Was ist galvanischer Strom & wie kann er eingesetzt werden?

Galvanischer Strom ist Gleichstrom und wird hauptsächlich bei verschiedenen Elektrotherapien verwendet. Der elektrische Strom ist auf ein sicheres, niedriges Spannungsniveau gleichgerichtet. Über Elektroden, die auf der Haut platziert werden, wird der Strom an den Körper abgegeben. Galvanischer Strom wird in der Regel von einer qualifizierten Fachkraft über ein Gerät in einer Klinik angewendet.


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Was ist galvanischer Strom?

Gleichstrom Zeichen
Gleichstrom Zeichen

Der direkte oder galvanische Strom ist ein kontinuierlicher, ununterbrochener, unidirektionaler Fluss von geladenen Partikeln, der als Gleichstrom definiert ist. Definitionsgemäß wird der galvanische Strom als ein Ladungsstrom vom Pluspol zum Minuspol betrachtet.

Das bedeutet, dass die negative Elektrode die elektrische Ladung aufnimmt, die von der positiven Elektrode geliefert wird. Es gibt zwei Möglichkeiten, galvanische Ströme zu erzeugen:

  1. Mit Akkus oder Batterien
  2. Durch Gleichrichten des Wechselstroms aus dem Netz
  3. Durch ein galvanisches Element

Der galvanische Strom wurde vom Italiener Luigi Galvani im 18. Jahrhundert erfunden. Während seiner Experimente brachte sein Assistent versehentlich durch einen Funken ein Froschbein zum Zucken. Hierdurch theoretisierte Galvani die elektrische Basis von Nervenimpulsen. Dieser Durchbruch inspirierte seinen Kollegen Alessandro Volta, um die erste Batterie zu erfinden.

Wo wird galvanischer Strom eingesetzt?

Galvanischer Strom wird innerhalb der Elektrotherapie als Physiotherapie-Technik und auch in Kosmetik eingesetzt. Galvanischer Strom ist effektiv und einfach anzuwenden. Es handelt sich jedoch um eine Stromart, die immer mehr in die Kritik gerät. Mit anderen Elektrotherapie-Techniken können ähnliche oder sogar bessere Ergebnisse erzielt werden, ohne Patienten den negativen Auswirkungen der Reaktionen der Pole aussetzen zu müssen.

Bei einigen aktuellen Elektrotherapiegeräte wurde eine weitere Methode gefunden, um die negativen Nebenwirkungen zu umgehen: Sie ändern die Polarität der galvanischen Ströme. Somit können unerwünschte Effekte aufgrund der chemischen Reaktionen aufgehoben werden. Zu diesen unerwünschten Reaktionen gehören beispielsweise Reizungen auf der Haut.

Galvanischer Strom Anwendung: Iontophorese

Galvanische Strom beinhalten einen anhaltenden Fluss von Elektronen vom negativen zum positiven Pol. Es gibt keinen Polaritätswechsel und es wird eine Intensität angewendet, die an die für die Behandlung erforderliche Dosis angepasst ist. Galvanischer Gleichstrom wird hauptsächlich bei der Anwendung der Iontophorese eingesetzt. Bei der Iontophorese werden Substanzen mithilfe des galvanischen Stroms durch die Haut eingebracht. Es ist eine sehr nützliche Technik, da sie nicht-invasiv, schmerzlos und sehr effektiv bei lokalen Anwendungen ist.

Galvanischer Strom als Anwendung der Muskelstimulation

Eine weitere häufige Art der Anwendung der galvanischen Elektrotherapie ist die Verwendung von gepulsten Strömen zur Verringerung der Hypotrophie. Durch den galvanischen Strom kann eine gute Stimulation in Muskeln erreicht werden, um so den Muskel zu stärken. Hypertrophie ist die Bezeichnung der Schrumpfung des Gewerbes durch Zellverkleinerung, beispielsweise bei fehlender Nährstoffversorgung oder fehlender funktioneller Belastung nach einem Unfall.

Galvanischer Strom: Kosmetik

Die galvanische Gesichtsbehandlung ist eine übliche Spa-Behandlung. Die galvanische Gesichtsbehandlung ist ein komplizierter Prozess. Um den Prozess besser zu verstehen, ist Folgendes wissenswert:

  1. Die Haut ist von Natur aus säurehaltig (alles mit einem pH-Wert unter 7 ist sauer).
  2. Das Gegenteil einer Säure (pH-Wert größer als 7) ist alkalisch oder auch Lauge genannt.

Der erste Schritt der galvanischen Gesichtsbehandlung wird "Desincrustation" genannt. Dies ist der Reinigungsschritt. Es wird ein Gel auf die Haut aufgetragen, das eine negative Ladung (negative Ionen) hat. Ein negatives Gel ist alkalisch (also das Gegenteil von der Haut). Wenn der negativ geladene Stab mit dem galvanischen Strom auf die Haut aufgetragen wird, drückt er das Gel in die Poren. Das Alkali reagiert mit der Haut und macht sie viel weicher.

Der nächste Schritt ist die Iontophorese. Hier wird ein positiv geladenes Gel (das säurehaltig ist, wie die Haut) mit einigen pflegenden Produkten aufgetragen. Wenn der positiv geladene Applikator eingesetzt wird, wird das positive Gel effektiv in die Haut eingeschleust. Beide positiven Ladungen stoßen sich ab (der Applikator schiebt das Gel also in die Poren).

Weitere Anwendungen von galvanischem Strom

  • Galvanisches Bad: Es wird auch Stangerbad oder hydroelektrisches Bad genannt und hat mehrere Einsatzbereiche. Bei dieser Art Therapie wird schwacher Gleichstrom durch den Körper geleitet. Galvanische Bäder werden angewendet, um Schmerzen zu lindern, Muskulatur zu lockern, Rheuma zu bessern und die Durchblutung des Gewebes zu erhöhen. Es wird am ganzen Körper oder an großen Körperpartien praktiziert.

    Die Sitzungen dauern in der Regel zwischen 10 und 20 Minuten, wobei das Wasser eine Temperatur von 34 °C hat. Galvanische Bäder wurden wissenschaftlich anerkannt. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird jedoch das galvanische Vierzellenbad bevorzugt. Es funktioniert nach demselben Prinzip, verbraucht jedoch viel weniger Wasser.

  • Haarentfernung durch Elektrolyse: Bei der elektrischen Haarentfernung wird mittels einer haarfeinen Sonde galvanischer Strom in den Follikel eingebracht. Die Haarwurzel und das gesamte haarbildende Gewebe werden durch elektrolytische Verbrennung zerstört.

  • Hyper - Hydrose: Behandlung von übertriebenem und lokalisiertem Schwitzen an einigen Körperstellen, hauptsächlich an den Hand- und Fußsohlen. Die betroffenen Körpersegmente werden in einen Eimer mit Trinkwasser gelegt, wobei in jedem Behälter eine leitfähige Gummi-Elektrode verwendet wird. Es werden niemals metallische Elektroden verwendet.

Galvanischer Strom im menschlichen Körper - Nebenwirkungen

Der Hauptnachteil bei der Anwendung von galvanischen Strömen sind die Säurereaktionen, die in der Anode entstehen. Die pulsierenden galvanischen Ströme haben sowohl bei niederfrequenten Strömen als auch bei Strömen mittlerer Frequenz zwischen 1 und 10 Hz eine schmerzlindernde Wirkung. In einigen Fällen kann es bei diesem Alleskönner Strom jedoch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen:

  • Endoprothetik und Osteosynthese: Anders ausgedrückt, bei Operationen von Knochenbrüchen mithilfe von Schrauben, Nägeln, Platten oder Drähten und bei Prothesen. Aufgrund der Leitfähigkeit von Metallen sammeln sich darin elektrische Ladungen an, die diese zu einer Pseudoelektrode machen.
  • Herzschrittmacher: Präzisionsgeräte, die für die Herzkontrolle notwendig sind. Es muss vermieden werden, dass der Rhythmus der von ihm erzeugten Impulse durch irgendwelche elektrischen Störungen beeinflusst wird.
  • Herzprobleme: Wenn das Herz durch verschiedene Pathologien beeinträchtigt ist, kann der Einfluss elektrischer Felder den Rhythmus verändern und das Auftreten von Extraschlägen oder Ausfällen von Herzschlägen verursachen.
  • Schwangerschaft: Die Anwendung aller Arten von Strömen ist kontraindiziert, um den Schwangerschaftsverlauf möglichst wenig zu beeinflussen.
  • Bösartige Tumore: Die durch die Stromanwendung erzeugten elektrochemischen Prozesse können dazu beitragen, dass der Stoffwechsel und die Vermehrung der bösartigen Zellen stärker außer Kontrolle geraten und der pathologische Prozess begünstigt wird.
  • Thrombophlebitis: Der Thrombus kann an Größe zunehmen.
  • Haut in schlechtem Zustand oder mit Wunden: Das Vorhandensein von Läsionen auf der Haut führt zu einer übermäßigen Konzentration der elektrischen Energie mit der drohenden Gefahr von Verbrennungen.

Was ist ein galvanisches Element?

Galvanisches Element

Ein galvanisches Element oder auch galvanische Zelle genannt, bestehen grundsätzlich aus einer Anode, einer Kathode und einer leitfähigen Flüssigkeit, dem Elektrolyt. Das Ziel eines galvanischen Elements ist es, chemische Energie in elektrische Energie umzuwandeln. Diese elektrische Energie wird als galvanischer Strom bezeichnet. Ein weiteres wichtiges Merkmal der Reaktionen innerhalb des galvanischen Elements ist, dass die Redoxreaktionen dort spontan ablaufen.

Redoxreaktion sind chemische Reaktionen, bei denen Elektronen von einem Stoff auf einem anderen übergehen. Eine Redoxreaktion wird zum Beispiel ausgelöst, wenn ein Streichholz an der Reibfläche der Streichholzschachtel angezündet wird.

Beim galvanischen Element stellt die Anode den Minuspol dar und die Kathode den Pluspol, die Elektronen fließen von der Anode zur Kathode. Beide Elektronen sind räumlich voneinander getrennt, deshalb findet kein direkter Elektronenübergang statt. Reduktion und Oxidation laufen getrennt voneinander ab.

Was versteht man unter Galvanisierung?

Der Ursprung des Begriffs "Galvanisierung" wurde vom Namen des italienischen Physiologen Luigi Galvani abgeleitet, der die Auswirkungen von elektrischem Strom auf das Nervensystem von Fröschen entdeckte. In den Anfangsjahren der elektrischen Wissenschaft war das am häufigsten verwendete Metall zur Erzeugung galvanischen Stroms Zink.

Im Jahr 1837 meldete Sorel (französischer Wissenschaftler) in Frankreich ein Patent für ein Verfahren an, bei dem Stahl in geschmolzenes Zink getaucht wird. Dieser Prozess wird als "Galvanisieren" bezeichnet, zu Ehren des 1798 verstorbenen Galvani.

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