OPEC: Geschichte, Aufgaben und Ziele

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Ölfördertürme

Die OPEC ist eine aus 12 Mitgliedstaaten bestehende Organisation, die die Fördermenge und Preise von Erdöl koordiniert. Damit möchte sie in erster Linie Stabilität auf dem globalen Ölmarkt gewährleisten. Die Entscheidungen der OPEC können weitreichend sein und wirken sich in vielen Fällen unmittelbar auf die Preise von Endkunden aus. Trotz der bedeutsamen Rolle auf dem Energiemarkt sieht sich derzeit allerdings mit großen Herausforderungen konfrontiert.

Was ist die OPEC?

Die OPEC (aus dem Englischen übersetzt: Organisation Erdöl exportierender Länder) wurde 1960 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Wien. Zum Zeitpunkt der Gründung bestand das Ziel darin, den internationalen Ölkonzernen entgegenzuwirken, die bis dahin den Ölmarkt und die Ölproduktion weitgehend dominiert hatten.

Heute liegt das Hauptziel der OPEC darin, die Erdölpolitik ihrer Mitgliedsländer zu koordinieren und zu vereinheitlichen und darüber hinaus für eine Preisstabilität zu sorgen.

Der OPEC gehören aktuell folgende Staaten an:

Mitgliedstaaten OPEC 2024
GründungsmitgliederWeitere Mitglieder
  • Irak
  • Iran
  • Kuwait
  • Saudi-Arabien
  • Venezuela
  • Algerien
  • Äquatorialguniea
  • Gabun
  • Libyen
  • Nigeria
  • Rebublik Kongo
  • Vereinigte Arabische Emirate

Gemeinsam besitzen die OPEC-Staaten rund 40 Prozent des weltweiten Rohölangebots und etwa 70 Prozent der nachgewiesenen Erdöl Reserven.

Entstehungshintergrund

Der Hintergrund der OPEC-Gründung liegt in den 1950er Jahren. Zum damaligen Zeitpunkt standen die meisten Ölproduzentenländer in der Nahostregion unter der Kontrolle internationaler Ölgesellschaften. Diese Gesellschaften kontrollierten die Förderung, den Transport und den Verkauf von Öl und dominierten somit den weltweiten Ölmarkt.

In den späten 1950er Jahren begannen einige dieser Länder, sich gegen die Dominanz der internationalen Ölgesellschaften zu organisieren und nach Möglichkeiten zu suchen, ihre Souveränität über ihre natürlichen Ressourcen zurückzugewinnen. Insbesondere die Verstaatlichung von Ölförderanlagen und die Forderung nach gerechteren Vertragsbedingungen waren zentrale Anliegen dieser Länder.

Am 14. September 1960 trafen sich die fünf Gründungsmitglieder in der irakischen Hauptstadt Bagdad und unterzeichneten die Gründungsakte der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC). Ihr Ziel war es, ihre kollektive Stimme zu stärken, um ihre Interessen auf dem globalen Ölmarkt besser vertreten zu können.

Aktuelle Herausforderungen

Obwohl die Organisation Erdöl exportierender Länder seit ihrer Gründung immer mehr an Bedeutung auf dem Energiemarkt gewonnen hat, sieht sie sich derzeit mit großen Herausforderungen konfrontiert. Insbesondere in Folge des und des steigenden Umweltbewusstseins steht die OPEC unter steigendem Druck.

Hinzu kommen geopolitische Spannungen und Konflikte, die ebenso eine große Herausforderung darstellen, da sie die Markstabilität beeinträchtigen können. Regionale Konflikte oder politische Unruhen in wichtigen Ölförderländern können zu Produktionsausfällen oder Lieferunterbrechungen führen, was sich direkt auf die globalen Ölpreise auswirkt.

Wie OPEC Entscheidungen unseren Alltag beeinflussen

Auch wenn die OPEC vor großen Herausforderungen steht, ist ihr Einfluss auf den Energiemarkt enorm. Dementsprechend können die Entscheidungen, die von den Mitgliedstaaten getroffen werden, auch direkten Einfluss auf den Alltag für Privatpersonen in Deutschland haben.

  • Kraftstoffpreise: Die Entscheidungen der OPEC können direkte Auswirkungen auf die Preise an der Tankstelle haben. Beispielsweise kann eine Erhöhung der Ölpreise auf dem Weltmarkt, die durch Produktionskürzungen oder andere Maßnahmen der OPEC verursacht wird, zu höheren Benzin- und Dieselpreisen führen.
  • Heizkosten: Auch wenn der Einbau ab diesem Jahr verboten ist, verfügen noch viele Haushalte in Deutschland über eine Ölheizung. Daher können steigende Ölpreise, die auf Entscheidungen der OPEC zurückzuführen sind, für entsprechende Haushalte zu höheren Heizkosten führen.
  • Transportkosten: Die Transportkosten für Waren und Dienstleistungen können steigen, wenn die Treibstoffpreise aufgrund von OPEC-Entscheidungen ansteigen. Dies kann zu höheren Preisen für Lebensmittel, Produkte des täglichen Bedarfs und Dienstleistungen führen, da viele Unternehmen ihre gestiegenen Betriebskosten an die Verbraucher weitergeben.
  • Wirtschaft: Da Öl eine wichtige Rolle in vielen Wirtschaftssektoren spielt, können Veränderungen auf dem Ölmarkt infolge von OPEC-Entscheidungen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft haben. Sinkende Preise können beispielsweise Energiekosten senken und die Wirtschaft ankurbeln, während steigende Preise das Wirtschaftswachstum hemmen können.

Ölpreis unterliegt oft starken Preisschwankungen

Wie die Preisentwicklung zwischen den Jahren 1960 und 2024 zeigt, ist der Ölpreis häufig von großen Schwankungen betroffen.

(Quelle: Preisentwicklung ausgewählter OPEC-Rohöle in den Jahren 1960 bis 2024, Statista, 2024)

Die vielen Schwankungen sind allerdings nicht allein der OPEC zuzuschreiben, denn oftmals sind sie ein Ergebnis verschiedener Entwicklungen. Zu den verschiedenen Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, gehören in erster Linie Angebot und Nachfrage, aber auch geopolitische Ereignisse, wirtschaftliche Zusammenhänge und Naturereignisse.

Insbesondere in den letzten zwanzig Jahren haben technologische Fortschritte, wie die Entwicklung alternativer Energien und die Effizienzsteigerung in der Ölförderung, eine immer größere Rolle gespielt.

Schwankungen können auch Strom- und Gaspreise beeinträchtigen

Schwankungen des Erdölpreises können auch direkten Einfluss auf die Preise für Strom und Gas haben. Auch wenn Erdöl nicht direkt mit der Strom- und Gasproduktion verbunden ist, können die Zusammenhänge zwischen den Energiemärkten dazu führen, dass Veränderungen auf dem Ölmarkt auch Auswirkungen auf andere Energieträger haben können.

Ein wichtiger Aspekt ist die Erzeugung von Strom durch fossile Brennstoffe wie Erdöl, Gas und Kohle. Steigt der Preis für Erdöl, kann dies die Betriebskosten von Kraftwerken erhöhen, die Erdöl zur Stromerzeugung verwenden. Diese erhöhten Kosten können dann auf die Verbraucher über höhere Strompreise übertragen werden. Ähnlich kann ein Anstieg der Erdölpreise auch die Kosten für die Gasförderung und -produktion erhöhen, was sich wiederum auf die Preise für Gas auswirken kann.

Ölpreisbindung

Zudem gibt es in Deutschland und vielen weiteren Ländern die Ölpreisbindung. Dabei handelt es sich um die Bindung des Erdgaspreises an den Ölpreis. Die Ölpreisbindung hat keine gesetzliche Grundlage, sondern wurde in den 1960er Jahren als Vereinbarung zwischen Gasunternehmen ins Leben gerufen, um eine verbesserte Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Die Ölpreisbindung hat das Ziel, eine zu starke Diskrepanz zwischen den Preisen für Erdgas und Erdöl zu vermeiden. Dies würde den Wettbewerb zwischen Öl und Gas verschärfen, was für die Produzenten des jeweils teureren Rohstoffs nachteilig wäre. Obwohl die Ölpreisbindung nicht für Haushaltskunden gilt, bleibt sie dennoch ein Einflussfaktor auf den Gaspreis.

Schutz vor Preisschwankungen

Wie wir bereits festgestellt haben, sind Preisschwankungen des Ölpreises in vielen Fällen direkt für den Endverbraucher spürbar. Um vor den Unsicherheiten des Marktes besser geschützt zu sein, möchten wir Ihnen einige Ratschläge geben.

  • Verbesserung Ihrer Energieeffizienz: Investieren Sie in energieeffiziente Technologien und Maßnahmen, um Ihren Energieverbrauch zu senken. Durch die Reduzierung des Energieverbrauchs können Sie Ihre Kosten senken und gleichzeitig Ihren ökologischen Fußabdruck verringern.
  • Alternativen erwägen: Eine weitere Möglichkeit besteht darin, alternative Heiz- und Energiesysteme, wie beispielsweise erneuerbare Energien oder elektrische Heizungen, in Erwägung zu ziehen.
  • Überwachung des Marktes: Behalten Sie den Energiemarkt und insbesondere die Entwicklungen bei den Ölpreisen genau im Auge. Durch die regelmäßige Beobachtung des Marktes können Sie rechtzeitig auf Veränderungen reagieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen.
  • Beratung durch Energieexperten: Holen Sie sich bei Bedarf Beratung von Energieexperten ein, um Ihre Energiekosten zu optimieren und Strategien zur Absicherung gegen Preisschwankungen zu entwickeln.

Alternative Heizmöglichkeiten

Um bestmöglich vor Preisschwankungen geschützt zu sein, aber auch um Ihren persönlichen CO2-Ausstoß zu reduzieren, empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich mit dem Umstieg auf alternative Heizsysteme befassen. Dies sind Alternativen, die Sie dabei in Betracht ziehen können:

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