Kläranlage Aufbau, Arten und Kosten

Kläranlagen tun der Umwelt Gutes: Sie reinigen häusliches Abwasser und stellen eine gute Wasserqualität für unsere Gewässer sicher. Der Kläranlage Aufbau ist komplex und besteht aus einer mechanischen und aus einer biologischen Reinigungsstufe. Sie wollen eine Mini Kläranlage für Ihren Garten? Dann kommt zum Beispiel die vollbiologische Kläranlage oder die SBR Kläranlage in Frage. In diesem Artikel erfahren Sie alles zum Kläranlage Aufbau, zu den Voraussetzungen für die Inbetriebnahme einer eigenen Anlage und die dazugehörigen Kosten.


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Kläranlage Aufbau

Damit die Abwasserreinigung erfolgreich durchgeführt werden kann, leiten als Erstes die Abwasserkanäle das Abwasser zu Pumpwerken. Von dort wird das Abwasser über Druckleitungen zu den Kläranlagen befördert. In der Kläranlage finden zwei Stufen statt: Die mechanische und biologische Stufe. Die Kombination dieser zwei Kläranlage Reinigungsstufen führt zu einer Reinigungsleistung von 90 - 95 Prozent.

Nach den zwei Reinigungsstufeen findet ebenfalls aus den entstandenen Schlammarten eine Schlammbehandlung statt. Lesen Sie weiter, um sich über den Kläranlage Aufbau einen Überblick zu verschaffen.

Aufbau Kläranlage

Mechanische Stufe

In der mechanischen Stufe erfolgt die Behandlung des Abwassers auf mechanische Weise. Sie besteht aus drei Kläranlage Reinigungsstufen: Der Kläranlage Rechen, dem Sandfang und Fettfang und der Vorklärung. In dieser ersten Stufe werden etwa 30 Prozent der Schmutzstoffe entzogen.

  1. Kläranlage Rechen: Über die Kläranlage Rechen und über Schotterfang werden in einem ersten Schritt grobe Verschmutzungen des Abwassers wie zum Beispiel Laub und Steine aber auch Verpackungsmaterial oder Hygieneartikel zurückgehalten. Die zurückgehaltenen Verschmutzungen werden in speziellen Containern gesammelt und entweder zur Müllverbrennung gebracht, kompostiert oder auf einer Deponie abgelagert.
  2. Sandfang und Fettfang: Der Sandfang besteht aus langen Rinnen, die bei einer Strömungsgeschwindigkeit von etwa 30 Centimeter pro Sekunde mineralische Verunreinigungen wie Sand, Steine oder Kies aus dem Abwasser entfernen. Durch den Sandfang wird das Wasser in den Fettfang gedrückt.

    Da der Fettfang eine ruhige Zone ist, kann das Fett, das zum Beispiel durch Spülen ins Wasser gelang, an die Oberfläche schwimmen. Von dort wird es abgezogen und mit dem Primärschlamm (siehe nächster Schritt) der Faulung abgegeben.
  3. Vorklärung: Im Bereich der Vorklärung werden die feinen organischen Stoffe aus dem Abwasser entfernt. Dies geschieht durch Sedimentation, indem die Strömungsgeschwindigkeit im Vorklärbecken auf 1,5 Centimeter pro Sekunde verringert wird.

    Damit setzen sich absetzbare Stoffe als Schlamm am Boden ab und schwimmmfähige Teilchen sammeln sich an der Wasseroberfläche. Der sogenannte Primärschlamm wird in den Eindicker befördert, wo er anschließend zur Schlammbehandlung gepumpt wird. Die Stoffe an der Wasseroberfläche werden entfernt und verwertet.

Biologische Stufe

Nach der mechanischen Stufe fließt das Abwasser in die biologische Reinigungsanlage. In diesem Verfahrensschritt bauen Bakterien organische Abwasserinhaltsstoffe mit der Hilfe von Sauerstoff ab.

  1. Denitrifikation Kläranlage: In Belebungsbecken werden gelöste organische Stoffe sowie Phosphate und Stickstoffverbindungen des Abwassers abgebaut. Der Abbau erfolgt durch spezielle Bakterien, die im sogenannten Belebtschlamm im Belebungsbecken enthalten sind.

    Zunächst wird Stickstoff als Ammonium abgespalten. Mithilfe von zugeführtem Sauerstoff oxidiert das Ammonium zu Nitrat (Nitrifikation). Der im Nitrat gebundene Sauerstoff wird dann weiter abgebaut, was zur eigentlichen Entfernung der Stickstoffverbindungen aus dem Abwasser führt. Dieser Prozess heißt Denitrifikation.
  2. Nachklärbecken: Im Nachklärbecken hat der Belebtschlamm Zeit, um sich abzusetzen. Ein Teil des abgesetzten Schlammes wird dann wieder in die Belebungsbecken befördert wird. Dieser Schlamm wird deshalb als Rücklaufschlamm bezeichnet. Der zusätzlich durch die Vermehrung der Bakterien entstande Überschussschlamm wird aus dem System entfernt und gelangt zusammen mit dem Primärschlumm in den Eindicker, bevor er zur Schlammbehandlung gepumpt wird.

Schlammbehandlung

Im Laufe der mechanischen und biologischen Stufe entstehen bei den Kläranlage Reinigungsstufen verschiedene Arten von Schlamm. Diese werden in der Schlammbehandlung einer speziellen Behandlung unterzogen, um eine Stabilisierung des Schlamms zu erreichen. Mit Stabilisierung ist gemeint, dass der im Schlamm enthaltene Kohlenstoff soweit wie möglich abgebaut wird, um Geruchsbeeinträchtigungen zu vermeiden.

Ein weiteres Ziel der Schlammbehandlung ist, das Volumen des Schlamms zu reduzieren und ihn entweder wiederzuverwenden oder zu entsorgen. Dabei kann der sogenannte Klärschlamm entweder in Zentrifugen entwässert und kompostiert oder getrocknet werden, in Wirbelschichtöfen verbrannt oder in Faulbehältern ausgefault werden.

Kleinkläranlagen: Vollbiologische und SBR Kläranlage

Eine Kleinkläranlage kommt zum Einsatz, wenn ein Haus an keinen öffentlichen Kanal angeschlossen ist, welcher das Abwasser aufnehmen und bis zu einer kommunalen Kläranlage weiterleiten kann. Das kann aus technischen oder finanziellen Gründen anfallen; betroffen sind aber meist Häuser auf dem Lande.

Die Einwohner in diesen sogenannten Außenbereichen müssen deshalb eine Alternative finden, um ihr Abwasser zu reinigen. Hier kommen Kleinkläranlagen zum Einsatz: Sie sind für maximal 50 Personen ausgelegt, bestehen in der Regel aus Betton oder Kunststoff und werden im Garten in der Erde eingebaut.

Stufen einer Kleinkläranlage Eine Kleinkläranlage besteht aus einer Vorklärung, der biologischen Reinigungsstufe und einer Nachklärung, wobei je nach Art der Anlage die verschiedenen Stufen auch miteinander kombiniert werden können. Heutzutage ist das Belebtschlammverfahren die gängigste Form der Kleinkläranlagen.

Vollbiologische Kläranlage

Bei der vollbiologischen Kleinkläranlage entfällt die gesonderte mechanische Stufe mit Rechen oder Rinnen zur Behandlung des Abwassers. Das heißt, die Schadstoffe und Schmutzpartikel im Abwasser werden fast vollständig durch Bakterien und Mikroorganismen entfernt. Viele Abbauprozesse finden in vollbiologischen Kläranlagen unter aeroben Bedingungen, also unter Anwesenheit von Sauerstoff, statt. Deshalb ist eine gute Belüftung der Anlage wichtig.

Vollbiologische Kläranlage: Häufige Fragen

Wie oft muss die vollbiologische Kläranlage gewartet werden?

In der Regel sind nur zwei Wartungen pro Jahr erforderlich. Dabei wird die Funktionsweise der Kläranlage kontrolliert, die Taktzeiten der Steuerung überprüft und bei Bedarf neu eingestellt und eine Wasserprobe zur Untersuchung der Ablaufqualität entnommen.

Wie oft muss der entstandene Schlamm der vollbiologischen Kläranlage abgefahren werden?

In der Regel muss der entstandene Schlamm alle zwölf Monate abgefahren werden, sofern die vollbiologische Kläranlage im Volllastbetrieb läuft und die notwendigen Wartungspflichten eingehalten werden. Bei geringerer Belastung oder bei einem Behälter mit größerem Schlammspeicher verlängert sich der Zeitraum jedoch.

Was passiert mit dem gereinigten Abwasser der vollbiologischen Kläranlage?

Das gereinigte Wasser wird entweder in ein fließendes Gewässer wie zum Beispiel in einen Bach eingeleitet oder im Boden versickert. Für Letzteres wird jedoch ein sickerfähiger Boden, ausreichender Abstand zum Grundwasser und die Einhaltung bestimmter Bauweisen vorausgesetzt.

Führt die vollbiologische Kläranlage zur Geruchsbelästigung?

Zu einer unangenehmen Geruchsbildung sollte es bei einer vollbiologischen Kläranlage nicht kommen, sofern sie ordnungsgemäß belüftet und entlüftet wird. Trotzdem ist ein ausreichender Abstand zu Wohnräumen emmpfehlenswert.

SBR Kläranlage

Die Buchstaben SBR stehen für sequentielle biologische Reinigung. Bei der SBR Kläranlage findet die biologische Reinigungsstufe, also die Belebung des Abwassers und die Abtrennung des Belebtschlamms, nacheinander in einem einzigen Becken statt. Um grobe Verschmutzungen zu vermeiden, findet vor der biologischen Reinigungsstufe eine Vorklärung in einer separaten Kammer statt.

Nachdem das Abwasser in das SBR-Becken gelangt ist, findet der biologische Reinigungsprozess statt. Dafür wechseln sich Belüftungs- und Ruhephasen voneinander ab, damit der Belebtschlamm entstehen und das Abwasser gereinigt werden kann. In der Belüftungsphase bauen die Bakterien und Mikroorganismen unter Sauerstoffverbrauch die Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen ab.

In der Ruhephase setzt sich der Belebtschlamm am Boden des Beckens ab und im oberen Teil des entsteht eine Klarwasserzone. Der überschüssige Schlamm wird wieder in die erste Kammer befördert und das gereinigte Wasser wird in das vorhandene Gewässer eingeleitet. Nun kann die SBR Kläranlage mit neuem Wasser beschickt werden und der Prozess von vorne anfangen.

Mini Kläranlage für Garten

Sie wollen eine eigene Mini Kläranlage für Ihren Garten? Kleinkläranlagen aus Beton bestehen aus runden Behältern und je nach Größe aus einer Füllmenge zwischen 3.000 und 12.000 Liter Abwasser. Modelle aus Beton sind widerstandsfähig gegenüber Erdlasten, belastbar für den Einsatz in Hanglagen und auftriebssicher bei vorhandenem Grundwasser.

Die andere Variante von Kleinkläranlagen sind aus Kunststoff, welche rechteckig aufgebaut sind aber ansonsten ähnliche Volumengrößen aufweisen. Diese Variante eignet sich für den Einbau an unzugänglichen Stellen.

Als Grundstückbesitzer müssen Sie vor der Inbetriebnahme einer Kleinkläranlage eine Genehmigung durch die zuständige Untererasserbehörde gemäß Wasserhaushaltsgesetz erhalten. Dafür müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein:

  • Sie benötigen eine Freiststellug vom Anschluss- und Benutzungszwang eines öffentlichen Kanals
  • Sie benötigen eine geeignete Einleitungsmöglichkeit für das gereinigte Wasser (fließendes Gewässer oder Versickerung)

Die Untererwasserbehörde bestimmt ebenfalls die notwendige Ablaufklasse der Kläranlage, also ob ein Kohlenstoffabbau ausreichend ist, eine Nitrifikation oder sogar eine Nitrifikation und Denitrifikation notwendig ist.

Private Kläranlage Kosten: Womit muss gerechnet werden?

Die private Kläranlage Kosten reichen für eine Anlage mit vier Einwohnerwerte (EW) und einer Anlage mit 50 EW zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Dabei handelt es sich um die Anschaffungskosten.

Was sind Einwohnerwerte?Ein Einwohnerwert (EW) misst die durchschnittliche Abwassermenge pro Einwohner. Kleine Anlagen haben in der Regel 4 EW Leistung. Kläranlagen ab 50 EW gelten nicht mehr als Kleinkläranlagen.

Weitere Kosten fallen für den Betrieb der Anlagen an, dazu gehören Stromkosten, Wartungskosten, mögliche Reparaturkosten und Kosten für die Entsorgung des Klärschlammes. Außerdem müssen mindestens einmal jährlich Abwasserproben vom Ablauf der Kläranlage abgegeben werden, um die Einhaltung der vorgeschriebenen Ablaufgrenzwerte sicherzustellen.

Bio Kläranlage Förderung

Eine Bio Kläranlage Förderung gibt es in den meisten Bundesländern nicht oder nicht mehr. Nur noch in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Thüringen ist dies der Fall. Am besten informieren Sie sich bei Ihrer Unterenwasserbehörde über die Möglichkeiten einer Bio Kläranlage Förderung.

Früher diente die Förderung dem Zweck, weniger dicht besiedelte Gebiete auf den Stand der Technik anzupassen, damit sie einem guten chemischen und ökologischen Gewässerzustand beitragen konnten. Die Bio Kläranlage Förderung wurde als Zuschuss in Form einer Festbetragsfinanzierung gewährt.

Auf der Suche nach dem passenden Stromtarif?Unsere Energieexperten helfen Ihnen bei der Tarifauswahl und übernehmen für Sie die Anmeldung unter 0893 80388 95. Der kostenlose Energiemarie by Selectra Service steht für Sie von Montag bis Freitag von 8:00 bis 19:00 Uhr zur Verfügung.

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