Mergel-, Ton-, Schiefer- und Kohleflözgestein
  • Weniger tief gelegen und damit näher am Grundwasser
  • Durch die geringere Durchlässigkeit des Gesteins wird mehr Druck, also mehr Frackflüssigkeit, benötigt
  • Verstärkte Verwendung von Chemikalien notwendig zum Aufbrechen
  • In Deutschland nicht eingesetzt

Exkurs: Was bedeutet Schiefergas?

Im Zusammenhang mit Fracking spricht man häufig auch vom Schiefergas. Dabei handelt es sich um unkonventionelles Erdgas, das in feinkörnigen Gesteinsarten, insbesondere Schiefer, eingeschlossen ist. Aufgrund der dichten Struktur dieser Gesteine ist das Gas besonders schwer zu fördern und erfordert spezielle Verfahren wie das hydraulische Fracking.

Welche Vor- und Nachteile hat das Verfahren?

Da die einfach erreichbaren Erdgasvorkommen immer weniger werden, der Bedarf jedoch weltweit weiterhin hoch bleibt, kommt Fracking in einigen Ländern bereits stark zum Einsatz. In Deutschland ist die Technologie durchaus umstritten und sorgt bundesweit für Diskussionen. Warum Fracking so umstritten ist und was die Fracking Nachteile und Fracking Vorteile sind, haben wir für Sie aufgelistet:

Fracking: Vorteile und Nachteile

Vorteile

Nachteile

Zugriff auf sonst unzugängliche Erdgasvorkommen zur Abdeckung des weltweiten Bedarfs Kann zu Verunreinigung des Grundwassers führen
Die Förderung größerer Fördermengen wird durch die Risse im Gestein ermöglicht Fracking benötigt große Wassermengen
Durch die Einzementierung der Rohre ist das Risiko der Grundwasserverunreinigung gering Besorgnis wegen der verwendeten Chemikalien
Die schädlichen Chemikalien werden in sehr verdünnter Form eingesetzt Sorgt für Lärm- und Luftemissionen in naher Umgebung der Bohrstätten
  Für Bohrungen werden große Landflächen benötigt
  Der hohe Druck wird durch einige Studien mit Erdbeben in Zusammenhang gesetzt
  Erdgas gehört nicht zu den erneuerbaren Energien und trägt somit nicht zur Energiewende bei
  Die in die Gesteinsschichten eingepressten Chemikalien unterliegen keiner Veröffentlichungspflicht und sind Geheimnis der Gasunternehmen. Angaben schwanken bei der Anzahl zwischen 12 und 750 Chemikalien

Aufgrund der aufgelisteten Nachteile wurden in Deutschland Gesetze und Richtlinien erlassen, die Fracking in großen Teilen verbieten bzw. stark einschränkt.

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Gibt es Fracking in Deutschland?

Fracking ist eine sehr umstrittene Technologie, vor allem in Deutschland. Seit den 1960er-Jahren wird Fracking bei konventionellen Erdgas- und Erdöl-Lagerstätten betrieben. Hydraulisches, kommerzielles Fracking bei unkonventionellen Vorkommen jedoch wurde in Deutschland bis jetzt noch nicht erprobt und 2017 verboten.

Im Rahmen der Erlassung dieses Gesetzes wurden außerdem die Regulierungen zum konventionellen Fracking deutlich verschärft. Bundesländer obliegt die Genehmigung von Fracking-Vorhaben, zudem können weitere Einschränkungen aus Länderebene umgesetzt werden. Unter anderem folgende Punkte müssen von Erdgas-Unternehmen beachtet werden.

Fracking-Bohrungen in Schiefergestein werden in Deutschland ausschließlich zu Forschungszwecken und nicht zur kommerziellen Nutzung genehmigt. Bis jetzt wurden vier Probebohrungen zur Sammlung von Erfahrungswerten über die Auswirkungen auf Umwelt und Untergrund von der Regierung genehmigt, welche von einer Experten-Kommission begleitet wurden.

Die Zukunft von Fracking in Deutschland Bisher gibt es keine handfesten geologischen Erkenntnisse über die Vorkommen unkonventioneller Gasspeicher in Deutschland. Vor allem in Norddeutschland und Niedersachsen werden jedoch Vorkommen vermutet.

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Welche Rolle spielt Fracking in den USA?

Vor allem in den USA hat es einen regelrechten "Fracking-Boom" in den letzten zehn Jahren gegeben. Das liegt daran, dass die meisten konventionellen Erdgasquellen in Amerika und auf dem europäischen Kontinent erschöpft sind. Dadurch steigen die Preise für Erdgas und andere Brennstoffe stetig an.

Inzwischen wurde Fracking allein in den USA bereits mehr als eine Million Mal eingesetzt. Amerikanische Schieferölproduzenten machten die USA zum weltgrößten Ölproduzenten und förderten zu einem bestimmten Zeitpunkt 13 Millionen Barrel pro Tag, was den Vereinigten Staaten einen entscheidenden Vorteil auf dem kompetitiven globalen Energiemarkt verschaffte.

Neben den USA fördern auch Kanada, Kolumbien, Russland, Südafrika und China Erdgas und Erdöl durch unkonventionelles Fracking.

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