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Was ist der EU-Emissionshandel? Klimapolitik einfach erklärt

Weltweit werden viele schädliche Abgase produziert. Diese tragen zur Erderwärmung bei, zu extremen Wetterbedingungen und dazu, dass der Meeresspiegel ansteigt. Wir alle wissen, dass die drohenden Klimafolgen gebremst werden müssen. Der Emissionshandel stellt ein wichtiges Instrument der EU-Klimapolitik dar und wurde 2003 vom Europäischen Parlament und Rat der EU vereinbart. Das Ziel des Emissionshandels ist es, die klimaschädlichen Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan zu reduzieren, indem diese als begrenzte Ware in der Marktwirtschaft gehandelt werden.


Wie funktioniert der EU-Emissionshandel?

emissionshandel eu

2005 erarbeitete die Europäische Kommission das European Junior Emission Trading System, kurz EU ETS. Bei diesem Handelsmarkt sind die Marktteilnehmer nicht die Staaten innerhalb der EU an sich, sondern Unternehmen und Betreiber von Industrieanlagen aus verschiedenen Branchen.

Der Emissionshandel schafft Anreize für Unternehmen, weniger Kohle und Gas zu verbrennen und so ihre klimaschädliche Emissionen zu verringern. Das Cap wird hier von der EU festgelegt.

Das Cap definiert die Summe aller Emission-Berechtigungen. Diese Berechtigungen müssen alle Unternehmen am Markt erwerben - entweder kaufen oder an einer Börse ersteigern, zum Beispiel an der Leipziger Energiebörse EEX. Industrieanlagen erhalten Berechtigungen nach festen Regeln teilweise noch kostenfrei. Das EU-Emissionshandelssystem reguliert derzeit etwa 45 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Europa.

In Deutschland ist für das Cap die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt zuständig. Zurzeit nehmen in Deutschland derzeit über 1.900 Energie- und Industrieanlagen am Emissionshandel teil. Der Emissionshandel funktioniert nach dem Prinzip begrenzen und handeln (englisch cap and trade).

Luftverkehr Seit 2012 nimmt auch der Luftverkehr am Emissionshandel teil. Die DEHSt ist für etwa 500 Luftverkehrsbetreiber aus 75 Staaten zuständig. Dazu gehören alle EU-Staaten, Liechtenstein, Island und Norwegen.

Was ist der Emissionshandel?

emissionshandel

Der Emissionshandel ist der Handel von Zertifikaten, mit denen man das Recht bekommt, CO2-Emissionen in die Atmosphäre abzugeben. Dafür gibt es in Europa ein Handelssystem, das sogenannte EU ETS. Dieses wurde im Jahr 2003 beschlossen und ist seit 2005 in Kraft getreten. Es ermöglicht, dass innerhalb der EU insgesamt eine gewisse Menge an Emissionszertifikaten zur Verfügung stehen.

Diese Zertifikate werden an Industrien und Kraftwerke verteilt, welche dann CO2 in die Atmosphäre aufstoßen dürfen. Jedes Zertifikat gewährt die Erlaubnis, je 1 Tonne CO2 abzugeben. Industrien, die keine Emissionszertifikate haben oder nicht genügend, dürfen keine CO2-Emissionen abgeben. Tun sie dies trotzdem, müssen sie hohe Strafen zahlen.

Um den Mangel oder das Defizit an Zertifikaten auszugleichen, gibt es dieses Handelssystem. Somit können umweltfreundliche Unternehmen, die beispielsweise selber erneuerbare Energien erzeugen und dadurch einen Überschuss an Zertifikaten haben, diese an Industrien mit mehr CO2-Emissionen verkaufen.

Das Kyoto-Protokoll als Grundstein für den Emissionshandel

Der Grundstein wurde 1997 mit Klimarahmenkonvention in Japan mit dem sogenannten Kyoto-Protokoll gelegt. Damals haben die Vereinten Nationen beschlossen, dass der Ausstoß der wichtigsten Treibhausgase, die zur Erwärmung der Erdatmosphäre beitragen, verringert werden sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde der sogenannte Emissionshandel erarbeitet.

Das Kyoto-Protokoll konnte erst in Kraft treten, nachdem sich mindestens 55 Staaten dem Protokoll verpflichtet hatten, die gemeinsam mehr als 55 % der Emissionen ausmachten. Das war 2004, als sich Russland dem Protokoll anschloss. Inzwischen sind 191 Staaten dem Kyoto-Protokoll beigetreten, darunter alle EU-Mitgliedstaaten, Neuseeland, Norwegen, Japan, Russland und seit 2007 auch Australien sowie Schwellenländer wie Brasilien, China, Mexiko, Indien, Südafrika und Südkorea.

Kanada ist 2011 aus dem Kyoto-Protokoll wieder ausgetreten. Die USA haben von Anfang an das Kyoto-Protokoll abgelehnt, dabei produzieren sie 35 % der weltweiten Emissionen.

Wie funktioniert der Emissionshandel?

Der Emissionshandel funktioniert nach dem Cap and Trade Prinzip. Mit dem Cap wird für den Ausstoß schädlicher Gase eine Mengenbegrenzung festgelegt. Dieses wird zwischen den Staaten aufgeteilt und in Form von Emissionsrechten ausgegeben. Jedes Industrieland, das sich dem Kyoto-Protokoll verpflichtet hat, bekommt eine im Protokoll festgelegte Menge an Emissionsrechten.

Diese berechtigen das Ausstoßen einer bestimmten Menge an Abgasen. Einige Industrieländer sind im Emissionsabbau so erfolgreich, dass sie nicht alle ihnen zugeteilten Emissionsrechte benötigen. Diese können dann auf dem globalen Handelsmarkt im Sinne des Tradeprinzips an Staaten, die mehr Abgase ausstoßen als vorgesehen, verkauft werden. Um Emissionen langfristig zu mindern, wird das Cap jährlich verringert.

Wenn ein Unternehmen in einem Jahr Emissionen von 100.000 Tonnen CO2 verursacht, braucht es die entsprechende Anzahl an Berechtigungen. Diese müssen jährlich abgeben werden, wodurch sie sozusagen gelöscht werden. Werden die benötigten Berechtigungen nicht abgegeben, werden finanzielle Sanktionen fällig. Die Europäische Union gibt vor, um wie viel und wie schnell sich die Gesamtemissionen in Europa verringern sollen, beispielsweise um 43 % im Zeitraum von 2005 bis 2030.

Die Begrenzung wird jährlich entsprechend angepasst, um das Ziel für alle Kraftwerke und Fabriken zu erreichen. Durch den Handel zwischen Unternehmen bildet sich ein Marktpreis für die Berechtigungen. Da die Höchstgrenze, also das Cap, jedes Jahr weiter sinkt, steigt dieser Marktpreis. So wird es für Unternehmen auch wirtschaftlich attraktiver, Ihre Emissionen mit umweltfreundlicheren Techniken zu reduzieren.

Kritik am Emissionshandel

emissionshandel

Es gibt auch Kritik am Emissionshandel. Durch die Wirtschaftskrise 2008 mussten Produktionen gedrosselt werden. Die Konsequenz: Die Gesamtmenge an erlaubten CO2-Emissionen wird gar nicht erreicht, es gibt ein Überangebot an Emissionsrechten und der Anreiz, in klimafreundliche Erneuerungen zu investieren, sinkt.

Derzeit werden in der EU mögliche Lösungen für derartige Probleme diskutiert. Zur Debatte steht einerseits der Vorschlag eines Mindestpreises für Emissionsrechte oder aber eine künstliche Verknappung von Emissionsrechten in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation vorzunehmen. Letztendlich ist der Klimaschutz ein globales Anliegen. Darum braucht man auch eine globale Lösung.

CO2 Emissionshandel

Um die internationalen Klimaschutzziele zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen deutlich reduziert werden. Das will die Politik unter anderem durch einen Preis für CO2 erreichen. Wie soll das konkret funktionieren? Viel diskutiert wird momentan über die CO2-Steuer. Der Staat erhebt hier eine zusätzliche Steuer zum Beispiel auf Kraftstoffe, was Tanken teurer macht. In Theorie soll das die Menschen dazu bewegen, ein klimafreundliches Verkehrsmittel zu wählen.

Eine nationale Steuer kann nur schwer in ein europäisches System integriert werden. Für einen effektiven Klimaschutz muss aber eine europäische Lösung angestrebt werden. Die Steuer müsste ständig angepasst werden, um die erwartete CO2-Reduzierung auch wirklich zu erreichen.

Emissionshandel Vor- und Nachteile

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat den Emissionshandel in Deutschland über Jahre studiert und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass die Treibhausgasemissionen deutlich reduziert wurden. Eine große Schwierigkeit liegt jedoch darin, dass derzeit ein Überschuss an Zertifikaten besteht. Eine Verknappung der Zertifikate soll dieses Problem lösen.

Emissionshandel Vor- und Nachteile
  Vorteile   Nachteile
Der Emissionshandel erreicht das Umweltziel zu geringen Kosten. Durch die Wirtschaftskrise 2008 kam es zu einem Überangebot an Emissionsrechten.
Der Emissionshandel reagiert stärker auf Wirtschaftsschwankungen als andere politische Instrumente. Die Reduktionsziele des Emissionshandels sind zu ambitionslos, um die Ziele des Paris-Abkommens zu erreichen.
Der Emissionshandel fördert Innovationen und ermittelt preisgünstigere Lösungen, um Unternehmen nachhaltiger zu machen. Kostenlos ausgegebene Emissionszertifikate führten zu Wirtschaftseinbrüchen und zu einer geringen Nachfrage nach CO2 Zertifikaten.
Der Emissionshandel kann eine globale Lösung für eine globale Herausforderung sein. Kostenlose Zertifikate verringern Anreize, in umweltfreundlichere Techniken zu investieren.
Der Emissionshandel hat sich als effektive Option erwiesen.  

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