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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was ist die Stromkennzeichnung?

Seit dem 15.12.2005 sind in Deutschland alle Energieversorgungsunternehmen dazu verpflichet, Informationen über die Herkunft des von ihnen erzeugten Stroms öffentlich zugänglich zu machen.Grundlage dieser Verpflichtung ist der §42 des Energiewirtschaftsgesetzes, das die Stromkennzeichnung obligatorisch macht. Diese Stromkennzeichnung muss sowohl in der Rechnung des Kunden auftauchen sowie in den Werbematerialien des Stromlieferanten.

Werden Stromkosten vom Sozialamt übernommen?

Im Falle einer Bedürftigkeit werden die Energiekosten für den täglichen Bedarf, das Heizen und die Warmwasseraufbereitung durch das Sozialamt übernommen, solange sie sich auf eine angemessene Höhe belaufen.

Dabei muss zwischen Heizkosten, Strom- und Gaskosten unterschieden werden. Strom- und Gaskosten werden anders als Heizkosten in den Regelbedarf eingerechnet und müssen vom Empfänger durch die Sozialleistung getragen werden. Der Regelbedarf ist jedoch knapp kalkuliert und mit tendenziell steigenden Energiekosten aufgrund der EEG-Umlage müssen Leistungsbezieher besonders darauf achten die Energiekosten durch den Regelsatz decken zu können.

Sollten sich Sozialhilfeempfänger aufgrund zu hoher Kosten für einen anderen Energielieferanten entscheiden, sollte folgendes beachtet werden. Bei einer Neuanmeldung als Stromkunde überprüfen große Energieunternehmen in der Regel die Bonität des potentiellen Neukunden. Wird dabei eine schlechte Zahlungsvergangenheit durch die Schufa festgestellt, wird häufig die Antragsstellung abgelehnt. Was jedoch viele nicht wissen, ist dass die Stromlieferanten dazu verpflichtet sind, einen Tarif an alle Kunden zu liefern, der die Grundversorgung sichert.

Die Heizkosten wiederum gehören laut § 29 Sozialgesetzbuch XII nicht zu den Regelsätzen und werden durch zusätzliche Regelsätze oder Pauschalen ergänzt. Dabei werden in der Regel die tatsächlichen Kosten gedeckt, die auch eine zentrale Wasserwarmversorgung einschließen. Sollte letzteres nicht verfügbar sein, werden Haushalte mit dezentraler Warmwasserversorgung entsprechend mit Mehrbedarfszuschlägen bedacht. Dabei ist zu beachten, dass nach bestimmten Kriterien wie beispielsweise dem Baujahr des Gebäudes, in dem der Empfänger wohnt, die Isolierung, das verbaute Heizsystem etc. Beträge kalkuliert werden, die als angemessen zu erachten sind. Sollten die Heizkosten also diesen angemessenen Betrag überschreiten, ist die vollständige Kostenübernahme durch das Sozialamt nicht gewährleistet. Diese Entscheidung liegt im Ermessen des jeweiligen Sozialamtes.

Entscheidet sich der Sozialhilfeempfänger für das Beziehen einer Pauschale und bei der Jahresabrechnung werden Nachzahlungen fällig, werden auch diese in angemessenem Rahmen übernommen. Sollte jedoch eine Pauschale beantragt zugeteilt worden sein, die den tatsächlichen Verbrauch übersteigt, folglich durch den Stromanbieter eine Rückzahlung erfolgt, muss diese den Sozialamt rückerstattet werden.

Hat ein Empfänger Schulden bei einem Energieversorgungsunternehmen angehäuft und es droht die Abschaltung des Stroms in der Wohnung oder ist bereits erfolgt, kann auch in diesem Fall das Sozialamt Stromschulden übernehmen, um weitere Probleme zu verhindern.

Die Informationen auf dieser Seite sind Orientierungshilfen. Genaue Auskünfte können nur vom zuständigen Sozialamt auf der Grundlage der individuellen Lebensverhältnisse gemacht.

Wieviel kostet eine kWh?

Der Preis für eine Kilowattstunde (kWh) setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Im Jahr 2014 lag der Durschnittspreis pro kWh bei rekordverdächtigen 29,1 Cent, im laufenden Jahr 2015 sind es bis dato 28,81 Cent/kWh.

Einige Stromanbieter werben mit Pauschalangeboten, die dem Verbraucher eine gewisse Menge an kWh zu einem Festpreis anbieten. Ähnlich wie bei Handyverträgen werden unverbrauchte Einheiten jedoch nicht für den nächsten Monat bzw. Für das nächste Jahr angerechnet, und kWh, die man über das Limit verbraucht hat, werden mit besonders hohen kWh-Preisen verrechnet. Solche Pauschalen machen also besonders für solche Leute Sinn, die ihren Stromverbrauch recht genau kennen und somit nicht Gefahr laufen, in eine Preisfalle zu tappen. Für Kunden, die die Menge ihres verbrauchten Stroms nicht gut einschätzen können oder sehr variable Verbrauchsmuster haben, eignet sich eher ein klassischer Vertrag der kWh-genau abrechnet.

Mit dem kWh-Preis soll die ganze Kette von Erzeugung, Vertrieb und Transport sowie die Steuern und Abgaben und letztliche die Umlagen für den Atomausstieg und die Förderung der erneuerbaren Energien gedeckt werden. Diese sollen im Folgenden näher beleuchtet werden:

Erzeugung

Für die Erzeugung oder Beschaffung der Elektrizität, den Vertrieb und das daran mitwirkende Personl werden im Durchschnitt 7,12 Cent/kWh berechnet. Es handelt sich also nur um ca. ein Viertel des Endpreises.

Netznutzung

Damit der erzeugte Strom auch letztlich den Kunden erreicht kann, sind Höchst-, Mittel- und Niederspannungsnetze erforderlich. Höchstspannungsnetze leiten auf große Distanz in einem großmaschigen System die Elektrizität quer durch Deutschland und wird dann in Umspannwerken auf Mittelspannungsnetze und von dort wiederum auf Niederspannungsnetze umgeleitet. Letztere sind durch ihr engmaschiges Netz in der Lage jeden Haushalt in Deutschland zu erreichen und mit Strom zu versorgen.

Um ein zuverlässiges und leistungsfähiges Netz garantieren zu können werden die sogenannten Netznutzungsentgelte erhoben. Dabei handelt es sich um einen einheitlichen Betrag pro kWh der von der... festgelegt wird und zu Beginn des Jahres 2015 bei 6,76 Cent/kWh lag. An dieser Stelle können also keine Einsparungen durch einen Lieferantenwechsel erfolgen.

Lesen Sie mehr zum Thema Elektrizitätsnetze auf dieser Seite.

Steuern und Abgaben

Entscheidend für Ihre Endrechnung ist jedoch nicht nur der Preis der Erzeugung und des Vertriebs, denn dieser macht lediglich einen Teil der Gesamtkosten aus. Steuern und Abgaben machen mit ca. 52% den Großteil der Energiekosten aus.

Dabei wird zunächst die Stromsteuer, die nach dem Prinzip der Verbauchssteuer mit 2,05 Cent pro verbrauchte kWh aufgeschlagen wird.

Um langfristige energiepolitische Projekte realisieren zu können werden sogenannte Umlagen erhoben. Um beispielsweise den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, die unter anderem wegen hoher Einrichtungskosten und ausgefeilter Technologie teurer sind als Energie aus konventionellen Quellen, wurde die EEG-Umlage auf der Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 eingeführt. Jede kWh Strom wird also mit zusätzlichen 0,254 Cent für die Förderung der erneuerbaren Energien belastet.

Zu den Hintergründen des EEG erfahren Sie mehr, wenn Sie diesem Link folgen.

Eine weitere Abgabe ist die §19-Umlage die auf dem Paragraph 19 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) basiert. Hintergrund ist hierbei der Plan die deutsche Wirtschaft zu stärken, indem die Abwanderung von energieintensiven Unternehmen in Länder mit günstigem Strom verhindert werden soll. Dieser Aspekt ist zentral, denn Deutschland ist nach Dänemark das Land mit den höchsten Strompreisen in der EU und schafft sich somit Wettbewerbsnachteile. Mit der teilweisen oder kompletten Befreiung von den Netzentgelten können Unternehmen bedeutende Einsparungen machen und Deutschland ein attraktiver Standort für energieintensive Unternehmen bleiben. Die ausfallenden Netznutzungsentgelder müssen jedoch gedeckt werden und werden deshalb auf die Haushalte umgelagert. Diese zusätzlichen Kosten belaufen sich in 2015 auf 0,237 Cent/kWh.

Bei der Konzessionsabgabe wiederum handelt es sich um einen Betrag, der auf der Grundlage der Gemeindegröße errechnet wird. Diese zusätzlichen Kosten kommen zustande, da die Energielieferanten bei der Verlegung und beim Betrieb der Stromleitungen die Straßen und Wege der Gemeinden nutzen und abnutzen. Um die dadurch enstehenden Kosten auszugleichen zahlen die Energielieferanten Abgaben an die Gemeinden. Die Energielieferanten wiederum lagern diese Kosten direkt auf den Stromverbraucher um. Je nach Größe der Gemeinde werden unterschiedliche Konzessionsabgaben fällig, dabei rangiert sie zwischen 1,32 Cent /kWh bei Gemeinden bis zu 25.000 Einwohnern bis 2,39 Cent/kWh in solchen mit über 500.000 Einwohnern.

Eine weitere Umlage ist die sogenannte Offshore-Haftungsumlage, die am 1.Januar 2013 eingeführt wurde um mögliche Schadensersatzkosten, die durch einen verzögerten Anschluss von Offshore-Windparks an das Transportnetz der Elektrizität enstehen können. 

Welche Kosten kommen noch dazu?

Die Energielieferanten erheben außerdem häufig eine monatliche Grundgebühren, die zusätzlich fällig wird. Auch hier kann man jedoch nicht pauschal sagen, dass ein Stromvertrag mit monatlicher Grundgebühr teuer ist. Denn manche Stromlieferanten bieten mit einer höheren Grundgebühr günstigere kWh-Preise an. Für einen Mehrpersonenhaushalt mit hohem Stromverbrauch könnte sich so eine Kombination also eher lohnen, als für einen Singlehaushalt in dem der Stromverbrauch überschaubar ist. Letzterer könnte hingegen eher von einem Vertrag profitieren bei dem höhere kWh-Preisen anfallen, jedoch keine monatliche Grundgebühr. 

Die Entscheidung für einen anderen Stromtarif sollte daher nicht ausschließlich auf Grundlage des kWh-Preises gefällt werden, sondern muss auch Zusatzkosten in Betracht ziehen.

Die wichtigsten Gesetze zum Thema Energie

Energieversorgung ist ein hochpolitsches Thema. Mit der politischen Stimmungslage und großen Ereignissen kann sich somit die Gestaltung der Energielandschaft entscheidend verändern.

Atomausstieg

Eines dieser großen Ereignisse war die Atomkatastrophe in Fukushima im März 2011. Als damals ein mächtiger Tsunamie auf die japanische Küste prallte und den Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima Daichi II zur Atomschmelze führte mussten nicht nur Tausende Menschen vom Gebiet um das Atomkraftwerk fliehen, sondern wurde dieses Gebiet auch für Jahrzehnte schwerst nukleär kontaminiert und unbewohnbar gemacht. Die Bundesregierung des Kabinetts Merkel II reagierte auf diese Katastrophe mit einem radikalen Schritt. Obwohl er im Herbst 2010 die Laufzeit für einige Kernkraftwerke verlängert wurde, beschloss die Bundesregierung im April 2011 den Atomausstieg Deutschlands. Demnach sollen bis 2022 schrittweise alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden. Gesetzesgrundlage dieser Entscheidung ist das "13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes", das mit großer Mehrheit am 30. Juni 2011 im Bundestag verabschiedet wurde. 

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Deutschland spielt international eine Führungsrolle zu Fragen des Klimaschutzes und Klimawandels. Authentisch kann Deutschland diese Rolle nur vertreten, wenn auch im Inland Maßnahmen zur Nachhaltigkeit ergriffen werden. Das EEG, was zuletzt 2014 reformiert wurde, unterstützt die Betreiber von Anlage, die erneuerbare Energie erzeugen. 20 Jahr lang werden diese mit überdurchschnittlichen Marktpreisen vergütet. Schritt für Schritt sollen so die hohen Kosten für die Etablierung erneuerbarer Energien deckt werden ohne den Endnutzer mit deutlich höheren Strompreisen vom Bezug von Ökostrom abzuhalten. Diese Hilfe soll jedoch mittelfristig abgeschafft werden.

Wie steht es um die deutschen Energiepreise im europäischen Vergleich ?

Deutsche zahlen nach den Dänen die zweithöchsten Strompreise in der EU. Das gilt zumindest für Privathaushalte, die ca. 29,30 Euro je 100 kWh zahlen. Das sind laut Eurostat im zweiten Halbjahr 2014 8,50 Euro mehr als der europäische Durchschnitt, der bei 20,80 Euro für die gleiche Menge Energie liegt. Dabei machen Steuern und Abgaben mehr als 50% aus. (Wie sich der Preis einer kWh im Detail zusammensetzt, lesen Sie hier).

Trotz EEG-Umlage und Atomausstieg wurde jedoch zum ersten mal seit dem Jahr 2000 im ersten Halbjahr 2015 leicht sinkende Strompreise in Deutschland festgestellt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft teilte im Mai 2015 mit, dass bei einem Jahresverbrauch von 3500 kWh, wie ihn ein Drei-Personen-Haushalt durchschnittlich benötigt, 2014 im Schnitt noch Kosten von 85 Euro pro Monat angefallen sind, es in 2015 84 Euro pro Monat seien. Das ist zwar ein leichter durchschnittlicher Preisrückgang, gemessen jedoch daran, dass bei gleichem Verbrauch im Jahr 2000 ca. 40,70 Euro gezahlt wurden, eher unerheblich. Fakt ist, dass durch hohe Steuern und Abgaben auf Energie die Preise konstant steigen und ein günstiger Stromvertrag umso wichtiger ist.

Anders als bei den Strompreisen liegt der deutsche Durchschnittsgaspreis von 6,80 Euro für 100 kWh im europäischen Mittelfeld. Europäer zahlten in der zweiten Jahreshälfte von 2014 im Schnitt 7,20 Euro für 100 kWh Gas.