Was in Baden-Baden geschah
Der Ausfall begann am Nachmittag und zog sich über mehrere Stunden. Anders als bei einem eng begrenzten Defekt traf es gleich mehrere Versorgungsbereiche: Teile der Innenstadt, dazu die Stadtteile Lichtental und Geroldsau. Die Stadtwerke schalteten eine Störungsnummer und arbeiteten an der Wiederversorgung, während die Ursachensuche lief.
Die wichtigsten Fakten:
- betroffen: Teile der Innenstadt sowie Lichtental und Geroldsau;
- Dauer: mehrere Stunden;
- es handelte sich um einen wiederholten Ausfall innerhalb kurzer Zeit;
- der Ausfall fiel mit einer Hitzeperiode und einer laufenden Netzsanierung zusammen;
- die Stadtwerke richteten eine Störungs-Hotline ein und suchten die Ursache.
Dass mehrere Stadtteile gleichzeitig betroffen sind, deutet auf einen Fehler auf einer höheren Netzebene hin – nicht auf einen einzelnen Hausanschluss. Solche Fehler im Mittelspannungsnetz brauchen für die Suche und Behebung typischerweise länger als ein lokaler Defekt.
Warum Hitze das Stromnetz belastet
Hohe Temperaturen sind für das Stromnetz auf zwei Wegen ein Stressfaktor. Erstens steigt die Last: In Hitzeperioden laufen Ventilatoren, Kühlgeräte und immer öfter Klimaanlagen – der Stromverbrauch zieht spürbar an, gerade an heißen Nachmittagen. Zweitens kühlen sich Erdkabel schlechter ab. Liegt ein Kabel in aufgeheiztem Boden und muss zugleich mehr Strom transportieren, erwärmt es sich stärker.
Besonders empfindlich sind dabei die Muffen – die Verbindungsstellen zwischen zwei Kabelabschnitten. Wärme, Alterung und hohe Last treffen dort zusammen; nicht selten ist eine durchgeschlagene Muffe die Ursache eines sommerlichen Ausfalls. Das Umweltbundesamt verweist darauf, dass Hitzeperioden mit dem Klimawandel häufiger und intensiver werden – eine Belastung, auf die die Verteilnetze zunehmend ausgelegt werden müssen.
Ein zweiter Ausfall trotz Sanierung – wie passt das zusammen?
Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich: Da wird das Netz saniert, und kurz vor dem Abschluss fällt der Strom erneut aus. Tatsächlich ist beides oft Teil derselben Geschichte. Wiederholte Ausfälle in kurzer Folge sind häufig genau der Grund, warum ein Netzabschnitt überhaupt erneuert wird – die Schwachstelle hat sich bereits gemeldet.
Hinzu kommt: Solange eine Sanierung läuft, ist sie noch nicht fertig. Wird an einem Abschnitt gearbeitet, trägt zeitweise die übrige – teils ältere – Anlage die volle Last. Ein erneuter Ausfall kurz vor dem Abschluss ist deshalb kein Beleg für schlechte Arbeit, sondern eher ein Zeichen dafür, dass die Erneuerung an der richtigen Stelle ansetzt. Ob das Netz danach stabiler ist, zeigt sich erst im kommenden Sommer unter Last.
Ist das deutsche Netz deshalb unzuverlässig?
Trotz solcher Ereignisse bleibt die Versorgung in Deutschland sehr stabil. Im Schnitt war jeder Kunde zuletzt nur rund 12 Minuten pro Jahr ohne Strom – das ist der von der Bundesnetzagentur erhobene SAIDI-Wert, einer der besten in Europa.
Dieser Durchschnitt verdeckt aber, dass einzelne Orte mehrfach hintereinander betroffen sein können, während andere über Jahre nichts merken. Wer wie in Baden-Baden schon den zweiten Ausfall erlebt, empfindet die Statistik zu Recht als wenig aussagekräftig – und sollte für die nächste Unterbrechung vorgesorgt haben.
Was Sie bei einem Ausfall tun sollten
Bei einem großflächigen Ausfall liegt die Ursache im Netz – der Blick in den eigenen Sicherungskasten hilft dann nicht weiter. Sinnvoll ist:
- prüfen, ob die Nachbarschaft ebenfalls betroffen ist – dann liegt ein Netzausfall vor;
- die Störungs-Hotline des Netzbetreibers anrufen und den Stromausfall melden;
- Kühl- und Gefrierschrank geschlossen halten und empfindliche Geräte vom Netz nehmen;
- bei Hitze zusätzlich an Trinkwasser denken – fällt der Strom länger aus, können auch Druckerhöhungspumpen in Hochhäusern betroffen sein.
Den Störungsstatus vor Ort bündeln wir auf der Seite zum Stromausfall in Baden-Baden. Eine vollständige Vorsorge-Checkliste für längere Ausfälle finden Sie in unserem Ratgeber Stromausfall melden und richtig reagieren – das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) empfiehlt dort einen Grundvorrat für rund zehn Tage.
Etwas unabhängiger werden – und den Tarif prüfen
Wer die Abhängigkeit vom Netz verringern möchte, kann einen Teil der Versorgung dezentralisieren. Eine Photovoltaikanlage mit Heimspeicher deckt im Alltag einen Teil des Eigenverbrauchs. Wichtig: Eine Standardanlage schaltet bei Netzausfall ab – nur Systeme mit Ersatzstrom- oder Inselfunktion versorgen den Haushalt im Ernstfall weiter.
Auf die Versorgungssicherheit selbst hat der Stromvertrag keinen Einfluss – auf die Kosten dagegen schon. Ob an Ihrer Adresse ein günstigerer Anbieter verfügbar ist, zeigt ein Strompreisvergleich in wenigen Minuten.
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