Heizungsarten Vergleich: Welche Heizungsarten gibt es?

In 40 Prozent der Wohnungen in Deutschland sind die Heizungen 20 Jahre und älter und sollten ausgetauscht werden. Auf der Suche nach einer neuen und bessern Heizungsart sollten Brennstoffe, Funktionsweisen und Vor- und Nachteile abgewägt werden. So können nicht nur Energie und Kosten gespart, sondern auch die Klimabilanz verbessert werden. Um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, finden Sie in diesem Artikel einen Heizungsarten Vergleich zwischen fossil betriebenen Heizungen, erneuerbaren Heizungssystemen und sonstigen Heizungsarten.


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Welche Heizungsarten gibt es?

Laut einer BDEW Studie zum Heizungsmarkt wurde 2019 in 40,6 Millionen Wohnungen Erdgas mit 48,2 Prozent in der breiten Mehrheit als Energieträger eingesetzt. An zweiter Stelle folgte der Energieträger Öl mit 25,6 Prozent und an dritter Stelle Fernwärme mit 13,9 Prozent. Anbei finden Sie einen Überblick der verschiedenen Heizungsarten in Deutschland.

Die verschiedenen Heizungsarten lassen sich gut in mehrere Gruppen unterteilen: Fossil betriebene Heizungen, erneuerbaren Heizungsysteme und sonstige Heizungsarten. Jede Gruppe beinhaltet wiederum mehrere Energieträger, die für die Beheizung von Wohnungen, Einfamilienhäusern oder Mehrfamilienhäusern genutzt werden können.

Fossil betriebene Heizungen

Fossil betriebene Heizungen

Zu den klassischen fossil betriebenen Heizungen gehört die Gasheizung, die Ölheizung und die Kohleheizung. Generell wird bei der Umwandlung fiossiler Brennstoffe umweltschädlicher Kohlenstoffdioxid produziert, die auch als CO2-Emissionen bekannt sind. Außerdem sind fossile Energieträger begrenzt verfügbar. Ein Umstieg auf alternative Energiequellen ist deshalb nicht nur sinnvoll sondern langfristig auch notwendig.

Gasheizung

Die Gasheizung erzeugt Wärme durch die Verbrennung von Gas. Das genutzte Gas wird dabei direkt aus dem Gasnetz bezogen oder aus einem Tank im eigenen Zuhause. Unterschieden wird zwischen drei verschiedenen Gas-Arten: Erdgas, Flüssiggas und Biogas. Während Erdgas und Flüssiggas beides fossile Brennstoffe sind, handelt es sich bei Biogas um einen erneuerbaren Rohstoff und damit um eine umweltfreundlichere Variante. Die Gasheizung kann auch mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, um die Umwelt zu schonen.

Die Anschaffungskosten einer Gasheizung liegen je nach Art der Heizung zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Außerdem variieren die Preise auch nach Region, Hersteller und Gasanbieter. Abhilfe schafft der Staat: Wird die Gasheizung mit erneuerbaren Energien kombiniert, beteiligt sich der Staat an 30 Prozent der Kosten. Für den Bau einer Solaranlage kommen jedoch noch einmal zusätzliche Kosten hinzu.

Vorteile Nachteile
  • Hoher Wirkungsgrad
  • Gaszähler erlauben Verbrauchskontrolle
  • Keine Vorratskammer für Brennstofflagerung
  • Nachhaltigerer Betrieb mit Biogas oder in Kombination mit erneuerbaren Energien
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Umweltschädigende CO2-Emissionen
  • Unvorhersehbare Gaspreis Entwicklung

Ölheizung

Die Ölheizung erzeugt Wärme durch die Verbrennung von Heizöl. Da Heizöl flüssig ist, wird er für die Verwendung in Tankanlagen gelagert. Genauso wie die Gasheizung mit Erd- oder Flüssiggas ist auch die Ölheizung aufgrund der erzeugten CO2-Emissionen umweltschädlich. Trotzdem können Verbraucher der negativen Klimabilanz auch hier entgegenwirken, indem sie die Ölheizung mit erneuerbaren Energien kombinieren. Eine umweltfreundlichere Alternative zum fossilen Brennstoff ist ebenfalls das Bio-Heizöl.

Die Anschaffungskosten einer Ölheizung sind davon abhängig, ob nur die Heizung ausgetauscht oder zusätzlich auch ein Öltank installiert wird. Somit können die Kosten zwischen 6.000 und 10.000 Euro variieren. Außerdem kommen Wartungs- und Reinigungskosten gegen die Verrussung mit der Integration von Filtersystemen hinzu. Obwohl Verbraucher bei der Beschaffung des Öls von den Ölpreisen abhängig sind, können sie den Heizöllieferanten für das Nachfüllen des Tanks frei wählen.

  • Hoher Wirkungsgrad
  • Nachhaltiger Betrieb mit Bio-Heizöl oder in Kombination mit erneuerbaren Energien
  • Keine Kosten und Gebühren für Gasanschluss
  • Unvorhersehbare Ölpreis Entwicklung
  • Umweltschädigende CO2-Emissionen
  • Platz für Öllagerung notwendig

Kohleheizung

Für die Nutzung einer Kohleheizung wird Braunkohle oder Steinkohle verwendet. Neben Kaminen und Öfen können auch sogenannte Kohlekessel für das Heizen verwendet werden. Dafür wird der Brennstoff entweder manuell oder automatisch in den Kessel befördert und dann unter Zuführung von Verbrennungsluft verbrannt.

Nebst den Anschaffungskosten von rund 5.000 Euro müssen mit Zusatzkosten für die Installation und Integration des Kohlekessels und für den Brennstoffvorrat gerechnet werden. Das Gute ist: Die höheren Investitionskosten werden durch niedrige Betriebskosten ausgeglichen.

Die Kohleheizung ist heutzutage eine nur noch selten gewählte Heizungsart. Laut BDEW wurde sie 2019 nur in 0,2 Prozent aller Wohnungen in Deutschland genutzt. Das hat mehrere Gründe:

  1. Der fossile Brennstoff schadet der Umwelt
  2. Die Kosten werden nicht staatlich gefördert
  3. Lagerfläche für Brennstoffe notwendig
  4. Niedrigerer Wirkungsgrad als Öl- und Gasheizung
  5. Bei älteren Modellen: Umständliche manuelle Handhabung

Erneuerbare Heizungssysteme

Das Gegenteil von fossiler Energie ist erneuerbare Energie. Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen, die begrenzt verfügbar sind, lässt sich erneuerbare Energie laufend erneuern. Obwohl auch erneuerbare Energien gewisse Auswirkungen auf die Umwelt haben, weisen sie insgesamt eine bessere Umweltbilanz auf. Erneuerbare Heizzsysteme dienen heutzutage vor allem der Unterstützung anderer Heizungsarten, können unter Umständen jedoch auch bereits als ganzheitliche Lösung verwendet werden.

Solarheizung 

Solarheizung

Um Solarenergie für die Wärmeerzeugung und Beheizung des Haushaltes zu verwenden, werden Solarthermie-Anlagen genutzt. Die Sonnenenergie wird durch Solarplatten an einen Wärmeübertrager übergeben, der die Wärme wiederum an einen Wärmespeicher weitergibt. Dort wird sie so lange gespeichert, bis sie in Form Heizwasser für die Heizungsanlage gebraucht wird.

Eine Solarheizung zu installieren kann je nach Region und Hersteller zwischen 8.000 und 14.000 Euro kosten. Obwohl die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage teuer ist, wird sich die Investition lohnen. Nicht nur aufgrund der langen Haltbarkeit von bis zu 40 Jahren, sondern weil sie auch mit hohen staatlichen Summen gefördert werden.

Unabhängig und klimafreundlich Mit einer Solarheizung sind Sie unabhängig von Energieversorgern, bezahlen keine zusätzlichen Brennstoffkosten und brauchen nebst Ihrem Dach keinen weiteren Lagerplatz. Mit dem Nutzen erneuerbarer Energie tun Sie ausserdem der Umwelt Gutes.

Holzheizung

Eine besonders nachhaltige Heizungsart ist die Holzheizung, welche Wärme durch die Verbrennung von Holz erzeugt. Unterschieden wird zwischen dem Scheitholzkessel, dem Pelletkessel und dem Hackschnitzel-Kessel. Während die Beheizung mit einem Scheitholzkessel Stückholz verwendet und manuell getätigt wird, wird der Pelletkessel mit gepressten Holzstäbchen automatisch beheizt. Die Hackschnitzel-Kessel Heizung wird mit Hackschnitzeln betrieben, die zwar günstiger als die Pelletts sind, jedoch mehr Lagerplatz benötigen.

Die Kosten der Holzheizung haben mit den Anschaffungs- und den Verbrauchskosten für das Brennholz zu tun. Bei einem relativ unaufwendigen Scheitholzkessel kann mit etwa 6.000 Euro gerechnet werden, bei einer lager- und transporttechnisch aufwendigeren Variante wie der Pelletheizung rund das Dreifache.

Vorteile Nachteile
  • Geeignet für Alt- und Neubauten
  • Umweltfreundlicher und erneuerbarer Brennstoff
  • Unabhängigkeit vom Energieversorger
  • Geringe Brennstoffkosten und Preisschwankungen
  • Hohe Wirkungsgrade
  • Je nachdem hohe Anschaffungskosten
  • Platz für Lagerung der Brennstoffe
  • Allenfalls manuelle Handhabung

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Wärmepumpe

Wärmepumpe

Die Wärmepumpe nutzt für die Beheizung der Wohnräume thermische Energie aus der Umwelt. Unterschieden wird, je nach Herkunft der thermischen Energie, zwischen Luft-Wasser Wärmepumpen, Erdwärmepumpen und Wasser-Wasser Wärmepumpen. Im Gegensatz zu anderen Heizungsarten, die durch Verbrennung funktionieren, funktionieren die verschiedenen Modelle der Wärmepumpen über einen komplexen technischen Prozess.

Während die gewonnene thermische Energie aus der Luft in kalten Wintermonaten weniger effizient ist, kann diejenige aus dem inneren der Erde ganzjährig gleich effizient gewonnen werden. Allerdings ist es nicht überall zulässig, Tiefenbohrungen durchzuführen, was für die Installation einer solchen Wärmepumpe notwendig ist. Unter den drei Modellen ist die Wasser-Wasser Wärmepumpe am effizientesten, wobei auch dieses Modell nicht in allen Regionen genehmigt ist.

In unserem Artikel Heizen mit Wärmepumpe erhalten Sie weitere Informationen über die Vorteile, Funktionen und Kosten der Wärmepumpe.

Nutzung von Betriebsstrom Obwohl die Wärmepumpe zu den umweltfreundlichen Heizungsarten gehört, wird für deren Betrieb Strom benötigt. Dies führt nicht nur zu weiteren Kosten, sondern allenfalls auch zu einem negativen Einfluss auf die Klimabilanz. Obwohl manche Stromanbieter spezifische und relativ günstige Wärmepumpen-Tarife anbieten, sollten Sie der Koheränz wegen lieber auf Ökostrom setzen.

Sonstige Heizungsarten

Sonstige Heizungsarten

Nebst den erwähnten Heizungsarten gibt es auch noch andere, die Sie bei der Abwägung in Betracht ziehen können. Dazu gehören die Elektroheizungen, die einfach gesagt Wärme über die Steckdosen abgeben und Fernwärmeheizungen, die mit Kraft-Wärme-Kopplung funktionieren. Lesen Sie weiter, um mehr über die beiden Heizungsarten zu erfahren.

Elektroheizung

Elektroheizungen werden auch elektrische Heizungen oder E-Heizungen genannt. Heutzutage gibt es verschiedene Arten der Elektroheizung, die in der Anschaffung relativ kostengünstig ausfallen und in der Montage relativ unkompliziert sind. Dazu gehört unter anderen die Direktheizung, die Nachtspeicherheizung oder die elektronische Fussbodenheizung. Ein Beispiel für die Direktheizung ist der Heizlüfter, welcher die Raumluft mit einem Ventilator ansaugt und sie dann über einen Heizwendel erwärmt in den Raum zurückbläst.

Die Nachteile der Elektroheizungen sind: Die genutzte Strom für die elektrische Heizung stammt größtenteils aus fossilen Quellen mit schlechter CO2-Bilanz und als dauerhafte Lösung entstehen zudem hohe Stromkosten. Kombiniert man eine solche Heizungsart mit einer erneuerbaren Energie oder Ökostrom, kann der negative Einfluss auf die Umwelt jedoch vermindert werden.

Ökostrom anmelden Unsere Energieexperten suchen für Sie den passenden Ökostromtarif und übernehmen für Sie sogar die Anmeldung unter 0893 80388 95. Der kostenlose Energiemarie by Selectra Service steht für Sie von Montag bis Freitag von 8:00 bis 19:00 Uhr zur Verfügung.

Fernwärmeheizung

Verschiedene Versorger nutzen im Rahmen einer Kraft-Wärme-Kopplung die bei der Stromerzeugung entstandene Abwärme als Fernwärme. Diese wird direkt oder über eine Sammelstelle über gedämmte Rohrleitungen oder in Form von Freileitungen an die Verbrauchsstellen transportiert. In der Regel handelt es sich dabei um einzelne Stadtteile oder sogar ganze Städte. Für die Erzeugung der Fernwärme kann auch erneuerbare Energie verwendet werden, was den CO2-Ausstoß verringert. Für den Verbraucher bringt die Fernwärmeheizung folgende Vor- und Nachteile:

  • Es besteht kein Bedarf für die Lagerung von Brennstoffen
  • Geringe Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten
  • Die Heizungsart wird häufig gefördert
  • Energieverluste beim Transport vom Versorger zum Verbraucher
  • Häufiger Zwang zum Anschluss an das Fernwärmenetz
  • Vertragslaufzeit in Deutschland maximal 10 Jahre
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