Was ist Flüssiggas?

Flüssiggas ist ein natürliches Nebenprodukt der Erdölaufbereitung und besteht aus leicht verflüssigbaren Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Je nachdem, für welches Anwendungsgebiet es zum Eisnatz kommt, enthält es eine oder mehrere Kohlenwasserstoff-Verbindungen. In der Regel besteht Flüssiggas jedoch aus einem Gemisch aus Propan und Butan .

Flüssiggas wird zum Heizen und Kochen, als Antriebsmittel für Autos und als Kältemittel in Klimaanlagen verwendet. Flüssiggas ist bei Raumtemperaturen gasförmig, reagiert in Verbindung mit Luft jedoch explosiv und wird deshalb unter leichtem Druck von 8 bar flüssig gehalten und gelagert.

Was ist Heizöl?

Heizöl ist ebenfalls ein Bestandteil des gewonnenen Erdöls in der Erdölraffinerie und kommt je nach Dichte und Bestandteile in verschiedenen Sorten vor.

Üblicherweise wird für Raumheizungen in privaten Haushalten sowie in gewerblichen und industriellen Bereichen die Sorte Heizöl EL (extra leicht) verwendet. Dabei handelt es sich um eine raffinierte Form von Heizöl, die speziell für die Verwendung von Heizungsanlagen entwickelt wurde. Darüber hinaus gibt es noch folgende Sorten:

  • Schwefelarmes Heizöl;
  • Premium-Heizöl;
  • Bioheizöl.

Welche Gemeinsamkeiten haben Flüssiggas und Heizöl?

Die Entscheidung, welcher der beiden Energieträger der richtige ist, fällt nicht unbedingt leicht, denn auf den ersten Blick haben die beiden Heizungsarten viele Gemeinsamkeiten:

  1. Fossile Energieträger: Flüssiggas sowie Heizöl sind beides fossile Energieträger. Sie entstehen beide bei der Erdölgewinnung, wobei Flüssiggas als natürliches Nebenprodukt davon gewonnen wird.
  2. Voraussetzung: Beide Brennstoffe werden zum Heizen verwendet und sind dafür auf keinen Anschluss an das öffentliche Gasnetz angewiesen.
  3. Freie Anbieterwahl: Bei beiden Heizungen haben Sie die Möglichkeit, Ihren Flüssiggasanbieter beziehungsweise Ihren Heizölanbieter frei zu wählen und sich damit für die günstigsten Angebote zu entscheiden.
  4. Lagerung: Beide Brennstoffe werden in Tanks gelagert, wobei Öltanks im Heizungskeller Platz finden und Flüssiggastanks in der Regel im Garten installiert werden.
  5. Heiztechnik: Beide Brennstoffe funktionieren mit einem Heizkessel, entweder mit einem Niedertemperaturkessel oder mit der effizienteren Variante, dem Brennwertkessel.

Worin unterscheiden sich Flüssiggas und Heizöl?

Erst bei einem genaueren Blick auf die beiden Heizungsarten fallen die Flüssiggas und Heizöl Unterschiede auf:

  1. Heiz- und Brennwert: Der Heizwert von Heizöl liegt bei 10 kWh pro Liter, der von Flüssiggas bei 6,57 kWh pro Liter. Betrachtet man hingegen den Brennwert, der nebst des Energiegehaltes bei klassischer Verbrennung auch die Energie des verdampfenden Wassers im Abgas berücksichtigt, liegt derjenige von Flüssiggas mit rund 50 MJ/kg höher als der von Heizöl mit 45,4 MJ/kg. Das heißt, wird die Flüssiggas Heizung mit Brennwerttechnik ausgestattet, ist sie effizienter als die Ölheizung.
  2. Klimabilanz: Flüssiggas verursacht bei der Verbrennung je Kilowattstunde rund 11 % weniger CO2-Emissionen als Heizöl (236 gegenüber 266 g CO₂ je kWh nach den amtlichen Standardwerten der EBeV 2030). Außerdem entsteht bei der Verbrennung von Flüssiggas kaum Feinstaub und kein Ruß. Beide Brennstoffe unterliegen dem nationalen CO₂-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz: Er liegt derzeit bei 65 € je Tonne (gesetzlicher Korridor 2026: 55 bis 65 €; Stand: 9. September 2026). Das entspricht rund 1,7 ct je kWh Heizöl und 1,5 ct je kWh Flüssiggas (netto) und ist in den Marktpreisen weiter unten bereits enthalten.
  3. Einsatzmöglichkeiten: Flüssiggas wird nicht nur wie Heizöl zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung eingesetzt, sondern kann auch zum Kochen verwendet werden.
  4. Sicherheit: Flüssiggastanks müssen regelmäßige Sicherheitsprüfungen durchlaufen, während bei der Ölheizung eine reguläre Wartung ausreicht. Jedoch dürfen Flüssiggastanks auch in Wasserschutzgebieten aufgestellt werden, was bei Heizöltanks aufgrund des Risikos eines Gewässerverschmutzung verboten ist.

Wie hoch sind die Preise?

Beide Preise, also der Flüssiggas Preis und Heizöl Preis, sind an die Preisschwankungen von Erdöl gekoppelt und dementsprechend von der Entwicklung der Erdölindustrie abhängig. Weitere Preisschwankungen sind außerdem je nach Jahreszeit und Nachfrage auszumachen und ebenfalls von der Bestellmenge und dem Anbieter abhängig.

Bei Heizöl spielt es des Weiteren eine Rolle, um welche Heizölart es sich handelt. Pro Liter ist Flüssiggas derzeit rund 48 % günstiger als Heizöl (Stand: 9. September 2026), pro Kilowattstunde schrumpft dieser Vorsprung aber, weil in einem Liter Flüssiggas nur rund zwei Drittel der Energie eines Liters Heizöl stecken. Entscheidend ist deshalb immer der Preis je Kilowattstunde. Wer leitungsgebundenes Erdgas als dritte Option erwägt, kann den aktuellen Erdgaspreis pro kWh direkt für die eigene Postleitzahl prüfen.

Preisvergleich: aktuelle Beispielrechnung

Da Flüssiggas einen geringeren Energiewert als Heizöl aufweist, sollte bei einem konkreten Preisvergleich eine einheitliche Maßeinheit wie zum Beispiel Kilowattstunden pro Liter verwendet werden. Dazu dividieren Sie den angegebenen Preis pro Liter durch die Anzahl Kilowattstunden pro Liter.

Heizöl

Preis pro Liter 155,2 Cent
1,552 €
Brennwert
ca. 10 kWh pro Liter
Preis pro Kilowattstunde
0,1552 €

Durchschnittspreis für 3.000 Liter Standardqualität, inklusive Mehrwertsteuer. Stand 9. September 2026. Quelle: TECSON.

Flüssiggas

Preis pro Liter 80,7 Cent, bundesweiter Schnitt bis 3.000 Liter
0,807 €
Brennwert bei 0,509 kg/Liter und 12,9 kWh/kg
ca. 6,57 kWh pro Liter
Preis pro Kilowattstunde
0,1228 €

Regionale Durchschnittspreise, inklusive Mehrwertsteuer. Stand 08.09.2026. Quelle: Bund der Energieverbraucher e.V.. Die Preise je Region zeigt unsere Übersicht der aktuellen Flüssiggaspreise.

Ergebnisse

Heizöl 0,1552 € pro kWh
Flüssiggas 0,1228 € pro kWh

Flüssiggas ist derzeit rund 21 % günstiger je Kilowattstunde

Gerechnet auf die Energieeinheit, nicht auf den Liter; das ist der einzige Vergleich, der beide Brennstoffe fair gegenüberstellt.

Dieses Verhältnis ist nicht in Stein gemeißelt. Beide Brennstoffe hängen am Ölpreis, reagieren aber unterschiedlich schnell: Heizöl folgt dem Rohölmarkt fast tagesaktuell, Flüssiggaspreise werden vom Lieferanten seltener angepasst. Wer zwischen beiden wählt, sollte den Vergleich deshalb kurz vor der Kaufentscheidung erneut anstellen und nicht auf einen Monate alten Wert vertrauen.

Flüssiggas und Heizöl Kosten

Falls Sie sich für das Heizen mit Flüssiggas entschieden haben, müssen Sie für eine Brennwertheizung inklusive Installation mit rund 7.500 bis 12.000 € rechnen (Stand: Februar 2026, Progas). Ein Flüssiggastank kostet im Kauf rund 2.300 bis 3.700 €, unterirdisch rund 250 bis 450 € mehr (Listenpreise, Stand: September 2026), je nachdem, für welche Tankgröße und Art der Installation Sie sich entscheiden. Zu den Wartungskosten gehören die regelmäßigen Sicherheitsprüfungen des Tanks.

Von diesen Kosten können Sie sich in der Regel befreien, wenn Sie Ihren Flüssiggastank mieten. Die Betriebskosten sind vom Brennstoffpreis und von Ihrem jährlichen Energieverbrauch abhängig.

Falls Sie eine Ölheizung kaufen möchten, liegen die Kosten für eine Brennwertanlage inklusive Tank und Montage bei rund 8.700 bis 17.200 € (co2online, Stand: April 2026). Darin inbegriffen sind die Montagekosten und die notwendigen Bauteile wie Heizölkessel, Öltank, hydraulischer Abgleich und bei Brennwerttechnik die Abgasleitung. Kostenunterschiede sind bei dem Heizkessel und dem Öltank genau wie bei der Flüssiggasheizung je nach Art und Größe vorhanden. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von rund 150 bis 250 €, 40 bis 80 € für den Schornsteinfeger und natürlich die jährlichen Heizkosten.

Hybridlösungen senken den Brennstoffbedarf In Kombination mit erneuerbaren Energien, etwa Solarthermie, Biomasse oder einer Wärmepumpe, sinkt der Öl- oder Flüssiggasverbrauch beider Heizungen; wie stark, hängt vom Gebäude, der Dämmung und der Auslegung der Anlage ab. Staatlich gefördert wird in der Regel nur der erneuerbare Teil der Anlage, nicht der fossile Kessel; die Förderbedingungen wurden mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz im Juli 2026 neu gefasst.

Flüssiggas oder Heizöl? Vor- und Nachteile im Überblick

Ob Flüssiggas oder Heizöl besser ist, lässt sich am Ende nicht ganz einfach beantworten. Beide Heizungsarten haben einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die untereinander abgewägt und in Vor- und Nachteile eingeteilt werden können. Vorteilhaft kann bei Flüssiggas und Heizöl sein, dass für deren Betrieb kein Anschluss an das Gasnetz notwendig ist.

Nachteilig bei beiden ist sicherlich die Tatsache, dass es sich um fossile Brennstoffe mit negativer Klimaauswirkung handelt. Trotzdem wird bei einem Vergleich klar, dass die Nachteile bei Flüssiggas insgesamt geringer ausfallen, was insbesondere mit der besseren Klimabilanz zu tun hat. Beim Brennstoffpreis von Flüssiggas je Kilowattstunde liegt derzeit Flüssiggas vorn (Stand: 9. September 2026); da beide Brennstoffe am Ölpreis hängen, kann sich dieses Verhältnis drehen. Mit moderner Brennwerttechnik lässt sich Flüssiggas effizienter nutzen, und in Kombination mit erneuerbaren Energien sinkt der Brennstoffbedarf.

Vor- und Nachteile von Flüssiggas und Heizöl
  Flüssiggas Heizöl
Vorteile
  • Flüssiggas kann auch zum Kochen verwendet werden;
  • Flüssiggastank Aufstellung draußen und unterirdisch möglich (auch in Wasserschutz- und Trinkwassereinzugsgebieten);
  • Im Vergleich zu Heizöl geringere CO2-Emissionen;
  • Mieten von Flüssiggastanks spart Anschaffungskosten;
  • Kein unangenehmer Geruch;
  • In Kombination mit erneuerbarer Energie gibt es eine Förderung der Heizung.
  • Brennstoffpreis je Kilowattstunde in den meisten Jahren unter dem von Flüssiggas (derzeit nicht, siehe Beispielrechnung);
  • Gut mit erneuerbaren Energien kombinier- und förderbar;
  • Öltanks sind günstiger als Flüssiggastanks.
Nachteile
  • Fossiler Brennstoff;
  • Brennstoffpreis je Kilowattstunde meist über dem von Heizöl (derzeit ausnahmsweise darunter);
  • Brennstoffpreis von Ölpreisschwankungen abhängig;
  • Flüssiggastanks müssen regelmäßigen Sicherheitsprüfungen unterzogen werden;
  • Ab 2029 steigende Pflicht zur Beimischung erneuerbarer Brennstoffe für neu eingebaute fossile Heizungen (Gebäudemodernisierungsgesetz).
  • Fossiler Brennstoff;
  • Brennstoffpreis von Ölpreisschwankungen abhängig;
  • Öltank benötigt Platz im Heizungskeller;
  • Höhere CO2- und Feinstaub-Emissionen;
  • Geruchsbelästigung in der Nähe des Tanks;
  • Ab 2029 steigende Pflicht zur Beimischung erneuerbarer Brennstoffe für neu eingebaute fossile Heizungen (Gebäudemodernisierungsgesetz).

Rechtslage seit 29. Juli 2026: kein Verbot neuer Öl- oder Flüssiggasheizungen

Das Gebäudemodernisierungsgesetz hat das Heizungsgesetz (GEG 2024) abgelöst. Die Pflicht, neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist entfallen; Öl- und Gasheizungen (auch mit Flüssiggas) dürfen in Neubau und Bestand wieder eingebaut werden. Neu eingebaute fossile Heizungen müssen ab 2029 einen steigenden Anteil erneuerbarer Brennstoffe nutzen: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040 und 100 % ab 2045. Quelle: Bundesregierung, ADAC; Stand: 29.07.2026.

Welche alternativen Heizformen gibt es?

In Anbetracht der steigenden Preise, aber insbesondere auch der Klimaschädlichkeit, die fossile Brennstoffe zur Folge haben, ist es ratsam, alternative Optionen in Betracht zu ziehen.

Darauf sollten Sie bei der Wahl einer neuen Heizungsanlage achten

Bei der Wahl einer neuen Heizungsanlage sollten Sie mehrere Dinge berücksichtigen. Zunächst ist die Energieeffizienz der Anlage von entscheidender Bedeutung, da sie langfristige Einsparungen bei den Energiekosten ermöglicht. Des Weiteren ist es wichtig sicherzustellen, dass die Heizungsanlage ausreichend dimensioniert ist, um den Wärmebedarf Ihres Hauses zu decken und einen optimalen Komfort zu gewährleisten.

Die Auswahl der geeigneten Energiequelle ist ebenfalls ein wichtiger Schritt. Dabei sollten Sie Aspekte wie Verfügbarkeit, Kosten und Umweltauswirkungen berücksichtigen. Es ist ratsam, eine Option mit möglichst geringen CO2-Emissionen zu wählen, um die Umweltbelastung zu minimieren.

Neben den Anschaffungskosten sollten auch die Betriebs- und Wartungskosten über die Lebensdauer der Anlage berücksichtigt werden. Staatliche Förderprogramme oder Steuervorteile für energieeffiziente Heizungsanlagen können ebenfalls eine Rolle bei der Gesamtkostenberechnung spielen.