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GEWERBESTROM UND GEWERBEGAS

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Gewerbesteuer: Wie wird diese berechnet? Wer zahlt diese?

Die Gewerbesteuer wird von Gewerbebetrieben auf ihre Ertragskraft entrichtet. Die Gewerbesteuer wird von Gemeinden erhoben und ist für sie die wichtigste Einnahmequelle. Von der Gewerbesteuer werden freiberufliche Selbstständige, Forst- und Landwirte ausgeschlossen. Ebenfalls erhalten bestimmte Gewerbetreibende einen Freibetrag in Höhe von 24.500 €. Erfahren Sie hier, wie man Gewerbesteuer berechnen kann, wer vom Gewerbesteuer Freibetrag profitiert und wie der Hebesatz Gewerbesteuer funktioniert.


Was ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer, abgekürzt als GewSt, wird auf die objektive Ertragskraft eines Gewerbebetriebes erhoben. Unter Ertragskraft versteht man den erwirtschafteten Gewinn eines Unternehmens.

Die Höhe der Gewerbesteuer ist vom jährlichen Gewinn abhängig, der entsprechend Jahr zu Jahr variieren kann. Die Gewerbesteuer unterliegt dem Gewerbesteuergesetz (GewStG) und wird an die Gemeinden abgeführt. Die Gewerbesteuer ist somit die wichtigste Einnahmequellen aller Gemeinden.

Einzelunternehmen und Personengesellschaften erhalten einen festgelegten Freibetrag und müssen erst für alle Gewinne darüber eine Gewerbesteuer entrichten. Freiberufler, Forst- und Landwirt sind von der Gewerbesteuer befreit.

Wer zahlt Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer ist eine umstrittene und meist kritisierte Steuer deutschlands. Hintergrund ist der, dass bestimmte selbstständige Gruppen - Freiberufler und Fort- und Landwirte - von der Gewerbesteuer befreit sind. Außerdem wird oftmals Kritik auf die großen regionalen Unterschiede geäußert, denn je nach Bundesland kann die Höhe der Gewerbesteuer unterschiedlich ausfallen. Der sogenannte Gewerbesteuer Hebesatz ist nicht bundesweit einheitlich.

Grundsätzlich müssen alle Gewerbebetriebe die Gewerbesteuer auf ihren Ertrag bzw. Gewinn zahlen. Die Faustregel lautet: Wer sein Gewerbe anmeldet und einen Gewerbeschein erhält, der unterliegt der Gewerbesteuer.

Im Gewerbesteuergesetz sind allerdings auch sogenannte Freibeträge festgelegt. Das bedeutet, dass Gewerbebetriebe erst dann die Gewerbesteuer zahlen müssen, sobald ihre Gewinne die Freibetragsgrenze überschreiten. Dabei wird nur der Gewinn über dem Freibetrag besteuert.

Wer erhält einen Gewerbesteuer Freibetrag?

Wer die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit anstrebt, muss vorab eine Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt durchführen. Bei der Gewerbeanmeldung muss dabei die sogenannte Rechtsform angegeben werden. Die Wahl der Rechtsform hat persönliche, steuerliche und rechtliche Folgen.

Unter anderem kann bei einer gewerblichen Gründung die Rechtsform “Einzelunternehmen”, “Eingetragener Kaufmann” e.K., “Offene Handelsgesellschaft” OHG oder “Aktiengesellschaft” ausgewählt werden.

  • Unternehmen gründen - Welche Rechtsformen gibt es?
  • Einzelunternehmen
  • Gesellschaft Bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Eingetragener Kaufmann (e.K.)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt (UG)
  • Aktiengesellschaft (AG)
  • GmbH & Co KG

Das Gewerbesteuergesetz (§ 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG) legt dabei fest, dass natürliche Personen (Einzelunternehmen) und Personengesellschaften (GbR) einen Freibetrag in Höhe von 24.500 € erhalten. Das bedeutet, dass die Gewerbesteuer erst dann fällig wird, wenn der jährliche Gewinn den Freibetrag übersteigt.

Wie hoch ist der Gewerbesteuer Freibetrag?

Laut Gewerbesteuergesetz werden zwei Arten von Freibeträgen unterschieden. Zum einen wird natürlichen Personen und Personengesellschaften und zum anderen wird juristischen Personen des privaten Rechts - z.B. Vereine - ein Freibetrag gewährt.

Freiberufler, also nicht gewerbliche Tätigkeiten, sowie Land- und Forstwirtschaftliche Betriebe werden gänzlich von der Gewerbesteuer befreit. Sie unterliegen somit keiner Gewerbesteuer.

Gewerbesteuer Freibetrag
Rechtsform Höhe Freibetrag
Einzelunternehmen 24.500 €
Personengesellschaften (z.B.,GbR) 24.500 €
Juristische Personen des privaten Rechts (z.B., Vereine) 5.000 €

Wer ist von der Gewerbesteuer befreit?

Nicht gewerbesteuerpflichtig sind Freiberufler und Forst- und Landwirte. Viele, wenn sie an Freiberufler denken, meinen es gibt nur Ärzte, Journalisten oder Steuerberater. Doch das ist falsch. Übrigens, um einen Beruf richtig in die Kategorie “Freiberufler” einordnen zu können, kann das Einkommensteuergesetz (§ 18, Abs. 1) zur Hilfe genommen werden.

Generell werden Freiberufler in drei Gruppen eingeteilt. Es gibt dabei die Katalogberufe, katalogähnliche Berufe und Tätigkeitsberufe. Wiederum werden Katalogberufe in Heilberufe, Rechts-, Steuer- und wirtschaftsberatende Berufe, naturwissenschaftliche und technische Berufe und Kulturberufe untergeordnet.

  • 1. Katalogberufe
  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Krankengymnasten, Hebammen
  • Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Betriebswirte, Wirtschaftsprüfer
  • Architekten, Lotsen, Sachverständige, Vermessungsingenieure
  • Journalisten, Dolmetscher, Erzieher, Lehrer, Übersetzer, Wissenschaftler
  • 2. Katalogähnliche Berufe
  • Reitlehrer, Schauspieler, Modedesigner, Fotodesigner
  • Werbetexter, Dirigent, Ergotherapeut, Masseur
  • 3. Tätigkeitsberufe
  • Erzieherische Tätigkeit: Betreiber Kinderheim
  • Künstlerische Tätigkeit: Entertainer, Regisseur
  • Unterrichtende Tätigkeit: Reitlehrer
  • Schriftstellerische Tätigkeit: Publizist
  • Wissenschaftliche Tätigkeit: Lehrtätigkeit

Wie Gewerbesteuer berechnen?

Wie viel am Ende ein Gewerbetreibender an Gewerbesteuer entrichten muss, hängt unter anderem vom jährlichen Gewinn, ob ein Freibetrag gewährt wird, welche Hinzurechnungen und Kürzungen dazukommen und wie hoch der Hebesatz der jeweiligen Gemeinde ist.

Generell wird zuerst der sogenannte Gewerbesteuermessbetrag errechnet und anschließend mit dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde multipliziert. Der Gewerbesteuermessbetrag bzw. Steuermessbetrag wird mit dem einheitlichen Steuersatz von 3,5 % berechnet. Diese Steuermesszahl hat seit 2008 ihre Gültigkeit. Der Hebesatz kann variieren, beträgt jedoch mindestens 200 %.

Berechnung Gewerbesteuer

Gewinn aus Gewerbe gemäß Einkommensteuergesetz: 50.000 €
Berechnung Gewerbesteuermessbetrag: 50.000 € x 0,035 = 1.750 €
Berechnung Gewerbesteuer: 1.750 x 4,10 (Beispiel Berlin*) = 7.175 €

*Berlin hat ein Hebesatz von 410 %

Was bedeutet Hebesatz Gewerbesteuer?

Der Hebesatz ist die Bezeichnung für einen Faktor mit dem der Steuerbetrag errechnet wird. Dabei wird der Gewerbesteuermessbetrag mit dem Hebesatz multipliziert und der Gewerbetreibende erhält die Höhe der Gewerbesteuer, die an die Gemeinde abgeführt werden muss.

Der Gewerbesteuer Hebesatz kann von den Kommunen frei gewählt werden. Da in der Vergangenheit viele Gemeinden einen niedrigen Hebesatz angehoben hatten, um Gewerbetreibende anzulocken, wurde der Hebesatz auf einen Mindestwert von 200 % festgelegt.

Die Gewerbesteuer stellt neben der Grundsteuer die wichtigste Einnahmequelle für Gemeinden dar. Die Höhe des Hebesatzes kann demnach direkt die Haushaltskassen von Kommunen beeinflussen. Ein Limit für den Hebesatz gibt es nicht. Kommunen können ihre Grenzen frei wählen. Die Kommune mit dem höchsten Hebesatz liegt übrigens in der Eifel → Hebesatz Gewerbesteuer 900 Prozent.

Welche Hebesätze Gewerbesteuer gibt es?

Sowohl hohe als auch niedrige Hebesätze haben ihre Vor- und Nachteile. Hohe Hebesätze einer Gemeinde können die Einnahme direkt und unmittelbar beeinflussen. Dabei muss die Gemeinde jedoch die negativen Auswirkungen wie das Abwandern von Gewerbebetrieben beachten. Niedrige Hebesätze haben den Vorteil, dass sie gewerbliche Gründerinnen und Gründer anlocken - die Attraktivität eines Gewerbegebiets wird somit erhöht.

Generell ist der Hebesatz Gewerbesteuer in Städten und Regionen mit einer guten Infrastruktur höher als in ländlichen Gebieten. Die von der Gemeinde gestellte Infrastruktur kann direkt über Erfolg und Misserfolg eines Gewerbes entscheiden. Bei der Wahl eines Gewerbegebietes sollte daher nicht nur der Hebesatz im Vordergrund stehen.

Hebesatz Gewerbesteuer - Beispiele
Gemeinde Hebesatz in Prozent
Berlin 410 %
Hamburg 470 %
München 490 %
Frankfurt 460 %
Köln 475 %
Stuttgart 420 %
Dresden 450 %
Leipzig 460 %
Weimarer Land 364 %
Gießen 373 %

Wie hoch ist die Gewerbesteuer Berlin?

Die Gewerbesteuer Berlin unterliegt dem Gewerbeertrag bzw. Gewerbegewinn. Dieser ermittelte Gewinn kann um bestimmte Beträge vermehrt (Hinzurechnungen) oder vermindert (Kürzungen) werden. Ebenfalls werden in Berlin natürliche Personen und Personengesellschaften erst nach der Überschreitung der Freibetragsgrenze von 24.500 € mit der Gewerbesteuer belastet.

Die zu zahlende Gewerbesteuer in Berlin berechnet sich demnach aus der Steuermesszahl (Steuersatz) von 3,5 % und dem Hebesatz von 410 %, das für Berlin gilt.

Aktualisiert am