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Strom kündigen: Das Sonderkündigungsrecht bei Stromlieferverträgen

Frau Mann Kind Glühbirnen

Jeder Liefervertrag beinhaltet Sonderkündigungsrechte

Lieferverträge mit Stromanbietern sind häufig mit langen Laufzeiten verbunden. Die Mindestvertragsdauer kann durchaus 12 bis 36 Monate betragen und die KonsumentInnen somit für diesen Zeitraum an die Bedingungen und Preise des jeweiligen Energieanbieters binden. Es gibt jedoch Möglichkeiten, als Kunde vorzeitig einen Vertrag zu kündigen und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. In welchen Situationen sich KundInnen auf ein Sonderkündigungsrecht berufen können, haben wir hier für Sie zusammengefasst.


Vertragsdauer von Stromverträgen in Deutschland

In Deutschland unterscheidet man zwischen Energielieferverträgen innerhalb und außerhalb der Grundversorgung. Verträge außerhalb der Grundversorgung können nur mit Stromanbietern abgeschlossen, die nicht den größten Kundenstamm im Netzgebiet haben. Näheres zum Grundversorger und den allgemeinen Bedingungen und Bestimmungen der Grundversorgung erfahren Sie von der Bundesnetzagentur und unter unserer Servicenummer
089 1208 9219.

Das deutsche Energiewirtschaftsgesetz lässt es Stromanbietern, die nicht Grundversorger im Netzgebiet sind, offen, die Länge der angebotenen Verträge selbst zu bestimmen. Eine kurze Vertragsdauer wäre im Sinne des Wettbewerbs. 80% der Verträge laufen auch über maximal 12 Monate. Allerdings werben immer mehr Stromlieferanten mit Vertragslaufzeiten von bis zu 36 Monaten. Da es sich vor allem aufgrund von Neukundenbonus und Rabatten lohnt, den Anbieter öfters als alle drei Jahre zu wechseln, können diese Langzeitkunden nur mit allgemein niedrigen Arbeitspreisen und Preisgarantien gewonnen werden.

Ihr Vorteil: Wenn der Anbieter die Preise erhöht, haben Sie ein sofortiges Kündigungsrecht und können Ihren Stromanbieter kündigen. Achten Sie aber auf etwaige Fristen.

Sonderkündigungsrecht bei Strompreiserhöhung

Büro

Wie lange sind Sie vertraglich gebunden? Lassen Sie sich
hier telefonisch beraten.

In jedem Liefervertrag ist ein genauer KWh-Preis, also der Preis, den der Kunde pro verbrauchter Kilowattstunde zu bezahlen hat, festgelegt. Dieser Strompreis wird mit der Vertragsunterschrift akzeptiert und gilt somit für die gesamte Vertragsdauer. Sollte ein Energielieferant dennoch den Energiepreis während der Vertragsdauer erhöhen, muss er dies den KundInnen schriftlich mitteilen. Und weil durch die Erhöhung des Strompreises gewissermaßen ein Vertragsbruch entstanden ist, steht den KundInnen somit frei, den Stromvertrag vorzeitig zu kündigen.

Wenn nicht vertraglich anders geregelt, muss die Kündigung vom Verbraucher innerhalb von 14 Tagen nach der Erhöhung in Schriftform (Brief, Fax oder Email) eingebracht werden. Zeigen sich Stromanbieter kulant, gewähren sie in Ausnahmefällen eine Frist von bis zu einem Monat.

Bedenken Sie allerdings, dass sich diese Regelung nur auf den reinen Energieverbrauchspreis bezieht, der von den Stromlieferanten selbst bestimmt wird. Sollte sich der Steueranteil auf Ihrer Stromrechnung erhöhen, ist das kein Kündigungsgrund. Wie hoch der reine Strompreis und wie hoch der Steueranteil können Sie unter folgender Servicenummer nachfragen:
089 1208 9219

Das Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung ist gesetzlich verordnet und gilt somit für alle Energieanbieter. Sollte ein Stromanbieter Ihre Berufung auf das Sonderkündigungsrecht mit der Begründung ablehnen, dass nur die erhöhte EEG-Umlage weitergegeben wurde, sollten Sie sich an eine Verbraucherschutzorganisation wenden. Dieser Grenzfall wird jedoch meist auch als rechtswidrig eingestuft, so dass das Sonderkündigungsrecht im Regelfall auch hier greift.

Kündigung: Unterschied zwischen Grundversorgervertrag und Sondervertrag Hat man einen Grundversorgervertrag kann man bei Preiserhöhungen wie auch bei Umzug / Auszug immer mit einer 14-tägigen Frist kündigen. Für Sonderverträge, also allen Verträgen außerhalb der Grundversorgung, gelten andere Regelen. Für gewöhnlich entscheidet der Anbieter in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen mit der Kündigungsklausel, ob dem Kunden ein Sonderrecht auf Kündigung zusteht. Wenn Sie sich nicht sicher sind, konsultieren sie Ihren Energieliefervertrag oder rufen Sie die Servicenummer
089 1208 9219.

Sonderkündigungsrecht bei Umzug?

Mann trägt Kiste

Umzug ist nicht immer ein Sonderkündigungsrecht. Klicken Sie
hier für telefonische Beratung.

Ein Umzug ist ein geeigneter Anlass um den Stromanbieter zu wechseln. Er berechtigt aber nicht notwendigerweise zur vorzeitigen Kündigung Das Recht auf vorzeitige Kündigung des Energieliefervertrags bei einem Umzug tritt also nicht immer in Kraft. Es ist davon abhängig, bei welchem Stromanbieter Sie einen Vertrag haben. . Beziehen Sie Strom aus der Grundversorgung, können Sie im Falle eines Umzugs auf jeden Fall von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und zu einem günstigeren Stromanbieter Ihrer Wahl wechseln. Dies ist gesetzlich geregelt. Wenn Sie allerdings einen Vertrag bei einem alternativen Anbieter abgeschlossen haben, müssen Sie vor Ihrem Umzug einen genauen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen. Alternative Anbieter sind wiederum nicht gesetzlich verpflichtet, einen Liefervertrag bei Umzug des Kunden und auf dessen Wunsch aufzulösen. Dennoch räumen die meisten Stromlieferanten Ihren Kunden dieses Recht freiwillig ein. Werfen Sie am besten einen Blick in die AGB und informieren Sie sich diesbezüglich rechtzeitig.

Wie Sie schon vor Ihrem Umzug an der neuen Adresse Strom anmelden können, erfahren Sie unter der Servicenummer
089 1208 9219

Wie muss ich kündigen und wie lange habe ich Zeit?

Eine Kündigung muss immer schriftlich efolgen. Ob Sie dies via E-Mail oder über den Postweg geschehen muss, ist nicht immmer verpflichtend geregelt.

Wir empfehlen... Kündigen Sie per Einschreiben! Somit haben Sie einen Beweis für Ihre Kündigung und laufen nicht Gefahr, dass der Anbieter den Erhalt der Kündigung abstreitet.

Je nach Kündigungsgrund können die diesbezüglichen Fristen unterschiedlich lang ausfallen. Bei einer Preiserhöhung haben KundInnen meist nur 14 Tage Zeit, Ihren Energieliefervertrag aufzulösen. Wenn Sie im Grundversorgungstarif sind und sich aufgrund eines Umzugs auf das Sonderkündigungsrecht berufen, haben Sie in der Regel mehr Zeit.

Sie sollten allerdings in jedem Fall darauf achten, dass Sie die diesbezüglichen Fristen einhalten.

Kündigungsfristen

Kündigungsgrund Grundversorgung Sonderverträge (alternative Anbieter)
Anbieterwechsel 14 Tage i.d.R. 6 Wochen bis max. 3 Monate
Preiserhöhung 14 Tage 14 Tage
Umzug/Auszug 14 Tage siehe Kündigungsklausel in AGB

Wie Sie bei einem Anbieterwechsel kündigen, erfahren Sie von unseren Energieberatern unter der Servicenummer
089 1208 9219.

Wie soll die Kündigung aussehen?

Eine formelle Kündigung sollte immer folgende Elemente beinhalten.

  • Anschrift des Anbieters
  • Ihre Kundennummer, Zählernummer, (Liefer-) Anschrift
  • Den Kündigungsgrund (z.B. aufgrund der angekündigten Strompreiserhöhung zum...)
  • Berufung auf das Sonderkündigungsrecht ("Ich mache von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch")
  • Fristgerechte Kündigung zum nächstmöglichen Termin
  • Ihre Unterschrift

Wenn Sie sich entschließen einen Brief an Ihren Stromanbieter zu schicken, dann sollte dieser eingeschrieben sein, da Sie so im Falle eines Widerspruchs die fristgerechte Kündigung beweisen können. Ob die Kündigung wirksam ist, hängt von den Konditionen des Energieliefervertrags ab. Es empfiehlt sich daher, die AGB ihres Energieliefervertrages zu prüfen. Ein Kündigung kann prinzipiell nicht zurückgenommen werden.

In jedem Fall ist es empfehlenswert, sich bei einer Kündigung den Zählerstand zum Zeitpunkt der Kündigung zu notieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte auch gleich die Einzugsermächtigung mit gekündigt werden. Wie Sie den Zählerstand korrekt ablesen erfahren Sie unter der Servicenummer
089 1208 9219.

Was Sie bei der Kündigung Ihres Liefervertrages nicht vergessen dürfen

Mittlerweile ist es Usus, dass man den Energieanbietern der Einfachheit halber für die Abbuchung der Zahlungen eine Einzugsermächtigung, ein sogenanntes SEPA-Lastschrift-Mandat erteilt. Somit müssen Sie nicht jede einzelne Rechnung selbst und direkt überweisen und sparen sich dadurch viel Zeit. Vergessen Sie allerdings nicht, bei Ihrer Kündigung ebenfalls die Einzugsermächtigung explizit zu widerrufen. Dadurch kann Ihr altern Energieanbieter auf keinen Fall mehr auf Ihr Konto zugreifen.

Muss ich bei einem Anbieterwechsel selbst kündigen?

Nein. Mit der Unterzeichnung Ihres neuen Vertrags, dem Anbieterwechsel, haben Sie automatisch Ihren neuen Versorger damit beauftragt, Ihren alten Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu kündigen.

Verträge sollen nur in folgenden Fällen selbst gekündigt werden:

  • Bei Sonderkündigungsrecht, also bei Preiserhöhungen durch den bisherigen Versorger oder bei Umzug an eine neue Adresse. In diesem Fall sollte der Kunde selbst die Kündigung gemäß der eingeräumten Fristen vornehmen.
  • Bei Verträgen, die in Kürze auslaufen und sich bei nicht fristgerechter Kündigung automatisch verlängern, beispielsweise um sechs oder zwölf Monate. Wenn Sie die Kündigung selbst fristgerecht vornehmen, umgehen Sie eine erneute Bindung, die einen kurzfristigen Wechsel verhindern würde.