Das Wichtigste in Kürze
  • Gegenüber Grundversorgung und Bestandstarif spart ein dynamischer Tarif in allen vier Haushalten spürbar – zwischen 260 und 800 € im Jahr;
  • gegenüber einem Festpreistarif für Neukunden zu 37,00 ct/kWh bleibt ein Vorsprung von rund 160 € (Standardhaushalt) bis 440 € (Wärmepumpe) – begrenzt wird er vom Fixanteil von rund 19,83 ct/kWh, der in jeder Stunde anfällt;
  • wer eine Wärmepumpe oder ein E-Auto steuerbar betreibt, senkt mit den zeitvariablen Netzentgelten nach § 14a EnWG zusätzlich das Netzentgelt;
  • im Winter drohen Preisspitzen – ohne die Möglichkeit, den Verbrauch zu verschieben, ist ein Preisdeckel im Tarif wichtig.

Lohnt sich das für Sie? Der kombinierte Spar-Check

Zwei Fragen, die viele getrennt stellen, gehören eigentlich zusammen: Welches § 14a-Modul senkt Ihr Netzentgelt am stärksten, und lohnt sich darauf ein dynamischer Tarif? Der folgende Rechner beantwortet beides in einem Durchgang und nennt Ihre geschätzte Ersparnis. Die vier ausführlichen Beispielhaushalte darunter zeigen dieselbe Logik im Detail.

Lohnt sich das für mich? § 14a-Modul und dynamischer Tarif im Spar-Check

Frage von 5 Ergebnis

Welches § 14a-Modul senkt Ihr Netzentgelt, und bringt ein dynamischer Tarif obendrauf etwas? Diese beiden Fragen gehören zusammen. In fünf Schritten sehen Sie beide Antworten als eine Empfehlung.

Welche steuerbaren Geräte betreiben Sie?

Gemeint sind Geräte über 4,2 kW, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb sind. Mehrfachauswahl möglich.

Wie viel Strom verbrauchen Ihre steuerbaren Geräte im Jahr?

Richtwerte: Wärmepumpe rund 5.000 bis 8.000 kWh, Wallbox rund 2.000 bis 3.500 kWh. Schätzen genügt.

Hat Ihr steuerbares Gerät einen separaten Stromzähler?

Ein eigener Zählpunkt ist die Voraussetzung für Modul 2 (60 % Rabatt auf den Netzentgelt-Arbeitspreis).

Haben Sie ein intelligentes Messsystem (Smart Meter)?

Es ist die Voraussetzung für Modul 3 (zeitvariable Netzentgelte) und für jeden dynamischen Tarif.

Können Sie Ihren Verbrauch in günstige Stunden verschieben?

Zum Beispiel programmiertes Laden über Nacht, ein Pufferspeicher oder ein Energiemanagementsystem (HEMS). Das entscheidet am stärksten, ob sich ein dynamischer Tarif lohnt.

Ihre Empfehlung

Netzentgelt-Ersparnis (§ 14a)

 €/Jahr

Tarif-Ersparnis (dynamisch statt fest)

Ihre Stromkosten pro Jahr (reiner Arbeitspreis, gerundet)

Festtarif, ohne Optimierung  €
Mit unserer Empfehlung  €

Geschätzte Gesamtersparnis:  €/Jahr. Netzentgelt- und Tarif-Ersparnis addieren sich; die Grundgebühr fällt bei beiden Tarifarten ähnlich an und bleibt außen vor.

Ehrlich gesagt: Ohne Flexibilität lohnt ein dynamischer Tarif nicht.

Wer Lasten nicht in günstige Stunden verschieben kann, zahlt im dynamischen Tarif im Schnitt eher mehr, und in einer Dunkelflaute sind Preisspitzen von über 80 ct/kWh möglich. Die sichere Ersparnis holen Sie über Ihr § 14a-Modul und einen günstigen Festpreistarif.

Achten Sie beim dynamischen Tarif auf einen Preisdeckel gegen Winter-Spitzen. In einer Dunkelflaute kann der Börsenpreis kurzzeitig über 80 ct/kWh springen; die obige Spanne rechnet mit dem Jahresmittel.

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Ist das etwas für mich?

Geeignet, wenn Sie Verbrauch verschieben können – typisch mit E-Auto, Wärmepumpe oder Speicher – und einen Smart Meter haben oder bekommen. Bei konstantem Verbrauch ohne Flexibilität bleibt ein Festpreistarif meist die bessere Wahl.

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Wie wir rechnen

Die Schätzung vergleicht Ihre Stromkosten im günstigen Festpreistarif (37,00 ct/kWh, reiner Arbeitspreis, Stand: Juli 2026) mit dem optimierten Setup aus § 14a-Modul und, falls sinnvoll, dynamischem Tarif. Der Börsenanteil folgt dem Day-Ahead-Preis (EPEX Spot, Marktgebiet DE/LU); als dynamischer Effektivpreis rechnen wir je nach Flexibilität mit rund 19 bis 27 ct/kWh.

§ 14a-Kennzahlen: Modul 1 rund 110 bis 190 €/Jahr (pauschal, je nach Netzbetreiber), Modul 2 rund 60 % Rabatt auf den Netzentgelt-Arbeitspreis (rund 8 ct/kWh Standard) abzüglich Messentgelt, Modul 3 zeitvariabel zusätzlich zu Modul 1. Modul 3 ist nur mit Modul 1 kombinierbar, nicht mit Modul 2.

Alle Werte sind gerundete Modellrechnungen mit Spannen und keine Zusage. Ihr tatsächlicher Wert hängt von Netzgebiet, Tarif, Börsenpreis und Verbrauchsprofil ab. Quellen: BNetzA-Festlegungen BK6-22-300 und BK8-22-0010-A, SMARD (Day-Ahead-Preise, CC BY 4.0).

Szenario 1: Standardhaushalt ohne steuerbare Geräte

Das Profil: Zwei Personen, rund 2.500 kWh im Jahr, kein Elektroauto, keine Wärmepumpe, kein Heimspeicher. Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler laufen dann, wenn sie gebraucht werden – der Großteil des Verbrauchs fällt morgens und abends an, also genau in den teuren Stunden.

Ohne die Möglichkeit, größere Lasten zu verschieben, landet dieser Haushalt im dynamischen Tarif nah am Jahresmittel. Ein kleiner Spielraum bleibt: Wer Wasch- und Spülmaschine per Zeitschaltuhr oder App in die günstigen Mittags- oder Nachtstunden legt, verschiebt vielleicht 10 bis 15 % des Verbrauchs.

Modellrechnung 1: 2.500 kWh, kaum verschiebbar

Ohne Verschiebung folgt dieser Haushalt dem üblichen Morgen- und Abendmuster und landet bei rund 31,45 ct/kWh: etwa 786 € im Jahr. Wer Wasch- und Spülmaschine konsequent ins Mittagstal legt, drückt den Schnitt auf rund 30,73 ct/kWh, also etwa 768 €.

Zum Vergleich: In der Grundversorgung kosten dieselben 2.500 kWh rund 1.063 €, in einem Bestandstarif rund 1.025 €. Gegenüber beiden spart der dynamische Tarif also deutlich, nämlich rund 295 € beziehungsweise 257 €.

Ein Festpreistarif für Neukunden liegt mit 37,00 ct/kWh bei rund 925 €. Gegenüber diesem Vergleichsmaßstab zahlt der dynamische Haushalt rund 157 € weniger — allerdings erkauft mit einem Preisrisiko im Winter, das ein Festpreistarif nicht hat.

Modellrechnung mit gerundeten Werten, reiner Arbeitspreis. Dynamische Preise nach dem Modell (19 % USt. × Börsenpreis) + 19,83 ct/kWh, siehe Methodik unten (Stand: August 2026).

Urteil: rechnerisch vorn, aber ohne Hebel

Wer heute in der Grundversorgung steckt, verbessert sich mit einem dynamischen Tarif klar. Auch gegen einen Festpreistarif bleibt rechnerisch ein Vorsprung — er entsteht hier aber allein aus dem niedrigen Börsenniveau, nicht aus eigener Flexibilität. Ohne verschiebbare Lasten fehlt dem Standardhaushalt der Hebel, um einen Preisanstieg abzufedern, und im Winter kommt ein Preisrisiko dazu. Wer Planbarkeit braucht, fährt mit einem Festpreis ruhiger.

Szenario 2: Haushalt mit Elektroauto

Das Profil: Derselbe Zwei-Personen-Haushalt, zusätzlich ein Elektroauto mit rund 10.000 km im Jahr. Das sind etwa 2.000 kWh zusätzlich, insgesamt also rund 4.500 kWh. Entscheidend: Das Auto steht nachts an der Wallbox und muss meist erst am Morgen voll sein – die Ladung lässt sich fast beliebig in die günstigsten Stunden legen.

Genau hier spielt der dynamische Tarif seine Stärke aus. Eine Wallbox mit Zeitsteuerung oder eine App lädt automatisch dann, wenn der Börsenpreis am niedrigsten ist – oft nachts oder mittags bei hoher Solar- und Windeinspeisung.

Modellrechnung 2: 4.500 kWh, Auto lädt gesteuert

Die 2.000 kWh fürs Auto laden automatisiert in den vier günstigsten Nachtstunden zu rund 29,96 ct/kWh: etwa 599 €. Der Haushaltsstrom von 2.500 kWh liegt teilweise verschoben bei rund 30,73 ct/kWh: etwa 768 €. Zusammen rund 1.367 €.

In der Grundversorgung kosten dieselben 4.500 kWh rund 1.913 €, im Bestandstarif rund 1.845 €. Der dynamische Tarif spart gegenüber diesen beiden also rund 546 € beziehungsweise 478 €.

Gegen einen Festpreistarif zu 37,00 ct/kWh — rund 1.665 € — liegt er etwa 298 € darunter. Wer statt nachts im Solar-Tal zwischen 11 und 15 Uhr lädt, kommt auf rund 25,40 ct/kWh und vergrößert den Vorsprung auf etwa 389 €.

Modellrechnung mit gerundeten Werten, reiner Arbeitspreis. Dynamische Preise nach dem Modell (19 % USt. × Börsenpreis) + 19,83 ct/kWh, siehe Methodik unten (Stand: August 2026).

Dazu kommt ein zweiter Hebel: Wer die Wallbox als steuerbare Verbrauchseinrichtung anmeldet, nutzt die zeitvariablen Netzentgelte nach § 14a EnWG (Modul 3) und senkt in den günstigen Fenstern zusätzlich das Netzentgelt – so spart der Haushalt doppelt.

Urteil: lohnt sich – mit Automatisierung

Ein E-Auto bringt den größten verschiebbaren Verbrauch mit, und der dynamische Tarif liegt hier gegen alle drei Vergleichstarife vorn. Entscheidend ist die Steuerung: Ohne Timer landet die Ladung regelmäßig in den teuren Abendstunden und der Vorsprung halbiert sich. Wer mittags im Solar-Tal laden kann, holt noch einmal deutlich mehr heraus. Der zweite Hebel liegt ohnehin nicht im Tarif, sondern in Modul 3. Eine EV-spezifische Rechnung führt der Ratgeber dynamischer Stromtarif fürs E-Auto aus.

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Szenario 3: Haushalt mit Wärmepumpe

Das Profil: Ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe, rund 6.500 kWh im Jahr – davon etwa 4.000 kWh für die Heizung. Die Wärmepumpe ist steuerbar und kann über einen Pufferspeicher vorheizen, also Wärme dann erzeugen, wenn der Strom günstig ist.

Das Sparpotenzial ist real, aber der Haken liegt im Jahresverlauf: Die Wärmepumpe verbraucht am meisten im Winter – genau dann, wenn die Börsenpreise am höchsten sind und in einer Dunkelflaute zeitweise auf über 80 ct/kWh springen können. Ohne einen steuerbaren Betrieb und idealerweise einen Preisdeckel im Tarif wird aus dem Sparmodell schnell ein Risiko.

Modellrechnung 3: 6.500 kWh, Wärmepumpe steuerbar

Die 4.000 kWh der Wärmepumpe laufen gesteuert und über den Pufferspeicher vorgeheizt bei rund 29,96 ct/kWh: etwa 1.198 €. Der Haushaltsstrom von 2.500 kWh liegt teilweise verschoben bei rund 30,73 ct/kWh: etwa 768 €. Zusammen rund 1.966 €.

In der Grundversorgung kosten dieselben 6.500 kWh rund 2.763 €, im Bestandstarif rund 2.665 €. Die Ersparnis gegenüber diesen beiden liegt also bei rund 797 € beziehungsweise 699 € — der größte Abstand aller vier Haushalte.

Gegen einen Festpreistarif zu 37,00 ct/kWh — rund 2.405 € — liegt der dynamische Tarif etwa 439 € darunter. Diese Rechnung ist allerdings freundlich gerechnet: Die Wärmepumpe verbraucht schwerpunktmäßig im Winter, wenn die Börsenpreise über dem Jahresmittel liegen — der reale Vorsprung fällt kleiner aus.

Modellrechnung mit gerundeten Werten, reiner Arbeitspreis; die saisonale Verteilung des Wärmepumpen-Verbrauchs ist nicht gesondert gewichtet. Dynamische Preise nach dem Modell (19 % USt. × Börsenpreis) + 19,83 ct/kWh (Stand: August 2026).

Weil die steuerbare Wärmepumpe eine Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG ist, greift auch hier Modul 3 mit reduzierten Netzentgelten in den günstigen Zeitfenstern – der wichtigste zusätzliche Sparhebel in diesem Szenario.

Urteil: kommt auf die Steuerung an

Eine steuerbare Wärmepumpe passt technisch gut zum dynamischen Tarif, weil ein großer Teil des Verbrauchs planbar ist, und rechnerisch fällt der Vorsprung hier am größten aus. Die Saisonalität arbeitet allerdings gegen Sie: Der Verbrauch fällt genau dann an, wenn die Börsenpreise hoch sind, und unsere Jahresmittel-Rechnung bildet das nicht ab. Wer wechselt, sollte einen Preisdeckel gegen Winter-Spitzen im Tarif haben. Der verlässlichere Hebel bleibt in diesem Haushalt Modul 3, nicht der Tarif.

Szenario 4: Prosumer mit Photovoltaik, Speicher und E-Auto

Das Profil: Der Vollausbau – eine Photovoltaik-Anlage mit rund 4 kWp, ein Heimspeicher und ein Elektroauto. Der Jahresverbrauch liegt bei etwa 6.500 kWh, davon deckt die Solaranlage rund 2.200 kWh direkt über den Eigenverbrauch. Aus dem Netz bezieht der Haushalt also nur noch rund 4.300 kWh – und diesen Rest kann er über Speicher und flexible Ladezeiten stark in günstige Stunden legen.

Das ist die günstigste Konstellation überhaupt – aber mit einer wichtigen Einordnung: Den größten Teil der Ersparnis liefert die Photovoltaik, nicht der Tarif. Weil die Solaranlage bereits den teuren Netzbezug ersetzt, fällt der zusätzliche Vorteil des dynamischen Tarifs kleiner aus als im reinen E-Auto-Szenario.

Modellrechnung 4: 4.300 kWh Netzbezug, flexibel

Der Netzbezug von 4.300 kWh lässt sich über Speicher und gesteuertes Laden weitgehend ins Mittagstal und in die Nachtstunden legen, im Schnitt rund 27,22 ct/kWh: etwa 1.170 € im Jahr. Das ist der niedrigste dynamische Arbeitspreis aller vier Haushalte, weil der Speicher die teuren Abendstunden komplett überbrückt.

In der Grundversorgung kosten dieselben 4.300 kWh rund 1.828 €, im Bestandstarif rund 1.763 € — die Ersparnis liegt also bei rund 658 € beziehungsweise 593 €.

Gegen einen Festpreistarif zu 37,00 ct/kWh — rund 1.591 € — bleibt ein Vorsprung von etwa 421 €. Auf die Kilowattstunde gerechnet ist das der größte Abstand aller vier Haushalte, weil der Speicher die teuren Abendstunden komplett überbrückt.

Modellrechnung mit gerundeten Werten, reiner Arbeitspreis; Einspeisevergütung nicht berücksichtigt (Stand: Juli 2026).

Urteil: der sauberste Fall – aber die PV trägt den Hebel

Der Prosumer holt aus dem dynamischen Tarif relativ am meisten heraus, weil Speicher und E-Auto den Netzbezug fast vollständig aus den teuren Stunden heraushalten. Wichtig bleibt die Einordnung: Den Löwenanteil der Ersparnis liefert die Photovoltaik, nicht die Tarifwahl. Wer flexibel ist und die Schwankung nicht scheut, fährt hier guten Gewissens dynamisch — ein Muss ist es nicht.

So rechnen wir – und woher die Zahlen stammen

Die Zahlen in den vier Beispielen beruhen auf denselben Annahmen. Beim dynamischen Stromtarif ist nur der Börsenanteil variabel. Ihr Endpreis pro Kilowattstunde besteht aus dem Börsenpreis (EPEX Spot, seit Oktober 2025 viertelstündlich gehandelt), festen Bestandteilen aus Netzentgelten, Steuern und Umlagen sowie dem Aufschlag und der Grundgebühr des Anbieters. Abgerechnet wird über ein intelligentes Messsystem, einen Smart Meter.

Gerechnet wird mit dem Strompreistracker-Modell von EnergieMarie, demselben, das auch unser Ladekosten-Rechner verwendet. Der Endpreis einer Stunde ergibt sich als (19 % Umsatzsteuer × Börsenpreis) + 19,83 ct/kWh Fixanteil. Der Fixanteil enthält Netzentgelte, Stromsteuer, Umlagen, Konzessionsabgabe und die festen Vertriebskosten — er fällt in jeder Stunde an, auch bei einem Börsenpreis von null.

Genau dieser Fixanteil begrenzt die Ersparnis: Selbst in den 509 Stunden mit negativem Börsenpreis der letzten zwölf Monate lag der Endpreis bei rund 14 bis 17 ct/kWh, nie bei null. Angewendet auf die Stundenpreise desselben Zeitraums ergeben sich diese Profile:

  • Haushaltsstrom ohne Verschiebung: rund 31,45 ct/kWh, wenn der Verbrauch dem üblichen Muster mit Morgen- und Abendlast folgt;
  • Haushaltsstrom mit kleinen Verschiebungen (rund 12 % ins Mittagstal): rund 30,73 ct/kWh;
  • Große Lasten in die vier günstigsten Nachtstunden: rund 29,96 ct/kWh;
  • Große Lasten ins Mittagstal (die sechs günstigsten Solarstunden): rund 25,40 ct/kWh — der günstigste erreichbare Wert;
  • Vergleichsmaßstäbe: Festpreistarif für Neukunden 37,00 ct/kWh, Bestandskundentarif 41,00 ct/kWh, Grundversorgung 42,50 ct/kWh.

Die billigen Stunden liegen mittags, nicht nachts

Ein Ergebnis, das viele überrascht: Im Mittel der letzten zwölf Monate war 13 Uhr die günstigste Stunde des Tages (rund 25,34 ct/kWh Endpreis), 19 Uhr die teuerste (rund 36,80 ct/kWh). Die Solareinspeisung hat das klassische Nachttal abgelöst. Wer nur nachts verschiebt, hebt deshalb nur einen Teil des Potenzials.

Alle Beträge sind gerundete Modellrechnungen mit dem reinen Arbeitspreis; die Grundgebühr fällt bei beiden Tarifarten ähnlich an und bleibt im Vergleich außen vor. Wie sich der Preis im Detail zusammensetzt, erklärt unser Ratgeber zur Strompreis-Zusammensetzung. Ihr tatsächlicher Wert hängt von Region, Tarif und Verbrauchsprofil ab.

Quellen: Stundenpreise vom 15.07.2025 bis 14.07.2026 aus dem Marktdatenportal SMARD der Bundesnetzagentur (Großhandelspreis DE/LU, CC BY 4.0); Jahresmittel 9,36 ct/kWh. Fixanteil und Umsatzsteuersatz aus der zentralen Preiskonfiguration von EnergieMarie. Vergleichstarife Grundversorgung und Bestandskunden nach BNetzA-Monitoring. Stand: August 2026.

Die vier Haushalte im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die Modellrechnungen zusammen. Gegenüber der Grundversorgung gewinnt der dynamische Tarif in jedem der vier Haushalte deutlich; gegenüber einem Festpreistarif für Neukunden (37,00 ct/kWh) bleibt er ebenfalls vorn, aber der Abstand hängt stark davon ab, wie viel Verbrauch sich verschieben lässt.

Haushalt Verbrauch Verschiebbar? vs. Grundversorgung vs. Festpreis (Neukunden) Urteil
Standardhaushalt 2.500 kWh kaum −295 € −157 € vorn, aber ohne Hebel
Mit E-Auto 4.500 kWh hoch −546 € −298 € lohnt sich mit Automatisierung
Mit Wärmepumpe 6.500 kWh mittel (Winter-Risiko) −797 € −439 € Preisdeckel nötig, Modul 3 ist der Hebel
Prosumer (PV + Speicher + E-Auto) 4.300 kWh Netzbezug sehr hoch −658 € −421 € größter relativer Vorsprung

Minuszeichen bedeutet Ersparnis, Pluszeichen Mehrkosten des dynamischen Tarifs. Alle Werte sind gerundete Modellrechnungen mit dem reinen Arbeitspreis und dienen der Orientierung, nicht als Garantie. Ihre tatsächliche Ersparnis hängt von Region, Tarif und Verbrauchsprofil ab (Stand: August 2026).

Fazit: Entscheidend ist, wie viel Sie verschieben können

Die vier Rechenbeispiele zeigen zwei Muster gleichzeitig. Das erste ist erwartbar: Je mehr Verbrauch Sie verschieben können, desto besser schneidet der dynamische Tarif ab — vom Standardhaushalt mit 157 € Vorsprung gegenüber dem Festpreistarif bis zur Wärmepumpe mit 439 €.

Das zweite Muster ist das wichtigere: Beim Preisniveau dieses Sommers liegt der dynamische Tarif in allen vier Haushalten vor Grundversorgung, Bestandstarif und Festpreistarif. Grenzenlos ist der Vorteil trotzdem nicht — der Fixanteil von rund 19,83 ct/kWh fällt in jeder Stunde an und lässt selbst im Mittagstal wenig Spielraum nach unten.

Praktisch heißt das: Wenn Sie heute zu viel zahlen, ist der erste und sicherste Schritt ein Tarifwechsel — dynamisch oder fest. Ein dynamischer Tarif ist die richtige Wahl, wenn Sie ohnehin flexibel sind, die Schwankung nicht scheuen und Ihren Verbrauch am Netz ausrichten wollen. Wer dagegen einen planbaren Abschlag braucht, kauft sich mit einem Festpreistarif Sicherheit — und zahlt dafür beim aktuellen Preisniveau einen überschaubaren Aufpreis.

Bei der Wärmepumpe und beim E-Auto liegt der verlässlichere Hebel ohnehin woanders: bei den reduzierten Netzentgelten nach Modul 3, die unabhängig vom gewählten Tarif greifen.

Bevor Sie sich entscheiden, prüfen Sie das Angebot genau – gerade bei dynamischen Tarifen verstecken sich Kosten im Kleingedruckten. Welche Muster es gibt, zeigt unser Ratgeber zu den Preisfallen bei dynamischen Stromtarifen. Und wie sich die Börsenpreise gerade entwickeln, sehen Sie stündlich im Strompreistracker von EnergieMarie.

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Häufig gestellte Fragen

Am meisten profitieren Haushalte mit steuerbaren Großverbrauchern: ein Elektroauto, das nachts automatisiert lädt, eine steuerbare Wärmepumpe oder ein Heimspeicher mit Photovoltaik. Sie können einen großen Teil ihres Verbrauchs in günstige Stunden verschieben. Für einen Haushalt ohne solche Geräte ist der Vorteil dagegen gering.

Rechnerisch ja, aber ohne eigenen Hebel. Ein Standardhaushalt kann bestenfalls Wasch- und Spülmaschine ins Mittagstal legen und drückt den Schnitt damit um weniger als einen Cent pro Kilowattstunde. In unserer Modellrechnung spart er rund 295 € gegenüber der Grundversorgung und rund 157 € gegenüber einem Festpreistarif für Neukunden zu 37,00 ct/kWh. Dieser Vorsprung entsteht allein aus dem niedrigen Börsenniveau, nicht aus eigener Flexibilität — steigt die Börse, kippt er, und im Winter kommt ein Preisrisiko dazu. Wer Planbarkeit braucht, ist mit einem Festpreistarif ruhiger unterwegs.

Das hängt vom Vergleichstarif ab. In unserer Modellrechnung spart ein Haushalt mit E-Auto (4.500 kWh) rund 546 € pro Jahr gegenüber der Grundversorgung, rund 478 € gegenüber einem Bestandskundentarif und rund 298 € gegenüber einem Festpreistarif für Neukunden zu 37,00 ct/kWh. Voraussetzung ist, dass die Wallbox automatisiert in den günstigen Stunden lädt — ohne Timer halbiert sich der Vorteil. Dazu kommt in jedem Fall die Ersparnis durch die zeitvariablen Netzentgelte nach § 14a EnWG, die unabhängig vom Tarif greift.

Er kann es sein. Die Wärmepumpe verbraucht am meisten im Winter, wenn die Börsenpreise am höchsten sind und in einer Dunkelflaute stark ansteigen können. Sinnvoll ist ein dynamischer Tarif hier nur, wenn die Wärmepumpe ihren Betrieb nach dem Preis richtet und der Tarif einen Preisdeckel gegen Spitzen enthält.

Ja. Ein echter dynamischer Tarif wird über ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) abgerechnet, das den viertelstündlichen Verbrauch erfasst. Ohne Smart Meter ist keine börsengekoppelte Abrechnung möglich. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Smart Meter.