Wer im Sommer alles richtig macht, tagsüber die Rollläden unten lässt und erst nachts lüftet, und die Wohnung trotzdem nicht kühl bleibt, hat vielleicht ein unsichtbares Leck: undichte Fenster. Ein einzelnes Blatt Papier genügt, um es aufzuspüren.
Der Papiertest: so geht er
Der Test dauert keine Minute und kostet nichts. Klemmen Sie ein normales Blatt Papier zwischen Fensterflügel und Rahmen, schließen Sie das Fenster und ziehen Sie das Blatt vorsichtig heraus. Lässt es sich mühelos herausziehen oder fällt sogar von allein heraus, drückt die Dichtung an dieser Stelle nicht richtig an, das Fenster ist also undicht. Wiederholen Sie den Test an mehreren Punkten rund um den Rahmen, oben, unten und an beiden Seiten. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt genau dieses Vorgehen, um undichte Stellen zu finden.
Das Wichtigste in Kürze
- ein Blatt Papier zwischen Flügel und Rahmen klemmen, das Fenster schließen und herausziehen;
- rutscht das Papier leicht heraus, ist die Dichtung an dieser Stelle undicht;
- an allen vier Seiten des Rahmens testen, nicht nur an einer;
- undichte Fenster kosten doppelt: im Sommer lassen sie Hitze herein, im Winter Wärme hinaus.
Warum undichte Fenster im Sommer besonders ärgern
Im Winter ist das Problem bekannt: Durch undichte Fenster entweicht teure Heizwärme. Im Sommer wirkt derselbe Spalt andersherum. Solange es draußen heißer ist als drinnen, sickert durch jede undichte Stelle warme Luft herein und untergräbt genau die Mühe, die Sie sich mit Verschattung und richtigem Lüften machen. Wer nach der englischen Methode tagsüber alles geschlossen hält, aber undichte Fenster hat, lässt die Hitze durch die Hintertür wieder herein. Und eine Klimaanlage muss gegen die einströmende Warmluft ständig anarbeiten, was den Verbrauch nach oben treibt.
Undichte Stellen abdichten: die Optionen
Ist eine undichte Stelle gefunden, lässt sie sich meist einfach und günstig beheben:
- selbstklebendes Dichtungsband aus Schaumstoff oder Gummi in die Falz kleben, die schnellste und günstigste Lösung, auch für Mietwohnungen geeignet;
- den Anpressdruck nachstellen: Bei vielen Fenstern lassen sich die Verschlusszapfen mit einem Inbusschlüssel enger stellen, sodass der Flügel fester schließt;
- spröde, alte Dichtungen komplett gegen neue Gummidichtungen austauschen;
- bei sehr alten oder verzogenen Fenstern hilft langfristig nur eine Wartung durch den Fachbetrieb oder ein Austausch.
Für Mieterinnen und Mieter gilt: Selbstklebendes Dichtungsband lässt sich rückstandsarm wieder entfernen und braucht keine Zustimmung der Vermietung. Größere Eingriffe am Fenster sollten Sie dagegen vorher absprechen.
Was das beim Strom und Heizen spart
Dichte Fenster zahlen sich doppelt aus: Im Sommer bleibt die Wohnung länger kühl, ein Klimagerät oder Ventilator muss seltener laufen; im Winter entweicht weniger Heizwärme. Ausführliche Maßnahmen für heiße Tage finden Sie in unserem Überblick dazu, wie Sie Ihre Wohnung ohne Klimaanlage kühlen, und fürs Heizen lohnt sich ein Blick in unseren Heizungs-Ratgeber.
Den größten Hebel bei den Energiekosten hat am Ende aber der Tarif. Wer in der Grundversorgung steckt, zahlt meist mehr als nötig. Ein Strompreisvergleich zeigt für Ihre Postleitzahl, ob ein anderer Anbieter günstiger ist; mit einem dynamischen Stromtarif lassen sich Geräte zudem gezielt in die günstigen Stunden legen.
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Häufige Fragen
Wie teste ich, ob mein Fenster undicht ist?
Mit dem Papiertest: ein Blatt Papier zwischen Flügel und Rahmen klemmen, das Fenster schließen und herausziehen. Rutscht es leicht heraus, ist die Dichtung an dieser Stelle undicht. Auch eine Kerzenflamme zeigt Zugluft an, weil sie an undichten Stellen sichtbar flackert.
Was tun bei undichten Fenstern zur Miete?
Selbstklebendes Dichtungsband ist die einfachste Lösung und lässt sich rückstandsarm wieder entfernen. Bei stärkeren Mängeln, etwa klemmenden oder verzogenen Fenstern, sollten Sie die Vermietung informieren, denn die Instandhaltung fällt in deren Verantwortung.