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Wie ist die Luftqualität in Deutschland?

Luftqualitaet

Die Luftqualität beschreibt die Eigenschaft der Luft bezogen auf den Anteil der darin enthaltenen Luftverschmutzungen. Es gibt zahlreiche Gesetze und Grenz- oder Richtwerte, die die Luftqualität festlegen. Heutzutage können sogar Privatpersonen mit Low-Cost-Messgeräten die Luftqualität messen. Wie ist die Luft in Deutschland? Was sind die Hauptverschmutzer?


Luftqualität: Wie ist die Luft in Deutschland?

Die Luft in Deutschland kann im Allgemeinen als gut bezeichnet werden. Allerdings liegt Deutschland laut dem Weltluftqualitätsbericht 2019 bei der Luftreinhaltung nur auf Platz 25 und erreicht größtenteils nicht den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Richtwert von weniger als 10 µg/m3 für Feinstaub. Benachbarte Länder wie die Schweiz, die Niederlande oder Dänemark haben eine vergleichsweise bessere Luftqualität als Deutschland. Der Weltluftqualitätsbericht 2019 hat die Luftqualität in Deutschland mit GUT bewertet. Auch im globalen Vergleich haben Länder wie Spanien oder die USA im Durchschnitt eine bessere Luftqualität als Deutschland. Dennoch ist Deutschland von extremer Luftverschmutzung verschont geblieben und bis auf Unna in Nordrhein-Westfalen haben alle Gemeinden in Deutschland den WHO-Richtwert für die PM2,5-Konzentration in mindestens einem Monat eingehalten.

Welche Stadt in Deutschland hat die schlechteste Luftqualität?

Laut IQAir-Städteranking 2019 ist Gießen im Bundesland Hessen die Stadt mit der höchsten durchschnittlichen Luftverschmutzung in Deutschland. Im Jahr 2019 wurde der Luftqualitätsindex (AQI) in Gießen aufgrund eines PM2,5-Werts von 14,9 µg/m3 als "mäßig" eingestuft.

Die am zweitstärksten belastete Stadt in Deutschland war Regensburg in Bayern mit einer PM2,5-Konzentration von 14,5 µg/m3, dicht gefolgt von Northeim in Niedersachsen mit 14,2 µg/m3. Gießen und Regensburg konnten den Richtwert der WHO für PM2,5 im Jahr 2019 nur im Monat September einhalten.

Top 3 Städte mit der schlechtesten Luftqualität in Deutschland

  1. Gießen (Hessen)
  2. Regensburg (Bayern)
  3. Northeim (Niedersachsen)

Wo gibt es die beste Luftqualität in Deutschland?

Die beste Luftqualität in Deutschland im Jahr 2019 wurde in der kleinen Ortsgemeinde Merzalben in Rheinland-Pfalz erreicht. Dieser Ort verzeichnete 2019 eine durchschnittliche PM2,5-Konzentration von 5,4 µg/m3. Merzalben schaffte es, im gesamten Jahr 2019 den Richtwert der WHO einzuhalten. Das liegt daran, dass die Stadt im Januar 2019 nur einen Maximalwert von 7,4 µg/m3 PM2,5 hatte.

Luftqualität

Auch Münstertal im Schwarzwald in Baden-Württemberg schaffte es im Jahr 2019 unter dem WHO-Richtwert von 10 µg/m3 zu bleiben und belegte damit den zweiten Platz unter den Gemeinden mit der besten Luftqualität in Deutschland.

Top Städte mit der besten Luftqualität in Deutschland

  1. Merzalben (Rheinland-Pfalz)
  2. Münstertal (Baden-Württemberg)

Luftqualität messen in Deutschland

Die Luftqualität in Deutschland wird durch Luftgütemessstationen gemessen, die Luftschadstoffe wie Feinstaub PM10 und PM2,5, Stickstoffdioxid (NO2), Blei, Benzol, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Stickoxid messen.

Luftgütemessstationen werden häufig an Orten mit hohem Verkehrsaufkommen aufgestellt. Die Luftmessstation darf einen maximalen Abstand von 10 m zur Straße haben und muss sich in einer Höhe zwischen 1,5 und 4 m befinden. Die Einhaltung dieser Regeln wird mindestens alle 5 Jahre überprüft. Auch die Messmethoden des Gerätes sind europaweit gesetzlich vorgeschrieben.

Neben den offiziellen Messstationen, die von Umweltbehörden betrieben werden, gibt es mittlerweile auch zahlreiche Messstationen, die von Nichtregierungsorganisationen, Forschungseinrichtungen und Privatpersonen betrieben werden. Sogenannte Low-Cost-Luftgütemessstationen ermöglichen es Privatpersonen, die Luftquelität in Ihrem Umfeld zu messen. Diese kompakten Messstationen kosten oft nur wenige hundert Euro und können über Wi-Fi mit Echtzeit-Luftqualitätsplattformen vernetzt werden.

Was sind die Hauptursachen für die Luftverschmutzung in Deutschland?

Die Hauptverursacher der Luftverschmutzung in Deutschland sind der Straßenverkehr, Emissionen aus Kraftwerken, Industrieprozesse, Heizen mit fossilen Brennstoffen, Landwirtschaft und Abfallbehandlung. Die Hauptverursacher der Luftverschmutzung sind überwiegend von Menschen geschaffenen Quellen. Natürliche Quellen der Luftverschmutzung sind in Deutschland sehr selten, da es keine Waldbrände und Sandstürme gibt, die in anderen Teilen der Welt häufig auftreten.

Die Industrie, einschließlich der Bergbau, die chemische Industrie und die Metallindustrie, ist ein relevanter Sektor in Deutschland und damit auch für einen erheblichen Teil der Emissionen verantwortlich. Die größte Menge der emittierten Schadstoffe sind flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Kohlenmonoxid (CO), gefolgt von Feinstaub (PM2,5 und PM10), Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxiden (NOx).

Die Emissionen aus der Landwirtschaft stammen u.a. aus der Düngerbewirtschaftung der Böden. Aufgrund der hohen Belastung durch landwirtschaftliche Betriebe wurden viele verschiedene Richtlinien zum Schutz der Umwelt und zur Verbesserung der Luftqualität erlassen.

Wie hat die Luftverschmutzung in Deutschland zugenommen?

Die Luftqualität in Deutschland hat sich im Laufe der Jahre verbessert. Der relative Anteil von NOx hat zwischen 1995 und 2007 um 10 % abgenommen, aber der Straßenverkehr ist immer noch die mit Abstand größte Emissionsquelle. Allerdings hat sich der relative Beitrag des Straßenverkehrs zur Luftverschmutzung in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verringert. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Aufmerksamkeit in Deutschland auf PM10 konzentriert, welches als Nebenprodukt des Straßenverkehrs und der Industrie produziert wird.

Gesundheitlichen Auswirkungen der schlechten Luftqualität

Luftverschmutzung Auswirkung

Obwohl die Luftqualitätswerte in Deutschland im Durchschnitt "mäßig" oder "gut" sind, bedeutet der Wert "mäßig" nur, dass bei empfindlichen Gruppen gesundheitliche Probleme auftreten können. Insbesondere im Monat Februar liegt Deutschland im Durchschnitt weit über dem von der WHO empfohlenen Richtwert. Dies ist auf das verstärkte Heizen mit fossilen Brennstoffen zurückzuführen.

Feinstaub in den Atemwegen kann zu Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen und damit einen vorzeitigen Tod verursachen. Feinstaub erhöht die Wahrscheinlichkeit von Lungenkrebs und kardiovaskulären Problemen. Besonders betroffen sind Asthmatiker, die bei höheren Stickoxid (NO)-Werten anfälliger für Erkrankungen sind. Auch ältere und kranke Menschen sowie Kinder sind gefährdet, weil sie anfälliger sind bzw. ihr Immunsystem noch unterentwickelt ist.

Maßnahmen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung in Deutschland

Nach Angaben des Umweltbundesamtes hat Deutschland verschiedene Programme und Maßnahmen gegen die erhöhte Luftverschmutzung entwickelt. Zum Beispiel der Kohleausstieg. Deutschland hat auch stark in die Entwicklung von erneuerbaren Energiequellen wie Solarenergie investiert. Im Verkehrsbereich sollen neue Fahrzeugregelungen bekannt gemacht werden und die Nutzung von Elektrofahrzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln erhöht werden.

Eines dieser Programme ist Saubere Luft 2017-2020, das sich auf die Verbesserung der Luftqualität in Städten konzentriert. Laut diesem Programm soll der städtische Wirtschaftsverkehr verstärkt mit Strom betrieben werden. Auch die Busflotten des Öffentlichen Personennahverkehrs, Taxis, Mietwagen und Carsharing-Fahrzeuge sollen elektrifiziert werden. Insgesamt soll die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge durch mehrfache Förderungen ausgebaut und verbessert werden.

Ein finanzieller Anreiz zum Kauf von Elektroautos soll durch entsprechende Förderungen für Privatpersonen geschaffen werden. Ebenso sollen ähnliche umweltbewusste Nachrüstungen und der Hybridverkehr finanziell unterstützt werden. Vor allem der Radverkehr soll durch eine verbesserte Infrastruktur, wie z.B. die Einführung von Radwegen und anderen radfahrergerechten Verkehrsmaßnahmen, deutlich gefördert werden.

Kann ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen die Luftqualität verbessern?

In Deutschland wird oft über ein Tempolimit auf der Autobahn diskutiert. Es ist erwiesen, dass Fahrzeuge bei geringerer Geschwindigkeit weniger Schadstoffe in die Luft ausstoßen. Aus diesem Grund wurde in vielen Städten und Gemeinden bereits ein niedrigeres Tempolimit eingeführt. Das reduziert die Lärmbelastung, führt zu besserer Luftqualität und zu mehr Verkehrssicherheit.

Das Umweltbundesamt in Deutschland hat 2018 berechnet, wie viel CO2 durch ein Tempolimit auf Autobahnen eingespart werden würde. Bei einem Tempolimit von 120 km/h würde eine Reduktion von 2,6 Millionen Tonnen erreicht, bei 130 km/h 1,9 Millionen Tonnen. Im Jahr 2018 wurden ohne Tempolimit auf deutschen Autobahnen 39,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente durch Emissionen von Pkw und Nutzfahrzeugen in die Luft abgegeben.

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