Bringt uns die Digitalisierung der Energiewirtschaft voran?

blaues Handy und blauer Globus

Immer häufiger hört man über die Digitalisierung in verschiedensten Kontext. Die Energiewirtschaft bildet hier auch keine Ausnahme: Die kontinuierliche Entwicklung und Automatisierung erreicht immer mehr Energieversorger. Doch stellt sich die Frage: Braucht man wirklich die Digitalisierung in der Energiewirtschaft oder ist diese nur ein Trend, der gut klingt, aber nirgends hinführt, sogar umweltschädlich ist? Wir haben Ihnen die wichtigsten Pros und Contras zusammengestellt.


Was heißt Digitalisierung in der Energiewirtschaft?

Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen:

  1. Einerseits wird damit das Umwandeln von analogen Informationen in digitale Formate bezeichnet.
  2. Andererseits wird der Begriff für die digitale Transformation in der Gesellschaft und Wirtschaft verwendet.

Was die Energiewirtschaft betrifft, bietet die Digitalisierung für Netzbetreiber und Energieversorger eine große Chance. Genau im 21. Jahrhundert, wo die Menschheit vor möglichen Blackouts (größere Ausfälle in der Stromversorgung) sowie vor weiteren Herausforderungen des Klimawandels steht.

Mit der zunehmenden Nutzung von digitalen Technologien wächst allerdings auch der Stromverbrauch. Energieversorger müssen also für den stark steigenden Stromverbrauch vorbereitet sein und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Umwelt betrachten.

Warum spielt Digitalisierung eine Rolle in der Energiewirtschaft?

Der digitale Wandel wird unsere Wirtschaft und Gesellschaft in den nächsten Jahren sowie Jahrzehnten grundlegend prägen. Außerdem ist die Digitalisierung schon in unserem Leben, im Alltag präsent. Die Grundlage der Digitalisierung in der Energiewirtschaft in Deutschland bildet die Energiewende. Anteile erneuerbarer Energien werden bis 2050 schrittweise erhöht. Alle Änderungen wurden im Erneuerbare-Energien-Gesetz mit dem Ziel festgelegt, die Energieversorgung umzustrukturieren.

Geplant ist unter anderem, den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 um 30 % zu erhöhen und eine Reduktion der Treibhausgase gegenüber 1990 um mindestens 55 % zu reduzieren (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie). Das Gesetz (EEG) regelt ebenfalls den Ausbau von erneuerbaren Energien in Deutschland. Dabei stehen im Vordergrund Energieeffizienz sowie Nachhaltigkeit.

Zudem wird die Stromerzeugung zukünftig dezentraler. Das heißt, dass mehrere kleinere Energiequellen statt nur einem Atomkraftwerk eingesetzt werden. Immer mehr wird die Energie, besonders Strom, inzwischen aus Sonne und Wind in vielen und durchschnittlich kleineren Anlagen erzeugt. Diese sind vor allem über das ganze Land verstreut. Eine Mischung aus erneuerbaren und fossil befeuerten Kraftwerken wird die Deckung des Strombedarfs in Zukunft sicherstellen. Sollten mehr Energie erzeugt als verspeist werden, werden sie zurückgespeist.

Um die Ziele der Energiewende sowie der Umstellung zu erreichen, müssen Stromnetze weiter ausgebaut und verstärkt werden. Dies führt zu einer komplexen Versorgungsstruktur, wo mehr intelligente Stromnetze mit aktivem Informationstausch innerhalb des Netzwerkes ausgebaut werden müssen. Somit bildet laut BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) die Energiewende „das größte nationale IT-Projekt aller Zeiten“.

Die größten Nutzen der Digitalisierung der Energiewirtschaft

  1. Schnellere und einfachere Kommunikation zwischen Netzbetreiber, Versorger und Verbraucher
  2. Neue Tarife und Dienstleistungen für Verbraucher
  3. Optimierung von Stromverbrauch und Kosten sparen

Der Prozess der Digitalisierung wird in den nächsten Jahren mit Sicherheit den Energiemarkt in Deutschland begleiten. Die Nutzung von intelligenten Technologien hilft dabei, die Kommunikationswege zwischen Netzbetreiber, Versorger und Verbraucher zu verbessern. Dadurch steht die ganze Branche vor einer Veränderung: unter anderem werden neue Tarife und Dienstleistungen entwickelt und stets weiterentwickelt.

Geldhaufen mit Münzen

Ein weiterer Vorteil ist, dass die neuen Tarife mehr der Bedürfnisse der Verbraucher entsprechen. Diese werden Endkunden z.B. dabei helfen, Stromfresser im Haushalt zu finden und zu ersetzen. Intelligente Messsysteme (engl. Smart Grid) können zukünftig den Stromverbrauch optimieren und für Verbraucher weitere Kosten sparen.

Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW)

Die Digitalisierung in der Energiewirtschaft kann nur in dem Fall einwandfrei funktionieren, wenn für Stromanbieter aktuelle und genügend Daten zur Verfügung stehen. Diese ermöglichen, mehr Transparenz und Effizienz sowohl für die Verbraucher als auch den Netzbetreiber zu bringen. Die Daten werden stets erfasst sowie analysiert.

Dazu ist es erforderlich, moderne Messeinrichtungen wie Smart Meter (intelligente Zähler) oder digitale Stromzähler zu installieren. Mit den intelligenten Zählern haben Verbraucher die Möglichkeit, mehr Kontrolle über die Stromkosten im eigenen Haushalt zu haben. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Nachzahlungen ebenfalls vermieden werden können.

Smart Meter Pflicht in Deutschland Bis 2032 werden alle Stromkunden in Deutschland - abhängig von ihrem Stromverbrauch – mit einer modernen Messeinrichtung oder einem intelligenten Messsystem umgerüstet. Dies wurde im Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) festgelegt.

Diese erfassten Daten dienen zusätzlich dazu, Prozesse zu optimieren und weitere Vorteile für Anbieter und Kunden zu bieten. Das Ergebnis der Prozessoptimierung: Die flexiblen Tarife. Diese bilden eine sehr gute Möglichkeit, mit einer intelligenten Haussteuerung die elektrischen Geräte im Haushalt zu überwachen und deren Nutzung zu den niedrigsten Preisen anzupassen.

Überblick über den Strommarkt Deutschland

Wie die Bedürfnisse der Verbraucher die Digitalisierung der Energiewirtschaft beeinflussen

grüne Glühbirne

Immer mehr Menschen in Deutschland achten darauf, umweltbewusster, „grüner“ zu leben und ihren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Das Thema Elektromobilität spielt beispielsweise eine große Rolle heutzutage. Die Nutzung von Elektrofahrzeugen wächst kontinuierlich. Günstiger Ökostrom ist ein bedeutender Faktor dafür, dass sich viele für E-Autos entscheiden.

Außerdem hat man in den meisten Großstädten Deutschlands die Möglichkeit im Sharing-Modell, auf E-Scooter, E-Bikes oder Elektroautos umzusteigen. Für immer mehr Menschen spielt es eine wichtige Rolle, bewusst darauf zu achten, klimaneutraler und nachhaltiger zu leben. Der Bezug von Ökostrom aus erneuerbaren Energien steigt Jahr für Jahr bei den Verbrauchern.

Dank der Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland konnten bereits im Jahr 2019 Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 203 Millionen Tonnen ⁠CO₂-Äquivalente (Maßeinheit für den Effekt aller Treibhausgase auf das Klima) vermieden werden. Der Tendenz steigt: Im Jahr 2020 wurden bereits 19,2 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt. Davon stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor von 41,8 Prozent (2019) auf 45,3 Prozent (2020) des Bruttostromverbrauchs (Quelle:Umweltbundesamt 2021).

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Die größten Nachteile der Digitalisierung

  1. Cyberhackattacken und Hackerangriffe
  2. Zunehmendes CO₂ Ausstoß

Die Daten sind die wichtigsten Elemente der Digitalisierung auch in der Energiewirtschaft. Da intelligente Stromnetze mittels Internet kommunizieren, besteht die größte Gefahr darin, dass die erfassten Daten durch Cyberhackattacken in falsche Händen gelangen und missbraucht werden.

Hackerangriffe bedrohen auch Stromversorger, weil in den letzten Jahren laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) immer mehr Fälle im Energiebereich registriert worden sind.

Solche Angriffe können natürlich durch erhöhter IT-Sicherheit verbeugt werden. Stromversorger müssen also auch in die Technik und Sicherheit investieren. Für die Energiezukunft ist es wichtig sicherzustellen, dass die Daten rund um die Uhr sicher aufbewahrt werden.

Ein weiteres Problem verursacht das zunehmende CO₂ Ausstoß durch den vermehrten Stromverbrauch wegen der neuen Technologien. Um dies zu reduzieren, muss der zusätzliche Energieverbrauch klimaneutral zur Verfügung gestellt werden. Das kann durch den Ausbau erneuerbarer Energien erreicht werden. Die gute Nachricht ist, dass die Stromversorgung in Deutschland bereits jedes Jahr „grüner“ wird. Das bedeutet, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch kontinuierlich wächst.

Zukunft der Digitalisierung Energiewirtschaft: Win-win für alle Beteiligten

Die Modernisierung, Automatisierung und Digitalisierung sind auch in der Energiewirtschaft unvermeidbar. Einerseits bringt diese Welle der Veränderung neue, optimierte Prozesse für Stromanbieter. Mithilfe von den digitalen Prozessen wird eine reibungslose Überwachung und Optimierung der miteinander verbundenen Bestandteile im Stromnetz ermöglicht.

Die Digitalisierung verändert die ganze Energiewirtschaft und beeinflusst dabei viele Geschäftsbereiche. Nicht nur das Stromnetz, sondern auch die Erzeugung und den Vertrieb. Stromversorger entwickeln bereits neue Tarife, Produkte und Dienstleistungen, die mehr den Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen. Nicht zuletzt werden die Geschäfts- und Arbeitsprozesse der Versorger werden künftig optimiert.

Strommix Deutschland

Verbraucher profitieren ebenfalls von der Digitalisierung: Ihnen werden flexiblere Optionen zur Verfügung stehen, um Energiekosten zu reduzieren. Außerdem werden für sie mehrere, mehr personalisierte Informationen z.B. über den eigenen Stromverbrauch zur Verfügung stehen, die künftig ebenfalls einfacher abrufbar werden.

Die Chancen stehen also weit offen in der Zukunft, um die Energiewirtschaft weiterzuentwickeln und die Möglichkeiten der Digitalisierung in dieser Branche auszunutzen. Nicht zuletzt können auch die vorgenommene Klimaziele auch eventuell früher erreicht werden.

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