CO2-Emissionen: Problematik, Ausgleich und Reduzierung

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich der globale Gehalt an CO2-Emissionen fast vervierfacht. Dies hat verheerende Folgen, was sich unter anderem an der Klimaerwärmung und an extremen Wetterereignissen zeigt. Was kann dagegen unternommen werden? Eine Lösung ist die CO2-Kompensation, für die sich auch Selectra einsetzt: Mit der Unterstützung von Klimaschutzprojekten werden ausgestoßene CO2 Mengen erfolgreich ausgeglichen. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie auch Sie mit gewissen Anpassungen Ihren CO2-Fussabdruck reduzieren und sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen können.


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CO2-Emissionen: Zusammensetzung & Problematik

C02-Emissionen bezeichnen Treibhausgase, welche durch die Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Materialien wie zum Beispiel Kohle, Erdgas oder Holz erzeugt werden und in die Umwelt ausströmen. Wie sich die CO2-Emissionen genau zusammensetzen und welche Problematik dahinter steckt, erfahren Sie in den folgenden Unterkapiteln.

🔍 Zusammensetzung

Kohlendioxid (CO2) ist eines der wichtigsten Treibhausgase, aber auch Methan (CH4), Lachgas (N2O) und F-Gase gehören mit dazu. Alle Treibhausgase werden in Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente umgerechnet. Diese geben die Klimawirkung des entsprechenden Gases in einer CO2 Menge an. Eine Tonne Methan entspricht zum Beispiel 25 Tonnen CO2. CO2 wird deshalb als Bezugsgröße gewählt, weil es den größten Anteil der Treibhausgas-Emissionen ausmacht und zudem die größte Klimawirkung hat.

Gemäß Umweltbundesamt sehen die Anteile der Treibhausgas-Emissionen (100% = 858 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente) in Deutschland folgendermaßen aus (Stand: 12.2019):

 

Etwa 85% der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland sind energiebedingt, sie entstehen also bei der Umwandlung von fossilen Energieträgern wie zum Beispiel Kohle oder Erdgas in elektrische und/oder thermische Energie. Laut Umweltbundesamt fallen daraus rund 40% auf die Energiewirtschaft zurück, nämlich auf die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung. Die anderen Anteile der energiebedingten Emissionen machen Haushalte, Gewerbe, Industrie, Verkehr und andere diffuse Emissionen aus. Einen Überblick dazu finden Sie hier:

❌ Problematik

Obwohl die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland seit 1990 um 27,5% vermindert wurden, hat sich laut dem Umweltbundesamt der globale Kohlendioxid Anstieg seit Mitte des 20. Jahrhunderts fast vervierfacht. Die Problematik dahinter? Der sogenannte Treibhauseffekt.

Der Treibhauseffekt beschreibt, vereinfacht formuliert, folgenden Prozess: Die Sonnenstrahlen scheinen auf die Erde. Diese erwärmt sich und wirft dann die Strahlen wieder in die Atmosphäre zurück. Die ausgestoßenen Treibhausgase in der Atmosphäre hindern einen Teil der Strahlung daran, weiter ins Weltall zu gelangen. Dementsprechend werden diese Strahlen wieder auf die Erde zurückgeschickt, was diese wiederum zusätzlich erwärmt.

Ein zu hoher Gehalt an CO2-Emissionen in der Atmosphäre wirkt sich negativ auf den Wärmehaushalt der Erde aus. Die Folgen daraus zeigen sich in Form einer globalen Klimaerwärmung und extremen Wetterereignissen, die nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschen und Tiere belastet.

CO2-Kompensation: Lösung oder Ablasshandel?

Ein angewandte Lösung, um gegen die Klimaerwärmung anzukämpfen, ist die CO2-Kompensation, auch CO2-Ausgleich genannt. Bei der CO2-Kompensation geht es darum, die an einer Stelle ausgestoßenen Emissionen durch Einsparung an einer anderen Stelle zu kompensieren. Obwohl die CO2-Kompensation die CO2-Emissionen nicht reduziert, verhindert sie immerhin, dass der CO2 Gehalt nicht weiter ansteigt.

Seinen Ursprung hatte die CO2-Kompensation im Kyoto-Protokoll von 1997. Handelte es sich zuerst um eine obligatorische Maßnahme der beteiligten Staaten, basiert die Kompensation heutzutage auf freiwilliger Basis. Das heißt: Jeder kann CO2 kompensieren.

📃 Freiwillige Kompensation durch Zertifikate für Klimaschutzprojekte 

Freiwillige Kompensation durch Zertifikate für Klimaschutzprojekte

Bei der freiwilligen CO2-Kompensation wird als Erstes die Höhe der Emissionen einer bestimmten Aktivität berechnet. In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Kompensation mithilfe von Zertifikaten, welche die gleiche ausgestoßene Emissionsmenge in spezifischen Klimaschutzprojekten ausgleichen.

Diese Zertifikate unterliegen Qualitätsstandards, welche die Einhaltung bestimmter Kriterien für den tatsächlichen Ausgleich von Treibhausgas-Emissionen sicherstellen.

CO2-Ausgleicher oder Anbieter für Kompensationen gibt es viele. Sie bieten entweder Zertifikate für eigene Klimaschutzprojekte an oder solche für andere. Einige stellen auch interaktive Rechner zur Verfügung, damit Sie auf unkomplizierte Art und Weise Ihren CO2-Ausstoß berechnen und kompensieren können.

Bei der Auswahl Ihres Anbieters sollten Sie aufpassen, denn die Qualitätsstandards der Zertifikate sind vielfältig und können deshalb unübersichtlich sein. Außerdem gibt es auch in Bezug auf die Transparenz Unterschiede. Einfach gesagt: Das günstigste Angebot ist nicht immer das wirkungsvollste.

💰 Obligatorische Kompensation: CO2-Steuer

Nebst der CO2-Kompensation auf freiwilliger Basis hat die deutsche Bundesregierung im Klimaschutz-Programm entschlossen, ab Januar 2021 eine CO2-Steuer einzuführen. Durch die damit erhöhten Kohlenstoffpreise sollen CO2-Emissionen reduziert und die Energiewende mitfinanziert werden.

Der Aufpreis gilt für Benzin, Diesel, Heizöl und Gas und betrifft alle Unternehmen aus der Energiewirtschaft, Industriekonzerne und Fluglinien, welche für Treibhausgas-Emissionen ausstoßen. Endverbraucher sind nicht betroffen, damit sie nicht mehr für die Produkte und Dienstleistungen bezahlen müssen. Nach einer Berechnung des Umweltbundesamtes wird der Preis anfangs 2021 auf 35 Euro pro entstandener Tonne Kohlendioxid geschätzt.

Selectra - der freiwillige CO2-Ausgleicher 

Auch Selectra beteiligt sich aktiv am CO2-Ausgleich. Somit bietet Selectra ihren Kunden Folgendes an: Es wird die jährlich auszugleichende CO2-Menge geschätzt und den daraus monatlichen Preis berechnet. Dieser wird dann wiederum in die finanzielle Unterstützung eines Projektes zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen investiert. Das erhaltene CO2-Emissionszertifikat, das den erfolgreichen Ausgleich belegt, wird jährlich mit den Kunden geteilt.

Der CO2-Ausgleich von Energiemarie

Die Projekte, welche Selectra zum CO2-Ausgleich unterstützt, verfügen über eine Verified Carbon Standard Zertifizierung, eine der strengsten Anforderungen für freiwillige CO2-Ausgleichsprogramme. Gemeinsam mit ihrem Partner EcoAct legt Selectra bei den Projekten Wert auf:

  1. Positive ökologische und soziale Auswirkungen
  2. Langfristiger Ausgleich
  3. Unterstützung neuer Projekte
  4. Einmaliger Verkauf der CO2-Credits
  5. Überprüfung der Projekte zur Qualitätskontrolle
  6. Anwendung von „Best Practices“

Der CO2-Ausgleich von Energiemarie: Das Ghandi Projekt

Der CO2-Ausgleich von Energiemarie

In Indien werden 56% des Energiebedarfs durch Kohle gedeckt, was nicht nur hohe Treibhausgas-Emissionen mit sich bringt, sondern auch die lokale Bevölkerung beeinträchtigt. Das Ghandi Projekt hat daher das Ziel, kohlenstoffarme Elektrizität mit erneuerbaren Energien zu produzieren. Dafür setzt sich das Ghandi Projekt für die Erzeugung von Windkraft in ganz Indien ein und hat bereits 21 Windturbinen entwickelt.

Das Ergebnis lässt sich sehen: Jährlich werden fast 36 GWh Ökostrom erzeugt, wodurch der CO2-Ausstoß um mehr als 33.000 Tonnen verringert wird. Zusätzlich zu den vermiedenen CO2-Emissionen wirkt sich das Projekt auch in weiteren Aspekten positiv auf die Bevölkerung aus:

  • Gründung von 80 Schulen
  • 50% Anstieg von Schulen in Tidi und Udaigpur
  • Nahrungsmittelhilfe für 800 Menschen
  • Stabilität und Zugänglichkeit des Stromnetzes

Jetzt sind Sie an der Reihe: Reduzierung Ihres CO2-Fussabdruckes

Gemäß statistischem Bundesamt (Destatis) verwendet ein durchschnittliches deutsches Einfamilienhaus mit vier Personen im Jahr rund 30.000 Kilowattstunden Energie. Darunter fallen etwa 25.000 Kilowattstunden auf die Heizung und ca. 5.000 Kilowattstunden auf den Strom zurück. Oft sind wir uns gar nicht richtig bewusst, wie sich unser Konsumverhalten auf den Energieverbrauch auswirkt. Dabei könnten wir bereits mit kleinen Anpassungen Haushaltskosten sparen und auch noch der Umwelt Gutes tun.

Erfahren Sie anbei, wie Sie Ihr Verhalten im Haushalt, aber auch außerhalb anpassen können, um Ihren Energieverbrauch und damit auch Ihren CO2-Fussabdruck zu reduzieren.

🔥 Heizung ⚡ Strom
  • Heizungssystem modernisieren und warten
  • Beim Heizen Türen und Fenster schließen
  • Wärmedämmung der Außenwände ausführen
  • Heizungsrohre sowie Wasserleitungen isolieren
  • Heiztemperatur senken und sich wärmer anziehen
  • Ferienwohnung allenfalls mit Strom heizen
  • Stoßlüften anstatt Kipplüften
  • Elektrogeräte ausschalten
  • Selten gebrauchte Elektrogeräte ausstecken
  • Elektrogeräte mit Energielabels A-A+++ kaufen
  • Geschirrspüler und Waschmaschine ganz füllen
  • Wäsche an der Luft trocknen
  • Umstieg von Kohle oder Atomstrom auf Ökostrom

Außerhalb Ihres Zuhauses können Sie Ihren CO2-Fussabdruck am meisten reduzieren, indem Sie auf Ihre Transportwahl achten: Da Flugreisen am meisten CO2-Emissionen ausstoßen, sollten diese wenn möglich vermieden werden. Dank des immer dichteren Verbindungsnetzes sind Zug und Bus bereits heute eine bessere Alternative, vor allem bei längeren Distanzen.

Falls Sie normalerweise auf den öffentlichen Verkehr verzichten und stattdessen das Auto benutzen, könnten Sie Fahrgemeinschaften in Betracht ziehen, auf eine klimaschonende Fahrweise achten oder sogar in eine ökologische Alternative investieren, die Ihr Auto mit Erdgas oder Strom betreibt. Natürlich ist das Fahrrad oder die Fortbewegung zu Fuss die beste Option - nicht nur, weil es keine CO2-Emissionen produziert, sondern auch noch gut für Ihre Gesundheit ist.

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