Was sind die größten Stromfresser im Haushalt?

Elektrische Geräte sind in unserem Haushalt kaum mehr wegzudenken. Ob in der Küche beim Zubereiten einer Mahlzeit, beim Waschen unserer Kleidung oder beim Filmschauen nach Feierabend: Ohne Kühlschrank, Waschmaschine und Fernseher wäre dies nur schwer machbar. Für diese Innovationen bezahlen wir jedoch einen hohen Preis – öfter als gewünscht in Forme einer hohen Stromrechnung. Was sind die größten Stromfresser im Haushalt? Wie kann man sie vermeiden, im eigenen Haushalt erkennen und eliminieren? Alle Antworten finden Sie hier. Damit profitiert nicht nur Ihr Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.


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Stromfresser vermeiden 

Stromfresser vermeiden

Um potenzielle Stromfresser bei einem Neueinkauf von Elektrogeräten zu vermeiden, sollten Sie bei der Anschaffung nicht nur auf den Preis achten, denn günstige Geräte zeichnen sich oft durch einen besonders hohen Stromverbrauch aus.

Achten Sie daher vor allem auf das Energielabel, das in der gesamten EU als Energieverbrauchskennzeichnung verwendet wird. Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler sind je nach Ihrem Energieverbrauch in verschiedene Klassen, die von A bis D reichen, eingeordnet:

Die Klasse A weist dabei auf einen niedrigen Energieverbrauch hin, während D einen hohen Verbrauch ausweist. Um eine schnelle Orientierung zu gewährleisten, werden die Klassen ebenfalls in Farben dargestellt; von Dunkelgrün (= sehr gut) bis Rot (= sehr schlecht).

Das Label A+++, das beste Label in der Klasse A, hat dementsprechend die Farbe Grün und bedeutet, dass es sich um ein energieeffizientes Produkt mit geringem Energieverbrauch handelt. Anbei eine exemplarische Darstellung der Energielabels. Bitte beachten Sie, dass die angegebenen Werte nicht repräsentativ sind.

Stromfresser ermitteln und eliminieren

Stromfresser ermitteln und eliminieren 

Um Stromfresser in Ihrem Haushalt zu ermitteln, nutzen Sie am besten ein Strommessgerät. Um den Stromverbrauch Ihres Elektrogerätes zu messen, stecken Sie das Strommessgerät einfach zwischen die Steckdose und Ihr Elektrogerät.

Am besten notieren Sie sich den täglichen Stromverbrauch im Verlauf einer Woche und immer zur gleichen Uhrzeit. So werden unterschiedliche Tage und Nutzungsgewohnheiten in die Berechnung einbezogen. Die größten und üblichsten Stromfresser im Haushalt sind:

  1. Elektrische Warmwasseraufbereitung
  2. Elektro-Herd
  3. Kühl- und Gefriergeräte
  4. Beleuchtung
  5. Wäschetrockner
  6. Waschmaschine
  7. Geschirrspüler
  8. Heizumwälzpumpe
  9. Haushaltsgeräte
  10. Multimedia-Geräte

Anbei erhalten Sie eine genauere Erläuterung zu den einzelnen Stromfressern im Haushalt, um Ihnen Anhaltspunkte für Ihre eigenen Elektrogeräte zu geben. Zudem erhalten Sie Energietipps, um Ihre bestehenden Stromfresser zu eliminieren.

  Elektrische Warmwasseraufbereitung 💦

Die elektrische Wasseraufbereitung weist mit einem Energieverbrauch von rund 1.000 kwH pro Person und Jahr nach den Heizungen den höchsten Energieverbrauch im Haushalt auf. Dies kann oft Kosten von über 800€ im Jahr verursachen.

Um diesen Kostenfaktor einzusparen, investieren Sie wenn möglich in eine Solarthermie-Anlage oder in eine Wärmepumpe, um Ihr Wasser zu erhitzen. Die anfangs hohen Kosten zahlen sich langfristig aus, da Sie im Vergleich zur elektrischen Wasseraufbereitung jährlich Kosten einsparen werden. Zudem wird die Anschaffung und Installation von Solarthermie-Anlagen und Wärmepumpen oft staatlich wie auch von mehreren Stromversorgern finanziell unterstützt.

  Elektro-Herd 🔥

Wer viel kocht, verbraucht auch viel Strom. Rund 445 kWh des Stromverbrauchs ergeben sich in einem Drei-Personen-Haushalt durchschnittlich durch die tägliche Nutzung des Elektro-Herds. Wer sich trotzdem einen Elektro-Herd anschaffen möchte, sollte, um den Energieverbrauch zu reduzieren,...

  • ...eine Herdplatte mit Induktionstechnik auswählen
  • ...beim Kochen seine Töpfe immer mit einem Deckel verschließen
  • ...Nachwärme nutzen
  • ...für Teewasser lieber den energiesparenden Wasserkocher benutzen.

  Kühl- und Gefriergeräte ⛄

Wussten Sie, dass Kühlschränke, die älter als zehn Jahre alt sind, mehr als drei Mal so viel Strom verbrauchen wie neuere Angebote? Nur schon deshalb lohnt es sich, alte Geräte zu ersetzen. Bei einem Neukauf sollten Sie nebst dem Energielabel auch auf die Größe Ihres Kühlschranks bedenken; normalerweise reicht ein Kühlschrank mit einem Nutzinhalt von 40 bis 70 Liter für einen Vier-Personen-Haushalt aus.

Sobald Sie einen neuen Kühlschrank gekauft haben, sollten Sie den alten entsorgen. Denn verwenden Sie ihn für eine Zweitnutzung wie beispielsweise im Keller, in der Garage oder im Gartenhaus, wird sich Ihr Stromverbrauch nur noch mehr erhöhen.

Wenn Sie bereits eine Gefriertruhe besitzen, sollten Sie keinen Kühlschrank mit integriertem Gefrierfach kaufen, da dieser den Stromverbrauch um 20 bis 50 Prozent erhöhen kann. Des weiteren sollten Sie Ihre Kühl- und Gefriergeräte mindestens einmal pro Jahr abtauen und nicht in Nähe des Herdes oder der Heizung stellen. Immer mehr Gefrierschränke und -truhen sind heutzutage mit einer No-Frost-Funktion ausgestattet, um Eisbildung zu verhindern. Diese Funktion erhöht jedoch auch den Energieverbrauch des Gefriergeräts.

  Beleuchtung 💡

Auch die Beleuchtung ist ein wichtiger und oft nicht beachteter Kostenfaktor in Ihrem Zuhause. Für einen Drei-Personen-Haushalt fallen 330 kWh pro Jahr auf den Verbrauch der Beleuchtung zurück. Dies macht acht bis zwölf Prozent des jährlichen Stromverbrauchs aus. Hier finden Sie einen Überblick zu den verschiedenen Sparmaßnahmen, die Sie im Bereich Beleuchtung vornehmen können:

Anwendungsbereich Sparmaßnahme
Beleuchtungsart Glühbirnen werden nur in tiefere Energieeffizientklassen eingeordnet als Energiesparlampen und LED-Lampen. So benötigen Energiesparlampen fünf Mal so wenig Strom wie Glühbirnen, LED-Lampen nutzen die Energie sogar bis zu neunmal besser. Letztere können Sie ausserdem Dimmen und somit noch mehr Energie sparen.
Beleuchtungsweise Abschaltautomatiken: In manchen Räumen wie zum Beispiel Treppenhäusern, Garagen oder Kellern können Abschaltautomatiken Kosten reduzieren.
Lichtquellen: Um am meisten Energie zu sparen, nutzen Sie natürlich am besten Tageslicht. Falls Sie zusätzliches Licht benötigen, sollten Sie nur in dem Zimmer Licht einschalten, in dem Sie sich gerade aufhalten und beim Verlassen des Raumes das Licht ausschalten. Ausserdem verwenden Sie lieber eine starke Beleuchtung als mehrere, die nur schwaches Licht abgeben.
Sonstiges: Fensterdekoration wie zum Beispiel Weihnachtsschmuck vermeiden, reduzieren oder stromsparenden Raumschmuck verwenden.
Sonstiges Farbauswahl beim Wandstrich: Helle Wände reflektieren das Licht besser als dunkle, weshalb Sie durch einen hellen Anstrich Energie sparen können. Gleiches gilt für helle Lampenschirme; auch hier sollten Sie helle, reflektierende Varianten auswählen.
Lichter reinigen: Damit nichts von Ihrem Licht verloren geht, sollten Sie ab und zu Ihre Lampen abstauben und reinigen. Schalten Sie dazu die Lampen ab und warten ebenfalls, bis diese nicht mehr warm sind.

  Wäschetrockner 👚

Wie bei den Kühl- und Gefriergeräten gilt auch auch beim Wäschetrockner, dass ein über zehn Jahre alter Wäschetrockner ausgetauscht werden sollte. Besonders bei Wäschetrocknern können Sie Ihre Stromkosten langfristig um 100€ pro Jahr reduzieren. Energie können Sie ausserdem sparen, wenn Sie Ihren Wäschetrockner vor dem Gebrauch ganz füllen und die Siebe des Trockners regelmäßig reinigen. Noch besser wäre natürlich, wenn Sie ganz auf einen Wäschetrockner verzichten und die Kleidung im Garten oder auf dem Balkon zum Trocknen aufhängen würden.

Bei dem Kauf eines Wäschetrockners sollten Sie bedenken, dass ein Kondensationstrockner zwar meist teurer ist, jedoch nur halb so viel Strom wie ein herkömmlicher Trockner verbraucht. Ebenfalls energiesparend: Mit einem zusätlichen Feuchtigkeitsmesser schaltet sich der Wäschetrockner ab, sobald der gewünschte Trocknungsgrad erreicht ist.

  Waschmaschine ✨

Waschmaschinen verursachen durchschnittlich rund sieben Prozent des jährlichen Stromverbrauchs (ca 200 kWh/Jahr). Auch hier sollten Sie deshalb darauf achten, dass Sie Produkte aus der Effizienzklasse A wählen. Alternativ können Sie Ihre Waschmaschine auch an eine Solarthermie-Anlage oder Wärmepumpe anschließen. Somit sparen Sie die Energiekosten zur Aufbereitung des Warmwassers durch einen elektrisch betriebenen Wasserboiler ein. Folgende Dinge sollten Sie beim Wäsche waschen vermeiden, um Energie zu sparen:

  • Große Wäschetrommel: Große Wäschetrommeln (ab 7kg Beladung) sind teurer und führen oft zu teilbeladenen Waschmaschinen, was nur unnötig Energie verbraucht. Große Wäschetrommeln sind deshalb meistens nur für große Haushalte sinnvoll.
  • Hoher Waschgang: Normalerweise reicht für Ihre Alltagskleidung ein 30°C Waschgang aus. Im Vergleich zu 60°C verbrauchen Sie ausserdem nur einen Drittel der Energie.
  • Tiefer Schleudergang: In Bezug auf den Schleudergang sind 1.400 Umdrehungen pro Minute empfehlenswert, denn damit ist die Wäsche nach Ende des Waschgangs weniger feucht und kann mit nur einem Kurzprogramm im Trockner getrocknet werden.

  Geschirrspüler 🍽

Heutige Geschirrspüler verbrauchen durchschnittlich 245 kWh pro Jahr an Strom. Beim Kauf der Geschirrspülmaschine können Sie Energie sparen, wenn Sie nebst eines Gerätes mit niedrigem Stromverbrauch auch auf die Größe des Gerätes achten. Für Haushalte ab zwei Personen werden Geräte mit 60 cm Baubreite empfohlen, da diese, wenn sie voll beladen werden, am effizientesten sind.

Obwohl der Strom- und Wasserverbrauch bei weniger breiten Geräten höher ist, sind diese in Singlehaushalten mit wenig Geschirr trotzdem sinnvoll. Der Wasserverbrauch schwankt bei den handelsüblichen Geräten zwischen neun und 18 Liter.

Beim Nutzen des Geschirrspülers nutzen Sie am besten das Eco- oder Energiesparprogramm und lassen ihn nur voll beladen laufen. Ausserdem sollten Sie Ihr Geschirr nicht vorspülen, insbesondere nicht mit warmem Wasser. Generell gilt: Der Geschirrspüler ist energiesparender als der Abwasch per Hand - besonders wenn Sie das heiße Wasser durchgehend in die Spüle laufen lassen. Wie beim Gebrauch von Waschmaschinen bietet sich auch beim Geschirrspüler an, das Warmwasser durch eine Solarthermie-Anlage oder Wärmepumpe aufzubereiten.

  Heizwälzpumpe 🧤

Heizungspumpen, die älter als zehn Jahre sind, verbrauchen jährlich 520 bis 800 Kilowattstunden (kWh) Strom und setzen nur rund 10 bis 15 Prozent der eingesetzten Energie in Pumpleistung um. Wechseln Sie deswegen wenn möglich zu neueren Heizungspumpen, denn durch einen energieeffizienten Elektromotor mit Pumpsteuerung lässt sich die Leistungsdauer regulieren, sodass oft nur noch 150 kWh pro Jahr verbraucht werden.

Auch wenn es nicht verpflichtend ist, kennzeichnet die Mehrheit der Hersteller in Deutschland Umwälzpumpen mit dem EU-Energie-Label. Nutzen Sie die Chance und achten Sie bei der Anschaffung darauf, dass Sie eine Heizungspumpe mindestens der Klasse A kaufen.

  Haushaltsgeräte ⚡

Nebst den altbekannten und auf dieser Seite ausgeführten Stromfressern sind besonders in den vergangenen Jahren neue energieintensive Haushaltsgeräte hinzugekommen, welche die Stromrechnung zusätzlich belasten. Hierzu zählen unter anderem Küchen-Mixgeräte und Elektro-Zahnbürsten. Letztere verbrauchen insbesondere unnötig viel Strom, wenn diese permanent an die Steckdose angeschlossen bleiben. Um bei Ihren Haushaltsgeräten Energie zu sparen, sollten Sie die Geräte deshalb richtig ausschalten.

Im Bereich der Küchenmaschinen sind Stabmixer am sparsamsten, da Sie mithilfe von Zusatzbehör andere Küchenmaschinen ersetzen können. Trotzdem verbrauchen Handmixer weniger Strom und sind gleichzeitig auch noch einfach zu benutzen. Als Stromfresser könnte man hingegen die Kompakt-Küchenmaschinen bezeichnen, wobei einige durchaus mit dem Verbrauchniveau von Stabmixern mithalten können.

  Multimedia-Geräte 📺

Zuletzt, aber nicht zu unterschätzen, sind Multimedia-Geräte. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Fernsehgeräte, TV-Receiver, Spielekonsolen, DVD-Player und besonders die der Computer in deutschen Haushalten mehr als verdreifacht. Projektleiterin von EcoTopTen am Öko-Institut Dr. Dietlinde Quack bestätigt: Klassische Stromfresser wie Kühlschrank oder Waschmaschine fallen beim Gesamt-Stromverbrauch immer weniger ins Gewicht, umgekehrt steigt der Gesamt-Energieverbrauch von Medienausstattung, Unterhaltungselektronik und Computer.

Ein wichtiges Hilfsmittel, um den Strom nachhaltig zu senken, sind abschaltbare Steckerleisten, denn Multimedia-Geräte beziehen auch im Stand-By-Modus Strom. Zudem sollten Sie bedenken, dass mit wachsender Größe der LCD-Fernsehbildschirme auch der Stromverbrauch für dieses Gerät ansteigt. Wer also Strom sparen möchte, sollte nicht unbedingt den breitesten und höchsten Fernseher im Elektrofachgeschäft erwerben.

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