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Strompreisentwicklung in Deutschland: Aktuell, Prognose und vieles mehr

In diesem Artikel wird die Strompreisentwicklung seit der Liberalisierung des Energiemarktes 1998 erläutert. Außerdem werden Prognosen der Strompreisentwicklung in Deutschland aufgezeigt. Sie erhalten Informationen darüber, warum der Strompreis so hoch ist und welche Preisbestandteile diesen beeinflussen. Deutschland steht im EU-Vergleich an zweiter Stelle in Bezug auf die Haushaltsstrompreise. Wer liegt vor und hinter Deutschland und warum ist das so? Antworten gibt’s hier.


Strompreisentwicklung Deutschland: 1998 ‒ 2020

Wie ist die Strompreisentwicklung der letzten Jahre?

Seit der Liberalisierung des Energiemarktes 1998 befindet sich die Strompreisentwicklung auf einer stetigen Steigerung. Nur die Jahrtausendwende brachte eine geringe Strompreissenkung mit sich (1999: 16,53 Cent/kWh; 2000: 13,94 Cent/kWh), wobei sich die Strompreise seit 2011 wieder auf der Wachstumskurve befinden.

1998 lag der durchschnittliche Strompreis für Haushaltskunden mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh bei 17,11 Cent/kWh. 2019 befindet sich der Strompreis bereits bei 30,85 Cent/kWh. Der letztere Strompreis bezieht sich auf Haushaltskunden mit einer jährlichen Abnahmemenge zwischen 2.500 kWh und 5.000 kWh.

Die gegebene Strompreisentwicklung führt dazu, dass die durchschnittliche monatliche Stromrechnung für einen Haushalt 2020 bei 91,50 € liegt. Diese ist somit um knapp 42 % gestiegen im Vergleich zu 1998 mit 49,90 € pro Monat. Wesentlichen Anteil an der Erhöhung des Strompreises seit 1998 haben Steuern, Abgaben und Umlagen beigetragen.

Strompreisentwicklung
Strompreisentwicklung (Bundesnetzagentur)

Strompreiszusammensetzung

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Um besser die Strompreisentwicklung der letzten Jahre zu verstehen, wollen wir Ihnen die Strompreiszusammensetzung erläutern. Der Strompreis, unter dem der Arbeitspreis pro verbrauchter Kilowattstunde verstanden wird, setzt sich aus drei wesentlichen Preisbestandteilen zusammen: 1️⃣ Strombeschaffung, Vertrieb und Gewinn 2️⃣ Netzentgelte 3️⃣ Steuern, Abgaben und Umlagen. Beachten Sie, dass die jeweiligen Preisbestandteile sich wiederum aus einzelnen Elementen zusammensetzen.

1️⃣ 52 % des Strompreises bilden Steuern, Abgaben und Umlagen
2️⃣ 25 % des Strompreises bilden Strombeschaffung, Vertrieb und Gewinn
3️⃣ 23 % des Strompreises entfallen auf Netzentgelte des Netzbetreibers

Steuern, Abgaben und Umlagen ‒ Beispiel Dieser Preisbestandteil wird vom Staat festgelegt und an den Staat abgegeben. Der Energieanbieter wird in diese Preisgestaltung nicht involviert. Steuern, Abgaben und Umlagen setzen sich aus der EEG-Umlage, Konzessionsabgabe, KWK-Umlage, Mehrwert- und Stromsteuer, Offshore-Netzumlage und §19 NEV- Umlage zusammen.

Preisbestandteile beeinflussen Strompreis

Was und wer beeinflusst den Strompreis?

Die Betrachtung der Strompreisentwicklung der letzten 10 Jahre, aber auch seit der Liberalisierung des Energiemarktes zeigt, dass Steuern, Abgaben und Umlagen merklich gestiegen sind. 2010 zahlte der Kunde noch 9,5 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde an den Staat. 2019 stieg diese Abgabe auf 16,02 Cent/kWh.

Für den Endkunden, in dem Fall für Sie, bedeuten diese Preissteigerungen höhere Stromkosten. Leider können Sie diese Situation nicht ändern. Worauf Sie jedoch immer achten sollten, ist der Preisbestandteil Strombeschaffung, Vertrieb und Gewinn. Diesen Preisbestandteil legt der Energieanbieter fest, sodass dieser je nach Anbieter variieren kann.

Da aber kaum ein Energieanbieter genau diese Werte nennen wird, achten Sie stattdessen auf den gesamten Strompreis, also den Arbeitspreis den der Energieanbieter pro verbrauchter Kilowattstunden verlangt. Vergleichen Sie den Arbeitspreis Ihres Energieanbieters mit dem durchschnittlichen Arbeitspreis. Ihr Energieversorger verlangt zu viel? Erkunden Sie sich bei unseren Energieexperten nach günstigen Strom- und Gastarifen: 0893 80388 88 ((Mo.-Fr. 8.00-18.00 Uhr)).

Steigerungen des Strompreises

Warum steigen die Strompreise?

Die Strompreise steigen, weil vor allem die staatlichen Strompreisbestandteile über die letzten Jahren stetig gewachsen sind. Die Abgaben, die der Energieanbieter von dem eingenommenen Strompreis an den Staat abführt, sind von 2010 auf 2019 um 70 % gestiegen. Im Vergleich dazu sind Kosten für Strombeschaffung, Vertrieb und Netzentgelte nur um 6 % gestiegen.

Von den 100 Euro Stromrechnung sind 52 Euro staatlich verursacht.

Den größten Kostenanteil der Steuern, Abgaben und Umlagen bestimmt die EEG-Umlage. 2019 lag der prozentuale Anteil der EEG-Umlage am gesamten Strompreis bei rund 21 %. Von 2018 auf 2019 ist die Umlage von 23 % auf
21 % leicht gefallen.

EXKURS EEG-UMLAGE: Die EEG-Umlage finanziert den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Für die Einspeisung des Stroms in das Netz der öffentlichen Versorgung erhalten Betreiber von Erneuerbare Energien-Anlagen eine festgelegte Vergütung, also eine festgelegte Geldsumme. Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), die für die Infrastruktur der überregionalen Stromnetze verantwortlich und für den überregionalen Stromtransport verantwortlich sind, verkaufen den eingespeisten Strom an den Strombörse.

➡️ Die erzielten Strompreise liegen meistens unter den gesetzlich festgelegten Vergütungssätzen, sodass der Staat an den Übertragungsnetzbetreiber den Differenzbetrag erstattet. Dieser Differenzbetrag wird aus der EEG-Umlage finanziert.

Strompreisentwicklung in der Grundversorgung

Steigen Strompreise in der Grundversorgung auch?

Die Strompreisentwicklung in der Grundversorgung erfährt ebenfalls eine Preissteigerung über die letzten Jahre. Für die Grundversorgung von Strom und Gas ist der Grundversorger zuständig. Als Grundversorger wird jener Energielieferant bezeichnet, die die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet mit Strom oder Gas versorgt.

Die Strompreise in der Grundversorgung sind in der Regel teurer als die der alternativer Stromversorger. Das hat damit zu tun, dass der Grundversorger nicht mit anderen Grundversorgern im Wettbewerb steht wie der alternative Stromanbieter mit anderen Stromanbietern. Außerdem verfügt der Grundversorger über einen größeren Kundenstamm und hat eine bessere Marktposition, sodass höhere Strompreise leichter umsetzbar sind.

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Wichtigsten Ergebnisse der Strompreisentwicklung

Wie hat sich der Strompreis entwickelt?

Die Strompreise sind ständigen Einflüssen ausgesetzt, sodass diese jährliche Schwankungen aufweisen. Die BDEW - Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - hält diese in der Strompreisanalyse Januar 2020 für Haushaltskunden fest. Dabei wurden folgende Änderungen im Vergleich zum letzten Jahr festgehalten:

  • STROMPREIS: Der durchschnittliche Strompreis 2020 ist um 3,0 % höher als 2019.
  • STROMPREIS 2020: Aktueller Strompreis liegt bei 31,37 Cent/kWh (2019: 30,85 Cent/kWh).
  • STAATLICHE ABGABEN: Steuern, Abgaben und Umlagen sind um 0,50 Cent/kWh gestiegen.
  • NETZENTGELTE: Entgelte, die an den Netzbetreiber abgeführt werden, sind um 0,32 Cent/kWh gestiegen.
  • KOSTEN DES STROMANBIETERS: Strombeschaffung, Vertrieb und Gewinn sind um 0,09 Cent/kWh gesunken.

Strompreisentwicklung Prognose

Es wird davon ausgegangen, dass die Strompreisentwicklung weiterhin den momentan Trend beibehält ‒ Steigerungen des Strompreises wie in den letzten Jahren. Daher wird für 2021 eine weitere Erhöhung des Strompreises für private Haushalte erwartet.

Denn man erwartet einen Anstieg der EEG-Umlage auf über 6,5 Cent/kWh. Um diesem Trend gegenzuwirken, wurden bereits Maßnahmen in der Politik vorgenommen. Mit der Verabschiedung des Konjunkturpaketes im Juni wird die Senkung der EEG-Umlage festgehalten. Nicht zuletzt forderte seit langem die Energiebranche:

...den staatlichen Anteil am Energiepreis zu senken.

Deutsche Strompreise im Europa-Vergleich

Im europäischen Vergleich sichert sich Dänemark die Spitzenposition mit einem durchschnittlichen Strompreis von 31,23 Cent/kWh im Jahr 2018. Deutschland lag auf Platz 2 mit 30 Cent/kWh. Die Strompreis-Unterschiede innerhalb Europa sind groß, z.B. lag Bulgarien mit 10 Cent/kWh für private Verbraucher im Vergleich zu Deutschland sehr günstig.

Die unterschiedlichen Strompreise in Europa hängen von mehreren Faktoren ab. Einen Einfluss auf den Strompreis haben neben der geopolitischen Lage, der länderspezifische Strommix, Steuern, Abgaben und Umlagen und Kosten zur Umwelt. In Malta betrugen 2018 die Kosten für Steuern, Abgaben und Umlagen nur 5,9 % gemessen am gesamten Strompreis. In Deutschland dagegen werden bis zu 52 % des Strompreises an den Staat abgeführt.

Allgemein sind die Strompreise in Europa für den Verbraucher in den letzten 10 Jahren um 30 % gestiegen. Allerdings gibt es auch Ländern mit einem Gegentrend wie Ungarn, Malta oder die Niederlande. In diesen Ländern sind die Strompreise jeweils gesunken. Ungarn bildet dabei den höchsten Abfall des Strompreises ‒ um knapp
33 %.

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