Nach dem Rekord: erst einmal Abkühlung
Die zu Ende gehende Hitzewelle war außergewöhnlich. Der DWD gab seine Hitzewarnungen seit dem 18. Juni 2026 heraus – nach eigenen Angaben der längste Warnzeitraum so früh im Jahr seit Einführung des Warnsystems 2005. An 10 von 12 Tagen wurde die höchste Warnstufe für „extreme Wärmebelastung“ erreicht, bei der die gefühlte Temperatur 38 °C übersteigt (Stand: 25. Juni 2026, Quelle: DWD-Pressemitteilung).
Den Höhepunkt erreichte die Welle am Wochenende: Am 28. Juni 2026 meldete der DWD mit 41,3 °C einen neuen deutschen Allzeitrekord und übertraf damit den bisherigen Höchstwert von 41,2 °C aus dem Juli 2019 (Quelle: DWD, Thema des Tages vom 28. Juni 2026). „In Hitzewellen zeigt sich der Einfluss des Klimawandels sehr deutlich“, ordnete Tobias Fuchs, im DWD-Vorstand zuständig für Klima und Umwelt, die Lage ein.
Zum Monatswechsel kippt die Wetterlage: Gewitter tauschen die heiße Luftmasse aus, und Anfang Juli pendeln sich die Höchstwerte verbreitet wieder bei 20 bis 25 °C ein – also auf jahreszeitüblichem Niveau, örtlich bei Regen sogar darunter. Für die meisten Haushalte bedeutet das ein paar spürbar kühlere Tage.
Wie lange dauert die nächste Hitzewelle? Was die Modelle jetzt zeigen
Ob die Abkühlung mehr als eine kurze Pause ist, fällt ausgerechnet in den Siebenschläferzeitraum (rund 27. Juni bis 10. Juli). Diese Wochen gelten statistisch als richtungsweisend für den weiteren Sommer. Anders als noch Ende Juni ziehen die beiden großen Wettermodelle inzwischen an einem Strang: Sowohl das europäische Modell (ECMWF) als auch das amerikanische (GFS) rechnen mit einer Rückkehr der Hitze – strittig ist vor allem noch das genaue Timing.
Der Fahrplan für die nächste Welle (nach derzeitigem Stand):
- Ab 6. bis 7. Juli: Die Temperaturen steigen wieder an – das GFS setzt die Erwärmung eher zum 6. Juli an, das ECMWF zum 7. Juli;
- Kernzeit 6. bis 13. Juli: verbreitet 30 bis 37 °C, vor allem im Süden und Südwesten, wobei die 40-Grad-Marke nicht ausgeschlossen wird; das Hoch soll seinen Kern um den 12. Juli direkt über Deutschland, Österreich und der Schweiz haben;
- Nach dem 13. Juli: Hier wird die Prognose unsicher – wie lange die überdurchschnittliche Wärme anhält, entscheidet sich erst kurzfristig.
Entscheidend ist die sogenannte Erhaltungsneigung: Setzt sich das Azorenhoch wie berechnet über Mitteleuropa durch, hält die Hitze über mehrere Tage an. Verlässlich ist eine Prognose aber nur für rund eine Woche im Voraus – die Kernzeit um den 6. bis 13. Juli zeichnet sich ab, ein exaktes Enddatum lässt sich seriös noch nicht nennen (Stand: 1. Juli 2026, Quelle: Auswertung der ECMWF- und GFS-Modellläufe).
Wie heiß wird es wirklich? Vorsicht bei 45-Grad-Meldungen
In den sozialen Medien kursieren bereits Beiträge, die für Anfang Juli eine zweite Hitzewelle mit bis zu 45 °C ankündigen. Solche Werte sind durch keine seriöse meteorologische Quelle gedeckt. Selbst das wärmste der beiden Modelle rechnet im Höchstfall mit 30 bis 37 °C; die 40-Grad-Marke gilt als möglich, aber nicht als wahrscheinlich – und 45 °C liegen klar außerhalb des prognostizierten Bereichs.
Hinzu kommt der grundsätzliche Unsicherheitsfaktor: Eine Prognose über mehr als eine Woche im Voraus kann die Richtung andeuten, nicht aber Tageshöchstwerte auf das Grad genau festlegen. Verlässlich ist derzeit die Aussage, dass eine erneute Erwärmung wahrscheinlich ist – über ihre genaue Dauer und Intensität entscheiden die kommenden Tage. Wer auf der sicheren Seite bleiben möchte, orientiert sich an den amtlichen Hitzewarnungen des DWD statt an viralen Schlagzeilen.
Was die Hitze mit Ihrem Strompreis zu tun hat
Eine Hitzewelle ist auch ein Strommarkt-Ereignis. Mit jedem zusätzlichen Hitzetag laufen mehr Ventilatoren und Klimageräte, Kühl- und Gefriergeräte arbeiten gegen die Wärme an, und der Strombedarf steigt vor allem am Nachmittag. Gleichzeitig liefern die Photovoltaikanlagen mittags viel Strom – ein Wechselspiel, das die Preise an der Strombörse im Tagesverlauf deutlich schwanken lässt.
Für Haushalte mit klassischem Festpreistarif ändert sich an der Abrechnung kurzfristig nichts. Wer dagegen einen dynamischen Stromtarif mit Smart Meter nutzt, kann die Solarspitze am Mittag gezielt ausnutzen und Kühlgeräte oder das Laden des E-Autos in die günstigen Stunden legen. Wie sich die Preise stündlich entwickeln, zeigt der EnergieMarie Strompreistracker; warum einzelne Stunden so viel günstiger ausfallen, erklärt die Strompreis-Zusammensetzung.
Unabhängig vom Wetter lohnt sich für die meisten Haushalte ohnehin der regelmäßige Blick auf den Tarif: Wer noch in der teuren Grundversorgung steckt, zahlt für jede gekühlte Stunde mehr als nötig. Ein Vergleich der Stromtarife zeigt in wenigen Minuten, ob sich ein Wechsel rechnet.
Was Sie jetzt tun können
Ob die nächste Hitzewelle kommt oder nicht – die wirksamste Vorsorge kostet nichts und gelingt am besten jetzt, solange es kühl ist. Wer seine Wohnung in den kühlen Nächten auskühlt und tagsüber konsequent verschattet, startet mehrere Grad kühler in die nächste Hitzeperiode. Welche kostenlosen Handgriffe das sind und wie Sie gefährdete Angehörige schützen, lesen Sie in unserem Ratgeber „Die nächste Hitze kommt: Was Sie jetzt kostenlos vorbereiten sollten“.
Wenn Sie über eine Kühllösung nachdenken, hilft unser Überblick zu günstigen Alternativen zur Klimaanlage unter 50 € – inklusive der Stromkosten, die ein Ventilator, ein Luftkühler oder ein mobiles Klimagerät über eine Hitzesaison verursachen.
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