Erdöl Reserven: Wie lange reicht das Erdöl?

Erdöl Reserven

Die weltweiten Erdöl Reserven betragen 244 Milliarden Tonnen. Nach den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen würden die gesicherten Erdöl Reserven für mehr als 50 Jahre ausreichen, wenn der aktuelle Welterdölverbrauch gleich bleibt. Die Erdöl Reserven sind jedoch eine Momentaufnahme und erhöhen sich kontinuierlich. In diesem Artikel: Die Eingrenzung des Begriffs “Erdöl Reserven”, Darstellung Erdöl Reserven nach Ländern, die Endlichkeit des Erdöls und die Organisation OPEC.


Wissenswerte Fakten & Energietipps

Die nachgewiesenen Erdöl Reserven

Erdöl Reserven

Zu den Erdöl Reserven zählen alle nachgewiesenen Vorkommen, welche unter den wirtschaftlichen und technischen Aspekten zukünftig gefördert werden können. Betrachtend die Erdöl Reserven seit den 1940 Jahren, so haben diese sich stetig erhöht. Beispiel: 1940 betrugen die Erdöl Reserven weltweit noch 6 Milliarden Tonnen. 1980 stiegen die Erdöl Reserven bereits auf 88 Milliarden Tonnen.

Dass es einen immer stetigen Nachschub an Erdöl Reserven gibt, wird der technologischen Fortentwicklung in der Fördertechnik verdankt. Diese ermöglichen eine immer effizientere Ausschöpfung der Lagerstätten und die Erschließung tieferer Vorkommen durch neuartige Bohrtechniken.

Barrel oder Tonnen? Rund um das Thema Erdöl werden verschiedene Einheiten verwendet. Bei der Erdölförderung wird oftmals die Einheit Mio Barrel pro Tag angegeben. Wiederum tragen die Erdöl Reserven entweder die Einheit Mio Tonnen oder Mrd Barrel. Zur Erklärung: Barrel ist eine Maßeinheit aus dem Englischen und bedeutet Fass oder Tonne. Ein Barrel Erdöl entspricht 159 Litern Erdöl. Auf dem Weltmarkt wird der Erdöl Preis in US-Dollar pro Barrel angegeben.

Nicht mit Erdöl Ressourcen verwechseln

Anders als die Erdöl Reserven stehen die Erdöl-Ressourcen sowohl für alle nachgewiesenen als auch nicht nachgewiesenen Mengen an Erdöl. Das bedeutet, dass bei den nachgewiesenen Erdölmengen diese derzeit entweder technisch oder wirtschaftlich nicht gefördert werden können. Nicht nachgewiesene Erdöl Ressourcen sind geologisch mögliche Erdölmengen, die erst künftig gewinnbar sind.

Erdöl Ressourcen sind:
🛢️ Nachgewiesene Erdöl Mengen 🛢️ Nicht nachgewiesene Erdöl Mengen
  • Geologisch nachgewiesen
  • Wirtschaftlich derzeit nicht gewinnbar
  • Neuere und teure Technik wird benötigt
  • Wurden noch nicht nachgewiesen
  • Sind aber aufgrund von geologischen Charakteristika in einem Gebiet zu erwarten

FAZIT: Die Übergänge zwischen Erdöl Reserven und Ressourcen sind manchmal sehr fließend. Als Beispiel kann der Abbau von Ölsanden in Kanada angeführt werden. Noch vor wenigen Jahren war es unmöglich, diese wirtschaftlich zu erschließen, da die notwendige Technik zur Förderung gefehlt hat. Der Abbau von Ölsanden in Kanada ist damit ein jüngstes Beispiel für die Entwicklung von Ressourcen zu Reserven.

Die größten Erdöl Reserven weltweit

Erdöl ist ein Energieträger. Energieträger sind Stoffe, die Energie besitzen oder diese gespeichert haben. Der Energiegehalt dieser Energieträger wird für Energieumwandlungsprozesse nutzbar gemacht. Zum Beispiel: Ein Gaskraftwerk produziert aus der Verbrennung von Erdgas Strom und Wärme.

Erdöl gilt derzeit als der wichtigste Energieträger weltweit. Denn Erdöl wird sowohl zum Heizen, zum Tanken und in großen Vielfalt in der chemischen Industrie eingesetzt. Oftmals wird das unbehandelte Erdöl auch als Rohöl bezeichnet. Erdöl kommt in der oberen Erdkruste vor und besteht aus mindestens 500 Komponenten.

Edröl Reserven: Länderliste

Weltweit sind die Erdöl Reserven ungleichmäßig verteilt. Der mittlere Osten (Saudi Arabien, Iran, Irak) verfügt fast über die Hälfte aller Erdöl Reserven (47,7 %). Daraufhin folgen Mittel- und Südamerika (19,4 %), Nordamerika
(13,7 %), Europa und Eurasien (9,1 %) und den Schlusspunkt bilden Afrika (7,6 %) und Asien Pazifik (2,5 %). Alle Angaben beziehen sich auf das Jahr 2014 (Quelle: Bundeszentrale für Politische Bildung, bpb, 2016).

Im Folgenden werden Länder mit ihren jeweiligen Erdöl Reserven aufgeführt. An erster Stelle steht Venezuela und verfügt damit über die größten Reserven im globalen Maßstab betrachtet. Es sei anzumerken, dass das Erdöl in Venezuela normalerweise sehr aufwändig und kostspielig gefördert werden muss. Beispielsweise lagert ein Teil des Erdöls im Ölschiefer.

Quelle: Statista, statista.de, 2021

Zur Förderung von Erdöl Reserven: Arten von Technik

Die Förderung von Erdöl kann in Onshore und Offshore eingeteilt werden. Unter Onshore versteht man die Förderung an Land und Offshore steht für die Erdölförderung aus dem Meeresgrund. Dabei gilt besonders als schwierig die Erdölförderung aus Lagerstätten, die sich unterhalb des Bodens von Meeren befinden.

Onshore-Förderung

Die Erdölförderung an Land mit Bohrmaschinen wird als die konventionelle Förderung bezeichnet. Der Rohstoff lagern dabei in den Zwischenräumen einer porösen Gesteinsschicht. Indem es angebohrt wird, schießt das Erdöl dank des natürlichen Lagerstättendrucks nach oben.

Das gezielte Suchen nach Erdölfeldern erfolgt mittels Schalluntersuchungen, wobei die Schichtstruktur des Untergrunds analysiert wird. Probebohrungen erfolgen, sobald die Analyse auf Erdölvorkommen schließen lässt. Eine Förderung kann dabei aus drei Phasen bestehen:

  1. Primärförderung: Der Druck in den Lagerstätten ist hoch genug, sodass das Erdöl von alleine an die Oberfläche schießt. Künstliche Maßnahmen werden nicht benötigt.
  2. Sekundärförderung: Im Laufe der Förderung kann der Lagerstättendruck sinken. Tritt dieser Fall ein, kann durch die Einleitung von Gas oder Wasser der Lagerstättendruck wieder erhöht werden. Mit dem zusätzlichen Druck können bis zu 60 % des insgesamt vorhandenen Erdöls gefördert werden.
  3. Tertiärförderung: Die dritte Phase wird je nach gegebener Situation eingesetzt. Um über die Primär- und Sekundärförderung mehr Erdöl zu erhalten, kann durch das Einpressen von Gas oder Heißwasser die Ausbeute gesteigert werden.

Offshore-Förderung

Bei der Offshore Förderung befinden sich die Lagerstätten unter Wasser. Um Erdöl fördern zu können, müssen auf dem Meeresgrund stehende oder auf dem Wasser schwimmende Bohrplattformen eingerichtet werden. Diese werden mithilfe von Schleppern zum Zielort gezogen und mit einem Stahlsockel im Meeresgrund verankert.

Anders als Bohrplattformen haben Bohrschiffe gar keine Verbindung zum Meeresgrund. Ihre Festigkeit erhalten diese Schiffe durch die besonders starken Thruster-Motoren. Damit können Bohrschiffe auch bei schweren Stürmen ihre exakte Position beibehalten.

Schätzungsweise 25 % der weltweit nachgewiesenen Erdöl Reserven befinden sich in Lagerstätten unter Wasser. Seit 2013 untersteht die Erdölförderung in der EU strengen Richtlinien. Die EU-Vorschriften legen fest, dass Ölunternehmen einen Nachweis zur Deckung potenzieller Haftungsansprüche vorlegen müssen. Weitere Informationen dazu auf der Website des Europäischen Parlaments: Offshore-Gewinnung von Erdöl.

OPEC: Zusammenschluss der erdölreichen Ländern

OPEC kontrolliert einen Großteil des Rohöl Weltmarktes.
(Zitat: statista.de)

OPEC ist eine im Jahr 1960 gegründete internationale Organisation, die das Ziel verfolgt einen monopolisierter Ölmarkt zu bilden. Mithilfe dieser Marktform wird versucht gegen Preisbildungen vorzugehen, indem die Förderquoten für die einzelnen OPEC Länder festgelegt werden.

Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder, englisch: Organization of the Petroleum Exporting Countries, wurde in Bagdad gegründet. Die fünf Gründungsländer sind Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela. Weitere Mitglieder, die sich später angeschlossen haben, sind Algerien, Katar, Libyen, Nigeria, Die Vereinigten Arabischen Emirate und Angola. Die vollständige Lister aller Mitgliedsländer finden Sie auf der offiziellen Website der OPEC: Organization of the Petroleum Exporting Countries.

Die Endlichkeit des Rohstoffs Erdöl

Sind Erdöl Reserven endlich?
Sind Erdöl Reserven endlich?

Die Reichweite fossiler Rohstoffe, sprich ob diese endlich und in nächsten Zukunft aufgebracht seien, sind immer wieder Thema der öffentlichen Diskussion. Je nachdem welche Werte als Basis für die Diskussion genommen werden, kann eine unterschiedlich dargestellte Schlussfolgerung erfolgen.

Zunächst einmal sollte festgehalten werden, dass trotz eines gestiegenen Weltölverbrauchs die bestätigten Erdöl Reserven von 1970 bis 2020 sich nahezu verdoppelt haben. Das führt darauf zurück, dass neue Technologien zur Förderung von Erdöl entwickelt werden und damit die vorhandenen Erdöl Ressourcen in Erdöl Reserven überfließen.

In einigen Diskussionsrunden wird oftmals nur auf die Erdöl Reserven zurückgegriffen, die jedoch zur Beantwortung der Frage wie lange die Ölvorräte reichen, sich nicht bestens eignen. Denn es ist davon auszugehen, dass bedingt durch den technischen Fortschritt die Erdölvorräte, die in den Ressourcen erfasst werden, zukünftig verstärkt erschlossen werden. Wirtschaftliche Voraussetzung für die Erschließung könnten auch die steigenden Ölpreise schaffen.

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