Heimtrainer, Rudergerät hinter dem Sofa, Laufband im Keller: Zum Herbstbeginn wird Sportausrüstung für zu Hause gekauft. Selten gestellt wird die Frage, was diese Geräte auf der Stromrechnung ausmachen. Der Abstand zwischen ihnen ist größer, als die meisten erwarten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Laufband kostet je nach Motorleistung rund 30 bis 48 € Strom pro Jahr;
  • selbstversorgende Ergometer und Rudergeräte kosten 0 €, weil Sie den Strom selbst erzeugen;
  • der Fernseher während des Trainings kostet mehr als das Rad, auf dem Sie sitzen;
  • die dauerhafte Netzwerkbereitschaft schlägt mit bis zu 6,48 € im Jahr zu Buche.

Nur ein Gerät im Raum hat einen Motor

Der Unterschied ist mechanisch, nicht elektronisch. Ein Laufband bewegt ein schweres Band gegen Ihr Körpergewicht, und das erledigt ein Elektromotor. Heimtrainer und Rudergeräte arbeiten dagegen mit passivem Widerstand, meist magnetisch: Die Arbeit leisten Ihre Beine, nicht das Netz. Laufbänder liegen deshalb im Bereich von etwa 400 bis 1.200 Watt und sind mit Abstand die stromintensivsten Heimfitnessgeräte.

Rechnen wir mit einer realistischen Nutzung: drei Einheiten von 45 Minuten pro Woche, also 2,25 Stunden in der Woche und 117 Stunden im Jahr. Als Preis nehmen wir unseren Neukunden-Referenzwert von 37,00 ct/kWh (Stand: August 2026).

GerätAnnahmeStrom pro JahrKosten pro Jahr
Laufband, moderate Nutzung700 W über 117 h81,9 kWh30,30 €
Laufband, Tempo und Steigung1.100 W über 117 h128,7 kWh47,62 €
Fernseher während des Trainings100 W über 117 h11,7 kWh4,33 €
Netzwerkbereitschaft, dauerhaft2 W über 8.760 h17,52 kWh6,48 €
Selbstversorgendes Ergometerkein Netzanschluss0 kWh0,00 €

Eigene Berechnung zu 37,00 ct/kWh. Die Bandbreite beim Laufband ergibt sich aus Tempo, Steigung und Körpergewicht, nicht aus dem Modell allein.

Beim Ergometer sind Sie der Generator

Viele Heimtrainer und Rudergeräte der mittleren Preisklasse sind selbstversorgend. Ein kleiner Generator im Gerät wandelt Ihre Tretbewegung in Strom um und versorgt damit Konsole und Bremse. Solche Geräte haben gar kein Netzteil und tauchen auf Ihrer Stromrechnung nicht auf.

Die Ausnahme sind vernetzte Geräte. Ein Bike mit großem Display, App-Anbindung und Streaming hängt am Netz und gehört in die nächste Kategorie. Prüfen Sie im Zweifel, ob Ihr Gerät ein Netzteil hat: Das ist die ganze Unterscheidung.

Was der Gesetzgeber begrenzt

Die Verordnung (EU) 2023/826 gilt seit dem 9. Mai 2025 und deckelt den Bereitschaftsverbrauch elektrischer Haushaltsgeräte. Erlaubt sind höchstens 0,50 W im Aus-Zustand und im einfachen Bereitschaftszustand sowie 2,00 W bei aufrechterhaltener Netzwerkverbindung. Bei dauerhaftem Anschluss sind das 1,62 € beziehungsweise 6,48 € im Jahr.

Der Bildschirm kostet mehr als das Rad

Das ist das unerwartete Ergebnis. Wer auf einem selbstversorgenden Ergometer trainiert und dabei ein Video schaut, zahlt für den Fernseher 4,33 € im Jahr und für das Rad nichts. Bleibt ein vernetztes Gerät rund um die Uhr am Netz, kostet allein diese Bereitschaft 6,48 € und damit mehr als der Bildschirm während aller Trainingseinheiten zusammen.

Hanteln, Bänder, Sprungseil und Matte brauchen ohnehin keinen Strom. Ein Training mit dem eigenen Körpergewicht hinterlässt auf dem Zähler keine Spur.

Dass diese Beträge hierzulande höher ausfallen als in den meisten Nachbarländern, liegt am Preisniveau: Deutschland hat den höchsten Haushaltsstrompreis der EU. Dasselbe Laufband ist in Frankreich oder Spanien deutlich billiger im Betrieb.

Rechnen Sie Ihr eigenes Gerät nach

Die Leistungsaufnahme steht auf dem Typenschild oder in der Bedienungsanleitung, meist in Watt. Mit diesem Wert und Ihrer tatsächlichen Nutzung können Sie die Kosten selbst bestimmen:

Was kostet Ihr Haushaltsgerät an Strom?

Verbrauch pro Tag  kWh
Kosten pro Tag  €
Kosten pro Monat · Tage  €
Kosten pro Jahr  kWh  €

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Details und Rechenannahmen

Wählen Sie ein Gerät, werden Leistung, Stunden und Tage mit typischen Durchschnittswerten vorbelegt, die Sie frei anpassen können. Die Energieeffizienzklasse erhöht den angenommenen Verbrauch gegenüber einem Gerät der Klasse A (Faktor A 1,0 bis G 2,05). Der voreingestellte Strompreis von 37,00 ct/kWh (Stand: 2026-08) entspricht dem aktuellen Neukunden-Durchschnitt und ist editierbar. Der tatsächliche Verbrauch hängt vom Gerät, der Nutzung und Ihrem Tarif ab.

  1. Suchen Sie die Leistungsaufnahme in Watt auf dem Typenschild des Geräts oder in der Anleitung.
  2. Schätzen Sie ehrlich, wie viele Stunden pro Woche das Gerät tatsächlich läuft, nicht wie oft Sie es sich vornehmen.
  3. Tragen Sie Ihren eigenen Arbeitspreis ein, den Sie auf der letzten Jahresabrechnung finden.
  4. Ziehen Sie bei vernetzten Geräten den Stecker oder nutzen Sie eine schaltbare Steckdose, wenn das Gerät wochenlang ungenutzt bleibt.

Wie sich der Verbrauch anderer Haushaltsgeräte einordnet, zeigt unsere Übersicht zum Stromverbrauch. Weitere Rechner für einzelne Verbrauchsposten finden Sie in unserer Rechner-Übersicht. Und weil der Arbeitspreis den größten Hebel darstellt, lohnt vor dem Gerätekauf ein Blick auf den Strompreisvergleich für Ihre Postleitzahl.

Häufige Fragen

Braucht ein Heimtrainer überhaupt Strom?

Häufig nicht. Viele Ergometer und Rudergeräte erzeugen den Strom für Konsole und Bremse selbst, während Sie treten oder ziehen. Ein Netzteil brauchen vor allem vernetzte Geräte mit großem Display. Ein Blick auf das Kabel genügt zur Unterscheidung.

Lohnt sich das Laufband gegenüber dem Fitnessstudio?

Rein energetisch ist die Frage schnell beantwortet: 30 bis 48 € Strom im Jahr sind weniger als ein Monatsbeitrag in den meisten Studios. Die eigentlichen Kosten eines Heimgeräts liegen in der Anschaffung und darin, ob es tatsächlich genutzt wird, nicht im Strom.

Wie viel spart eine schaltbare Steckdose?

Bei einem dauerhaft vernetzten Gerät bis zu 6,48 € im Jahr, bei einfachem Bereitschaftszustand bis zu 1,62 €. Das ist kein großer Betrag, aber es ist der einzige Posten in dieser Rechnung, der anfällt, ohne dass Sie trainieren.