Wie steht es um das Thema Kohlekraftwerk in Deutschland?
Hintergrundinformation zum besseren Verständnis: Strom wird z.B. aus fossilen sowie aus erneuerbaren Energien gewonnen. Bei fossilen Energien handelt es sich um Erdgas, Erdöl oder Kohle (Braunkohle, Steinkohle, Torf). Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Deutschland seine Gasimporte aus Russland weitgehend ersetzt, Stand Mai 2026 bleibt der sparsame Umgang mit Erdgas dennoch wichtig. Deutschland hat schließlich keine nennenswerten eigenen Gasvorkommen und ist auf den Import aus anderen Ländern angewiesen.
Während der Energiekrise wurden bis zum 31. März 2024 zusätzliche Kohle- und Ölkraftwerke aus der Reserve geholt, um Erdgas in der Stromerzeugung einzusparen. Diese Sonderregelung des Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetzes ist Ende März 2024 ausgelaufen, sodass die reaktivierten Reservekraftwerke wieder vom Netz genommen wurden. Die Stromversorgung läuft Stand Mai 2026 wieder im regulären Kohleausstiegspfad.
Im Folgenden schauen wir uns genauer an, was geplant ist und welche Konsequenzen dies hat.
Was ist Kohle und wie entsteht sie?
Kohle besteht aus abgestorbenen Pflanzen. Sie ist unter Druck und durch hohe Temperaturen im Laufe von vielen Millionen Jahren entstanden. Bei der Verbrennung von Kohle in Kohlekraftwerken wird Energie freigesetzt, die in Strom umgewandelt werden kann.Machen Sie sich Sorgen um hohe Strompreise oder möchten Sie Ökostrom beziehen und denken Sie über einen Anbieterwechsel nach? Wenden Sie sich an die Energieexperten von Energiemarie, um sich beraten zu lassen.
Kohleausstieg, Wiedereinstieg alter & noch aktive Kraftwerke
Bundestag und Bundesrat haben den Kohleausstieg spätestens bis 2038 beschlossen und einen entsprechenden Plan zur Stilllegung der Kraftwerke vorgelegt. Der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hält Stand Mai 2026 ausdrücklich am Ausstiegspfad bis 2038 fest, ein vorgezogener Ausstieg 2030 wie unter der Ampel-Koalition angestrebt ist damit politisch vom Tisch. In den Jahren 2026, 2029 und 2032 prüft die Bundesregierung jedoch, ob das Enddatum vorgezogen werden kann.
Während der Energiekrise wurden in Deutschland 2022 und 2023 zusätzlich Erdgaskraftwerke durch Kohlekraftwerke entlastet, um knappes Gas einzusparen. Diese Sonderregelung ist Ende März 2024 ausgelaufen.
Seitdem ist der Kohleanteil an der deutschen Stromerzeugung wieder deutlich gesunken: 2024 verzeichnete die Kohleverstromung einen Rückgang von rund 16 % gegenüber dem Vorjahr, und 2025 lag der Anteil von Braun- und Steinkohle an der Bruttostromerzeugung nur noch bei rund 22 % (16 % Braunkohle, 6,4 % Steinkohle). Erstmals erzeugten Wind und Photovoltaik 2025 mehr Strom als Kohle und Gas zusammen.
Zeitliche Begrenzung für den Einsatz von Kohlekraftwerken
Die Ziele der Energiewende in Deutschland sollen weiterhin erreicht werden. Die Stilllegung der Steinkohle- und Braunkohle-Kleinanlagen wurde bis 2026 über sieben Ausschreibungsrunden organisiert; diese Verfahren sind abgeschlossen. Ab 2027 greift ein gesetzlicher, entschädigungsloser Stilllegungspfad, beginnend mit den ältesten Anlagen. Bis 2030 dürfen in Deutschland nur noch rund 8 Gigawatt Kohlekraft am Netz sein, voraussichtlich vor allem die großen Steinkohlekraftwerke Mannheim und Datteln 4.
Wie viel Strom kam 2025 aus Kohle?
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 440 TWh Strom erzeugt, davon stammten etwa 62 % aus erneuerbaren Energien. Der Anteil der Kohle an der Bruttostromerzeugung lag bei rund 22 % (16 % Braunkohle, 6,4 % Steinkohle) — ein deutlicher Rückgang gegenüber den Krisenjahren 2022/2023.Aktive Kohlekraftwerke in Deutschland?
Trotz des – bereits erwähnten – geplanten Kohleausstieges sind laut Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur Stand 2026 noch rund 97 Kohlekraftwerksblöcke in Deutschland in Betrieb, davon rund 6,4 GW Steinkohle in der Netzreserve. Der Großteil der noch laufenden Kraftwerke nutzt Braunkohle, auch wenn Steinkohlekraftwerke effizienter in Ihrer Stromerzeugung sind als Braunkohlekraftwerke. Werfen Sie einen Blick auf eine Auswahl der Kohlekraftwerke ( Braunkohle und Steinkohle), die in Deutschland noch zur Stromerzeugung im Einsatz sind:
| Braunkohle | Steinkohle |
|---|---|
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Neben den aufgelisteten aktiven Kraftwerken gibt es in Deutschland abgeschaltete Kraftwerke, die in Reserve sind und bei Bedarf hochgefahren werden können. Allerdings gibt es auch veraltete Kraftwerke, wie z.B. das Kohlekraftwerk Moorburg, die aufgrund von technischen Schwierigkeiten nicht wieder eingeschaltet werden.
Vor- und Nachteile von einem Kohlekraftwerk
Der Kohleausstieg hat Klimaschutzgründe. Die Stromerzeugung soll im Rahmen der Energiewende umweltfreundlicher werden, indem statt fossile Quellen erneuerbare Energien (z.B. Solaranlagen oder Windkraftanlagen ) eingesetzt werden. Bei der Verbrennung von Steinkohle sowie Braunkohle zur Stromerzeugung wird viel CO₂ ausgestoßen, was schlecht für die Umwelt ist. Moderne Kohlekraftwerke können die Emissionen zwar reduzieren, jedoch sind sie noch immer schädlicher als andere Energieträger.
Kohlekraftwerk Deutschland: Die Kohleenergie ist für Deutschland das Rückgrat der Energieversorgung. Der Abbau von fossilen Energieträgern für Braunkohlekraftwerke ist sehr günstig und auch Steinkohle ist recht preiswert, wenn Deutschland diese auf dem Weltmarkt bezieht. Die Kohlekraft ist entsprechend eine der billigsten Stromarten.
Die verfügbare Kohle reicht noch etwa, um 200 Jahre lang die Welt mit Strom zu versorgen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist Kohleenergie auch konstant verfügbar, während erneuerbare Energieträger wie z.B. Windkraftanlagen oder Photovoltaikanlagen bei schlechten Wetterverhältnissen keinen Strom erzeugen können. Die Produktion vom Kohlekraftwerk ist entsprechend anhaltend gesichert.
Die Vor- und Nachteile von Kohle im Überblick
- Kohleenergie ist verlässlich
- Kohleenergie ist günstig
- Kohlevorrat ist begrenzt (ca. 200 Jahre)
- Kohlekraftwerke sind umweltschädlich
- Der Abbau von Kohle greift in die Natur ein
- Der Abbau von Kohle zwingt Menschen zur Umsiedelung
Konsequenzen des KohleabbausUm den Abbau von Kohle zu voranzutreiben, müssen und mussten die Bewohner ganzer Dörfer und Gemeinden umgesiedelt werden. Außerdem ist der Eingriff in die Natur sehr stark: Ganze Landschaften werden durch den Kohleabbau zerstört.
Wie klimaschädlich ist ein Kohlekraftwerk wirklich?
Um zu sehen, wie schädlich der Betrieb eines Kohlekraftwerkes auf die Umwelt wirkt, werfen wir einen Blick darauf, wie die fossile Energieerzeugung mit einem Kohlekraftwerk überhaupt funktioniert. Kohlenstoff – also auch Kohle, Gas und Öl – enthält fossile Energie. Aus diesem Grund wird Kohle auch als fossiler Energieträger bezeichnet. Verbrennungsanlagen wie Kohlekraftwerke setzen diese fossile Energien frei – sogar mehr als Atomkraftwerke.
Beim Verbrennen von Kohle entstehen neben Sauerstoff auch die giftigen Gase Kohlendioxid und Kohlenmonoxid. Diese Gase sind schädlich für das Klima, denn sie begünstigen den Treibhauseffekt. Laut Umweltbundesamt sind die Emissionen der gesamten deutschen Energiewirtschaft 2024 auf rund 183 Mio. t CO₂-Äquivalente gesunken (–9 % gegenüber 2023), und der spezifische CO₂-Ausstoß je Kilowattstunde Strom lag 2025 bei rund 344 Gramm CO₂/kWh (2024: 363 g/kWh). Dieser Rückgang ist maßgeblich der sinkenden Kohleverstromung zu verdanken. Aus diesem Grund hat die deutsche Regierung zahlreiche Gesetze – z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz – erlassen, die eine nachhaltige Stromerzeugung durch Windkrafträder und Photovoltaikanlagen fördern und Kohlekraftwerke nach und nach abschalten sollen.
Was bedeutet CCS-ready?
Um den klimaschädlichen CO₂-Ausstoß sowie weitere gefährliche Emissionen zu reduzieren, muss jedes neues Kohlekraftwerk in Deutschland CCS-ready sein. Diese Zertifizierung sagt aus, dass dieses Kraftwerk einen CO₂-Abscheider, also ein bestimmtes Filtersystem einsetzt.Wie funktioniert ein Kohlekraftwerk?
Sie haben nun schon erfahren, dass Kohle in Kohlekraftwerken für die Stromerzeugung verbrannt wird. Wie sehen die Kohlekraftwerk Funktion und Energieumwandlung Kohlekraftwerk aber genau aus? Hier erfolgt eine kurze Erklärung:
Kohlekraftwerk Funktion und Energieumwandlung
Ein Kohlekraftwerk (sowohl für Braunkohle als auch Steinkohle) erzeugt Strom durch den Antrieb einer Dampfturbine: Zunächst wird der fossile Energieträger (also die Kohle) getrocknet sowie zu Staub gemahlen und danach verfeuert. Die Wärme, die auf diese Weise entsteht, erhitzt einen Wasserkessel. Der Dampf, der aufsteigt, treibt wiederum eine Turbine an, die in der Folge diese Bewegungsenergie in Strom umwandelt.
Der Wirkungsgrad Kohlekraftwerk
Die Stromerzeugung mit Kohlekraftwerken ist für Deutschland noch immer wichtig, auch wenn der Stellenwert von erneuerbaren Energieträgern zur Stromerzeugung zunimmt. Ein Kohlekraftwerke ist i. d. R. in verschiedene Blöcke unterteilt. Diese Blöcke sind unabhängig voneinander und lassen sich je nach Energiebedarf betreiben, wobei die Leistung jedes Blocks zwischen 100 Megawatt und einem Gigawatt liegen kann.
Der Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken ist schlecht! Während moderne Steinkohlekraftwerke über einen Wirkungsgrad von 45 % verfügen (mehr als die Hälfte der eingesetzten Primärenergie geht als Abwärme ungenutzt verloren!), haben Braunkohlekraftwerke einen noch niedrigeren Wirkungsgrad, der – je nach Modernität des Kraftwerkes – sogar unter 40 % liegen kann.
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