Windkraft/Windenergie in Deutschland

Die Erzeugung von Windkraft bzw. Windenergie gilt in der heutigen Zeit als eine der vielversprechendsten regenerativen Energiequellen. Die Umwandlung der Energie aus der Umwelt findet in Windkraftanlagen statt. Windkraftanlagen werden an Land (onshore) und auf See (offshore) eingesetzt. Ansammlungen von mehreren Windkraftanlagen bezeichnet man als Windparks. Lernen Sie in diesem Artikel alle Eckdaten der Windenergie kennen: Funktionsweise, Potential, Kosten & Aufstellung in Deutschland.


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Wie funktioniert Windkraft?

Die Stromerzeugung durch Windkraft gilt als die tragende Säule der Energiewende. Windenergie zeichnet sich durch ihre weltweite Verfügbarkeit, ihre niedrigen Kosten und ihren technologischen Entwicklungsstand gegenüber anderen erneuerbaren Energiequellen aus.

Windkraft wird in Windkraftanlagen hergestellt. Im ersten Schritt entnimmt der Rotor der Windkraftanlage dem Rohstoff - also dem wehenden Wind - die Energie und versetzt diesen in Drehung. Die umgeformte mechanische Energie wird anschließend mit Hilfe eines Generators - man stellt sich ein Fahrraddynamo vor - in elektrische Energie umgewandelt.

Die Stärke und Gleichmäßigkeit der Windgeschwindigkeit ist in höheren Lagen besser. Für den Stromertrag bedeutet es, dass dieser höher ist, je größer die gebaute Windkraftanlage. Der Stromertrag steigt jeweils um 1 % mit jedem Meter, den ein Windrad höher gebaut wird. Die Verdoppelung der Flügellänge steigert den Stromertrag um das Vierfache.

Windkraftanlage: Onshore und Offshore

Windkraft

Die Amortisationszeit von Windkraftanlagen ist im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien relativ kurz. Eine Windkraftanlage kann bereits nach drei bis sieben Monaten so viel Energie produziert haben wie für Herstellung, Betrieb und Entsorgung aufgewendet wurde.

Windkraft kann an Land, auf See und in allen Klimazonen produziert werden. Windkraftanlagen, die an Küsten, in Bergen oder im Binnenland aufgestellt werden, bezeichnet man als Onshore. Dagegen steht Offshore für Windkraftanlagen auf See.

Windparks an Land bilden die häufigste Nutzung. Das Einsetzen von Windparks auf See ist ein Nischenprodukt und hat weltweit nur einen Anteil von 3,5 % aller installierten Windkraftanlagen. Internationale Energieagentur IEA rechnet damit, dass bis 2035 80 % des gesamten Zubaus an Windkraftanlagen Onshore erfolgen werden.

Erneuerbare Energien in Deutschland

Mit der Energiewende will Deutschland eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftliche erfolgreiche Zukunft sichern. Die Energiewende verfolgt daher das Ziel, weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien mit mehr Energieeffizienz.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das seit 2000 in Kraft ist, hat sich als effektives und effizientes Instrument für die Förderung von Strom aus nachhaltigen Quellen bewährt. EEG, welches das seit 1991 gültiges Stromeinspeisungsgesetz ersetzte, verfolgt unter anderem das Ziel, die Schonung fossiler Energieträger und die Förderung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz legt außerdem nach der EEG-Novelle 2017 fest, dass im Jahr 2025 40 - 45 % des Stroms aus Erneuerbaren Energien stammen müssen. Bis 2035 soll ein Anteil an Erneuerbaren Energie zwischen 55 - 60 % erfolgen und 2050 soll die Nutzung Erneuerbarer Energie bei 80 % liegen.

Windkraft in Deutschland

Die Windenergienutzung findet bereits seit vielen Jahrhunderten statt. Anfänglich wurden Windmühlen zur Verrichtung mechanischer Arbeit eingesetzt. Windmühlen dienten der Getreideherstellung, Baumwollspinnerei und dem Sägen von Holz.

Mit der Entdeckung der Elektrizität und der Erfindung von Generatoren im späten 19. Jahrhundert wurden die ersten Windkraftanlagen zur Stromerzeugung errichtet. Die Entwicklung der Windenergienutzung in Deutschland findet vor allem seit den 1990er Jahren statt. Denn seitdem wurden mehrere zehntausend Windkraftanlagen installiert und tragen einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Stromerzeugung in Deutschland bei.

Die Einspeisung der Windenergie in die Stromnetze steigt jährlich und hat immer mehr einen steigenden Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland. 2019 wurden 131.8 TWh (Brutto) Strom durch Windkraftanlagen produziert. 1996 lag die Stromeinspeisung durch Windparks gerade mal bei 2.03 TWh.

Windkraftanlagen in Deutschland

In den 1990er Jahren wurden viele Windkraftanlagen in windreichen Küstengebieten errichtet. Die Weiterentwicklung der Windenergieanlagen (höhere Anlagen, größere Rotordurchmesser) konnten zunehmend die Verlegung auf Binnenland erlauben. 2019 standen in Deutschland rund 29.456 Onshore-Windkraftanlagen, wobei 325 der Anlagen neu erstellt wurden.

2019 war die Windkraft die wichtigste Stromquelle in Deutschland. Die Stromerzeugung mittels Braunkohle belegte den 2. Platz mit 114 TWh, darauf folgte Erdgas mit 91.3 TWh, Kernenergie mit 75.2 TWh und den fünften Platz belegte die Steinkohle mit 56.9 TWh.

Die größten Onshore-Windparks, die eine installierte Leistung von über 100 MW betragen, sind in Bundesländern wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu finden.

Onshore Windparks in Deutschland
🌲 Windenergieanlage Installierte Leistung in MW (Megawatt)
Windpark Holtriem
Niedersachsen
207,2
Bürgerwindpark Reußenköge
Schleswig-Holstein
203,1
RH2-Werder/Kessin/Altentreptow
Mecklenburg-Vorpommern
201,15
Windpark Stößen-Teuchern
Sachsen-Anhalt
183,1
Windpark Hüselitz
Sachsen-Anhalt
151,3

Offshore Windparks sind vor allem an der Nordsee anzutreffen. Deren installierte Leistung kann zwischen 60 MW und 900 MW variieren. Einige der wichtigen Offshore Windparks sind Borkum Riffgrund 3 und He dreiht.

Offshore Windparks in Deutschland
🌊 Windenergieanlage Installierte Leistung in MW (Megawatt)
Borkum Riffgrund 3
Nordsee
902
He dreiht
Nordsee
900
Hohe See
Nordsee
497
Merkur Offshore
Nordsee
396
Baltic Eagle
Ostsee
494

Förderung der Windenergie

Das Erneuerbare-Energie-Gesetz regelt die Einspeisung, den Anschluss an das Netz und die Förderung Erneuerbarer Energien. Einspeisevergütungen und Marktprämien erhalten nur diejenigen Anlagenbetreiber, deren wirtschaftlicher Betrieb ohne Förderung nicht möglich ist.

Zu diesen Anlagen zählen die Windkraft, Solarstrahlung und Erdwärme. Dagegen erhalten Wasserkraftanlagen nur als Neubauten eine Förderung und Biomasseanlagen bei einer maximalen Größe von 20 MW.

In der Regel beträgt die Förderung 20 Jahre, die jeder Betreiber von Windkraftanlagen bei Netzanschluss in Anspruch nehmen kann. Anlagen bis zu einer Größe von 100 kW erhalten eine feste Einspeisevergütung - definierte Vergütung pro Kilowattstunde. Ab 100 kW ersetzt die Marktprämie die Einspeisevergütung.

Die Vergütungshöhe von Windkraftanlagen ab 750 kW wird mittels Ausschreibungen festgelegt. Damit alle Rahmenbedingungen berücksichtigt werden können, richten sich Ausschreibungen an vorgegebenen Gesetzen. Ausschreibungen für Offshore-Windparks orientieren sich am Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG).

Windenergie für Zuhause

Die Kombination aus Windkraft und Photovoltaik ist ein möglicher Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Windenergie für Zuhause kann mittels Mikro- oder Mini-Windkraftanlagen umgesetzt werden.

Windkraftanlagen können horizontal oder vertikal aufgestellt sein und können einen Teil der benötigten Energie für Zuhause liefern. Kleinwindanlagen und Photovoltaikanlagen ergänzen sich aufgrund der Witterungsverhältnisse bestens.

Denn wenn die Sonne nachts keine Energie mehr liefert, kann die Mikro-Windanlage die fehlende Energie bereitstellen. Wer auf selbst erzeugten Strom für Zuhause setzt, der macht sich unabhängig von Stromerzeugern und deren Strompreissteigerungen.

Haben Sie nicht die Möglichkeit, eine Photovoltaik oder Mikro-Windradanlage aufzustellen? Wollen aber trotzdem Ihren Beitrag zur nachhaltigen und umweltfreundlichen Energieförderung beitragen? In diesem Fall können Sie einen Ökostrom- und Ökosgas-Tarif abschließen und Ihre CO2-Emissionen durch einen kleinen Beitrag ausgleichen. Informieren Sie sich zu unseren Angeboten jeweils montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr.

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