Stauseen in Deutschland: Stausee Hohenwarte, Happurger & mehr

Stauseen sind künstliche Warmwasserspeicher, die mithilfe einer Staumauer und einem gestauten Fluss in einem Tal entstehen. Verwendet werden Stauseen für verschiedene Zwecke: Zur Naherholung, zum Hochwasserschutz, zur Trinkwasserspeicherung oder zur Stromerzeugung. In Deutschland gibt es rund 311 Stauseen. Dazu gehört der Stausee Hohenwarte, der Stausee Happurger und der Stausee Hohenfelden. In diesem Artikel erfahren Sie mehr zu der Bedeutung von Stauseen und erhalten einen Überblick zu verschiedenen Stauseen in Deutschland.


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Was ist ein Stausee?

Ein Stausee ist ein vom Menschen angelegter Wasserspeicher. In der Regel wird durch eine Staumauer beziehungsweise einem Staudamm ein Fluss in einem Tal angestaut, bis ein See entsteht. Es können aber auch natürliche Seeen durch ein Stauwehr erweitert werden. Der Mensch steuert das Wasserregime und bestimmt die Menge der Wasserabgabe als auch die Einstauhöhe.

Warum baut man Stauseen?

Ein Stausee eignet sich bestens für verschiedene Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel zum Baden oder Angeln. Aber auch die Natur um den Stausee herum eignet sich aufgrund der bewachsenen Blumen, Wiesen oder Wäldern für Spaziergänge, Wanderungen oder Radtouren. So kommt es durchaus vor, dass Stauseen auch zu einem Freizeitbad umgebaut werden oder in einem Freizeipark oder Wildpark in der Nähe integriert werden.

Darüber hinaus werden Stauseen aber auch zu anderen Zwecken wie zum Hochwasserschutz, zum Ausgleich des Wasserstands von Wasserstraße, zur Trinkwasserspeicherung oder als in der Landwirtschaft als Bewässerungsanlage verwendet. Ebenfalls wichtig: Die Nutzung von Stauseen als Energiespeicher. Lesen Sie weiter um zu erfahren, warum ein Stausee ein guter Energiespeicher ist.

Warum ist ein Stausee ein guter Energiespeicher?

Einen Stausee als Energiespeicher zu nutzen macht durchaus Sinn, denn aufgrund der unendlichen Verfügbarkeit von Wasserkraft als erneuerbare Energie kann sie nach der Umwandlung in Strom je nach Bedarf genutzt werden.

Für die Stromerzeugung mit Wasserkraft werden sogenannte Speicherkraftwerke aufgebaut, die das Wasser durch eine Talsperre im Stausee speichern. Grundsätzlich gilt: Je größer ein Stausee ist und je höher das Gefälle zwischen See und Wasserkraftwerk, desto mehr Energie kann gewonnen werden. Folgende Schritte sind für die Erzeugung von Strom in Wasserkraftwerken notwendig:

  1. Bevor das Wasser in das Wasserkraftwerk geleitet wird, wird es durch eine Talsperre oder eine Stauanlage angestaut. Mithilfe der Anstauung des Wassers wird ein Höhenunterschied zwischen dem Wasser vor dem Kraftwerk (Oberwasser) und hinter dem Kraftwerk (Unterwasser) erreicht.
  2. Sobald sich die Talsperre oder die Stauanlage öffnet, fließt das Wasser eb und wird durch eine Druckrohrleitung in eine Turbine geführt. Je nach Höhe der Staumauer beträgt die Fallhöhe 15 bis 300 Meter.
  3. Die Turbine und ihre Turbinenschaufeln werden durch die kinetische Energie des Wassers, also durch seine Bewegungsenergie, in Gang gesetzt, drehen sich um eine Turbinenwelle und übertragen so die erzeugte Energie auf einen elektrischen Generator.
  4. Der elektrische Generator sorgt mit seinem Magnetfeld dafür, dass die mechanische Energie in elektrische Energie, also in Strom, umgewandelt wird. Bei der entstandenen Energie handelt es sich um Wechselstrom.
  5. Schließlich wandelt ein Transformator den Wechselstrom in Starkstrom um, der dann ins Netz eingespiesen werden kann. Handelt es sich beim Speicherkraftwerk um ein Pumpspeicherkraftwerk, kann die überschüssig erzeugte Energie wieder in den Stausee gepumpt werden.

Arten von Wasserkraftwerken Speicherkraftwerke sind nicht die einzigen Wasserkraftwerke für die Erzeugung von Strom. Laufwasserkraftwerke nutzen beispielsweise keine Stauseen, sondern Flüsse. Dabei gilt: Je höher die Fließgeschwindigkeit und der Wasserdurchlauf des Flusses, desto mehr Energie wird produziert. Mehr zu den verschiedenen Wasserkraftwerken finden Sie in unserem Artikel Wasserkraftwerk: Aufbau, Vor- und Nachteile & Kauf.

Stauseen in Deutschland: Stausee Hohenwarte, Happurger, Hohenfelden & Co.

In Deutschland findet man ca. 311 Stauseen, die sich über das ganze Land verteilen. In Bezug auf die Größe in Quadratkilometer ist die Forggensee mit 16 Quadratkilometer der größte Stausee in Deutschland. Anbei erhalten Sie einen Überblick der flächenmäßig größten Stauseen in Deutschland (Quelle: Statista, Stand: April 2018).

Strom aus Wasserkraft wird in Deutschland jedoch hauptsächlich aus Laufwasserkraftwerken gewonnen, weil es einige große Flüsse gibt, aber keine großen Höhenunterschiede. Tatsächlich machen neun große Flüsse in Deutschland 86 Prozent des gesamten Arbeitsvermögens der Großwasserkraftanlagen aus: Inn, Rhein, Donau, Isar, Lech, Mosel, Main, Neckar und Iller (absteigende Reihenfolge).

Im Anschluss erhalten Sie einen Überblick eine Auswahl verschiedener Stauseen in Deutschland mit Angaben über ihren Standort, die Bauzeit, das Fließgewässer und das Stausee Volumen.

Stausee Hohenwarte

Die Stausee Hohenwarte wurde in den 30er Jahren zur Stromproduktion und zum Hochwasserschutz in Thüringen erbaut. Beim Bau der dazugehörigen Talsperre mussten 250 Menschen umgesiedelt werden und das Dorf Preßwitz wurde überflutet. Aufgrund der Volumens des Stausees von 182 Mio. Kubikmeter wird auch vom Thüringer Meer gesprochen.

Bei Errichtung des Stausees Hohenwarte dachte man vorerst nicht über die verschiedenen Möglichkeiten für Besucher, sich an der frischen Luft zu erholen oder Sport zu treiben. Das hat sich in der Zwischenzeit aber geändert; nun stehen zahlreiche Freizeitaktivitäten wie Fahrgastschiffe und Badestellen oder Wander- und Radfahrwege zur Verfügung. Ebenfalls ein Besuch wert ist die gekrümmte Gewichtsstaumauer des Stausees Hohenwarte, die aus Beton ist und 412 Meter lange und 75 Meter hoch ist.

  • Bauzeit: 1936-1942
  • Bundesland: Thüringen
  • Fließgewässer: Saale
  • Stausee Volumen: 182 Mio. m3

Stausee Happurger

Den Happurger Stausee und die fantastischen Aussichten kann man am besten auf einer einfachen fünf Kilometer Wanderung um den Stausee herum genießen. Andere Aktivitäten beinhalten Wassersport wie Surfen, Segeln, Paddeln oder Angeln und für Tierliebhaber besteht zudem die Möglichkeit, Fledermäuse in der Dämmerung zu beobachten. Das Gelände um den See ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

  • Bauzeit: - 1955
  • Bundesland: Bayern
  • Fließgewässer: Rohrbach, Kainsbach
  • Stausee Volumen: 4,25 Mio. m3

Stausee Hohenfelden

Der Stausee Hohefelden wurde zwischen 1966 - 1975 mit dem Zweck zur Naherholung angelegt. Der Stausee hat eine Tiefe von bis zu sieben Metern, ist 1.150 Meter lang und 370 Meter breit. Die Region rund um den Stausee Hohefelden bietet eine Vielzahl von Freizeitangeboten und Ausflugsmöglichkeiten:

Ob Campen, Kletterpark, Streichelzoo, Geocachen oder Thermalbad, für alle ist etwas dabei. Dank dem gut ausgebauten Rad- und Wanderwegnetz besteht ebenfalls die Möglichkeit, vom Stausee Hohefelden bis in die Landeshauptstadt Erfurt oder in die Kulturstadt Weimar zu gelangen.

  • Bauzeit: 1966 - 1975
  • Bundesland: Thüringen
  • Fließgewässer: Krummbachh
  • Stausee Volumen: 1,08 Mio. m3

Stausee Oberwald

Ursprünglich aus dem Restloch eines Tagebaus für Nickelerz angelegt, sollte der Stausee Oberwald zu einem Naherholungszentrum ausgebaut werden. Somit wurde nach den Bauarbeiten 1982 im Frühjahr des gleichen Jahres die erste Badesaison eröffnet. 1994 wurde das Grundstück, das sich noch im Bestitz der Industriebranche befand, vom Zweckverband Achat abgekauft. So konnte seither die Nutzung der Region um den Stausee Oberwald als Naherholungsgebiet bewahrt bleiben.

  • Bauzeit: - 1982
  • Bundesland: Sachsen
  • Fließgewässer: Erlbach / Langenberger Bach
  • Stausee Volumen: 0,53 Mio. m3

Stausee Rabenstein

Die Stausee Rabenstein wurde zwischen 1972 und 1976 als Kernbereich des Naherholungszentrums Oberrabenstein angelegt, indem der Tränkbach und der Eisenbach gestaut wurden. Noch 1976 wurde der Stausee als Badesee mit Ruderbetrieb eröffnet; das Naherholungszentrum beinhaltete ebenfalls einen Campingplatz und Reitbetrieb.

Mittlerweile wurde das Naherholungszentrum als städtischer Betrieb aufgelöst und die einzelnen Bereiche anderen Betrieben angegliedert beziehungsweise privatisiert. Dennoch dient der Stausee Rabenstein immer noch als Ort für Erholung und Spass und beinhaltet nebst dem Badesee auch einen Kletterwald, einen Panoramawanderweg und Wildgatter. Zudem finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen am Stausee statt.

  • Bauzeit: 1972 - 1976
  • Bundesland: Sachsen
  • Fließgewässer: Tränkbach, Eisenbach
  • Stausee Volumen: 0,23 Mio. m3

Halterner Stausee

Der Halterner Stausee ist im Besitz der Gelserwasser AG. Er wurde zwischen 1927 und 1930 erbaut, staut die Stever und den Halterner Mühlebach und fasst 20,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Das war aber nicht immer so: Ursprünglich umfasste der Halterner Stausee nur vier Millionen Kubikmeter Wasser, er wurde aber bis 1972 auf 20,5 Millionen Kubikmeter erweitert. Die Länge des Staudamms beträgt rund 1.300 Meter und seine Höhe rund 9 Meter.

Der Halterner Stausee besteht aus zwei Teilbecken, aus einem Nord- und einem Südbecken. Wassersport ist jedoch nur im Nordbecken erlaubt, welches zudem mit einem langen Sandstrand für Badegäste ausgestattet wurde. Dort gibt es auch Segelvereine und die Möglichkeit, mit Tret- und Ruderbooten oder mit einem Ausflugsschiff Fahrten über den See durchzuführen.

  • Bauzeit: 1927 - 1930
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Fließgewässer: Stever, Halterner Mühlebach
  • Stausee Volumen: 20,5 Mio. m3

Stausee Kelbra

Der Stausee Kelbra ist mit seinen 6 Quadratkilometern der größte See der Region. Er befindet sich unmittelbar am Fuße des Kyffhäusergebirges und wurde ursprünglich als Rückhaltebecken für Hochwasserschutz errichtet. Seine Flächengröße beträgt ca. sechs Quadratkilometer, sein Stauvolumen fasst bis zu 35,6 Millionen Qubikmeter und die Wassertiefe beträgt höchstens 5,5 Meter. Der Stausee Kelbra bietet Wassersportmöglichkeiten und eine Hafenanlage mit Sommer- und Winterliegeplätzen für Boote und Surfbretter an.

  • Bauzeit: 1962 - 1966
  • Bundesland: Sachsen-Anhalt / Thüringen
  • Fließgewässer: Helme
  • Stausee Volumen: 35,6 Mio. m3

Marbach Stausee

Der Marbach Stausee wird auch Marbachsee beziehungsweise Staubecken Marbach genannt. Er befindet sich im Odenwalkdreis in Hessen und wurde zwischen 1978 und 1982 zum Hochwasserschutz erbaut. Seit 1986 dient er aber offiziell auch der Erholung. Mit etwa 0,22 Quadratkilometer Fläche bei Dauerstau und 0,49 Quadratkilometer Fläche bei Vollstau ist der Marbach Stausee das flächenmäßig größte Stillgewässer des Odenwaldes. Sein Volumen fasst bei Dauerstau 0,709 Millionen Kubikmeter und bei Vollstau bis zu 3,11 Millionen Kubikmeter. Die Höhe des Wassers bei Vollstau beträgt rund 270 Meter.

  • Bauzeit: 1979 - 1985
  • Bundesland: Hessen
  • Fließgewässer: Marbach / Mümling
  • Stausee Volumen: 3,11 Mio. m3

Bucher Stausee

Der Bucher Stausee wird auch Stausee Reinau-Buch oder Hochwasserrückhaltebecken Buch genannt. Letzterer Name gbt den ursprünglichen Nutzen des Stausees bekannt - 1982 wurde der Stausee im Sinne des Hochwasserschutzes durch den Wasserverband Obere Jagst in Baden-Württemberg in Betrieb gesetzt. Nun dient der Stausee aber auch als Erholungsgebiet und zur Wasserregulierung bei Niedrigwasser. Der Bucher Stausee ist der größte See der Ellwanger Seenplatte.

  • Bauzeit: 1975 - 1982
  • Bundesland: Baden-Württemberg
  • Fließgewässer: Jagst
  • Stausee Volumen: 1,07 Mio. m3

Ist ein Stausee schlecht für die Umwelt?

Obwohl die Errichtung von Stauseen und deren Nutzung viele Vorteile für den Menschen aufweisen und durch die Nutzung von Wasserkraft auch keine schädlichen CO2-Emissionen ausgestoßen werden, sollte man die Auswirkungen auf die Umwelt nicht außer Betracht lassen.

Durch die Errichtung eines Stausees werden naturbelassene Flüsse umgebaut und damit der natürliche Fluss des Wassers zerstört. Daraus entsteht ein sogenannter Schwallbetrieb, bei dem das Wasser ungleichmäßig abfließt, was wiederum den Grundwassergehalt des Wassers verändert und zu Problemen im Lebensraum von Fischen und Pflanzen führen kann. Weitere negative Auswirkungen können sein:

  • Turbinen und Pumpen der Wasserkraftwerke können Fischsterben verursachen
  • Naturdenkmäler können zerstört werden
  • Klimaschädliche Faulgase entstehen, falls die Vegetation des Staubeckens vor der Flutung nicht entfernt wird
  • Die Unterbindung der Überschweummungsperiode kann zu Unfruchtbarkeit von Ländereien führen
  • Großflächige Zerstörung bei Dammbrüchen möglich

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