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Gaspreisdeckel – Wie funktioniert er?

Symbole stehen fĂĽr den Gaspreisdeckel

Seit März 2023 gilt endlich der Gaspreisdeckel, der bis 2024 den Gaspreis regulieren soll. Um trotzdem noch Sparanreize zu setzen, sollen durch den Gaspreisdeckel nur 80 % des Verbrauchs aus dem Vorjahr zum vergünstigten Preis erhältlich werden. Stand März 2023 greift der Gaspreisdeckel mancherorts schon nicht mehr, da der durchschnittliche Gaspreis bereits bei unter 12 Cent /kWh liegt. Finanziert werden soll das Ganze durch Mittel aus der Coronakrise und neue Kredite. Wir zeigen Ihnen, wie die Gaspreisbremse aussehen soll und welche Gefahren sie womöglich birgt.


Oft gestellte Fragen zum Gaspreisdeckel

Was macht der Gaspreisdeckel?

Der Gaspreisdeckel begrenzt den Maximalpreis, den Sie für Gas zahlen können, auf 12 Cent/kWh. Das gilt von Januar 2023 bis Ende März 2024.

Macht der Gaspreisdeckel ĂĽberhaupt noch Sinn?

Das hängt von Ihrem Gasvertrag ab. März 2023 liegt der Gaspreis bei 11,2 Cent/kWh. Dementsprechend greift der Gaspreisdeckel bei diesem Preis nicht. Falls Sie jedoch einen teureren Gasvertrag haben, aus welchem sie auch aktuell aufgrund von z.B. Kündigungsfrist nicht austreten können, dann können Sie definitiv vom Gaspreisdeckel profitieren.

Woher kommt das Geld fĂĽr den Gaspreisdeckel?

Hauptsächlich soll der Gaspreisdeckel durch den Wirtschaftsstabilisierungsfond, welcher aus der Corona-Krise stammt, finanziert werden.

GeldmĂĽnzen und Geldscheine, welche durch den Gaspreisdeckel gespart werden sollen

Wie sieht der Gaspreisdeckel aus?

Stand März 2023 wurde der Gaspreisdeckel vom Bundestag gebilligt und eingeführt. Der Gaspreis soll jedoch auch für Januar und Februar rückwirkend gedeckelt werden und soll bis April 2024 gelten. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten insofern schon vorher Unterstützung, da sie im Dezember eine Einmalzahlung in Höhe ihrer Abschlagszahlung für Gas bekommen.

Diese Hilfen werden noch relevanter dadurch, da viele Grundversorger zu Beginn des Jahres 2023 Preiserhöhungen durchgesetzt haben, obwohl sich der Gasmarkt eigentlich schon wieder ein wenig beruhigt hat und die Preise quasi wieder auf das Vorjahresniveau gesunken sind.

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Bei der Kalkulation des Gaspreisdeckels spielt vor allem der Abschlag aus dem Vorjahr eine Rolle. Als Orientierung wird der Abschlag vom September 2022 verwendet.

Die Gaspreisbremse orientiert sich am Abschlag des Vorjahres

Die Festsetzung des oben genannten Grundverbrauchs beim Gaspreisdeckel kann ziemlich kompliziert werden, da Verbräuche unterschiedlich ausfallen und die Energieversorger nicht wissen, wie viele Personen pro Haushalt leben. Es wurde sich deswegen dafür entschieden, den Umfang des Gaspreisdeckels am Abschlag vom September 2022 abhängig zu machen.

Wie günstig wird Heizen nun durch den Gaspreisdeckel? Man spricht bei Gas von einem Maximalpreis von 12 Cent/kWh. Für Fernwärme wird der Preis auf 9,5 Cent/kWh gesetzt. Da Stand März 2023 der Gaspreis jedoch mit 11,2 Cent/kWh unter dem Gaspreisdeckel liegt, können Verbraucher momentan nicht davon profitieren.

Damit weiterhin Gas gespart wird, können Haushalte nur bis zu 80 % des im Vorjahr verbrauchten Gases oder der verbrauchten Fernwärme zum gedeckelten Preis erhalten werden. Werden mehr als die 80 % des Vorjahres verbraucht, muss der Rest dann zu den tatsächlichen Marktpreisen gekauft werden.

Wie funktioniert der Gaspreisdeckel?

Der Gaspreisdeckel wurde anstatt der umstrittenen Gasumlage beschlossen. Doch was ist so eine Gaspreisbremse ĂĽberhaupt? Ganz simpel ausgedrĂĽckt ist ein Gaspreisdeckel nichts anderes als eine preisliche Obergrenze fĂĽr Gas. Es wird also ein Maximalpreis festgelegt, welcher fĂĽr Gas verlangt werden darf.

Die Differenz zwischen dem tatsächlichen Preis und der eingeführten Preisobergrenze zahlt dann der Staat an die Energieversorger und Energieimporteure. Dafür will Deutschland 200 000 000 € aufwenden.

Es ist beim Gaspreisdeckel also ein direktes Eingreifen des Staates in den Markt nötig, in welchem er zuerst die Preise festsetzt und dann bei Verkäufern für die Differenz aufkommt, welche das von der Gaspreisbremse festgelegte Maximum überschreitet.

Der Gaspreisdeckel wurde statt der Gasumlage beschlossen

Eine Gasflamme

Der Gaspreisdeckel soll seit März 2023 für echte Entlastung sorgen, denn die Belastung der deutschen Bevölkerung durch die teuren Energiepreise ist hoch und der Beginn der Heizperiode macht die Situation noch ernster. Bis 2024 soll die Gaspreisbremse Heizen erschwinglicher machen.

Ursprünglich sollte die Preisbelastung seit Oktober 2022 noch stärker werden, da erhöhte Kosten von Importeuren in Form der Gasumlage auf Verbraucherinnen und Verbraucher umgewälzt werden sollten. Stattdessen gibt es nun aber den Gaspreisdeckel.

Nach anfänglicher Kritik aus der Opposition und sogar aus eigenen Reihen wurde zunächst verkündet, man müsse an der Gasumlage ein paar Änderungen vornehmen. Beispielsweise habe sich gezeigt, dass sich bereits Unternehmen für die Hilfe anmeldeten, die während der Gaskrise weiter Gewinne einfuhren. Selbstverständlich sollten genau diese Unternehmen nicht noch zusätzlich staatliche Unterstützung erhalten.

Inzwischen heißt es, die Gasumlage werde nicht mehr gebraucht. Anstatt von Preiserhöhungen geplagte Verbraucherinnen und Verbraucher weiter zu belasten, gehe es darum, Gas mit dem Gaspreisdeckel für alle bezahlbarer zu machen. Dafür soll viel Geld in eine Gaspreisbremse investiert werden.

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Der Gaspreisdeckel wird aus Coronahilfen teilfinanziert

Die Gaspreisbremse soll insgesamt etwa 200 Milliarden Euro umfassen. Das ist eine ganze Menge Geld. Geld, welches man unter anderem ĂĽber den sogenannten Wirtschaftsstabilisierungsfond (WSF) mobilisieren will. Dieser Fond wurde zu Beginn der Coronakrise ins Leben gerufen, um durch Corona-MaĂźnahmen in Gefahr geratene Unternehmen zu retten. Ein prominentes Beispiel hierbei ist die Lufthansa, welche umfangreiche finanzielle Hilfen zu Beginn der Coronakrise erhielt.

Überdies soll der WSF im Rahmen des Gaspreisdeckels mit weiteren Krediten ausgestattet werden. So soll die Gaspreisbremse Gasimporteure und Energieanbieter dafür entschädigen können, wenn sie gestiegene Preise nicht an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben. Insofern soll der Gaspreisdeckel direkt in den Markt eingreifen. Preiserhöhungen werden nicht durch die Bevölkerung, sondern vom Staat getragen.

Die Höhe von 200 Milliarden € für den Gaspreisdeckel sieht Bundesfinanzminister Lindner als durchaus gerechtfertigt. Eine Gaspreisbremse von diesem Ausmaß sei die richtige Reaktion auf Russlands völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine und auf den Energiekrieg, welchen es gegen Europa führt. Es ginge neben bezahlbaren Gaspreisen für Verbraucherinnen, Verbraucher und Unternehmen auch darum, dass Deutschland seine wirtschaftliche Schlagkraft zeigt.

Trotz neuer Kredite soll die Schuldenbremse eingehalten werden Während so mancher davon ausgeht, dass aufgrund der notwendigen Kredite für die Gaspreisbremse die Schuldenbremse im kommenden Jahr nicht eingehalten werden kann, sieht der Bundesfinanzminister darin keine Gefahr.

Der Gaspreisdeckel steht auch in der Kritik

Auch, wenn vor allem Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Industrie froh über den neuen Gaspreisdeckel sein werden, kommt Kritik am Gaspreisdeckel vor allem aus den Reihen der deutschen Wirtschaftsexpertinnen und -Experten. Grund dafür ist, dass die Gaspreisbremse die ohnehin schon starke Inflation weiter anfachen könnte.

Da Gas zum größten Teil importiert wird, benötige man für die Senkung des Gaspreises durch den Gaspreisdeckel weitgehende Subventionen. Diese staatlichen Förderungen würden wiederum die gesamtgesellschaftliche Kaufkraft erhöhen. Dies würde so zu weiteren Preissteigerungen führen. Gerade die unteren Einkommensgruppen würden insofern durch die Gaspreisbremse weiter benachteiligt. So könnte der Gaspreisdeckel gerade bei den schützenswertesten Gruppen am Ende seinen eigentlichen Zweck verfehlen.

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In anderen EU-Ländern gibt es bereits Gaspreisbremsen

Noch ist nicht ganz klar, wie die Gaspreisbremse aussehen soll, doch eines ist klar: Deutschland ist in Sachen Gaspreisdeckel wohl eher ein Nachzügler. Schon neun andere EU-Länder, darunter Spanien, Estland, Belgien und Ungarn, haben bereits Deckel für ihre Gas- und Strompreise eingeführt.

  1. Frankreich: In Frankreich besteht bereits seit ca. einem Jahr ein Gaspreisdeckel. Dieser kostete die Regierung im Jahr 2022 bereits rund 16 Milliarden Euro. Der Gaspreisdeckel wirkt allerdings: Laut einer Modellrechnung erhöhen sich die Preise vor Ort um rund 20 bis 25 € pro Monat. Ohne den die Gaspreisbremse wäre es wohl 10-mal so viel.
  2. Spanien: Wie auch Portugal nutzt Spanien einen Gaspreisdeckel, um Gas für die Stromerzeugung erschwinglich zu machen. Dabei greift der Gaspreisdeckel bereits bei Geschäften zwischen den Energieerzeugern. Auch in Spanien zeigt der Gaspreisdeckel seine Wirkung: Der Gaspreis sank im Sommer 2022 deutlich. Einziger Nachteil ist, dass die niedrigen Preise dazu geführt haben, dass immer mehr Gas zur Herstellung von Strom verwendet wird. Hinsichtlich der Verwendung erneuerbarer Energien ist dies ein Schritt zurück.
  3. Griechenland: Griechenland verwendet keine normale Gaspreisbremse, sondern eine Übergewinnsteuer, die am Ende wie ein Gaspreisdeckel wirkt. Übergewinne von Energieunternehmen werden zu 90 % versteuert und Einnahmen aus diesen Steuern gehen am Ende zurück an die Verbraucherinnen und Verbraucher. Somit muss der tatsächliche Gaspreis zwar zunächst gezahlt werden, Kundinnen und Kunden werden am Ende aber dafür entschädigt.
  4. GroĂźbritannien: In GroĂźbritannien greift der Gaspreisdeckel bei den Versorgern. Ăśberschreiten die Energieversorger eine gewisse Preismarke, mĂĽssen sie Strafe zahlen.
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